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Kletterkünstler: Geckos sind die grössten Haftkletterer im Tierreich.<br data-editable="remove">
Kletterkünstler: Geckos sind die grössten Haftkletterer im Tierreich.
Bild: Shutterstock

Klettern wie der Gecko: Spiderman müsste eigentlich Schuhgrösse 145 haben

19.01.2016, 19:32

Geckos sind die grössten Tiere, die vertikal an glatten Wänden haften und laufen können. Ein Mensch bräuchte dafür unmöglich grosse Füsse, wie Forscher der Universität Cambridge feststellten.

Die Wissenschaftler um David Labonte von der University of Cambridge untersuchten bei 225 kletternden Tieren von Milben bis zu Baumfröschen und Geckos, welchen Anteil ihrer gesamten Körperoberfläche die Haftfläche ihrer Füsse ausmacht.

«Bei zunehmender Körpergrösse nimmt das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen ab. Eine Ameise hat im Vergleich zu ihrem Volumen eine grosse Oberfläche, ein Blauwal hingegen eine kleine.»
David Labonte, University of Cambridge

Dabei zeigte sich, dass dieser Anteil mit wachsender Körpergrösse zunimmt: Eine Milbe benötigt für die Wandhaftung 200 Mal weniger ihrer Körperoberfläche als ein Gecko.

Durch diesen Zusammenhang ergibt sich auch die Obergrenze der Körpergrösse, die solche Tiere mit Haftfüssen erreichen können. Ab einer gewissen Grösse wären die anatomischen Anpassungen ans Haftklettern einfach zu unpraktisch, schlussfolgern die Wissenschaftler im Fachjournal «PNAS».

Riesige Haftfüsse

Bei einem Menschen müssten die Füsse 40 Prozent seiner Körpergrösse ausmachen, schätzen die Forscher. Das entspräche etwa 80 Prozent unserer Vorderseite, die als Haftfüsse funktionieren müssten, damit wir wie Spiderman glatte Wände hinaufklettern könnten.

Spiderman-Model in Thailand: Die Kletterkünste des Superhelden funktionieren nur in der Fiktion.<br data-editable="remove">
Spiderman-Model in Thailand: Die Kletterkünste des Superhelden funktionieren nur in der Fiktion.
Bild: Shutterstock/Bohbeh

«Unsere Schuhe hätten dabei Grösse 145», sagte der an der Studie beteiligte Walter Federle vom Department of Zoology der University of Cambridge am Montag in einer Mitteilung der Universität

Je grösser desto mehr Klebekraft nötig

«Bei zunehmender Körpergrösse nimmt das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen ab», erklärte Labonte. «Eine Ameise hat im Vergleich zu ihrem Volumen eine grosse Oberfläche, ein Blauwal hingegen eine kleine.»

Enorme Klebekraft: Die Haftfüsse des Geckos.<br data-editable="remove">
Enorme Klebekraft: Die Haftfüsse des Geckos.
Bild: Shutterstock

Das stelle für Haftkletterer ein Problem dar: Je grösser und schwerer sie werden, desto mehr Klebekraft bräuchten sie, um an glatten Wänden laufen zu können. Und desto weniger Oberfläche stehe ihnen aber auch für Haftfüsse zur Verfügung, so Labonte. 

Klebriger statt grösser

Manche Tiere setzen jedoch auf einen anderen Trick, um ihre Füsse an ihre Körpergrösse anzupassen: Sie machen ihre Füsse klebriger. Dies beobachteten die Forscher zum Beispiel bei eng verwandten Froscharten.

Aber auch dieser Mechanismus hat keine grösseren Haftkletterer als Geckos hervorgebracht. Ob der Mensch jemals einen solch potenten – und zugleich kontrollierbaren – Superkleber erfindet, dass er damit Wände hochlaufen kann, bleibt abzuwarten. (dhr/sda)

«How do Geckos Climb Walls.»
YouTube/John Tandler
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