Wirtschaft
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Dividenden

Bild: watson/shutterstock

Analyse

Vergesst die Dividenden! Das wahre Problem sind die Aktienrückkäufe

Darf der Staat einem Unternehmen helfen, das Dividenden auszahlt? Die Frage erhitzt derzeit die Gemüter. Es ist vor allem ein moralisches Problem.



Dividende oder keine Dividende? So lautet aktuell die Hamlet-Frage in Zeiten der Coronakrise. Sie wird in den sozialen Medien hitzig diskutiert. Meist ist der Ton moralisch im Sinne von: Es kann doch nicht sein, dass die ohnehin schon reichen Aktionäre sich nun auch noch auf Staatskosten fette Dividenden auszahlen lassen, damit sie sich im Sommer auf ihren Luxusjachten im Mittelmeer vergnügen können, während der kleine Gewerbler vor der Pleite und die kleine Arbeitnehmerin vor der Entlassung steht.

Stimmt das? Zuerst eine kurze Erklärung für Dummies: Mit dem Kauf einer Aktie wird man Miteigentümer an einem Unternehmen. Man geht dabei ein Risiko ein, hat dafür im Gegenzug ein Anrecht, an einem allfälligen Gewinn beteiligt zu sein. Nach Abschluss eines Geschäftsjahres legt der Verwaltungsrat den Aktionären die Zahlen vor und schlägt vor, wieviel vom erzielten Gewinn in Form einer Dividende an die Eigentümer ausbezahlt werden soll. In der Regel wird diesem Vorschlag stattgegeben.

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Bekämpft die Dividenden-Ausschüttung: SP-Nationalrätin Jaqueline Badran.

2019 war ein sehr gutes Jahr. Die meisten Unternehmen haben satte Gewinne erzielt, die Aktionäre freuten sich auf eine happige Dividende. Dann kam die Coronakrise. Das laufende Jahr, das prächtig begonnen hat, droht zum Desaster zu werden.

Statt Gewinne drohen massive Verluste. Um eine Massenentlassung zu verhindern, muss der Staat mit Hilfsprogrammen wie Kurzarbeiter-Entschädigung einspringen. Darf in dieser Situation das Unternehmen überhaupt Dividenden ausschütten?

Ja, sagen viele Unternehmer, denn die Dividenden seien ja ein Teil der Gewinne des letzten Geschäftsjahres und hätten daher nichts mit der Coronakrise zu tun. Die grossen Publikumsgesellschaften können auch darauf verweisen, dass institutionelle Anleger ihre wichtigsten Aktionäre seien, und dass gerade Pensionskassen und Versicherungen auf die Dividenden angewiesen seien, um ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Die Zeit der stillen Reserven ist vorbei

Diese Argumentation hätte bis weit in die Achtzigerjahre für Kopfschütteln gesorgt. Ein ordentliches Schweizer Unternehmen pflegte einst sogenannte «stille Reserven» anzulegen. Will heissen: Der Finanzchef führte de facto zwei Bücher: eines für die Aktionäre und eines fürs Finanzamt.

In der Bilanz für die Aktionäre wurden Gewinne versteckt, beispielsweise indem Immobilien und Maschinen weit unter ihrem Wert geführt wurden. Im Buch für das Finanzamt wurden diese Reserven offengelegt im Wissen, dass ein vernünftiger Steuerbeamter mehr Wert auf beständige Einkünfte legte als auf ein wildes Auf und Ab.

Was einst als Polster für schlechtere Zeiten gedacht war, kam in der Ära des Shareholder Values unter heftigen Beschuss. Stille Reserven waren fortan des Teufels, sie waren Betrug am Eigentümer. Shareholder-Aktivisten bemühten eine Metapher aus dem Sport: Unternehmen durften kein «Fett» mehr haben, sie mussten «fit getrimmt» werden, will heissen, Gewinne mussten ohne Wenn und Aber an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Aktive Investoren drängten daher mit Nachdruck auf Transparenz und forderten die Offenlegung aller Vermögenswerte. Wehe dem Finanzchef, der dabei ertappt wurde, etwas vor den Aktionären zu verstecken.

Publikumsgesellschaften entdecken die Aktienrückkäufe

Gleichzeitig verloren auch die Dividenden an Bedeutung. Ihnen haftet – zumindest in den Augen der Investoren – der Makel an, dass sie versteuert werden müssen, Kapitalgewinne hingegen nicht. Daher suchten Shareholder-Aktivisten nach Tricks, wie sie dem Steueramt ein Schnippchen schlagen können.

Dabei kamen sich auf das Instrument der Aktienrückkäufe. Das heisst konkret, dass Gewinne weder reinvestiert noch ausgeschüttet, sondern für den Kauf von eigenen Aktien verwendet werden. Das treibt zur Freude der Investoren den Kurs der Aktien des eigenen Unternehmens in die Höhe, die Gewinne fallen steuerfrei an.

IT-Giganten wie Apple und Amazon haben lange gänzlich auf Dividenden verzichtet. Traditionelle Unternehmen wollten ihnen nicht nachstehen. So haben die an der US-Börse gelisteten Unternehmen in den letzten drei Jahren mehr als zwei Billionen (im deutschen Sinn) Dollar für den Rückkauf eigener Aktien verwendet. Ein besonders stossendes Beispiel sind dabei die Airlines. Sie allein haben 19 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe verwendet – und betteln jetzt beim Staat um Unterstützung.

In den letzten drei Jahrzehnten haben die Shareholder-Aktivisten erreicht, dass die meisten Unternehmen heute tatsächlich «fit» sind, will heissen, sie haben kaum mehr Reserven für schlechte Zeiten. Die These, wonach Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden, trifft daher zu. Doch die Dividenden sind dabei höchstens in Ausnahmefällen matchentscheidend.

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130Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kaktus Salat 06.05.2020 11:43
    Highlight Highlight Danke für den aufklärenden Artikel. Ich konnte mich noch düster an meine KV-Ausbildung und die Buchhaltung mit stillen Reserven erinnern.
    Dass diese jetzt nicht mehr genutzt werden ist an mir vorbei gegangen, vielleicht ist dies auch noch anderen so gegangen.
    Würde erklären warum viele Leute die Einstellung haben, "was tun die Betriebe so, die haben doch Reserven?"

