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Martin Shkreli wird abgeführt.
Bild: AP/FR61802 AP

America's Most Hated Man: Gieriger Pharma-Manager verhaftet

18.12.2015, 11:1418.12.2015, 11:59

Er kaufte das neue Wu-Tang-Clan-Album für zwei Millionen Dollar und machte sich in den USA verhasst, weil er den Preis eines Medikaments um 5000 Prozent erhöhte. Nun droht Martin Shkreli eine lange Zeit hinter Gittern: Das FBI hat ihn wegen Betrugsvorwürfen festgenommen.

Der 32-jährige Sohn albanisch-kroatischer Einwanderer war in die Kritik geraten, nachdem seine Firma Turing Pharmaceuticals das Entzündungs-Medikament Daraprim, das unter anderem bei der Aids-Therapie eingesetzt wird, kaufte und den Preis von 13,50 auf 750 Dollar pro Pille vervielfachte. Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders nannte Shkreli «ein Musterbeispiel für Habgier». Shkreli kümmerte das nicht, er potenzierte den Hass noch durch ein ausgeprägt arrogantes Verhalten.

Im konkreten Fall geht es um Anschuldigungen im Zusammenhang mit seinem früheren Job als Chef der Pharmafirma Retrophin. Shkreli soll Geldbeträge in Millionenhöhe abgezweigt haben, um Verluste bei einem Hedgefonds auszugleichen, den er zuvor gegründet hatte. Shkreli habe die Löcher sowohl mit neuen Investorengeldern als auch mit Mitteln von Retrophin gestopft, teilte das zuständige Gericht mit.

Der Pharma-Manager habe Investoren «in ein Netz aus Lügen und Betrug eingebunden», sagte Staatsanwalt Robert Capers. Er habe Retrophin wie ein Schneeballsystem geführt. Sein Anwalt wurde als Mitverschwörer verhaftet. Bei einer Verurteilung drohen Shkreli 20 Jahre Gefängnis.

Kürzlich sorgte er für Schlagzeilen, weil er ein neues Album der Rap-Band Wu-Tang Clan kaufte, von dem es nur ein Exemplar gibt. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge zahlte er bei einer Auktion rund zwei Millionen Dollar. Eine Frage ist nun, ob das Vorgehen gegen Shkreli auch die Zukunft des Albums «Once Upon a Time in Shaolin» beeinflussen könnte: Die Staatsanwälte wollen seinen mit unrechtmässig erhaltenem Geld erstandenen Besitz beschlagnahmen. Zugleich wollen auch Investoren ihr Geld zurück. (pbl/sda)

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