Wirtschaft
Schweiz

Arbeitszeiten in Europa: Die Schweiz liegt unter dem Durchschnitt

KEYPIX - Ein Bauarbeiter befestigt ein altes Element der Bruecke zum Abtransport auf einen LKW. An einer Medienfuehrung der Baustelle der Stadt Zuerich zur Sarnierung der Rathausbruecke am Donnerstag, ...
In der Schweiz arbeiten Arbeitnehmende im Durchschnitt 36 Stunden pro Woche.Bild: keystone

Die Schweiz unter dem europäischen Durchschnitt: Hier wird am längsten gearbeitet

Die effektive Arbeitszeit variiert stark von Land zu Land. Neue Zahlen zeigen: Die Schweiz liegt leicht unter dem europäischen Durchschnitt.
Cet article est également disponible en français. Lisez-le maintenant!
22.05.2026, 16:4622.05.2026, 16:46

Letztes Jahr wurden in der Schweiz über acht Millionen Arbeitsstunden geleistet, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag bekannt gab. Die Zahl steigt zwar schon seit einiger Zeit, hat aber das Niveau von vor der Pandemie noch nicht erreicht. Im Vergleich zu 2019 arbeiteten die Schweizer Angestellten etwa 50 Minuten weniger pro Woche.

Ist das viel? Ein Blick auf andere europäische Länder hilft bei der Einordnung. 2025 arbeiteten die europäischen Angestellten im Durchschnitt 37 Stunden und 40 Minuten pro Woche, wie Eurostat berichtet. Diese Zahl umfasst sowohl sowohl Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte.

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Die Situation unterscheidet sich jedoch deutlich von Land zu Land, wie die Karte unten zeigt:

Im Allgemeinen weisen die nordischen Länder die niedrigsten Werte auf, während die Länder im Südosten die höchsten Zahlen verzeichnen.

Die Erwerbstätigen in den Niederlanden haben es am besten: Ihre effektive Arbeitszeit beträgt 30 Stunden und 40 Minuten pro Woche und damit sieben Stunden weniger als der europäische Durchschnitt. Dänemark und Norwegen vervollständigen das Podest mit rund 33 Arbeitsstunden pro Woche.

Mehr als 40 Stunden pro Woche

Am anderen Ende der Skala stehen die Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina. In diesen Ländern arbeiten die Beschäftigten im Durchschnitt über 40, teils sogar 42 Stunden pro Woche. Mit Ausnahme von Estland weisen alle Länder des ehemaligen Ostblocks hohe Werte auf.

Und die Schweiz? Unser Land liegt ungefähr in der Mitte des Rankings, mit einer effektiven Arbeitszeit von 36 Stunden pro Woche. Das ist etwas weniger als der europäische Durchschnitt und ungefähr vergleichbar mit den Werten in Italien und Frankreich. Unsere deutschsprachigen Nachbarn liegen hingegen deutlich niedriger: Deutsche und österreichische Beschäftigte arbeiten im Durchschnitt zwei Stunden weniger pro Woche als die Schweizer Angestellten.

Selbstständige arbeiten deutlich mehr

Ebenfalls auffällig: Selbstständige arbeiten oft mehr als Angestellte. Der europäische Durchschnitt liegt bei 39 Stunden pro Woche – also fast drei Stunden mehr als bei Beschäftigten.

In manchen Ländern ist der Unterschied noch grösser. In Belgien arbeiten Selbstständige im Durchschnitt fast neun Stunden mehr pro Woche als Angestellte.

In der Schweiz fällt der Unterschied deutlich kleiner aus: Die effektive Arbeitszeit von Selbstständigen beträgt 36 Stunden und 40 Minuten pro Woche – also rund 40 Minuten mehr als bei Angestellten. In einigen Ländern wie Lettland, Zypern und Litauen arbeiten Selbstständige sogar leicht weniger als die Angestellten. (asi)

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Fairness
22.05.2026 17:07registriert Dezember 2018
Das sagt ja überhaupt nichts aus, wenn Teilzeit nicht korrekt berücksichtigt wird.
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ELMatador
22.05.2026 17:19registriert Februar 2020
@alle
Die Zahl ist null aussagekräftig.

Sie basiert auf der Summe aller geleisteten bezahlten Arbeitsstunden, geteilt durch die Anzahl Erwerbstätiger – unabhängig vom Beschäftigungsgrad.
Dadurch schneiden Länder mit hoher Teilzeitquote schlechter ab. Besonders dort, wo Pflege-, Familien- und Hausarbeit stärker aufgeteilt werden und deshalb häufiger mindestens eine Person im Haushalt das Pensum reduziert. Der Wert zeigt also vor allem die durchschnittlich bezahlten Arbeitsstunden pro Erwerbstätigem – nicht die tatsächliche Arbeitsleistung auf Vollzeitbasis.
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