    Nur, was tue ich jetzt mit dem Wissen?
  • Brasser 05.05.2020 13:02
    Highlight Highlight Vielleicht müsste Herr Loepfe nochmals über die (Rechnungslegungs)Bücher, damit er den Unterschied zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz korrekt erklärt.

    Und erst danach einen Artikel schreiben, der wie üblich gegen die Unternehmer, Vermögenden und/oder Gutverdienenden und Arbeitgeber eine Neiddebatte befeuert.
  • Share 05.05.2020 13:00
    Highlight Highlight Ist es doch die Aktienperformance, welche intern für den grössten Zeil der Gewinnausschüttung zählt. Diese beruht auf der Verzinsung des Kapitals. Diese wird mit den durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten berechnet. Es lohnt sich nicht mehr irgendwelche irgendwas irgendwie zu horten. Das Cashflow Statement soll schlank und rank sein. Wie erhält man nun eine Rendite bei Nullverzinsung? Mit dem Aktienkurs. Das ist der Boomerang der Abzocker (Initiative). 4 Jahre Aktien halten für nichts und wieder nichts.
  • Privilecheese 04.05.2020 20:43
    Highlight Highlight Es gibt immer mehr Geld auf der Welt
    und weniger Leute die Unnützes kaufen.
    Statt der vermissten Inflation
    kommt bald die neue Wirtschaftsreligion.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 05.05.2020 08:19
      Highlight Highlight Bei genauerem Hinsehen gibt es nicht immer mehr Geld, sondern immer mehr Kredite.

      Die Verschuldung wächst. So etwa um die US$ 250 Billionen ist die Welt verschuldet. Wobei auch Verschuldung natürlich eine kapitalistische Fiktion ist. Wer schuldet wem was und warum? Tatsache, dass praktisch alle Konsumgüter schnell und massiv an Wert verlieren und nicht selten muss der Vollpreis noch abbezahlt werden. Die Wirtschaft und der Finanzkapitalismus sind reinste Manipulation der Massen. Und fast alle in die Welt gesetzten spielen brav mit, glauben, sich mit Arbeit und Konsum selbst zu verwirklichen.
  • Oh Dae-su 04.05.2020 18:59
    Highlight Highlight "Das treibt zur Freude der Investoren den Kurs der Aktien des eigenen Unternehmens in die Höhe, die Gewinne fallen steuerfrei an."

    Viele Länder kennen aber eine Kapitalgewinnsteuer, darunter auch die USA.
    Zudem sind das Problem wohl weniger die Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe per se, als viel eher, dass diese oft mit Fremdkapital finanziert werden. Dadurch sind gerade in den USA viele Firmen "overleveraged" und kommen bei schlechter Wirtschaftslage oder steigenden Zinsen schnell in Bedrängnis. Ausbaden darf es dann der Staat oder die FED.
    • beaetel 04.05.2020 22:20
      Highlight Highlight Steigende Zinsen gibt es schon lange nicht mehr und wird es so bald auch nicht mehr geben, es sei denn, man wolle ein Konkursblutbad anrichten.
    • Der Kritiker 04.05.2020 23:11
      Highlight Highlight beaetel. Die Niedrigzinspolitik der letzten Jahre hat massgeblich dazu beigetragen, dass die Umverteilung von "Arm" (=normaler Mittelstand) zu Superreiche in grossen Schritten vorangegangen ist. Der Mittelstand hat's nicht gecheckt, denn er konnte seine Hypothek zu rekordtiefen Zinsen abschliessen - und zahlte im Gegenzug statt TCHF 750 plötzlich MCHF 1.0 für sein Häuschen, ging ja, die Zinsen waren rekordtiefen. Und hey, der Eigenmietwert muss ja auch irgendwie gedrückt werden, dann Zahl ich auch ein bisschen mehr für's Haus. Das Geschäft machten die Grossen. Schuld daran: tiefen Zinsen!
  • Seebueb 04.05.2020 18:37
    Highlight Highlight Die Grundannahme, dass aber ein Aktionär durch die Ausschüttung einer Dividende oder einen Aktienrückkauf „reicher“ wird, ist falsch. Eine Ausschüttung oder ein Aktienrückkauf führt dazu, dass das Unternehmen weniger Wert ist, da Substanz verloren geht. Der Aktionär erhält als Gegenleistung entweder eine Dividende oder einen höheren Anteil am Unternehmen. Aktienrückkäufe haben in erster Linie eine positive psychologische Wirkung, „Reicher“ werden die Aktionäre wenn überhaupt nur daraus und kurzfristig. Es rächt sich in der Krise, wie man an den Kursen der Airline-Aktien unschwer ablesen kann.
    • Lari Fahri 04.05.2020 18:58
      Highlight Highlight Sehr schön gesagt, danke!
      Spannend zum Thema ist "Glencore", die HZ hat dazu einen Artikel Stichwort "Glasenberg Geldmaschine" vor ein paar Jahren verfasst.
  • gelb 04.05.2020 18:23
    Highlight Highlight Sehr gut das diese Thematik einmal angesprochen wird. Das tragische ist dabei noch das wir genau für diese Unternehmen kontinuierlich die Steuern senken. Im Text hätte noch erwähnt werden sollen das dieses Gebaren ein Gesamtwirtschaftliches Problem darstellt (siehe Bild).

    Trotzdem sind die Dividenden Ausschüttungen pervers, besonders in der jetzigen Situation. Die Reallöhne sind seit 2 Jahren gesunken! Bei Forderungen für Lohnerhöhungen argumentieren die Unternehmen folgendermassen: «Nächstes Jahr sind die Konjunkturprognosen leider nicht so gut, deswegen gibt es keine Lohnerhöhung.»
    Benutzer Bild
  • fools garden 04.05.2020 18:21
    Highlight Highlight Geld wird verdient mit allem was man NICHT macht. Genau das wird immer schlimmer. Die Sache hat gar keinen Wert mehr und Die Arbeit schon gar nicht.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 05.05.2020 08:38
      Highlight Highlight Wie ein Ballon. Der wird mit Luft aufgeblasen, bis er platzt oder von selbst erschlafft, weil keine Luft mehr reingeblasen wird.

