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Auf die Schweiz rollt eine Pleitewelle zu

18.05.2022, 10:2318.05.2022, 16:23
Schlechte Prognosen für die Schweizer Wirtschaft.
Schlechte Prognosen für die Schweizer Wirtschaft.Bild: AP

Laut einer Studie des Kreditversicherers Allianz Trade rollt derzeit eine Pleitewelle an. 2022 sei weltweit und in der Schweiz mit einer steigenden Zahl an Insolvenzen zur rechnen.

Für die Schweiz sei nach einem beispiellosen Rückgang im Jahr 2020 infolge der staatlichen Coronamassnahmen bereits seit Ende 2021 die erwartete Normalisierung im Gange, heisst es in einer aktuellen Mitteilung vom Mittwoch. Bereits im vierten Quartal habe es einen Anstieg der Insolvenzen um 11 Prozent gegeben, im ersten Quartal kam es mit einem Plus von 37 Prozent dann zu einer Verstärkung der Entwicklung. Ein neuer Rekord der Firmenpleiten sei nur knapp verfehlt worden.

«Wir gehen davon aus, dass der neue Gegenwind aus dem Krieg in der Ukraine und den erneuten Lockdowns in den grössten und wirtschaftlich wichtigsten Städten Chinas in der zweiten Jahreshälfte zu einer gewissen Beschleunigung der Insolvenzzahlen führen wird», sagt Jan Möllmann von Allianz Trade Switzerland voraus. Konkret prognostiziert die Studie einen Anstieg der Insolvenzen für das Gesamtjahr 2022 von 20 Prozent auf 6170 Fälle. 2024 könnte dann mit geschätzt 6450 Fällen ein neuer Rekord erreicht werden.

Weltweit dürften die Insolvenzen im laufenden Jahr um etwa 10 Prozent, 2023 dann um weitere 14 Prozent steigen - unter der Voraussetzung, dass keine neue Welle an staatlichen Unterstützungsmassnahmen folge. Besonders in Ländern mit starken Unterstützungsmassnahmen während der Pandemie und entsprechend tiefen Insolvenzzahlen in den letzten zwei Jahren werde es einen deutlicheren Anstieg auf das Vor-Pandemie-Niveau geben.

Auch die Experten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwarten eine ähnliche Entwicklung. Ein Anstieg der Insolvenzzahlen sei bereits in einigen Ländern wie auch der Schweiz zu sehen. In anderen Ländern wie Deutschland oder Frankreich seien die Zahlen noch rückläufig.

«Je länger die staatlichen Subventionen für die Unternehmen anhalten, desto wahrscheinlicher wird das Entstehen von Zombieunternehmen, die nur noch unter diesen speziellen Bedingungen überleben können», warnte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung Patrik-Ludwig Hantzsch. Veränderungen wie eine Zinswende und ein Auslaufen der Hilfsmassnahmen könnten diese Unternehmen rasch in Existenznot bringen. Eine (Nachhol-)Insolvenzwelle werde dann wahrscheinlicher. (aeg/sda/awp)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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realkontrol.com
18.05.2022 15:28registriert April 2022
In Deutschland und Österreich wurde die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt. Das heisst, überschuldete Firmen waren nicht mehr verpflichtet, Insolvenz anzumelden. Diese Firmen wurden dadurch zu Zombie-Firmen, also lebenden aber finanziell schon toten Firmen. Läuft diese Aussetzung der Insolvenzantragspflicht aus, kommt es zu einer Welle an Insolvenzen. Genau genommen war das von der Politik ein Schuss ins Knie.
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MalEhrlich
18.05.2022 16:24registriert November 2021
Ich denke dabei auch an die vielen Startups. Ja soo bahnbrechende Erfindungen die die Welt retten sollen oder unsere Gewohnheiten, z.B. im Bezug auf die Ernährung, auf den Kopf stellen wollen.
Der Markt ist voll und der Einfallsreichtum um selbstständig Geld zu verdienen nimmt mit den kuriosesten Produkten stark zu.
Produkte eines Startup sind sehr oft teuer. Klar, das Unternehmen muss ja wachsen und das Management will seinen guten Lohn.
In den Köpfen der "Erfinder" und Sponsoren mag ja ihr Produkt als Neuheit gehalten werden. Ist das aber auch immer im Sinn der Konsumenten?
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