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Schweiz

Migros Zürich will bis zu 40 Tegut-Märkte an Rewe verkaufen

Migros Zürich will bis zu 40 Tegut-Märkte an Rewe verkaufen – Kartellrechtler skeptisch

16.04.2026, 09:4216.04.2026, 09:42

Der deutsche Lebensmittelhändler Rewe plant, bis zu 40 Filialen der Supermarktkette Tegut von der Genossenschaft Migros Zürich zu übernehmen. Wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, wurde ein entsprechender Vertrag mit der Migros Zürich unterzeichnet.

Die Transaktion steht laut den Angaben noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das deutsche Bundeskartellamt. Gibt die Behörde grünes Licht, will Rewe den Grossteil der Tegut-Märkte selbst betreiben, die übrigen sollen an die Discountertochter Penny gehen.

Tegut Supermarkt in Ellwangen. // 23.07.2024: Ellwangen Jagst, Baden-W
Migros Zürich will bis zu 40 Tegut-Märkte an Rewe verkaufen.Bild: www.imago-images.de

Zum Kaufpreis äusserte sich Rewe ebenso wenig wie zu den betroffenen Standorten. Den Beschäftigten will Rewe ein Jobangebot machen. Die meisten Tegut-Filialen befinden sich im Bundesland Hessen.

Auch Edeka interessiert sich für Tegut-Supermärkte

Die Migros hatte im März angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen und Tegut verkaufen zu wollen. Rund 200 der insgesamt gut 300 Märkte der Kette will der Lebensmitteleinzelhändler Edeka übernehmen. Das Geschäft bedarf ebenfalls einer Zustimmung des Kartellamtes. Auch Aldi Nord interessiert sich nach Informationen der dpa für einzelne Standorte. Migros hatte bereits im März bekanntgegeben, mit Rewe zu verhandeln.

Die Marke Tegut soll aufgegeben werden. Unklar ist bislang, wie viele Märkte bestehen bleiben. «Die Filialen werden zu grössten Teilen an andere Lebensmitteleinzelhändler verkauft», heisst es im Jahresabschluss der Genossenschaft Migros Zürich.

Kartellrechtler skeptisch

Rechtsexperten sehen die geplanten Übernahmen kritisch. Rupprecht Podszun, Kartellrechtler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beklagt eine zu hohe Marktmacht der grossen Handelsketten in Deutschland. Er erwartet eine besonders intensive Prüfung durch das Kartellamt. Podszun hält es sogar für möglich, dass die Behörde die Vorhaben ganz oder teilweise untersagt.

Die 2013 übernommene Tegut war schon länger ein Sorgenkind der Migros Zürich. Ursprünglich setzte die Genossenschaft für den chronisch defizitären Einzelhändler eine Frist bis Ende 2026. Tegut betreibt mehr als 300 Supermärkte in sechs deutschen Bundesländern. (hkl/sda/awp/dpa)

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