      Finanzkapitalismus eben. Sei ein systemrelevanter Grosskonzern. Versklave die Arbeiter, verleite sie zum Konsum überteuerter Produkte und gewähre ihnen Kredite, diese müssen sie abbezahlen, daher kannst du sie schlecht behandeln, denn sie fürchten den Verlust des schlechten Arbeitsplatzes. Und du verdienst auch noch an ihnen. Sollte es dir schlecht gehen, blechen sie auch noch deine Schulden.
  • Turicum04 04.05.2020 18:11
    Highlight Highlight Der Bund darf der Privatwirtschaft nicht helfen! Der Aktienhandel gehört überhaupt verboten. Im Sozialismus gibt es so was nicht!
  • Seebueb 04.05.2020 18:02
    Highlight Highlight Hallo Herr Löpfe, ihre Aussagen zum Thema stille Reserven sind geradezu grotesk falsch. Es ist genau umgekehrt! Stille Reserven finden sie in erster Linie in den Abschlüssen, die für die Steuerberechnung massgebend sind. Kein vernünftiges Unternehmen zahlt freiwillig mehr Steuern als es muss! Im Gegenteil sind es nicht die Aktionäre, sondern die Steuerbehörden, die die Bildung von stillen Reserven laufend weiter eingeschränkt haben. Nachzulesen beispielsweise bei Wikipedia ...
    • beaetel 04.05.2020 22:22
      Highlight Highlight Stimmt. Weil die stillen Reserven den Gewinn schmälern, muss auch weniger Steuern bezahlt werden.
  • Doppelpass 04.05.2020 17:34
    Highlight Highlight Ob Aktienrückkäufe oder Dividenden, Tatsache ist, dass die letzten Krisen, aber auch die Entwicklungen generell zu einem massiven Umverteilungsschub, nach oben geführt haben. Das wird auch diesmal erwartet oder befürchtet, je nach Standpunkt. Oder gibt es eine andere Erklärung für die gegenwärtige Entwicklung an den Börsen?
  • Ciriga 04.05.2020 17:14
    Highlight Highlight Ja und Nein,

    1) Es ist stossend das Unternehmen die vor kurzem Gewinne an Investoren ausschütteten jetzt beim Staat um Abhilfe betteln. Eine Art von höheren Eigenkapitalrestriktionen wären angebracht.

    2) Aktienrückkäufe sind nicht wirklich der Grund für die Misere. Hätten Unternehmen Dividenden ausgezahlt statt Aktienrückkäufe getätigt, stünden sie genau gleich schlecht da wie jetzt. Aktienrückkäufe haben steuertechnische Gründe die man richtig oder falsch finden kann. Diese haben aber hier nicht viel zur Situation beigetragen.
  • Linertas 04.05.2020 16:44
    Highlight Highlight Die Aktionäre tragen das unternehmerische Risiko. Beide Ausschüttungsformen - Dividenden und Aktienrückkäufe müssen unterbunden werden, um nicht die Gewinne zu privatisieren. Ausserdem müsste man die Firmen verpflichten in Zukunft höhere Reserven zu bilden die nicht ausgeschüttet werden können bevor wieder Dividenden und Aktienrückköuafe getätigt werden können. Der Gesetzgeber sollte die Unternehmen verpflichten einen höheren Anteil des Reingewinns als Reserve zu aüfnen. Unternehmen mit besseren Reserven landen weniger in Schwierigkeiten.
  • Rethinking 04.05.2020 16:17
    Highlight Highlight Als ob es nur stinkreiche Aktionäre gäbe...

    Es gibt auch Kleinaktionäre deren paar Aktien deftig an Wert eingebüsst haben...

    Anlegerrisiko... ja passt, aber dann bitteschön auch mit Dividenden...
  • neutrino 04.05.2020 15:23
    Highlight Highlight Aktienrückkäufe werden von den Steuerbehörden regelmässig Dividenden gleichgestellt - insb. immer wenn sie nur der Steuerumgehung dienen sollen.

    Und Dividenden sind nicht nur schlecht. Die Mehrheit der AGs in diesem Land sind KMU, u.a. mit Alleinaktionären, die oft als Eigentümer und Unternehmer das KMU zum laufen gebracht haben. Denen zu verbieten, dass sie einen Teil des Gewinns als Dividende nehmen, ist absurd. Vor allem geht es hier nicht um Abzocke - das sind oft Unternehmer, die mit Haut und Haaren fürs Unternehmen da sind und (inkl. Dividende) trotzdem kein riesiges Einkommen haben.
  • Selbstverantwortin 04.05.2020 15:19
    Highlight Highlight Rein „zufällig“ vergisst der Artikel, dass bei der Aktien-Emitierung bereits Steuern bezahlt wurden. Nur darum und nur in diesem Umfang gibt es Aktienrückkäufe ohne Steuern, da es sonst Doppelbesteuerung wäre.
    Aber dann wäre die schöne Polemik weg.
    • Pafeld 04.05.2020 16:54
      Highlight Highlight Ein KMU, dass in einer solchen Lage Divdenden ausschüttet, hat von der "magischen Hand des Market" völlig zu recht vom Platz gefegt zu werden und einem Unternehmen Platz zu machen, das nachhaltig wirtschaftet. Wenn nicht, haben unsere neoliberalen Marktfetischisten dieses essentielle Grundprinzip endgültig ad absurdum geführt.
    • Hangover 04.05.2020 17:44
      Highlight Highlight Wie hoch ist der Prozentsatz der Steuern bei Aktienemittierung?
      Danke.

