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Salt-Festnetz fiel in der ganzen Schweiz aus – das war der Grund

ARCHIVBILD ZUM UMSATZ BEI SALT --- Sicht auf das Salt-Logo am Baerenplatz, am Freitag, 15. Mai 2015, in Bern. Nach der Uebernahme durch den franzoesischen Unternehmer Xavier Niel hat sich der Mobilfun ...
Das Salt-Festnetz war am Freitag in der ganzen Schweiz «down».Bild: keystone

Salt-Festnetz fiel in der ganzen Schweiz aus – das war der Grund

Der Schweizer Provider Salt hatte am Freitag massive Netzwerkprobleme. Jetzt ist klar: Das Unternehmen wurde Opfer eines Cyberangriffs.
18.05.2026, 06:4218.05.2026, 08:46

Zahlreiche Schweizer User von Diensten wie Netflix, TikTok oder Cloudflare waren am vergangenen Freitagabend von einer Internet-Störung betroffen. Grund war ein Netzausfall bei Anbieter Salt (watson berichtete). Jetzt ist klar, weshalb Salt etwa 40 Minuten lang «down» war. Wie Le Temps berichtet, wurde die Telekomfirma Angriff eines Cyberangriffs.

Salt bestätigte gegenüber der Zeitung, dass die Infrastruktur des Anbieters Ziel eines sogenannten DDoS-Angriffs geworden war. DDoS bedeutet Distributed Denial-of-Service. Dabei versuchen Angreifer, mit einer Flut von gleichzeitigen, automatisierten Computer-Anfragen einen Online-Dienst zu überlasten und damit zum Kollabieren zu bringen.

Eine Salt-Sprecherin erklärte, dass man den Angriff rasch erkannt und umgehend reagiert habe, um «die Auswirkungen zu begrenzen und den Dienst schnellstmöglich wiederherzustellen».

Von dem Angriff betroffen waren nur Nutzende des Festnetzes. Das Mobikfunknetz fiel nicht aus, ebenso waren auch Swisscom- und Sunrise-Kundinnen und -Kunden nicht betroffen. Diese konnten aber keine Verbindung via Festnetz zu Personen herstellen, die Salt nutzen.

Unbekannte Angreifer

Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich zu wissen, wer die Attacke gestartet hat, heisst es im Bericht. Tatsächlich erfolgen DDoS-Angriffe meistens plötzlich und ohne Vorankündigung.

In den letzten Jahren nahmen solche Server-Überlastungsangriffe in der Schweiz aber auch in ganz Europa zu. So kämpfte etwa Anfang Jahr die französische Post mit massiven Einschränkungen wegen eines solchen Angriffs.

In mehreren Fällen steckten nachweislich prorussische Hacktivisten-Banden, die sich über Kanäle beim Messenger-Dienst Telegram organisierten, hinter den Attacken. Solche Gruppierungen geben sich als Unterstützer des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aus.

In der Schweiz wurden bereits Gesundheitseinrichtungen, die Verwaltungen von Gemeinden und Städten oder andere öffentliche Einrichtungen Ziel von DDoS-Attacken. Der Schaden hält sich jeweils stark in Grenzen – Websites und Online-Dienste sind vorübergehend nicht erreichbar.

In öffentlich einsehbaren Telegram-Kanälen bieten neben politisch motivierten Cyberkriminellen auch gewöhnliche Verbrecher ihre illegalen kostenpflichtigen Dienste an. DDoS-Attacken gegen private Firmen und andere Organisationen sind längst ein lukrativer Wirtschaftszweig geworden.

(dsc/con)

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