Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der Enthüller

Der Enthüller

Quizduell ersetzt Kanti-Aufnahmeprüfung



Pavel Kulicka und Buzz Orgler

Schon mehr als 7 Millionen User sind der App «Quizduell» verfallen. Darunter auch immer mehr Spieler aus der Schweiz. Die kantonalen Bildungsdirektoren machen sich diesen Trend nun zu Nutze und ändern das Reglement ihrer Aufnahmeprüfung. «Wir haben in unserer Sitzung vom Dienstag beschlossen, die Gymi-Aufnahmeprüfungen für den Sommer 2014 durch Quizduell-Partien zu ersetzen», sagt Guido Heel, Sprecher der Direktorenkonferenz. «Das kommt uns wesentlich günstiger als für jedes Fach eine einzelne Prüfung zu schreiben», so Heel weiter. 

Enthüller, Quizduell

Diese Jugendliche üben für die Gymi-Prüfung (oder schicken sich gegenseitig Nacktfotos zu, wer weiss das schon...). Bild: Shutterstock

Das Prüfungsprozedere sieht vor, dass immer sechs Prüflinge gegeneinander antreten und jeder somit total fünf Spiele absolviert. Dabei geht es nicht darum, ob das Spiel gewonnen wird, sondern um den Punkteschnitt, den ein Kandidat erreicht. «Eine Partie beinhaltet 18 Fragen. Wer nach fünf Spielen einen Punkteschnitt von mindestens 11 richtigen Antworten vorweist, ist aufgenommen. 9er- und 10er-Schnitte dürfen eine Woche später nochmals antreten. Alles unter 9 gilt als durchgefallen», erklärt Heel.

App-Entwickler schäumen

Die Entwickler der Quizduell-App kritisieren den Entscheid der Bildungsdirektoren. «Unsere App hat nichts mit Bildung zu tun. Es geht hauptsächlich darum, den Jahrhunderte alten Streit unter Freunden ‚Wer von uns ist der Klügere?’ ein für alle mal zu beenden. Bei Quizduell muss man nichts wissen, sondern möglichst viele Antworten auf irrelevante Fragen auswendig lernen», so ein Sprecher der Firma.

Quizduell

Gymiy-Prüfung auf dem Smartphone: Wer den Schnitt von 9 Richtigen verpasst, ist raus. Bild: zvg

Auch Psychologe und Gymilehrer Andreas Dullschleger sieht die Sache kritisch. «Ich weiss nicht, wieso die Quiz-Duell-Frage ‚Wie viele Todesfälle gab es bisher bei der Sendung Marienhof?’ für die Aufnahme ins Gymi relevant sein soll. Ausserdem werden Schüler ohne Smartphone durch das neue Aufnahmeverfahren extrem benachteiligt.»  

Bildungsdirektor Guido Heel versteht den Einwand seines Kollegen, widerspricht aber. Seiner Meinung nach würden Jugendliche ohne Smartphone an der Kanti sowieso gemobbt werden, man erspare ihnen also im Vornherein viel Leid, wenn man sie bereits an der Prüfung benachteilige. Auch den fehlenden Zusammenhang zwischen Quizduell-Fragen und Gymi-Fächern sieht er nicht als Problem. Ganz im Gegenteil. «Durch die Quizduell-Fragen lernen Jugendliche, Antworten vollständig zu memorieren. Und dieses auswendig Lernen ist sehr wichtig für ihre zukünftigen Prüfungen an der Kanti. Kein Maturand hat je eine Französischprüfung bestanden, weil er die Sprache verstanden hat. Die sind alle nur durchgekommen, weil sie Regeln und Wörter auswendig gelernt haben.»

Die Enthüller

Der Enthüller, das ist Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka (Name von der Redaktion geändert). Auch wenn es für diesen Blog nicht nötig gewesen wäre: Der Chef hat Journalismus studiert und bereits Erfahrungen bei Zeitung, TV und Radio gesammelt. Er sieht in der Dämmerung umwerfend aus, ist charmant und Nichtraucher. Gleiches gilt auch für den Ressortleiter Kulicka, nur ist dieser weniger charmant, kann dafür aber Coke Zero von normaler Cola unterscheiden und das will was heissen. Ob das alles stimmt, was die zwei enthüllen? Natürlich nicht. Aber es könnte genauso gut wahr sein.

www.der-enthüller.ch
Der Enthüller auf Facebook
Der Enthüller auf Twitter

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 24.01.2014 13:29
    Highlight Highlight "Das Zocker- Gymi"

    Ja ja, wieso eigentlich nicht? Man könnte dann aber auch noch für einen Bereich das Bingo einbauen und für einen weiteren "Scheere, Stein, Papier". Oder allenfalls noch Dart- Werfen.

    Am Rande vermerkt: Wenn Gymi- Schüler ein Smartphone haben müssen, um nicht "gemobbt" zu werden, dann unterstützt der liebe Rektor ja das Mobile- Mobbing und lässt es zu... (trotz allem Sarkasmus)

    Der Entlarver lässt grüssen:
    Sieht im Tageslicht gut aus, ist smart und raucht ab und zu Backpfeife. Kann Rivella von Almdudler unterscheiden und studiert Krisenkommunikation und Medienpädagogik:-) ut (dp)

    PS Als Pädagoge kann ich bestätigen: Nicht auswendig Lernen macht Intelligenz aus, sondern die Anwendung von Wissen in neuen Situationen oder Umgebungen:-)
  • The oder ich 24.01.2014 11:04
    Highlight Highlight Kalender konsultiert. Abwesenheit des 1. Aprils für heute registriert. Schulter gezuckt wg Scherz zu früh
  • tisc 23.01.2014 18:00
    Highlight Highlight Dem sehe ich skeptisch entgegen!
    Besser auf Papier oder aber am PC mit einem dafür hergestellten Tool, davon bestehen genug.. z.B. moodle oder OLAT usw.
    • Timtimdut 23.01.2014 21:09
      Highlight Highlight Nicht zu ernst nehmen. Quelle: Enthüller. Lieber einfach lachen. ;)
    • tisc 24.01.2014 17:26
      Highlight Highlight OK, hab da wohl was übersehen.. ;)

Der Enthüller

Nach Erasmus-Aus: Zürcher Unis planen Kontingente für MEI-Ja-Kantone

Zürich (den.) Die EU verpasst der Schweiz einen weiteren Schlag in die Magengrube. Die Schweiz wird aus dem Erasmus-Programm ausgeschlossen und wird somit gleich behandelt wie andere Bildungshochburgen, darunter Somalia und Afghanistan. Machtlos gegen die fremden Richter greift die Uni Zürich nun zu drastischen Mitteln. Zusammen mit der ETH führt sie auf das Sommersemester Kontingente für alle Kantone ein, welche am 9. Februar Ja zur Masseneinwanderungsinitiative (MEI) gesagt haben. 

«Wir …

Artikel lesen
Link zum Artikel