    • Selbstverantwortin 04.05.2020 19:38
      Highlight Highlight @Hangover: Bitte selber googeln. Anbei nur ein Bild.
      Aktienemmission und Rückkauf ist nur ein Tausch, gleich wie Aktienkauf und -verkauf.
      Dividenden sind etwas ganz anderes (sollten Gewinnausschüttung sein).
      PS: damit nichts unterstellt wird. Die Ausschüttungen bei gleichzeitiger Kurzarbeit oder Staatskrediten finde ich auch daneben.
      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • elektron 04.05.2020 15:13
    Highlight Highlight Ihr alle gehört über AHV und Pensionkasse auch zu diesen bösen bösen Aktionären.

    Und Ihr könnt die Stiftung Ethos

    https://ethosfund.ch/de/startseite

    beauftragen, an den Generalversammlungen in Eurem Sinn zu stimmen.
    • Hangover 05.05.2020 07:59
      Highlight Highlight Uihhhh. Das blenden wir mal lieber aus. Schliesslich wollen wir alle ruhig schlafen können.
      Nur nicht so viel nachdenken, sonst gerät alles ins Wanken.
  • swisskiss 04.05.2020 15:04
    Highlight Highlight Ob eine Firma Aktienrückkäufe tätigt oder Gewinne per Dividende verteilt, ist in diesen Zeiten kaum relevant.

    Die Frage ist, wie Politik die Gelder verteilt und wer bestimmt, welche Branchen wieviel erhalten. Geht es nach wirtschaftlicher Realität, oder bestimmen politische Gründe, wer mehr profitieren kann. Wie wird mit der "Manövriermasse Mitarbeiter" umgegangen und werden Staatsgelder missbraucht, um sich "gesundzuschrumpfen" Werden alle Firmen gleichbehandelt, oder ist "too big to fail" und Systemrelevanz" entscheidend, wieviel Geld fliesst. Das wird noch zu reden geben....
  • Lumpirr01 04.05.2020 15:01
    Highlight Highlight @Philipp Löpfe:
    Ist der Satz
    "muss der Staat mit Hilfsprogrammen wie Kurzarbeiter-Entschädigung einspringen" korrekt?
    Ich war immer der Meinung, dass eine allfällige Entschädigung für Kurzarbeit von der Arbeitslosen - Versicherung bezahlt wird, welche von Arbeitnehmern & Arbeitgebern gespiesen wird. Somit gehört dieses Geld auf der hohen Kante wohl kaum dem Väterchen Staat..............
  • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 04.05.2020 15:00
    Highlight Highlight „Die meisten Unternehmen haben satte Gewinne erzielt, die Aktionäre freuten sich auf eine happige Dividende“

    leider wieder ein wenig gar schwarz-weiss von herrn löpfe.

    nein. nicht alle aktionäre sind reich. ich habe auch aktien und bin fern von reich.

    nein. nicht alle unternehmen haben „satte gewinne“ erzielt. es gibt massenhaft kleine, faire und bescheidene aktiengesellschaften.

    und nein. nicht alle aktionäre freuten sich über „happige dividenden“. 🙄

    es ist schade, dass sich herr löpfe immer wieder vom schwarz-weiss malen verleiten lässt und so der qualität seiner artikel schadet.
    • Zappenduster 04.05.2020 18:28
      Highlight Highlight Und du wirst verhungern wenn es dieses Jahr keine Dividende gibt?

      Du hast nicht im Verhältnis zu deiner Zahl Aktien gute Dividende erhalten?

      Du zahlst mit deinen Steuern die Gewinne der Grossaktionäre.
    • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 04.05.2020 19:58
      Highlight Highlight @ Zappenduster

      du hast meinen kommentar offensichtlich nicht verstanden...
  • Beat Stocker 04.05.2020 14:50
    Highlight Highlight Ja, die Dividende ist der Gewinnanteil für das vergangene Jahr. Im Sinne der kontinuierlich fortzusetzenden Unternehmenstätigkeit soll ein Unternehmen jedoch Reserven bilden für zukünftige Kosten (Rückstellungen). In Zeiten von Corona ist es wichtig, auf diese Reserven zurückgreifen zu können und z.B. keinen Unternehmenskredit aufnehmen zu müssen, was in den Folgejahren die Finanzkosten (Zinsen für Darlehen) reduziert. Es dürfte also dem Vorsichtsprinzip entsprechen, die anstehenden Dividenden als Rückstellungen zu tesaurieren und anstelle eines Coronakredites zu verwenden.
  • blueberry muffin 04.05.2020 14:24
    Highlight Highlight Aktienrückkäufe sind übrigens auch einer der Gründe warum die Schere weiter aufgeht. Die Chefetage erhält oft Aktien - damit sie an der Gesundheit der Firma interessiert sind - heisst es in der Theorie.

    Mit Aktienrückkäufen aus dem Firmen Gewinn können sie sich aber so fette extra Bonuse erwirtschaften. Steuerfrei.

    Auch mit ein Grund warum Löhne für Arbeitnehmer in den letzten 30 Jahren stagnierten trotz Wachstum.
  • Vesparianer 04.05.2020 14:21
    Highlight Highlight Das macht es im Grundsatz einfacher: Alle Firmen, die keine Aktienrückkäufe getätigt haben in den letzten 5 oder so Jahren, erhalten staatliche Unterstützung. Die Rückkäufe sind offen und transparent. Die Aktienrückkäuferfirmen müssen das Geld halt wieder am Markt mittels Aktienkapitalerhöhung eintreiben.
  • rburri38 04.05.2020 14:21
    Highlight Highlight Da wären wir wieder bei der Transaktionssteuer. Dieses Problem wäre damit gelöst (Ohne zu behaupten, dass es nicht neue öffnen kann).
  • Tabula23 04.05.2020 14:20
    Highlight Highlight Toller Artikel. Bitte mehr davon :)
  • Antiypanikmacher 04.05.2020 14:16
    Highlight Highlight Guter Artikel, der zeigt, dass einseitiges denken links wie rechts nur Schaden anrichten. Wir müssen lernen dass jeder für sein Engagement bezahlt werden will. Ebenso sollte der Einfluss von Aktionären auf das operative Geschäft reduziert werden. Lieber einem CEO wieder einen Bonus auf harte und weiche Unternehmensziele ausbezahlen, der versteuert wird als steuerfreie Aktien die den Fokus falsch legen. Es ist nicht das primäre Ziel eines Unternehmens den Börsenkurs zu steigern.
  • El Vals del Obrero 04.05.2020 14:11
    Highlight Highlight Wenn man erkennt, das gewisse Wirtschaftsdogmen der letzten drei Jahrzehnte doch nicht SO super sind hätte Corona immerhin etwas Gutes.

