Wirtschaft
Schweiz

Lohndumping: Pole soll auf Baustelle in Sursee für 3.50 Franken geschuftet haben

Lohndumping: Pole soll auf Baustelle in Sursee für 3.50 Franken geschuftet haben

11.02.2016, 18:2512.02.2016, 12:16
Bild
Bild: KEYSTONE

Ein polnischer Arbeiter soll auf einer Baustelle in Sursee LU im Dezember zu einem Stundenlohn von 3.50 Franken gearbeitet haben. Dies berichtete «Radio Pilatus» am Donnerstag unter Berufung auf die Gewerkschaft Unia. Die Bauherrin will die Vorwürfe abklären.

Vom Lohndumping-Vorwurf betroffen ist ein polnisches Subunternehmen auf einer Baustelle des Getränkeherstellers Ramseier Suisse. Dieser baut in Sursee für mehrere Millionen Franken unter anderem eine neue Abfüllanlage.

Gemäss Angaben des Radiosenders hatte der Angestellte der Elektrobranche für 84 Stunden Arbeit einen Lohn von 294 Franken erhalten. Dies entspricht einem Stundenlohn von 3.50 Franken. Insgesamt seien mindestens zehn Arbeiter von Dumpinglöhnen betroffen.

Den Angestellten des polnischen Subunternehmers würden nicht Schweizer Löhne gezahlt, wie es die flankierenden Massnahmen verlangten, sondern tiefere polnische Löhne, sagte Unia-Gewerkschaftssekretär Alex Granato. Der Pole hätte Anspruch auf einen Lohn von 2856 Franken.

Ramseier hatte bislang keine Kenntnis von angeblichen Dumpinglöhnen, wie Ramseier-Geschäftsführer Christian Consoni erklärte. Die Baustelle sei mehrmals von den kantonalen Arbeitsinspektoren geprüft worden. Dabei seien keine Verstösse festgestellt worden.

Die Anlagenbauer müssten sich an die Schweizer Gesetze halten, sagte Consoni weiter. Ramseier will die Vorwürfe an einem Treffen am Montag klären. Daran sollen Vertreter des Getränkeherstellers, des betroffenen Subunternehmens und der Gewerkschaft teilnehmen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Schweiz wollte den Hagel wegschiessen – und griff zu sowjetischen Raketen
Für die Landwirtschaft ist Hagel eine existentielle Bedrohung. Jahrzehntelang versuchten Schweizer Bäuerinnen und Bauern, mit Silberjodidraketen Unheil von ihrer Ernte fernzuhalten. 1986 liess ein Bericht der ETH Zürich die kühnen Hagelabwehrträume platzen.
Es war schwülheiss an diesem 6. August 1978. Um 18 Uhr stiegen über dem zwischen Bern und Luzern gelegenen Napfgebiet schwere Gewitterwolken in den Himmel. Lange hatten sich die Forscher auf diesen Augenblick vorbereitet: Auf einer Fläche von 1290 Quadratkilometern, fast der Grösse des Kantons Aargau, hatten sie in einem genau festgelegten Raster sogenannte «Hailpads» verteilt, auf dem Boden ausgelegte, mit Aluminiumfolie beschichtete Kunststoffplatten, auf denen aufschlagende Hagelkörner kleinere oder grössere Krater hinterlassen würden.
Zur Story