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Wirtschaft
Schweiz

«Banken müssen überdurchschnittlich krisenresistent sein»

SNB-Präsident Thomas Jordan

«Banken müssen überdurchschnittlich krisenresistent sein»

20.05.2014, 09:1220.05.2014, 17:22
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Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, ist sich sicher, dass der vergleichsweise kleine Bankenplatz Schweiz auch in Zukunft von globaler Bedeutung sein wird.

Allerdings müssten dazu drei Voraussetzung gegeben sein, sagte Thomas Jordan am Dienstag in einer Rede anlässlich des ersten Swiss International Finance Forum im Hotel Bellevue in Bern. Dies zu erreichen, liege in erster Linie in den Händen der Banken selbst.

  • Die Schweizer Finanzinstitute müssten überdurchschnittlich gute Dienstleistungen anbieten.
  • Sie müssten überdurchschnittlich krisenresistent sein.
  • Sie müssten eine weit überdurchschnittlich hohe Reputation aufweisen.
Thomas Jordan
Thomas JordanBild: Reuters

Aus Sicht des SNB-Präsidenten müssten die Banken ihr Angebot so ausrichten, dass sie den Kunden einen messbaren Mehrwert böten. Ausserdem gelte es eine Unternehmenskultur zu fördern, die sich an einer nachhaltigen Gewinnerzielung orientierten. Zuletzt sei auch eine robuste und funktionierende Risikokontrolle unerlässlich, so Jordan weiter.

Entschärfung des «too big to fail» ist zentral

Entscheidend werden aber auch die Rahmenbedingungen. Betreffend Bankenregulierung etwa sieht Jordan insbesondere die Entschärfung der «Too big to fail»-Problematik als entscheidendes Element. «Nur wenn dies gelingt, wird es auf die Dauer möglich sein, in der Schweiz auch global ausgerichtete Banken zu beheimaten», sagte er. Würden die verschiedenen geplanten Massnahmen umgesetzt, werde dies Anreize zur übermässigen Risikonahme deutlich reduzieren.

«Ich bin zuversichtlich, dass der Schweizer Bankenplatz nicht nur auf eine grosse Vergangenheit zurückblicken, sondern auch einer erfolgreichen Zukunft entgegensehen kann.»
SNB-Präsident Thomas Jordan

Dass die Schweiz sich zu einem globalen Bankenplatz emporarbeiten konnte, ist zu einem hohen Masse dem Bankgeheimnis zu verdanken. Dieses werde nun aber durch den automatischen Informationsaustausch abgelöst. Hier gelte es zu beachten, dass ein Konzept entwickelt werde, das den Schutz der Privatsphäre dauerhaft garantiere.

Nicht zuletzt müsse der Zugang zu ausländischen Märkten gesichert werden und keine versteckten Marktzutrittsbarrieren errichtet werden. Aus Sicht des SNB-Präsidenten müssen dazu mit den wichtigsten Ländern Abkommen ausgehandelt werden, die den Marktzugang für Schweizer Banken wahren.

«Gleich lange Spiesse» für alle Marktteilnehmer

 Sollten globale Standards eingeführt werden, sei darauf zu achten, dass diese auch tatsächlich von allen betroffenen Ländern umgesetzt werden. «Nur so ist garantiert, dass für alle Marktteilnehmer das Prinzip der gleich langen Spiesse gilt», sagte Jordan weiter.

Nach Einschätzung des Nationalbankpräsidenten sind sich alle Akteure der Anstrengungen bewusst. «Daher bin ich zuversichtlich, dass der Schweizer Bankenplatz nicht nur auf eine grosse Vergangenheit zurückblicken, sonder auch einer erfolgreichen Zukunft entgegensehen kann», sagte Jordan abschliessend. 

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