Wirtschaft
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Jean-Pierre Danthine Vizepraesident des Direktoriums SNB, SNB-Praesident Thomas Jordan, und Fritz Zurbruegg, Mitglied des Direktoriums, von links nach rechts, nehmen vor den Medien zum geldpolitischen Kurs der Nationalbank Stellung, am Donnerstag, 18. Juni 2015 in Bern. Sechs Monate nach Einfuehrung der Negativzinsen zieht die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine positive Bilanz. Der Negativzins erfuelle aktuell einen sehr wichtigen geldpolitischen Zweck und sollte zur Abschwaechung des Frankens führen. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Jean-Pierre Danthine Deputy president SNB, SNB-President Thomas Jordan, and Fritz Zurbruegg, Member of the Board SNB, from left to right, during a media conference, Thursday, 18 June 2015, in Bern, Switzerland. Half a year after the Swiss National Bank (SNB) ended its cap of 1.20 franc per euro and cut the interest rate on sight deposits over a certain limit, it  announces its interest-rate decision and publishes new growth and inflation projections. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Die Mitglieder des Nationalbank-Direktoriums an der Medienkonferenz vom Donnerstag. Bild: KEYSTONE

Der starke Franken kostet uns Tausende Jobs – die Nationalbank aber will das Problem aussitzen

Der überbewertete Franken bringt die Schweizer Wirtschaft zunehmend in Bedrängnis. Den Preis könnte der Mittelstand zahlen. Die Nationalbank aber setzt auf das Prinzip Hoffnung.



Von Notenbankern erwartet man, dass sie rechnen können. In der Schweiz haben sie sich verrechnet, und das nicht zu knapp. Die Führung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gab dies an ihrer Medienkonferenz vom Donnerstag sogar zu. Man habe nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar erwartet, dass sich der Franken nach der schockartigen Aufwertung wieder stärker abschwäche, sagte Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg.

Daraus ist nichts geworden, hartnäckig verharrt der Eurokurs bei rund 1,05 Franken. Und selbst diesen Wert soll die heimische Währung nur dank Devisenkäufen der Nationalbank halten können, wird in der Finanzwelt spekuliert. Andernfalls läge der Kurs ungefähr bei der Parität von 1:1. Die grossen Unsicherheiten und geopolitischen Risiken, vor allem die sich erneut zuspitzende Griechenland-Krise, seien für die Schweiz unangenehm, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan.

Nationalbank-Präsident Thomas Jordan im Interview. Video: keystone

Eine schlecht konstrurierte Währungsunion in Europa und eine sorglose Hypothekenvergabe in den USA samt der folgenden schweren Finanzkrise haben einen «perfekten Sturm» erzeugt, in dem der Franken zu einem «sicheren Hafen für verunsicherte Anleger» – so Jordan – geworden ist. In diesem Umfeld verlieren sogar die umstrittenen Negativzinsen ihre abschreckende Wirkung. Der Franken mit seinem relativ kleinen Volumen steht unter konstantem Aufwertungsdruck.

«Dem Werkplatz Schweiz gehen heute Firmen und Arbeitsplätze verloren, die unter normalen Umständen nicht gefährdet wären.»

Hans Hess, Präsident Swissmem

Mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1.20 Franken hat die Nationalbank faktisch vor dieser Entwicklung kapituliert. Mit gravierenden Folgen für die Realwirtschaft. Touristen aus dem Euroraum bleiben weg, viele Schweizerinnen und Schweizer kaufen im nochmals billiger gewordenen Ausland ein, und die Exportunternehmen stöhnen, weil ihre Produkte schlagartig um rund 15 Prozent teurer geworden sind. Sie lassen ihre Angestellten Kurz- und Gratisarbeit verrichten, bauen zunehmend Stellen ab und verlagern ganze Produktionsschritte ins Ausland.

In den letzten Wochen haben sich die alarmierenden Stimmen gehäuft. Nick Hayek, Chef des Uhrenkonzerns Swatch und nie um markige Worte verlegen, entzog der Nationalbank in der «NZZ am Sonntag» das Vertrauen: «Bei der SNB ist klar das falsche Team am Werk.»