    Unternehmen und Staaten, die sich weniger stark an diese hielten und noch Reserven oder Sozialsysteme haben statt nur den Markt anzubeten kommen nun plötzlich deutlich besser weg (siehe auch beim Vergleich Europa/Asien mit den USA).

    Vielleicht endet somit die Epoche der Nach-Nachkriegszeit.
  • Rumpur 04.05.2020 14:06
    Highlight Highlight Herr Loepfe hat leider einiges nicht bedacht: Alle KMU Inhaber oder auch Allein- und Mehrheitsaktionäre von grösseren nicht körsenkotierten Unternehmen. Viele benötigen bei wertvollen Unternehmen nämlich substanzielle Dividenden damit sie überhaupt die Vermögensteuer zahlen können. Vielfach ist die Steuerlast des Einkommens sofern sie sich einen der Funktion angemessenen Lohn zahlen. Es gäbe nicht wenige die Privatkonkurs anmelden müssten da sie ohne Dividende die Vermögenssteuer nicht zahlen könnten. Dies trotzdem sie eine Firma besitzen - Das Vermögen ist in der Firma!
    • maylander 04.05.2020 14:41
      Highlight Highlight Das Problem hätte ich sehr gerne. Da würde ich einfach einige Anteile verkaufen.
    • 360blunt 04.05.2020 15:08
      Highlight Highlight Also damit die Vermögenssteuer im Verhältnis zur Einkommenssteuer überhaupt wesentlich wird, müsste das KMU ja einen enorm hohen Steuerwert aufweisen. Und das geschieht nur, wenn das KMU ein sehr hohes Eigenkapital (inkl. Gewinnvorträge) aufweist, sprich dann solltest du gar keinen Corona-Kredit benötigen.
      Zudem bleibt dir immernoch die alternative, anstelle der Dividende einfach einen höheren Lohn an die Inhaber auszuzahlen. Der halt, nicht wie die Dividende, zu 100% versteuert werden muss...
  • nafets 04.05.2020 14:00
    Highlight Highlight vielen Dank Philipp Löpfe für den super Bericht und wieder bin ich etwas schlauer geworden über die Machenschaften der ganz grossen Player.
    dann machen wir uns doch auf die Suche nach einer Lösung um auch hier einen Riegel schieben zu können?
  • Joe Smith 04.05.2020 14:00
    Highlight Highlight Guter Artikel. Ein kleiner Fehler: Zur Zeit der stillen Reserven führten die grossen Unternehmen nicht zwei, sondern drei Bücher: eines für die Aktionäre, eines fürs Finanzamt und ein drittes, das der Wahrheit entsprach und dessen Zahlen nur sehr wenige Leute kannten. Vermutlich ist es heute immer noch so.
  • Der Rückbauer 04.05.2020 13:50
    Highlight Highlight Aktienrückkäufe dienen nur den Managerlis zur Bonussicherung und den Grossaktionären (Heuschrecken aus Amerika und Saudis mit der Kettensäge).
    Denkaufgabe: Wenn eine AG alle Aktien zurückkauft? Wem gehört sie dann? Oder wenn zwei AG gegenseitig alle Aktien der anderen AG halten? Wem gehören dann die AGs?
    Juristische Personen sind ein Problem. 1912 wurde der Antrag gestellt, juristische Personen generell zu verbieten. Er kam nicht durch. Heute haben wir das Schlamassel. Die Unternehmer sind ausgestorben.
    • Vesparianer 04.05.2020 14:23
      Highlight Highlight Stichwort "Risikoverteilung"? Ich bevorzuge es, kann ich ein Fragment einer Firma kaufen, ohne gleich die ganze Hütte übernehmen zu müssen.
    • willi202202 04.05.2020 14:38
      Highlight Highlight Das grosse Problem ist, dass juristische Personen mehr Rechte haben als natürliche. Beispielsweise dürfen juristische Personen mit Banklizenz Geld schöpfen. Machen Sie das mal als natürliche Person. Ganz geschweige, dass juristische personen steuertechnisch besser gestellt sind als natürliche.
    • Der Rückbauer 04.05.2020 17:23
      Highlight Highlight Vesparianer: Meinst Du Mühlemann's Kuh?
      Schau mal, wie in börsenkotierten Grossunternehmen die Kleinaktionäre gegenüber den Grossaktionären benachteiligt werden, wenn der grosse Reibach gemacht wird. Nur ein Beispiel: CoCo-Bonds CS.
      Die Grossen lassen den Kleinen ein paar Brosamen auf den Boden fallen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sälüzäme 04.05.2020 13:46
    Highlight Highlight Die Argumente wie Besitzer, Vorjahresgewinn, Kurspflege im Artikel sind richtig, würde man diese aber weiter denken kommt man zum klaren Schluss, es ist auch der Aktionär der die Verluste bis zum Konkurs hinnehmen muss. Soll der Staat einspingen, also der Steuerzahler allgemein, darf nicht mehr nach denen im Artikel erwähnten Argumenten verfahren werden. Die Dividenden gehören in diesem Falle dem Staat und nicht nur die durch Boni und Dividende erziehlten Verlustvorträge.
  • ChillDaHood 04.05.2020 13:42
    Highlight Highlight Kann man das System nicht umdrehen? Also statt Aktienrückkäufe gibts Aktienverkäufe. An den Staat. Statt 1.5 Mia an die Airline wird der Staat Aktionär über diesen Betrag. Wenn die Airline will/kann, kann sie zurückkaufen. Wenn nicht, dann kann der Staat seine Interessen als Mitbesitzer wahren...
    • SusiBlue 04.05.2020 14:45
      Highlight Highlight Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das auch genau der Plan zB aktuell bei der Swiss. Da wird nicht Bargeld investiert, sondern via Aktienkäufe.

