Wirtschaft
Schweiz

Coop und Migros werden von Donald Trump wegen Bio-Produkten kritisiert

Die Logos von den Supermaerkten Coop und Migros fotografiert am Freitag, 20. September 2024 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Coop und Migros geraten in den Fokus des US-Handelsministeriums.Bild: keystone

Trump-Regierung ärgert sich über regionale Produkte von Coop und Migros

29.04.2026, 11:4129.04.2026, 12:25

Die Trump-Administration will, dass die Schweiz mehr Produkte aus den USA importiert. So soll das von Donald Trump proklamierte Handelsdefizit gesenkt werden. Ein neuer Bericht rückt nun die Schweizer Detailhändler Coop und Migros in den Fokus. Namentlich genannt werden sie zwar nicht, dennoch ist klar, wer hiermit gemeint ist:

«Die marktbeherrschende Stellung zweier grosser Einzelhandelsketten begünstigt lokale Marken und schafft trotz Vereinbarungen über die Gleichwertigkeit erhebliche Hindernisse für importierte Bio-Produkte.»

Weiter kritisiert das US-Handelsministerium, dass die Landwirtschaft in der Schweiz «in hohem Masse subventioniert» werde und die inländische Produktion gegenüber Importen aus dem Ausland einen unfairen Marktvorteil innehabe.

ZUR COOP FILIALE IM EINKAUFSZENTRUM SEEWEN MARKT STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- The fruit and vegetable department at the branch of retailer Coop at the shopping cen ...
Die Schweiz fördere unfairerweise die inländische Nahrungsmittelproduktion, sagt die Trump-Administration.Bild: KEYSTONE

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) habe den Bericht zur Kenntnis genommen, kommentiere den Inhalt aber nicht, hiess es auf Anfrage der Tamedia-Zeitungen, die am Mittwoch hierzulande als Erste darüber berichteten. Migros und Coop hingegen freuen sich über das Urteil aus den USA: Ein Grossteil der Lebensmittel werde in der Schweiz erzeugt, so wünsche es sich auch die Kundschaft.

Moratorium gegenüber US-Gentech

In einem anderen Abschnitt des Berichts wird die Schweizer Haltung gegenüber landwirtschaftlicher Biotechnologie kritisiert. «Insbesondere hält die Schweiz an einem Moratorium für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen und für die Vermarktung von Produkten aus der Tierbiotechnologie fest», schreibt das Handelsministerium.

KEYPIX - Personen mit einer uebergrossen Tomate bei der Einreichung der Eidgenoessischen Volksinitiative fuer gentechnikfreie Lebensmittel (Lebensmittelschutz-Initiative), am Freitag, 27. Februar 2026 ...
Anfang des Jahres reichten Initiantinnen und Initianten die Volksinitiative «Für gentechnikfreie Lebensmittel» in Bern ein.Bild: keystone

Dieses Moratorium entbehre jeglicher wissenschaftlichen Grundlage und würde den Handel somit unnötig behindern. Auch in diesen Punkten muss sich die Schweiz Kritik aus den USA anhören:

  • Schutz des geistigen Eigentums:
    «US-amerikanische Urheberrechtsinhaber hegen weiterhin Bedenken, dass die Schweiz nach wie vor ein Standort für Websites ist, die rechtswidrige Inhalte anbieten, sowie für die Dienste, die diese unterstützen.»
  • Datenschutz:
    «Das Schweizer Recht schränkt die Übermittlung personenbezogener Daten ins Ausland ein, ausser in bestimmte Länder, für die die Schweiz festgestellt hat, dass sie nach schweizerischem Recht einen angemessenen Datenschutz gewährleisten.»
  • Freie Marktwirtschaft:
    «Die Schweiz ergreift keine ausreichenden Massnahmen gegen nicht marktkonforme Strategien und Praktiken.»
  • Zwangsarbeit:
    «In der Schweiz kennt kein Einfuhrverbot für Waren, die unter Einsatz von Zwangs- oder Pflichtarbeit hergestellt wurden.»​

Hohes Handelsdefizit – oder doch nicht?

Ausserdem nennt der Bericht Zahlen zu den Handelsvolumina. Demnach betrug das Handelsdefizit zwischen der Schweiz und den USA 2025 aus US-Sicht 34,3 Milliarden US-Dollar. Es sei damit gegenüber dem Vorjahr um gut 10 Prozent zurückgegangen.

President Donald Trump speaks with reporters aboard Air Force One after leaving the World Economic Forum in Davos for Washington, Thursday, Jan. 22, 2026. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump
Stört sich am Handelsdefizit zwischen den USA und der Schweiz: Donald Trump.Bild: keystone

Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) kam im Januar zu einem anderen Befund. Demnach stiegen die Schweizer Ausfuhren in die USA ohne Gold um 3,9 Prozent auf 54,7 Milliarden Franken. Die Importe aus den USA seien dagegen um 5,7 Prozent auf 13,3 Milliarden Franken gesunken. Unter dem Strich habe sich damit der Handelsbilanzüberschuss auf 41,4 Milliarden Franken vergrössert.

Das hohe Handelsdefizit war das Hauptargument von US-Präsident Trump für die im letzten Jahr verhängten hohen Zölle auf Schweizer Importe. Im letzten November einigten sich die USA und die Schweiz im Zollstreit, die Verhandlungen über ein Abkommen dauern allerdings nach wie vor an.

Ein Argument der Schweiz im Zollstreit war stets, dass es bei den Dienstleistungen anders aussehe als bei den Waren. Die US-Exporte seien deutlich höher als die Schweizer Importe. Dies bestätigt nun der neueste Bericht des Handelsministeriums. Hier gebe es einen US-Überschuss von 32,1 Milliarden US-Dollar. Es sei damit um gut 8 Prozent gestiegen. (leo/awp/sda)

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Donald Trump in der Schweiz
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Am Mittwochmittag ist der US-Präsident Donald Trump in Zürich gelandet.

quelle: keystone / evan vucci
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Die beliebtesten Kommentare
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Lohner
29.04.2026 11:57registriert August 2025
«Die marktbeherrschende Stellung zweier grosser Einzelhandelsketten begünstigt lokale Marken und schafft trotz Vereinbarungen über die Gleichwertigkeit erhebliche Hindernisse für importierte Bio-Produkte.»

Ja, Donald. Deine Amiprodukte sind in der Schweiz nicht beliebt. Daran bist zu einem sehr grossen Teil du der Schuldige.
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Korii
29.04.2026 11:43registriert November 2025
Lasst sie ihre Produkte doch liefern. Die verschwinden schnell wieder aus den Regalen, da Herr und Frau Schweizer weder auf genverändertes Saatgut noch auf mit Hormonen angereichertes Fleisch stehen.
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Digichr
29.04.2026 12:02registriert Februar 2014
Die SVP steht noch immer fast geschlossen hinter Trump.
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