Corrado Pardini (Nationalrat SP-BE, Sektorenleiter Industrie und IT UNIA) spricht waehrend einer Protestaktion der UNIA vor der Nationalbank, am Freitag, 5. Juni 2015, auf dem Bundesplatz, in Bern. Rund sechzig Industrie-Delegierte der Unia haben vor der Nationalbank in Bern eine Protestaktion durchgefuehrt und SNB-Vizepraesident Jean-Pierre Danthine einen Wecker und einen Forderungskatalog ueberreicht. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Gewerkschafter demonstrieren vor dem Sitz der Nationalbank. Bild: KEYSTONE

Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbandes, ging in der gleichen Zeitung von einem Verlust von 30'000 Stellen aus, wenn der Kurs zum Euro in den nächsten Monaten bei 1,05 bleibe. Per Ende Jahr dürfte die Arbeitslosenquote auf 3,6 bis 4 Prozent ansteigen, meinte Vogt. Für die Schweiz ein happiger Wert. 

Der Schweizer Arbeitsmarkt droht auseinanderzudriften: Hier eine kleine Elite hoch qualifizierter und gut bezahlter Fachkräfte, dort die grosse Masse, die sehen muss, wie sie zurecht kommt.

Die Angst geht um in der Schweizer Industrie. In welche Richtung die wirtschaftspolitische Geisterbahnfahrt gehen könnte, zeigt ein Interview mit Hans Hess, dem Präsidenten des Wirtschaftsverbands Swissmem, in der Aargauer Zeitung. Hess ist Verwaltungsratspräsident des Kabelherstellers Reichle & De-Massari in Wetzikon (ZH). Dieser hat 50 Stellen nach Bulgarien verlagert. Betroffen seien Mitarbeitende mit geringer Berufsausbildung. Überhaupt gingen derzeit «vor allem Arbeitsplätze mit geringer Qualifikation verloren».

Die massive Überbewertung des Frankens habe den Strukturwandel in der Industrie stark beschleunigt, meinte Hess weiter: «Dem Werkplatz Schweiz gehen heute Firmen und Arbeitsplätze verloren, die unter normalen Umständen nicht gefährdet wären.» Sie dürften auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein. «Fertigungsstufen, die jetzt ins Ausland verlagert werden, kommen nie mehr zurück», kommentierte die «NZZ am Sonntag» in ihrer letzten Ausgabe.

Hans Hess, Praesident swissmem, referiert anlaesslich der Bilanzpressekonferenz, am Mittwoch, 18. Februar 2015, in Zuerich. Die Geschaeftsentwicklung der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) stagnierte im zweiten Halbjahr 2014 aufgrund der schwachen Konjunktur im Hauptmarkt Europa. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Swissmem-Präsident Hans Hess schlägt Alarm. Bild: KEYSTONE

Am Ende könnten dem Industriestandort Schweiz nur noch hoch spezialisierte Tätigkeiten erhalten bleiben, für die Personal benötigt wird, das vielfach im Ausland rekrutiert werden muss. Der Schweizer Arbeitsmarkt droht auseinander zu driften: Hier eine kleine Elite hoch qualifizierter und gut bezahlter Fachkräfte, dort die grosse Masse, die sehen muss, wie sie zurecht kommt.

Eine erneute Anbindung des Frankens nur wenige Monate nach der Aufhebung des Mindestkurses würde die Glaubwürdigkeit der Währungshüter arg strapazieren. Vor allem aber liesse sich ein solcher Schritt auf lange Sicht kaum rückgängig machen.

Im Ausland ist dieser Trend bereits deutlich erkennbar, besonders in den USA. Die Schweiz hat ihm bislang bemerkenswert gut widerstehen können. Der «Frankenschock» könnte zur Zerreissprobe für den Mittelstand werden. Mit potenziell verheerenden Folgen. Das Volk dürfte noch stärker als bisher zu populistischen Schnellschüssen neigen, etwa in der Zuwanderungspolitik, und damit die Standortqualität der Schweiz zusätzlich schwächen.

Was ist zu tun? Eine Verschärfung der Negativzinsen hat die Nationalbank ausgeschlossen. Lukas Gähwiler, Schweiz-Chef der Grossbank UBS, zeigte in einem Interview die negativen Folgen der Negativzinsen auf: «Sie setzen falsche Anreize für Investitionsentscheide, bestrafen Sparer und erhöhen die Gefahr von Blasenbildungen zum Beispiel am Aktien- und Immobilienmarkt. Sie belasten aber auch unser Vorsorgesystem.»