      Aber ganz ehrlich: ich hab mich nicht im Detail mit dem Thema beschäftigt.
    • lilie 04.05.2020 14:57
      Highlight Highlight @ChillDaHood: Finde ich keine gute Idee. Der Staat kauft so faktisch einfach marode Firmen auf. Mit dem ganzen Risiko. Der Staat sollte nicht spekulieren, sondern solide wirtschaften. Dazu gehört es auch, sich aus der Privatwirtschaft rauszuhalten.
    • ChillDaHood 04.05.2020 15:06
      Highlight Highlight Aus der Privatwirtschaft raushalten, wäre marode Firmen einfach pleitegehen zu lassen. Ich fürchte dieses Schiff ist abgefahren. Wenn es also um systemrelevant geht, dann auch darum, wie sehr der Staat dreinredet und Richtlinien setzt, wenn die Selbstregulierung nicht geklappt hat. Haben wir Irrtum vorbehalten mit den Banken auch so gemacht. Die müssen jetzt mehr Sicherheit haben...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kronrod 04.05.2020 13:37
    Highlight Highlight Der Rückkauf von Aktien ist oft nicht steuerfrei. Jedenfalls in der Schweiz. Wer es genauer wissen möchte, der google “direkte Teilliquidation”.
  • insert_brain_here 04.05.2020 13:31
    Highlight Highlight Bezeichnend ist doch, dass bei Gewinn Geld an die "Mitbesitzer" ausgeschüttet wird oder durch Rückkäufe der Aktienkurs gepusht wird. Bei Verlusten hingegen...
    • Ludwig van 04.05.2020 13:54
      Highlight Highlight Bei Verlusten wird meist nichts ausbezahlt. Aber es steht einem Unternehmen zu, auch bei einem Verlust Dividenden auszuzahlen. Das ist so als würde man Geld aus seinem Geschäft rausnehmen wenn man erkannt hat dass es nicht mehr so gut läuft.
    • maylander 04.05.2020 13:59
      Highlight Highlight Nachschusspflicht für AGs einführen. So einfach liesse sich das Problem lösen.
  • nemo_tenetur 04.05.2020 13:30
    Highlight Highlight Die Sache mit dem steuerfreien Gewinn ist gelinde gesagt ungenau. Gemäss BGer 2C_1005/2019 vom 11. Dezember 2019 stellt der Rückkauf eigener Beteiligungsrechte eine direkte Teilliquidation dar, wenn das AK herabgesetzt wird. In diesem Fall ist der Gewinn bei Privatpersonen Ertrag aus bew. Vermögen und der Einkommenssteuer unterstellt.
  • Jüre51 04.05.2020 13:27
    Highlight Highlight Ja und zudem profitieren nur die juristischen Personen bei der Rückgabe zur Kapitalreduktion weil für die natürlichen Personen eine solcher Verkauf steuerlich nicht vorteilhaft ist (kein Kapitalgewinn beim Verkauf sondern Besteuerung auf der Differenz Nominalwert / Rückkaufspreis)! Zudem machen CH-Banken riesige Geschäfte indem auf der 1. Handelslinie Aktien gekauft werden um sofort über die 2. Handelslinie zu einem höheren Preis zur Kapitalreduktion angedient werden (Arbitrage). Ein „Geschäft“ nur für die grossen Player!

  • Couleur 04.05.2020 13:24
    Highlight Highlight In den USA wurden seit 2009 von den grossen Unternehmen von einem Dollar Gewinn jeweils 90 Cents in Aktien Rückkäufe und Dividenden gesteckt. Geld, das jetzt fehlt und vom Staat vielfach nachgeschoben werden muss...
  • Fairness 04.05.2020 13:22
    Highlight Highlight Die Katastrophe dank falschen Zahlen war das Ja zur USR II.
  • Flexon 04.05.2020 13:19
    Highlight Highlight Eine süsse kleine Kapitalgewinnsteuer würde hier vermutlich Linderung verschaffen. Leider wurde derartiges 2001 an der Urne verworfen. Vielleicht ist es Zeit für einen neuen Anlauf.

    • Ludwig van 04.05.2020 13:52
      Highlight Highlight Ja genau, lass uns die Wirtschaft noch mehr kaputt machen als Nötig ist. Böse unternehmen, was fällt denen ein Gewinn zu machen. Sollen sie doch abhauen!
    • Alnothur 04.05.2020 13:54
      Highlight Highlight Definitiv ist es Zeit dafür!
    • Seppo 04.05.2020 14:56
      Highlight Highlight Kapitalgewinnsteuer gibt's nur zusammen mit Kapitalverlustabzug. Und das wäre in der aktuellen Börsenphase vermutlich eher kontraproduktiv.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ELMatador 04.05.2020 13:17
    Highlight Highlight Aktien waren damals eine gute Erfindung (Tulpenimport), heute stellen sie nur noch ein Schatten ihrer selbst dar.

    Würde man Kapitalgewinne ähnlich besteuern wie Dividenden (35% pauschal vor der Deklaration), würden wohl viele nachhaltiger damit umgehen.

