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Schweiz

Sonntagsnews: SVPler sind laut Umfrage eher demokratiemüde

Nationalrat Thomas Matter, rechts, spricht neben Parteipraesident Marcel Dettling an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz, am Samstag, 28. Maerz 2026, in Maienfeld. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Die SVP-Führung betont imm wieder die Wichtigkeit der direkten Demokratie – doch mehr als ein Drittel der eigenen Wählerschaft bezeichnet sich als tendenziell demokratiemüde.Bild: keystone

Umfrage: SVPler sind eher demokratiemüde, Ältere und Frauen nicht – die Sonntagsnews

Die fehlende Sicherheitsprüfung von Managern bei staatsnahen Betrieben und die bisher unbekannte Untersuchung bei GC Frauenfussball: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
29.03.2026, 08:1829.03.2026, 08:18

Bund «spart» bei PR – durch andere Einstufungen

Die Ausgaben des Bundes für die Öffentlichkeitsarbeit sind nach Worten der «SonntagsZeitung» wie von Zauberhand um 9,7 Millionen Franken gesunken. Der Sparauftrag des Parlaments wurde so, zumindest auf dem Papier, pulverisiert, wie die Zeitung schrieb. Die Erklärung liege in der ungenauen Definition von Öffentlichkeitsarbeit. Jedes Departement entscheide selbst, welche Tätigkeiten unter dieser Kategorie verbucht werden. In der Bundesverwaltung sei man also genau über die Bücher gegangen, was man der Eidgenössischen Finanzverwaltung zwingend als Öffentlichkeitsarbeit melden müsse. Präzisierungen und Abgrenzungen führten laut der Zeitung dazu, dass alle Departemente ausser das für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) weniger Aufwände meldeten als noch im Vorjahr.

SBB, Swisscom etc.: Schweizer Spitzenmanager haben oft keine Sicherheitsprüfungen

Die Mehrheit der Spitzenmanager von den staatsnahen Betrieben SBB, Swisscom und Skyguide hat nach Informationen der «NZZ am Sonntag» keine gültige Personensicherheitsprüfung des Bundes. Dies, obwohl die Manager Zugriff auf Informationen haben, die für die Schweiz sicherheitsrelevant sind, wie die Zeitung schrieb. Ihr lag ein interner Bericht des Verteidigungsdepartements (VBS) vor. Während der Rüstungskonzern Ruag die Prüfung gut abgeschlossen habe, schnitten die SBB, die Swisscom und Skyguide laut der Zeitung schlecht ab. Bei diesen Unternehmen fehlten die Sicherheitserklärungen bei den meisten Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung. Offenbar sei unklar, wer die Personensicherheitsprüfung einleiten muss. Im Auftrag des VBS soll diese Frage nun geklärt werden, wie die Zeitung schrieb. Die betroffenen Firmen sehen ihr derzeitiges Vorgehen demnach als ausreichend.

Sexismus bei GC: Schon vor einem Jahr gab es Fehlverhalten

GC Frauenfussball hat nach Informationen von «SonntagsBlick» bereits vor einem Jahr nach Vorwürfen des Fehlverhaltens im Nachwuchs eine externe Untersuchung durchgeführt. In der Folge trennte sich der Klub von zwei Mitarbeitenden, wie die Geschäftsführerin des Vereins, Lauryn Reuber, der Zeitung bestätigte. Nach Angaben der Zeitung seien junge Spielerinnen im Training blossgestellt worden, an Elternabenden und während Spielen seien unangemessene Sprüche über ihr Aussehen gefallen. An der Untersuchung beteiligten sich demnach Spielerinnen, Eltern und Vereinsangestellte. Sie schilderten über ein Dutzend Fälle, wie «SonntagsBlick» mit Verweis auf Elternkreise schrieb. Der Untersuchungsbericht sei nicht publik. Reuber habe auf den Persönlichkeitsschutz und auf die anonyme Meldestelle verwiesen, die in der Folge eingerichtet wurde. GC Frauenfussball nehme Vorkommnisse ernst und handle bei Bedarf konsequent, sagte sie.