Verschiedene Ökonomen und Vertreter der Finanzbranche empfehlen der Nationalbank deshalb eine erneute Anbindung des Frankens an einem Währungskorb mit Euro und Dollar. Als Vorbild gilt der fernöstliche Stadtstaat Singapur. Dessen Zentralbank hat den Singapur-Dollar ebenfalls an einem Währungskorb gekoppelt, dessen genaue Zusammensetzung geheim gehalten wird. Sie lässt dabei kontrollierte Schwankungen innerhalb einer bestimmten Bandbreite zu.

A photograph dated 23 March 2005 of a night view of Marina Bay in Singapore. Singapore will be building one of the two proposed Casino Resorts on reclaimed land areas of Marina Bay while the other will be on Sentosa Island. The casinos' combined development cost is expected to total as much as 3 billion US dollars or 2.3 billion euros. The two casinos are expected to be a boon for the job market as when as big attractions for the tourism industry.  EPA/HOW HWEE YOUNG

Singapur hat seinen Dollar an einen Währungskorb angebunden. Bild: EPA

Die SNB aber will vom «Vorbild» Singapur nichts wissen, aus gutem Grund. Eine erneute Anbindung des Frankens nur wenige Monate nach der Aufhebung des Mindestkurses würde die Glaubwürdigkeit der Währungshüter arg strapazieren. Vor allem aber liesse sich ein solcher Schritt auf lange Sicht kaum rückgängig machen. Es wäre ein böses Erwachen für alle, die im patriotischen Furor die Aufhebung des Mindestkurses im Januar bejubelt haben. Sie müssten zur Kenntnis nehmen, dass der stolze Franken seinen Unabhängigkeit definitiv eingebüsst hätte.

Also setzt die Nationalbank auf das Prinzip Hoffnung. Auf die seit langem angekündigte Zinswende in den USA, die den Dollar stärken würde. Auf einen Deal in letzter Minute im Griechenland-Poker. Auf die sich andeutende Erholung der Wirtschaft in der Eurozone dank der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Der Preis für die geldpolitische Autonomie sei in der Schweiz derzeit sehr hoch, räumte die NZZ am Freitag ein. «Ihn zu zahlen, lohnt sich aber», meinte das Leibblatt der Wirtschaftselite. Jene Tausende Menschen, die ihren Job verloren haben oder in den nächsten Monaten verlieren werden, dürften diese Meinung kaum teilen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • infomann 21.06.2015 11:27
    Highlight Highlight Alle die die Masseneinwanderung Initiative abgenommen haben sollten doch froh sein wenn es in der Schweiz weniger Arbeitsplätze gibt.Weniger Arbeitsplätze weniger Ausländer, alles kann man eben nirgends wo haben auch nicht wenn es die SVP verspricht.!!!!!!
  • Max Heiri 21.06.2015 09:39
    Highlight Highlight So zynisch es klingt, aber am besten wäre für den Franken wenn Griechenland aus der Währungsunion ausscheiden würde. Es würde kurzfristig heftig rumpeln aber danach würde der Euro wieder an Wert gewinnen.
  • Matthias Studer 21.06.2015 08:00
    Highlight Highlight Ich vermute die SNB hat den Mindestkurs wieder eingeführt, einfach bei 1.05 unten. Denn Real wäre der Euro bei 80 Rappen. Die EZB wird in den nächsten Monaten immer wieder neue Euro auf den Markt bringen. Mal schauen wie es sich entwickelt.
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 20.06.2015 23:16
    Highlight Highlight Das Aufheben des Mindestkurses ist ein Fehler, der den Verantwortlichen so langsam bewusst zu werden scheint. Leider lässt sich dies nicht Rückgängig machen. Die Glaubwürdigeit ist dahin... man freut sich über den billigen Einkauf ennet der Grenze und den starken Franken in den Ferien. Die Quittung kommt langsam und seuchend. Es wird noch gerechnet und addiert, dann die Jobs gestrichen. Die die bleiben, müssen mehr arbeiten. Sind Verdammt zur Effizienz! Mehr und mehr. Und doch wird es nicht reichen. Die Jobs gehen ins Ausland, heute der Export, morgen die IT und der Tourismus...
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 21.06.2015 11:51
      Highlight Highlight Die die da haten, haben es die wenigsten begriffen. Ich frage mich ja, wo Ihr überall arbeitet. Das müssen ganz sichere Jobs sein. Ein süsser Opiumrausch... das erwachen wird hart sein.
  • Schneider Alex 20.06.2015 23:07
    Highlight Highlight Warum kauft die SNB nicht unbeschränkt Realwerte?

