Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Shoppers get their VAT refunded at the shopping center Lago in Constance, Germany, pictured on September 3, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Leute lassen sich im Einkaufszentrum Lago in Konstanz, Deutschland, am 3. September 2011 die Mehrwertsteuer zurueckerstatten. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Schweizer Kunden lassen sich im Einkaufszentrum Lago in Konstanz die Mehrwertsteuer zurückerstatten.  Bild: KEYSTONE

Schnäppchenjagen

Franken plötzlich 20 Rappen mehr wert – deutsche Grenzorte sind unvorbereitet

Einkaufsorte wie Konstanz haben ein spezielles Verkehrsdispositiv für Feier- und Brückentage. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses kommt jedoch zu kurzfristig, um diese noch zu aktivieren. 

Wer heute am frühen Nachmittag in den süddeutschen Raum telefonierte und erklärte, dass die Nationalbank den Euromindestkurs aufgehoben hat, verbreitete eine Neuigkeit. Die Stadtoberen der Einkaufsparadiese in Konstanz, Weil am Rhein oder Lörrach hatten noch nichts von ihrem Glück mitgekriegt. Oder Unglück, je nach Perspektive. 

Grenznahe Städte in Süddeutschland wie Lörrach, Konstanz und Weil am Rhein sind jedes Wochenende mit einer grossen Masse von Einkaufstouristen konfrontiert. Sie verstopfen die Strassen in den Städten, parken wild und stehen bis spät am Abend Schlange an den Zollhäuschen, um ihre Formulare für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer abstempeln zu lassen. 

Das erste Flexity Tram der Basler Verkehrsbetriebe, BVB, ueberquert den Zoll zwischen der Schweiz und Deutschland anlaesslich der feierlichen Eroeffnung der neuen und ersten Grenzueberschreitenden Tramlinie von Basel, Schweiz, nach Weil am Rhein, Deutschland, am Freitag, 12. Dezember 2014, beim Zolluebergang Weil am Rhein/Friedlingen. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Das Tram Nr. 8 fährt seit kurzem direkt von der Basler Innenstadt nach Weil am Rhein (D) bei Basel-Kleinhüningen, was zusätzlich zu mehr Einkaufstouristen führt.   Bild: KEYSTONE

In Konstanz ist die Situation derart schwierig geworden, dass die Stadt für Tage mit erhöhtem Aufkommen von Einkaufstouristen ein spezielles Verkehrsdispositiv aufziehen musste. Es gibt ein auswärtiges Parking mit Shuttlebussen in die Innenstadt, Verkehrskadetten stellen den Verkehrsfluss sicher und der Grenzübergang an der Kreuzlingerstrasse musste gesperrt werden.  

«Wir haben definierte Tage im Jahr, an denen wir dieses Dispositiv aufziehen», sagt Marc Diez vom Konstanzer Stadtmarketing. Der kommende Samstag ist keiner davon, obwohl bei einem Eurokurs von aktuell 1.02 Franken massiv mehr Einkaufstouristen über die Grenze strömen werden als an einem normalen Samstag. 

«So kurzfristig aufs Wochenende hin werden wir sicher keine Chance haben, noch etwas zu unternehmen»,

sagt Diez. 30 bis 40 Verkehrskadetten aufzubieten und den Shuttleservice zu organisieren, ist nicht mehr möglich.  

Kilometerweit staut sich am Sonntag 7. Maerz 2004 vor dem Basler Autobahnzoll Weil/Basel der Verkehr in Richtung Deutschland. Durch verschaerfte Kontrollen der deutschen Beamten kommt es seit Samstag zu kilometerlangen Staus an den Grenzuebergaengen in der Nordwestschweiz. (KEYSTONE/Markus Stuecklin)

Vor dem Autobahn-Zoll in Weil am Rhein (D) staut sich der Verkehr der Einkaufstouristen jedes Wochenende.  Bild: KEYSTONE

In Lörrach geht man ebenfalls von einem stark erhöhten Aufkommen von Einkaufstouristen aus. «Es ist ja noch zusätzlich Winterschlussverkauf und mit dem zusammen verschenken wir den Schweizer Kunden ja unsere Waren fast», sagt Horst Krämer, Vorsitzender des Gewerbevereins Pro Lörrach. Krämer warnt indes in Anbetracht des zu erwartenden Ansturms davor, mit dem Auto nach Lörrach reinzufahren. «Wir empfehlen, beim Freizeitpark Haagen zu parkieren und dann mit der S6 nach Lörrach reinzufahren», sagt Krämer.

Keine speziellen Vorbereitungen auf einen Ansturm von Einkaufstouristen am Wochenende trifft das Hauptzollamt Singen. «Es sind keine Massnahmen geplant», sagt Sprecher Michael Hauck. Erst wolle man die Situation beobachten und schauen, ob die Zahl der Einkaufstouristen wegen des Wegfalls der Euro-Untergrenze über längere Zeit signifikant zunimmt. (thi)

Presseschau zum Mindestkurs-Entscheid der SNB



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Wir haben es in der Hand, ein Massensterben zu verhindern»

Die Artenvielfalt ist in den letzten 50 Jahren dramatisch gesunken. Das zeigt der WWF in seiner neuesten Ausgabe des Living Planet Index auf. Zum Glück findet ein Umdenken bei den Menschen statt. Das sagt Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz. 

60 Prozent der Tierarten sind in den letzten 50 Jahren verschwunden. Ist es also gerechtfertigt, von einem sechsten Massensterben zu sprechen? Ja, heute sterben 100 bis 1000 Mal mehr Arten aus als in vergangenen Zeiten. Das ist einmalig – und wir Menschen sind die Ursache. Der Living Planet Index des WWF untersucht die Populationstrends und zeigt so Veränderungen sehr früh an.

Ist dieses Massensterben nicht mehr aufzuhalten? Die kurze Antwort lautet: doch. Taucht man tiefer in die Daten ein, …

Artikel lesen
Link to Article