Wirtschaft
Schweiz

Barbershops statt Shopping: Schweizer Innenstädte verändern sich

Barbershops statt Shopping: Schweizer Innenstädte verändern sich deutlich

Der Strukturwandel im Schweizer Detailhandel setzt sich fort. Klassische Non-Food-Verkaufsflächen verlieren zunehmend an Bedeutung, während Gastronomie, Food-Angebote und Dienstleistungen expandieren.
07.05.2026, 05:5607.05.2026, 05:56

Innenstädte entwickeln sich damit immer stärker von reinen Einkaufsorten zu Erlebnis- und Aufenthaltsräumen. Zu diesem Schluss kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie von Wüest & Partner.

Des personnes se baladent dans la rue de l'hotel de ville en vieille ville de Geneve, pavoiser de drapeaux aux couleurs de Geneve et de la Suisse et de l'union europeenne, ce dimanche 22 jui ...
Die Geschäfte und Gewohnheiten der Schweizerinnen und Schweizer in den Innenstädten verändern sich zusehends. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Seit 2010 sei der private Konsum in der Schweiz real um mehr als 22 Prozent gestiegen, schreiben die Studienautoren. Die Umsätze im stationären Detailhandel hätten im gleichen Zeitraum jedoch lediglich um rund 4 Prozent zugelegt. Gründe dafür seien vor allem das Wachstum des Onlinehandels, veränderte Konsumgewohnheiten sowie sinkende Preise in vielen Warengruppen.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung laut der Studie bei den Umsätzen pro Kopf und pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Beide Kennzahlen seien seit 2010 – mit Ausnahme eines pandemiebedingten Zwischeneffekts 2021 – um rund 9 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sei die Beschäftigung im Detailhandel um knapp 7 Prozent gesunken.

Food und Dienstleistungen gewinnen an Gewicht

Im stationären Handel gibt es allerdings nicht nur Verlierer. So verschiebt sich die Nutzung der Flächen zunehmend weg vom klassischen Warenverkauf. Gewinner seien insbesondere Gastronomie, Convenience-Angebote sowie Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit und Beauty wie Barbershops oder Nagelstudios.

Konkret nahm die Zahl der Gastronomiebetriebe in der Schweiz zwischen 2019 und 2025 um 6 Prozent zu. Die Zahl der Lebensmittelläden stieg sogar um 14 Prozent. Demgegenüber ging die Zahl der Non-Food-Läden um 7 Prozent zurück. Ausserdem wuchsen etwa Psychotherapie- und Physiotherapiepraxen, Kinderbetreuungsangebote und Fitnesszentren.

Der Wandel zeigt sich laut Wüest & Partner besonders deutlich in den Grossstädten, zum Beispiel in Genf und in Zürich. Die Innenstädte wandelten sich zunehmend von «logistischen Versorgungspunkten zu sozialen Erlebnislandschaften», schreiben die Studienautoren.

Onlinehandel verdoppelt Marktanteil

Als wichtigste Treiber des Strukturwandels nennt die Studie die Digitalisierung sowie veränderte Konsumentenpräferenzen. Im Non-Food-Bereich habe sich der Onlineanteil seit 2019 von 9 auf 18 Prozent verdoppelt.

Besonders hoch sei der Anteil im Fashion-Bereich mit rund 30 Prozent. Im Food-Segment bleibe der Onlinehandel mit weniger als 4 Prozent dagegen vergleichsweise unbedeutend. (sda/awp/con)

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