Italienischer Botschafter kommt in die Schweiz zurück

Der italienische Botschafter Gian Lorenzo Cornado kehrt laut «SonntagsBlick» wieder in die Schweiz zurück. Er wird bei einem Gedenkanlass zur Brandkatastrophe von Crans-Montana am 1. April in Bern erwartet, wie die Zeitung unter Berufung auf Diplomatenkreise schrieb. Italien hatte Cornado Ende Januar aus Protest rund um die Ermittlungen der Brandkatastrophe nach Rom zurückberufen. Seine Rückkehr markiere das Ende einer Phase demonstrativer Distanz, schrieb «SonntagsBlick». Dem Vernehmen nach laufe die Zusammenarbeit zwischen der römischen und der Walliser Staatsanwaltschaft gut. Die italienische Justiz sei zufrieden mit dem Austausch.

SVP-Initiative wirbt mit Umweltargument – es scheint nichts zu nützen

Die grüne Ummantelung der SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» wird gemäss in der «NZZ am Sonntag» vorgestellten Umfrageresultaten voraussichtlich nicht aufgehen. 74 Prozent der Befragten, für die der Erhalt der Umwelt das wichtigste politische Thema ist, lehnen die Initiative überdurchschnittlich stark ab, wie Lukas Lauener vom Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften in Lausanne (Fors) der Zeitung sagte. Das Fors führte demnach eine Selects-Befragung von Stimmberechtigten durch. «Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass das Nachhaltigkeits-Framing der SVP überhaupt nicht verfängt», sagte Lauener. Umgekehrt würden Personen der Vorlage überdurchschnittlich stark zustimmen, die keinen stärkeren Umweltschutz wollten. Insgesamt würden die Zahlen auf einen engen Ausgang der Abstimmung hindeuten.

Umfrage: SVPler sind eher demokratiemüde

Während autokratische Regierungen weltweit auf dem Vormarsch sind, hat die Denkfabrik Pro Futuris der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft laut der «NZZ am Sonntag» untersucht, ob Schweizer und Schweizerinnen ihrer Demokratie überdrüssig sind. Aufgefallen ist ihr dabei, wie viele demokratiemüde Bürgerinnen und Bürger sich politisch als rechts verorten, wie die Zeitung schrieb. Bei der SVP-Wählerschaft liegt der Wert mit 35 Prozent von «eher» und «fortgeschritten» Demokratiemüden deutlich über dem Durchschnitt. Einen Zusammenhang habe die Studie auch beim Geschlecht und dem Alter festgestellt: Ältere und Frauen seien klar weniger demokratiemüde. Überraschend ist laut der Zeitung: Die oft beklagte politisch Polarisierung steigere nicht unbedingt die Demokratiemüdigkeit. Denn: Je emotional engagierter man sei in politischen Themen, desto wichtiger sei einem die Demokratie. Die Studie belege, dass Demokratiemüdigkeit mit dem fehlenden Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Politik zusammenhänge.

94 Prozent fordern in Umfrage mehr Social-Media-Schutz für Kinder

94 Prozent der Befragten in der Schweiz haben gemäss «SonntagsZeitung» in einer Umfrage einen bessern Kinder- und Jugendschutz vor sozialen Medien verlangt. Die repräsentative Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut GFS Bern im Auftrag der Stiftung Mercator durch, wie die Zeitung schrieb. 78 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer seien zudem der Meinung, dass die Techkonzerne zu viel Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung hätten. Lediglich ein Fünftel der Teilnehmenden habe Big Tech als positiv bewertet. Im Gegensatz zu den grossen Techkonzerne geniesse der Bund mehr Vertrauen. An der Umfrage nahmen laut der Zeitung vergangenen Dezember schweizweit rund 1000 Personen teil.

IKRK-Präsidentin fordert mehr Einsatz der Schweiz für Völkerrecht

Die Präsidentin des Internationale Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric, hat von der Schweiz einen geradlinigen Einsatz für das Völkerrecht verlangt. Das sei für das Land das effizienteste Mittel, die Sicherheit der eigenen Bevölkerung zu schützen, sagte sie in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Es funktioniere nicht, sich in der heutigen Welt «durchzwursteln», sagte sie. Die Welt stehe an einem Scheideweg. Deshalb brauche es Klarheit. Diese forderte die IKRK-Präsidentin auch von der Schweiz. Die Schweizerin hofft, dass sich das Land weiterhin «gradlinig für das Völkerrecht» einsetze.

