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Forscher glauben, dass Shakespeare gekifft hat und Koks kannte. Und das ist kein Mitsommernachtstraum!



So mancher berauchte Brite wird sich beim Lesen der «Daily Mail» verwundert die roten Augen gerieben haben: «War Shakespeare HIGH, als er seine Werke schrieb?», fragt das Revolverblatt, und der geneigte Leser denkt sich: Das ist doch ein Schuss in den Ofen! Doch auch der deutlich seriösere «Independent» behauptet, der wohl grösste englische Schriftsteller habe Drogen konsumiert. Woher wollen die das wissen?

A flaming depiction of William Shakespeare is seen during a firework display at the Royal Shakespeare Company marking the 450th anniversary of Shakespeare's birth in Stratford-upon-Avon, southern England in this April 23, 2014 file photo. To match THEATRE-BRITAIN/SHAKESPEARE REUTERS/Suzanne Plunkett/Files

William Shakespeare in Flammen – bei der Feier seines 450. Geburtstags in Stratford-upon-Avon im April 2014.  bild: reuters

Zeig mir deine 400 Jahre alte Pfeife und ich sag dir deine Droge

Die Medien berufen sich auf eine neue Untersuchung von Pfeifen aus alten Tagen: Sie haben 24 Rauchgeräte oder Fragmente davon unter die Lupe genommen und sie einer Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung unterzogen. Vereinfacht gesagt konnten die Forscher aus Südafrika auf diesem Wege noch die kleinsten Bestandteile erschnüffeln, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Rauch aufgegangen sind.

Und was hat das jetzt mit Shakespeare zu tun? Ganz einfach: Die Wissenschaftler haben die Pfeifen unter anderem von einer Stiftung bekommen, die sich um das Geburtshaus des Schriftstellers in dem Städtchen Stratford-upon-Avon kümmert. Die Leihgaben waren im Garten ausgegraben worden. Von den 24 Pfeifen wiesen acht Spuren von Marihuana auf – und die Hälfte von diesen stammen aus Shakespeares Garten.

«Why write I still all one, ever the same, And keep invention in a noted weed, That every word doth almost tell my name, Showing their birth and where they did proceed?»

William Shakespeare Quelle: Sonnet 76

«Bilsenkraut aus Peru» – heute bekannt als Koks

Es war nicht die einzige Droge, die das Team um Professor Francis Thackery von der Universität Johannesburg nachweisen konnte. In zwei der Ton-Pfeifen entdeckten sie etwas, was damals das «Bilsenkraut aus Peru» genannt wurde: Es handelt sich um Cocablätter, dessen Kokain also schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Briten in Rausch versetzte. Zwei der 24 untersuchten Exemplare enthielten den Stoff. 

Last but not least wurden Rückstände einer Tabaksorte namens Nicotania gefunden – ja, sie heisst wirklich so und von ihr leitet sich auch das Wort Nikotin ab. Sie wurde in Virginia und benachbarten Gebieten der USA angebaut und belegt den frühen Handel zwischen alter und neuer Welt. Das ist eigentlich auch nicht verwunderlich, denn zuvor hatten die europäischen Entdecker von dort auch schon Maispflanzen und die Kartoffel mitgebracht

This undated photo provided by Bonhams shows a copper-engraved broadside celebrating Sir Francis Drake's circumnavigation of the globe, one of the  oldest items in  the archive of Eric Caren, who has amassed what is considered one of the largest private collections of historical papers in the United States. The broadside is one of 300 items from the Westchester-based Caren Archive being auctioned in April at the Manhattan location of Bonhams. The items for sale range from Revolutionary War documents describing the battles of Lexington and Concord to a mug shot of Western outlaw Butch Cassidy. (AP Photo/Bonhams)

Eine Darstellung von Sir Francis Drake, der den Südamerikanern Frieden brachte aus Südamerika mitnahm, was ihm gefiel. Bild: AP/Bonhams

Coca- und Marihuanablätter fielen dagegen unter den Sammelbegriff «Tabak» – und sind übrigens mit einem weiteren prominenten Namen der britischen Geschichte verknüpft. Die Forscher spekulieren, dass Sir Francis Drake jenen «Tabak» von seinen Reisen mitgebracht hat. Seine Mitbringsel werden erstmals in dem Standardwerk «Herbal» beschrieben, das John Gerard 1597 veröffentlicht hat.

Sir Francis Drake, William Shakespeare – welche Ikone der englischen Geschichte ist die nächste? Wenn Ex-Premier Margaret Thatcher sich outen würde, wäre wirklich nichts mehr heilig!

10 Promis, von denen du nie gedacht hättest, dass sie gekifft haben

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