    Warum die SNB mit den angehäuften Devisen zur Stützung des EURO nicht einfach internationale Realwerte (Aktien und Immobilien) kaufen kann, ist mir nicht klar. Mit einer solchen Strategie könnten weiterhin unbeschränkt Devisen gekauft werden. Die möglichen Verluste auf den Fremdwährungen könnten durch die Wertsteigerungen der Realanlagen abgefedert werden. Auf Negativzinsen könnte man dann verzichten. Mit den Erträgen der Realwertanlagen könnten die Kassen von Bund und Kantonen alimentiert werden.
    • Max Heiri 21.06.2015 06:03
      Highlight Highlight Lieber Herr Schneider,
      Natürlich kauft die SNB Aktien in Euro und Dollar. Aber diese Strategie beinhaltet das Risiko einer Blasenentwicklung. Gerne erinnere ich Sie daran, dass im Zug der Finanzkrise es zu einer Korrektur nach unten kam um 40% bei vielen Leitindizes. Wie soll eine SNB einen solchen Einbruch verkraften? Wollen wir die Generation sein, die dies zu tragen hat?
    • Schneider Alex 21.06.2015 12:54
      Highlight Highlight Und wie schnell hat sich der Aktienmarkt wieder erholt?
    • MediaEye 22.06.2015 08:14
      Highlight Highlight @ Heiri Max; Alex redet von REAL-Werten, nicht von Aktien; also von Sachwerten und nicht von heisser Luft!
  • Huber50 20.06.2015 21:57
    Highlight Highlight Dass Leute wie Valentin Vogt oder Hans Hess (und Blunschi) jetzt ohne festen Wechselkurs jammern, war zu erwarten. Man muss aber sehen, dass die ca. 40 Monate mit festem Wechselkurs zu einem massiven inländischen Wirtschaftwachstum mittels zusätzlichen ausländischen 250'000 Arbeitskräften geführt hat, währendem im übrigen Europa eher tote Hose herrschte. Zum Glück ist diese Blase nun zerplatzt. Die Schweiz wird auch ohne feste Wechselkurse nicht untergehen und wird auch mit etwas weniger wirtschaftlicher Aktivität im weltweiten Wettbewerb ohne Unterstützung der SNB prosperieren!
    • Peter 20.06.2015 22:36
      Highlight Highlight Ich jammere nicht, ich stelle nur fest. Und die starke Zuwanderung hatte nur bedingt mit dem Mindestkurs zu tun. Branchen wie das Gesundheitswesen, das viele Zuwanderer absorbiert hat, sind vom Wechselkurs weitgehend unabhängig.
    • flyingdutch18 20.06.2015 22:38
      Highlight Highlight Die Einwanderung hat zum Wirtschaftswachstum geführt, sicher nicht der trotz Mindestkurs schon starke Franken. MEI und SNB sei Dank wird sich das rascher ändern, als es vielen Patrioten recht ist. Die Schweiz hatte in der Vergangenheit schon Krisen, warum soll sie ausgerechnet jetzt davor gefeit sein? So einzigartig sind wir nicht.
    • Lumpirr01 21.06.2015 00:00
      Highlight Highlight @ flyingdutch18: Der feste Wechselkurs war für den Schweizer Wirtschaftsraum ein Währungsvorteil und eine Schwächung des Frankens von ca. 16% gegenüber heute! Es herrschte eine noch nie dagewesene Wachstumsphase, wo die landesinternen Ressourcen nirgens mehr ausgereicht haben und im Vergleich zum Ausland mehr als doppelt so hohe Löhne bezahlt werden konnten! . Es wird immer von einem starken Franken gesprochen, dabei ist er doch heute im freien Markt mit den Negativzinsen genau dort wo er eben gelandet ist.
      @Peter: Ist ja klar, dass die Zuwanderer zusätzliche Zuwanderer im Spital benötigen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • hummelidotnet 20.06.2015 21:15
    Highlight Highlight Wie hoch war der Kurs bei der Einführung des Euros? Ich mag mich nicht mehr genau erinnern... Ich denke es waren um die 1.60 bis 1.70. Seither sank der Kurs nur noch. Doch die Schweizer Wirtschaft schaffte es dank ihrer Innovationskraft immer, sich auf dem Weltmarkt ihren Platz zu sichern. Dies selbstverständlich auch dank den Angestellten, die sich überdurchschnittlich engagieren.

