Wirtschaft
Gold

Feinunze Gold kostet erstmals mehr als 5000 Dollar

Gold knackt erstmals die 5000-Dollar-Marke

26.01.2026, 07:3926.01.2026, 10:51

Der Goldpreis kennt kein Halten. Nachdem der Preis für die Feinunze zunächst die 5000 Dollar-Marke am Montagmorgen geknackt hatte, durchbrach er kurz darauf auch gleich noch die 5100er Marke.

ARCHIV - 16.03.2023, Bayern, M
Gold ist so teuer wie noch nie.Bild: keystone

Aktuell kostete die Feinunze 5091 US-Dollar. Dies entspricht einem Kilopreis von 210'138 Franken. Das neue Rekordhoch liegt mit 5109 Dollar nochmals etwas höher.

Seit Monaten geht der Preis quasi ungebremst nach oben. Allein 2025 erzielte der Goldpreis ein Plus von rund 65 Prozent und damit so viel wie zuletzt 1979. Seit Jahresbeginn stehen zudem schon wieder Gewinne von knapp 18 Prozent zu Buche.

Für die Analystin Ipek Ozkardeskaya von Swissquote ist der aktuelle Run auf Gold ein klares Zeichen dafür, dass die Risikobereitschaft der Investoren derzeit sehr niedrig ist. Allerdings sei auffällig, «dass diese erneute Flucht in sichere Häfen heute Morgen ohne grössere geopolitische Schlagzeilen stattfindet.»

Geopolitik treibt in sichere Häfen

Denn bislang waren es insbesondere die geopolitischen Risiken, die Anleger in den sicheren Hafen Gold treiben. Allen voran der von den USA losgetretene Zank um Grönland und die Ambitionen von US-Präsident Donald Trump treiben Politikern und Investoren weltweit Sorgenfalten auf die Stirn. Permanent neue Zoll-Drohungen und damit ein erneutes Aufflammen der Handelsstreitigkeiten sorgen für starke Nachfrage beim Edelmetall Nummer 1.

Auch wenn es in der vergangenen Woche zu einer relativen Beruhigung am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos kam, da Donald Trump seine Drohungen mit neuen Zöllen zurücknahm, hat dies den Anstieg des Goldpreises nicht gestoppt. Vielmehr reagieren die Kurse weiterhin empfindlich auf geopolitische Entwicklungen in der Ukraine, im Gazastreifen oder im Iran.

Zudem schaffen die häufigen Kehrtwenden der US-Regierung ein Klima der Unsicherheit in den Vereinigten Staaten und lenken die Anleger vom Dollar und von Staatsanleihen ab, die normalerweise als konkurrierende sichere Häfen zum Gold gelten.

Wie es der Stratege Simon Hartmann von der VP Bank zusammenfasst: «Gold gilt als Krisenwährung. Dabei schätzen Investoren besonders die Sicherheit während einer Krise, egal, ob die Unsicherheit von geopolitischen oder wirtschaftlichen Ereignissen ausgeht, oder von Inflation.» Diese einzigartige Wertbeständigkeit habe das gelbe Edelmetall zuletzt im Zuge der Grönlandkrise, der abermals drohenden Zölle der USA sowie auch des Vertrauensverlusts in US-Institutionen unter Beweis gestellt.

Aber auch die nicht abreissenden Diskussionen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed und die mögliche Einflussnahme von Trump auf die künftige Geldpolitik tragen zur Gold-Hausse bei. Sie schwächen den Dollar, wodurch seine Rolle als Weltleitwährung immer stärker in Frage gestellt wird. Dies spielt Gold ebenfalls in die Hände. Nicht nur durch den schwachen Dollarkurs, sondern insbesondere als Alternative für Investoren und auch für Zentralbanken zur Absicherung.

FILE - President Donald Trump announces Federal Reserve board member Jerome Powell as his nominee for the next chair of the Federal Reserve in the Rose Garden of the White House in Washington, Nov. 2, ...
Fed-Chef Jerome Powell neben US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Silber überspringt 100-Dollar-Marke

Der Silberpreis zog ebenfalls zuletzt weiter deutlich an und übersprang am Freitag erstmals die Marke von 100 US-Dollar. Aktuell kostet der kleine Bruder von Gold knapp 107 Dollar pro Unze, in der Spitze im asiatischen Handel waren es über 109 Dollar. Silber ist ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

«Mit dem Anstieg über die Marke von 100 US-Dollar je Feinunze hat Silber einen historischen Meilenstein erreicht und steht klar im Zentrum der aktuellen Edelmetallrally», kommentiert Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler bei Heraeus. «Die runde Schwelle ist nicht nur psychologisch bedeutsam, sondern markiert auch den Übergang in eine neue Preisphase.» Nach einer langen Phase relativer Underperformance hole Silber nun mit hoher Dynamik auf - begleitet von deutlich erhöhter Volatilität.

Gleichzeitig warnt der Experte aber, dass trotz der beeindruckenden Rally Vorsicht geboten bleibe: «Silber ist historisch für abrupte Korrekturen bekannt.» Kurzfristige Gewinnmitnahmen seien jederzeit möglich. «Solange jedoch das Zusammenspiel aus makroökonomischer Unsicherheit, strukturellem Angebotsdefizit und hoher Preiselastizität anhält, bleibt der übergeordnete Trend konstruktiv - mit weiter erhöhter Schwankungsanfälligkeit.»

Edelmetalle beliebt bei Schweizer Investoren

Auch bei den Schweizer Investoren erfreue sich Edelmetalle hoher Beliebtheit und spielen als Anlageform eine wichtige Rolle. Dies geht aus der im Oktober 2025 veröffentlichten «Edelmetall-Studie 2025» der Universität St. Gallen (HSG) und des Edelmetallhändlers Philoro hervor. Demnach beurteilen 71 Prozent der Schweizer Bevölkerung Edelmetalle als eine sinnvolle Anlagemöglichkeit. Ins Gewicht falle dabei vor allem die Beliebtheit von Gold.

Zwar steige das Interesse an Silber klar an, gegenüber Gold spiele es aber nach wie vor die zweite Geige. Hätten die Befragten einen freien Betrag zur Verfügung, würden 30,4 Prozent der Investitionswilligen in Gold investieren.

Wie die «Edelmetall-Studie 2024» der HSG und Philoro zeigte, befanden sich seinerzeit etwa 200 Tonnen Gold im Besitz von Schweizer Privatpersonen. Das entspricht etwa dem Gewicht eines Blauwals.

Aber nicht nur private Anleger treiben den Goldpreis in die Höhe. Auch Notenbanken tagen zu der Rekordjagd bei, indem sie ihre Goldreserven aufstocken und damit die Nachfrage nach dem Edelmetall hochhalten. Anders sieht es da bei der Schweizerischen Nationalbank aus. Die SNB hält seit etlichen Jahren unverändert 1040 Tonnen Gold. (dab/awp/sda)

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