Wirtschaft
Japan

Japans Exportüberschuss ist so klein wie noch nie

Für den Export bestimmte japanische Autos.
Für den Export bestimmte japanische Autos.Bild: EPA
motor stottert

Japans Exportüberschuss ist so klein wie noch nie

Lange Zeit erzielte Japan riesige Handelsüberschüsse. Diese Zeiten sind vorbei: Die Importe der drittgrössten Volkswirtschaft steigen stärker als die Exporte. 
10.02.2014, 10:0310.02.2014, 10:45

Der japanische Exportüberschuss ist 2013 so klein ausgefallen wie noch nie. Die Leistungsbilanz wies ein Plus von nur noch 3,3 Billionen Yen (knapp 29 Mrd. Fr.) auf, wie das Finanzministerium am Montag in Tokio mitteilte. Das ist der geringste Überschuss seit Beginn der Statistik 1985. 

Die schwache Leistungsbilanz nährt die Zweifel, ob die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt ihren enormen Schuldenberg von umgerechnet fast 7,3 Billionen Euro jemals abtragen kann. Japan ist die am höchsten verschuldete Industrienation der Welt, gemessen am Bruttoinlandprodukt. 

«Die Kombination aus steigenden Schulden und einem geringen Leistungsbilanzüberschuss sind unbequeme Aussichten», sagte ein Analyst. Lange Zeit galt die hohe Verschuldung nicht als grosses Problem, da Japan enorme Handelsüberschüsse erzielte. Die Zeiten sind aber vorerst vorbei, da das Land seit der Abschaltung von Kernkraftkraftwerken nach der Atomkatastrophe von Fukushima zunehmend Energie aus dem Ausland importieren muss. 

Billiger Yen

Die Kosten dafür erhöhen sich noch durch den Wertverlust des Yen, dessen Kurs gegenüber dem Dollar seit Ende 2012 um 23 Prozent gefallen ist. Rohstoffe werden meist in Dollar bezahlt. 

Der schwache Yen macht gleichzeitig japanische Waren im Ausland billiger. Während die Importe 2013 um 15,4 Prozent zulegten, stiegen die Exporte aber trotz des Rückenwinds vom billigen Yen nur um neun Prozent. Viele Unternehmen verlieren Marktanteile an Rivalen aus Südkorea und anderen Ländern. 

Steigende Sozialausgaben

Ministerpräsident Shinzo Abe will die Staatsfinanzen mit einer zweistufigen Anhebung der Umsatzsteuer in den Griff bekommen, mit der im April begonnen werden soll. Damit sollen auch steigende Kosten für Sozialausgaben angesichts einer rasch alternden Bevölkerung aufgefangen werden. 

Eine Schuldenkrise wie in der Euro-Zone befürchten Experten allerdings nicht. Die Zinsen für japanische Staatsanleihen sind sehr niedrig. Sie werden zudem vorwiegend von einheimischen Anlegern erworben, so dass Japan kaum auf ausländische Geldgeber angewiesen ist. Die Notenbank kauft zudem in grossem Stil Staatsanleihen auf. (dhr/sda)

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