    Zudem bin auch ich der Meinung, das eine Abname des Wachstums nicht nur schlecht ist...
    • Karl33 20.06.2015 21:37
      Highlight Highlight Dass das auch den Angestellten zu verdanken ist, geht in den Teppichetagen und bei den geschmierten Politikern gerne vergessen. Wen interessiert bei Jahreslöhnen von 200'000 + schon der blöde Büezer.
      Allerdings tut sich die UNIA aktuell mit der Feministin an der Spitze auch keinen Gefallen, der Exodus von Mitgliedern ist selbstverschuldet. Wer wie die UNIA ihrer Personalabteilung vorschreibt, dass bei gleichen Qualifikation die Frau vor dem Mann zu bevorzugen ist, hat schlicht keine Mitglieder verdient.
    • Max Heiri 20.06.2015 21:59
      Highlight Highlight Lieber Erich,
      Absolut korrekte Sichtweise. Ich würde gerne noch hinzufügen, dass ein Dollar vor 40 Jahren noch 4.50 Franken gekostet hat. Das einzige Problem mit dem Euro liegt darin, dass er so rasant an Wert verloren hat..
    • Ikarus 21.06.2015 00:36
      Highlight Highlight Leider so nicht ganz richtig, er startete bei 1,50 und stieg bis 2007 kontinuierlich auf die 1,70, die abnahme kam erst mit der immobilienkrise 2008. Mit einem eu schuldenschnitt im jahr 2010 inklusive den nötigen reformen damit es nicht nochmal passiert, würde es wohl weit freundlicher aussehen.
  • flyingdutch18 20.06.2015 20:32
    Highlight Highlight Die SNB hat die schweizerische Volkswirtschaft im Stich gelassen. Sie hätte den Mindestkurs ohne grössere Interventionen weiterführen können, wie die seitherigen bescheidenen oder inexistenten Interventionen zeigen. Dann wäre auch ihre Glaubwürdigkeit erhalten geblieben, die fast noch wichtiger als ihr Geld ist. Stattdessen hat sie es an Mut und Kreativität fehlen lassen und lieber in die amerikanische Volkswirtschaft investiert, indem sie für über 37.5 Milliarden Dollar U.S. Aktien gekauft hat.
    • Ikarus 20.06.2015 20:56
      Highlight Highlight Und was passiert sobald der euro weg ist? Wir sind pleite... Das war der grösste fehler einzusteigen, man hätte mit dem gleichen geld die schweizer wirtschaft stärken sollen anstatt uns ins euroland reinzukaufen, den momentan hängen wir mit drin..
    • flyingdutch18 20.06.2015 21:13
      Highlight Highlight @Ikarus: China muss Waren exportieren, um Devisen zu erhalten, Russland Öl, und wir mussten nur Franken drucken, um Milliarden an Euro und Dollar zu erhalten, die unsere Nationalbank gewinnbringend anlegen kann. Was habt ihr alle gegen Devisen? Und zu deiner Bemerkung: Der Euro wird nicht verschwinden, und falls doch, erhalten wir harte DM und andere Gegenwerte. Der Franken ist zum Schaden unserer Wirtschaft wieder zum Spielball von Spekulanten geworden, und was tut unsere Nationalbank dagegen: nichts.
    • Max Heiri 20.06.2015 21:57
      Highlight Highlight Lieber flyingdutch,
      Die SNB kaufte Aktien in den Dollae um den Franken zu schwächen (Verkaufe CHF und kaufe damit was in USD). Was hast du das Gefühl in Zeiten einer Negativzinsphase.. Die SNB druckt soviel Geld aber wenn es niemand gratis borgen, aufgrund der Unsicherheit, bringt das auch nichts.
  • Señor Ding Dong 20.06.2015 20:20
    Highlight Highlight Der eigentliche Fehler war die Einführung des Mindestkurses, nicht dessen Aufhebung.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 20.06.2015 22:56
