Wirtschaft
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Orascom-Chef Khaled Bichara bei Unfall verstorben



Khaled Bichara, der Chef von Orascom Development Holding ist bei einem Unfall gestorben. (Archiv)

Khaled Bichara Bild: KEYSTONE

Der Immobilienentwickler und Hotelbetreiber Orascom Development Holding (ODH) vermeldet den Tod seines Konzernchefs. Khaled Bichara ist bei einem Autounfall in Kairo tödlich verunglückt. Die Orascom-Gruppe betreibt auch das touristische Grossprojekt in Andermatt.

Das Unternehmen sprach am Freitag in einem Communiqué der Familie von Khaled Bichara im Namen des Verwaltungsrats, des Managements und der Mitarbeitenden ihr tiefstes Beileid und Mitgefühl aus. Weitere Informationen stellte ODH für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht.

Der 1971 geborene Ägypter Bichara stand der Orascom-Gruppe seit 2016 vor. Er löste seinerzeit den Mehrheitsbesitzer und Verwaltungsratspräsidenten Samih Sawiris in dieser Position ab, wobei die Übernahme der Leitung damals an einen Beratungsvertrag mit Bicharas Beratungsfirma Accelero Capital gekoppelt war.

Im Frühling 2019 hatte Orascom DH eine Vereinbarung mit Bichara über eine langfristige Zusammenarbeit bekanntgegeben. Im Rahmen des neuen Anstellungsvertrags wurden dem CEO unter anderem 2,5 Prozent der ausstehenden Aktien zugesprochen. Zuletzt hielt Bichara gemäss Daten der Schweizer Börse SIX einen Anteil an ODH von rund 5,7 Prozent. Damit war er hinter der Aktionärsgruppe um Mehrheitsbesitzer Sawiris zweitwichtigster Aktionär.

Vor seinem Eintritt bei ODH war der in Kairo wohnhafte Bichara in der Telekombranche tätig gewesen. So habe er eine entscheidende Rolle bei der Fusion von VimpelCom mit Wind Telecom zur Schaffung des weltweit sechstgrössten Telekomunternehmens gespielt, schreibt Orascom in den biographischen Angaben zu Bichara.

Zuversichtlicher Ausblick

Zuletzt hatte sich Bichara gerade erst in der laufenden Woche in den Medien geäussert. In einem am Mittwoch publizierten Gespräch mit dem Onlinewirtschaftsportal «The Markets» erklärte er den Stand der verschiedenen Orascom-Projekte. Die ODH-Gruppe entwickelt als Stadtentwickler in sieben Ländern touristische Destinationen, wobei die Haupteinnahmequelle das ägyptische El Gouna am Roten Meer nahe Hurghada ist.

Bichara gab sich in dem Interview für mehrere Projekte zuversichtlich: Mehr als eine Destination werde profitabel sein, gab er sich überzeugt. Insgesamt sei die Gruppe auf dem richtigen Weg, um wieder in die Gewinnzone zu kommen, sagte der CEO gegenüber dem Portal.

Option für Andermatt

Sawiris und die ägyptische ODH sorgten in der Schweiz mit ihren Plänen für Furore, aus dem Dorf Andermatt eine pulsierende Tourismusdestination zu entwickeln. Seit 2008 hat die ODH-Gruppe auch ihren Sitz in der Schweiz. Das Projekt in Andermatt mit Ferienwohnungen, Chalets Hotels und Kongresseinrichtungen hat in den letzten zehn Jahren wichtige Entwicklungsschritte gemacht.

Die Gesellschaft Andermatt Swiss Alps gehört derzeit nur zu 49 Prozent zu Orascom DH, die Mehrheit wird von ODH-Mehrheitsaktionär Sawiris direkt gehalten. ODH besitzt allerdings eine Option, die Mehrheit an der Andermatt Swiss Alps zu übernehmen.

Der jähe Tod des Unternehmenschefs hinterlässt auch Spuren an der Börse. Der Kurs der ODH-Aktie notiert am Freitagvormittag um 4 Prozent im Minus auf 14,10 Franken und damit auf dem tiefsten Stand seit dem vergangenen Juni. (aeg/awp/sda)

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