Baby auf Kokain: Partners Group im Visier der US-Justiz wegen Kita-Kette

Fälle von Kindsmisshandlung und -vernachlässigung bei der Kita-Kette Kinder-Care in den USA sind laut der «NZZ am Sonntag» auf die Eigentümerin, die Schweizer Partners Group, zurückgefallen. In einem Fall sei ein Baby gar positiv auf Kokain getestet worden, schrieb die Zeitung. Die Kette habe auf Anfrage geschrieben, dass ihre Mission weiterhin eine sichere Lernumgebung für Kinder sei. Partners Group wolle mit den Behörden kooperieren. Seit Oktober ist laut der «NZZ am Sonntag» eine Sammelklage gegen die Kinder-Care-Führung in Bearbeitung. Nebst Partners Group seien Banken wie die UBS, die den Börsengang der Kette organisiert haben, Gegenstand der Klage. Der Vorwurf laute, dass die Fälle in den Anlegerinformationen zum Börsengang unzureichend behandelt worden seien.

Keine Führung mehr: Knatsch im Schweizer KMU-Verein

Der Schweizerische KMU-Verein steht nach Angaben von «SonntagsBlick» seit Mitte März ohne Führung da. Der Zeitung lagen demnach Korrespondenzen vor, die vor allem darauf schliessen lassen, dass versprochene Leistungen nicht erfüllt worden sein sollen. Ende 2025 sei es erstmals zu Spannungen gekommen. Es ging laut «SonntagsBlick» um Honorare, Mitgliederbeiträge und teilweise grössere Darlehen. Der Initiant des Vereins, Fabian Reinarz, habe Anfang März seinen Rücktritt bekanntgeben. Kurz darauf legten laut der Zeitung auch Co-Präsidentin Stephanie Ritschard und weitere Vorstandsmitglieder ihr Amt nieder. Ritschard habe von «gravierenden Unklarheiten und Widersprüchen» gesprochen und Reinarz interne Differenzen bestätigt. Die Vereinskasse sei inzwischen leer, schrieb die Zeitung. Der finanzielle Schaden dürfte sich demnach auf mehrere 100'000 Franken belaufen.

12-Jährige Schweizerin gewinnt Ultra-Trail

Die 12-jährige Marta Bontognali hat laut «Le Matin Dimanche» am Samstag das Rennen «Dernier Survivant» in Chaumont NE gewonnen. Die als Trail-Phänomen wahrgenommene Läuferin wurde auf dem anspruchsvollen Kurs von keiner einzigen Frau überholt, wie die Zeitung schrieb. Bontognali war im Februar aufgefallen, als sie den 52 Kilometer langen Ultra-Lauf Black Canyon in den USA beendet hatte. Das Mädchen rufe ebenso viel Bewunderung wie Kritik hervor, schrieb die Zeitung in einer Reportage. Die Neuenburgerin werde von einer aufmerksamen Familie unterstützt und von einem Sportarzt betreut. Mehr als ihre Gesundheit, die absolut nicht in Gefahr sei, beunruhige die Eltern die Stilisierung ihrer Tochter zum Star. (sda/con)

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Kommentar*innen
29.03.2026 08:30registriert Juni 2018
Demokratiemüde in der CH mit unseren wirklich tollen direktdemokratischen Strukturen. Wir sind die Einzigen weltweit, die durch die vielen Abstimmungen gezielt mitreden und mitentscheiden. Wer das „müde“ macht und sich mehr Autokratie wünscht, dem ist echt nicht mehr zu helfen!
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Hadock50
29.03.2026 08:40registriert Juli 2020
Die Studie belege, dass Demokratiemüdigkeit mit dem fehlenden Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Politik zusammenhänge.

Ja passt!
Dass die Problemlösungskompetenz bei der SVP nicht vorhanden ist, und somit die Müdigkeit kommt, verstehe ich.
😅

Gute Nacht.😴
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Rethinking
29.03.2026 08:48registriert Oktober 2018
„dass Demokratiemüdigkeit mit dem fehlenden Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Politik zusammenhänge“

Was SVP Wähler nie kapieren: Die SVP ist die grösste Partei in der Politik und bürgerlich Rechts ist seit jeher in der Mehrheit!

Wenn also diese Politik keine Problemlösungskompetenz hat. Dann ist es SVP und bürgerlich Rechts!
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