    Aktienrückkäufe (wie man sie nach der Steuersenkung in der USA sah) nützen dem Kleinaktionär und dem Mitarbeiter nichts. Meiner Meinung nach müssen Unternehmen viel mehr an Ihre Sozial/Ökonomischen Pflichten erinnert werden, wir sind keine Schafe die zum Mast geführt werden.
    • SusiBlue 04.05.2020 14:48
      Highlight Highlight Doch. Leider.
  • PC Principal 04.05.2020 13:16
    Highlight Highlight Jaja in den Sozialen Medien wird hitzig diskutiert ob man noch Dividenden auszahlen darf. Auf die Realität hat das keinen Einfluss. Wenn ich mit meinem Geschäft einen Gewinn erarbeitet habe, dann steht mir der Gewinn zu. Sogar ohne Gewinn ist es mein Recht als Besitzer, Geld rauszunehmen. Natürlich kann man jetzt rumweinen, die Geschäfte hätten besser in der Vergangenheit gespart, dann wären jetzt die Kassen voll. Doch wenn man jetzt die Auszahlung von Gewinnen verbieten würde (für kleine und grosse Unternehmen), dann würde man die Wirtschaft noch unnötig zusätzlich kaputt machen.
    • ChillDaHood 04.05.2020 13:45
      Highlight Highlight Sehen sie, ich denke, dass 99% der Menschen auf diesem Planeten der Meinung sind, dass nicht Geld Gewinn erwirtschaftet. Investoren sind wichtig, ja. Aber wenn schlussendlich immer weniger für die Arbeit und immer mehr fürs Kapital herausschaut, dann sollte sich niemand wundern, wenn da irgendjemand gerne mal einen Riegel schieben will.
    • Popo Catepetl 04.05.2020 13:50
      Highlight Highlight Es verbietet dir niemand, Gewinne auszuzahlen oder Kapital aus deinem Unternehmen abzuschöpfen. Das ist dein gutes Recht. Aber dann darfst du auch nicht bei Väterchen Staat (bzw. der Allgemeinheit) um Kurzarbeit anklopfen.

      Oder falls das erlaubt sein soll, muss es auch möglich sein, dich wegen Misswirtschaft einzubuchten. Denn das ist es offensichtlich.
    • PC Principal 04.05.2020 14:11
      Highlight Highlight @Popo Catepetl: Also eine Coiffeuse die gerade auf Kurzarbeit ist darf nicht Geld aus ihrem Geschäft rausnehmen? Gleiches Recht für alle!

      Kurzarbeit dient dazu, Arbeitsplätze zu erhalten. Das Geld fliesst an die Angestellten. Ohne Kurzarbeit würden viele dieser Angestellten wohl einfach entlassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fruchtzwerg 04.05.2020 13:16
    Highlight Highlight Grundsätzlich einverstanden. Bei Grossfirmen, die Staatshilfe erhalten haben ist eine Dividendenausschüttung ethisch schwer vertretbar.
    Aber Achtung: mancher Kleinunternehmer ist u.U. gezwungen Dividenden auszuschütten, z.B. um eine Bankschuld zu tilgen.
    • Ludwig van 04.05.2020 13:44
      Highlight Highlight Die Grossen sind böse, da ist alles unethisch. Die kleinen sind gut und heldenhaft, die dürfen dasselbe machen und dann ist es super.
    • ELMatador 04.05.2020 14:57
      Highlight Highlight @Fruchtzwerg wie kann ich eine Bankschuld tilgen indem ich Dividenden ausschütten? Dann brauche ich doch den Gewinn um die Schuld abzuzahlen. Dann doch eher eine Ausschüttung um vermögen zu mindern.
    • Fruchtzwerg 04.05.2020 15:30
      Highlight Highlight @ElMatador: Wenn du z.B. privat ein Darlehen aufgenommen hast um ein Unternehmen zu kaufen oder zu gründen.
      Das Darlehen bezahlst du dann über Ausschüttung einer Dividende (oder eines Bonus) aus der Firma an dich an die Bank zurück.
      Ist eine gängige Praxis...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luca Regnipuzz 04.05.2020 13:13
    Highlight Highlight Gut erklärt, dankeschön!
  • tii 04.05.2020 13:12
    Highlight Highlight Wieso gibt es in der oberen Liga ständig irgendwelche Tricks und für die "Büezer" gibt es nichts?!
    • Wiedergabe 04.05.2020 15:16
      Highlight Highlight Die Firmen in der oberen Liga leisten sich ganze Abteilung, deren Zweck es ist solche Trick zu erfinden.
      Und in der obersten Liga helfen noch die Regierung mit, um Firmen anzulocken.
  • benn 04.05.2020 13:09
    Highlight Highlight So ein kurzsichtiger quatsch, bevor eine unternehmung gewinne verteilt muss sie aus diesen genügend reserven bilden um in schlechten zeiten bestehen zu können, erst wenn das geschehen ist bleibt ein rest für die inhaber. Swiss hat in den letzten 5 jahren über 2.5mrd. gewinn erwirtschaftet und hat nun nicht genügend mittel um 3 monate zu überleben? Tja das heisst in den letzten jahren haben die inhaber dem unternehmen zu viel mittel abgesogen, so einfach, für dummies mit weitsicht!
    • Ludwig van 04.05.2020 13:47
      Highlight Highlight Es gibt keine Vorschrift die es einem Unternehmen vorschreibt genügend Cash in der Kasse zu bunkern um die Umsätze von 3 Monaten abzudencken. Stell dir mal einen Coiffeur vor, das dürfte schwierig werden bei einem geringen Einkommen so viel Geld beiseite zu legen.
    • Alnothur 04.05.2020 13:55
      Highlight Highlight "und hat nun nicht genügend mittel um 3 monate zu überleben?"

      Die haben doch zu Beginn selbst gesagt, dass bis zu 6 Monate verkraftbar seien?!
    • Sedaduböse 04.05.2020 14:53
      Highlight Highlight Sorry Benn, aber das ist doch Stammtischgeplaudere, welches du hier zum besten gibst.

      Die Gewinne der letzten Jahre bedeuten ja nicht, dass diese Beträge kumuliert in liquiden Mitteln zur Verfügung stehen. Das Ganze ist an der stelle durchaus etwas komplexer.

      Aber eben, die böse "deutsche" Swiss ist halt einfach ein toller Sündenbock...

      Ich hoffe, die Motzer sind sich im Klaren, was die Swiss im Gesamten zu unserer Wirtschaft beiträgt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 04.05.2020 13:08
    Highlight Highlight Danke für diesen Bericht.

    Wir leben heute tatsächlich in der Ära des Shareholder Value. Unternehmen müssen Gewinne ohne Wenn und Aber an die Aktionäre abführen.

    Und welche Parteien schauen,
    dass die Unternehmen abgeerntet werden können ?