      Highlight Highlight Hmm, genau! Das hat nur die Waren in Euro künstlich verteuert und du musstest mehr bezahlen beim Einkaufen in Konstanz? Ist es das? Weil seit dem absetzen des Mindestkurses haben sich die Reserven der SNB weiter aufgebaut. Reserven auf denen grosse Gewinne gemacht werden...
    • Señor Ding Dong 22.06.2015 13:00
      Highlight Highlight Nein, ich kaufe selten bis nie im Ausland ein. Es geht grundsätzlich darum, ob man disfunktionale Dinge künstlich am Leben erhalten und das Unvermeidbare hinauszögern oder sich dem Problem stellen will.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 22.06.2015 14:10
      Highlight Highlight Eine Verzehrung des Marktes? Disfunktional? Sprichst du vom Euro? Weil das Problem wird anderswo gemacht. Diese Phasen über wenige Jahre können aber ganze Branchen zerstören, die danach problemlos wieder überlebensfähig sind. Die Frage ist, was wir hier in der Schweiz noch machen wollen. Ich habe in Winterthur gearbeitet. Das ist keine Bankenstadt. Dort hängen tausende von Arbeitsplätzen am Werkplatz Schweiz. Die IT der Banken geht mehr und mehr nach Indien... die Schweiz ist zu teuer wegen des Franken! Und das lässt sich nicht mit mehr Effizienz ausgleichen.
  • Max Heiri 20.06.2015 19:41
    Highlight Highlight Leider lieber heute ein paar tausend Arbeitsplätze opfern als in der Zukunft auf Milliarden von Schulden zu sitzen. Darum hört bitte auf die SNB zu kritisieren...
  • stadtzuercher 20.06.2015 19:40
    Highlight Highlight Natürlich schwächt der starke Franken das Wachstum ab. Aber wenn jährlich 100'000 Zuwanderer in die Schweiz kommen müssen, um die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften zu befriedigen, dann stellt sich schon die Frage, ob solche Titel 'kostet uns Jobs' nicht etwas manipulativ seien. Meine Gegenfrage an den Autor: Wieviel Jobs wurden den unter dem Strich in den letzten Jahren in der Schweiz jährlich geschaffen? Und wieviel wärens mit 20'000 weniger? Eben. Immer noch genug. Ich finde diese Wahn möglichst schnell möglichst stark zu wachsen einfachkrank.
    • Peter 20.06.2015 22:28
      Highlight Highlight Solche Rechnungen wirken zynisch gegenüber den Arbeitnehmern, die konkret betroffen sind. Ich habe übrigens die starke Zuwanderung und vor allem den sorglosen Umgang damit im Vorfeld der MEI-Abstimmung selber kritisiert.
    • stadtzuercher 21.06.2015 09:46
      Highlight Highlight Vor einzwei Jahrzehnten wurden unter dem Strich ein paar Tausend Arbeitsplätze jährlich neu geschaffen. Heute werden 50-80'000 jährlich geschaffen. Und jetzt nennen Sie jemand, der sagt, 25'000 neue Arbeitsplätze pro Jahr reichen immer noch, einen Zyniker? Sache gits.
    • Peter 22.06.2015 08:37
      Highlight Highlight Der Ausdruck Zynismus bezieht sich auf jene Menschen, die wegen der Frankenstärke ihren Job verloren haben oder noch verlieren werden. Die Debatte über das Ausmass der Zuwanderung ist wie gesagt berechtigt. Dabei sollte man aber berücksichtigen, dass ein beträchtlicher Teil auf den Familiennachzug entfällt. Und dass viele Zuwanderer von Branchen absorbiert werden, die von der Frankenstärke kaum betroffen sind, etwa dem Gesundheitswesen.

1 Euro kostet jetzt weniger als 1,09 Franken

Der Franken wird stärker und stärker, und dies in Windeseile. Letzte Woche fiel der Euro erstmals seit zwei Jahren deutlich unter die Marke von 1.10 Franken. Und am Montag unterschritt der Kurs gar die 1.09-Franken-Marke. Der tiefste Kurs, zu dem ein Euro am Montagmorgen gehandelt wurde, betrug 1.0863 Franken.

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