    Genau ! Die FDP staffiert die Gesetze so aus, dass alles reibungslos klappt. Die SVP ist für das Volch da. Gebt dem Volch Brot und Spiele, währenddesen schauen die Parteioberen, dass im Hintergrund alles für die oberen 10'000 läuft..
  • Cheval 04.05.2020 13:07
    Highlight Highlight Die meisten Kleinaktionäre sitzen auf massiven Verlusten und jetzt mag man ihnen nicht mal mehr die Dividende gönnen. Viele - zum Beispiel Renter - ohne Pensionskasse sind zudem auf Einkünfte aus Dividenden angewiesen, weil die AHV nirgends hin reicht.
  • Dani333 04.05.2020 13:04
    Highlight Highlight
    Firmen die ihre Dividende vor der Krise (Jan-Feb.) bezahlt haben sind ja fein raus. Glück gehabt :-)
    • Ludwig van 04.05.2020 13:48
      Highlight Highlight Die anderen auch. Man kann weiterhin Dividenden bezahlen, auch wenn die Leute rumheulen.
  • HugiHans 04.05.2020 13:03
    Highlight Highlight Wahre Worte. Das System findet immer Wege um sich auf Kosten der Mitarbeiter und der Kleinsparer zu bevorteilen.
    • Auric 04.05.2020 14:33
      Highlight Highlight Aha, Kleinsparer und Mitarbeiter von Firmen die einen Aktienrückkauf tätigen haben ein Problem damit??

      Welches Problem??
    • HugiHans 04.05.2020 15:58
      Highlight Highlight @Auric
      Mit dem Rückkauf wird das positive Ergebnis der Unternehmung geschmälert. Somit kann die Geschäftsführung einfach den Mitarbeitern kommunizieren: Kein Gewinn = keine Lohnerhöhung (wird auch so gemacht).
      Bei Kleinsparern liegt der Fokus noch häufig auf der Dividende, die dadurch ebenfalls geschmälert wird. Der Kursgewinn ist häufig sekundär, da sie ihre Portfolios passiv betreuen.
      (Leicht vereinfacht formulliert ...)
    • Turicum04 04.05.2020 18:14
      Highlight Highlight Auch Kleinsparer sind Kapitalisten und dürfen ebenfalls nicht bevorzugt werden!
  • Filz 04.05.2020 13:00
    Highlight Highlight Da sieht man einfach, wie gut viele Manager Probleme am Horizont ausblenden können, wenn man sich daran gewöhnt hat, in Quartalen zu denken.
  • Ökonometriker 04.05.2020 12:59
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man auch für Grosskonzerne wieder etwas mehr Marktwirtschaft einführen? Liberal bedeutet eben nicht nur, dass man in guten Zeiten weniger Steuern bezahlt. Es heisst auch, dass man in schlechten Zeiten für sich selber aufkommt. Wer nicht vorsorgt, geht dann bankrott.
    Für die Kleinen gilt das. Konzerne werden jedoch mit dem Samthandschuh angefasst.
    Das ist moralisch fragwürdig und aus ökonomischer Sicht höchst ineffizient.
    Die Aufgaben sollten lieber von mehreren kleinen Firmen die sich konkurrieren erfüllt werden. Nicht von einigen wenigen Konzernen mit Oligopolen.
    • Ludwig van 04.05.2020 13:50
      Highlight Highlight Das ist kompletter Blödsinn. Die Kleinen haben jetzt gerade genauso von staatlich garantierten Krediten profitiert wie die Grossen.
    • bruuslii 04.05.2020 15:20
      Highlight Highlight ludwig van: du blendest aber explizit aus, dass "die grossen" meist von steurrgeschenken und/oder -vermeidung profitieren.

      der allereinzige grund, weshalb firmen geholfen wird, ist dass man an die büezer denkt, damit diese nicht arbeitslos werden.

      tscheggsch?
    • Ludwig van 04.05.2020 15:36
      Highlight Highlight @Bruuslii: Ich tschegge immer noch nichts.

      Es ist sogar genau umgekehrt. Rettungskredite für Kleinunternehmen sind sogar Zinslos während grössere was bezahlen. Es ist klar dass ein Unternehmen welches auf solche Notkredite angewiesen ist wohl kaum Dividenden ausschüttet.

      Um Arbeitsplätze zu retten hat man das Instrument der Kurzarbeit, aber das ist etwas ganz anderes. Das Geld fliesst an die Arbeitnehmer und ohne Kurzarbeit werden die wohl einfach entlassen. Dann würden die Unternehmen genauso Dividenden ausschütten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bruuslii 04.05.2020 12:58
    Highlight Highlight funfact am rande zu
    "zwei Billionen (im deutschen Sinn)"
    Play Icon
  • Matthiah Süppi 04.05.2020 12:51
    Highlight Highlight Naja, bei Martullo gehts um ganz schön viel Geld. Alleine das genügt mir als Grund, gegen die Dividenden zu sein.
    • Panic4Clicks 04.05.2020 13:08
      Highlight Highlight Gegen die Divende sein? So wie man gegen Regen oder Sonnenschein ist?

      Ich bin gegen Umweltverschmutzung, das ist der Umweltverschmutzung recht wurscht, aber ich bin mal dagegen.
    • Nathan der Weise 04.05.2020 13:09
      Highlight Highlight Neid?
    • maylander 04.05.2020 13:54
      Highlight Highlight Gegenüber den Aktienrückkäufen und anderen Finanzmarktaktivitäten sind Dividenden transparent und fair für alle Aktienbesitzer.

      Das ein grosses Ungleichgewicht herrscht, weil einige Leute per Geburt zu unglaublich viel Geld kommen ist ein ganz anderes Problem.
  • Hillman 04.05.2020 12:50
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel. Wieder mal wird klar dass schon das System selber ein Problem hat.
    • Moeff 04.05.2020 14:28
      Highlight Highlight Fast richtig, das System hat kein Problem, es soll ja genauso funktioneieren, darauf ist es ausgelegt. Ergo ist das System das Problem.

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