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Winterzeit ist Erkältungszeit: Rhinoviren haben Hochsaison. Bild: Shutterstock

Es stimmt eben doch

Kalte Nase macht krank

Warm anziehen ist angesagt: Bei Kälte schwächeln die Schleimhautzellen in unserer Nase und werden mit Erkältungsviren weniger gut fertig als sonst. 

07.01.15, 08:45 07.01.15, 09:17

Ist die Kälte schuld, wenn man sich eine Erkältung einfängt? Der Volksmund kennt – wie immer – keine Zweifel: Schon im Begriff Erkältung steckt die Kälte drin (auch in vielen anderen Sprachen, zum Beispiel Französisch «refroidissement»). 

Kälte allein kann allerdings keine Erkältung auslösen, und man kann sich auch erkälten, ohne dass man Kälte ausgesetzt war. Das erste Symptom einer Erkältung ist zwar oft ein Frösteln, das jedoch eine Folge der Erkrankung und nicht deren Ursache ist. 

Aber warum haben dann im Winter Triefnasen Hochkonjunktur? Zum Teil liegt das daran, dass wir uns in der kalten Jahreszeit öfter in schlecht belüfteten, beheizten Räumen aufhalten, in denen die Keimzahl erhöht ist. Doch auch die Kälte – da hat der Volksmund eben doch recht – begünstigt Erkältungen. 

Eine warme Nase wehrt sich besser

Zum einen kann eine Unterkühlung unser Immunsystem allgemein schwächen und damit die Abwehr der Krankheitserreger. Zum andern können sich Erkältungsviren in unserer Nase umso besser vermehren, je kälter das Riechorgan ist. Das lässt zumindest eine neue Studie der Yale University in New Haven vermuten. 

Das Forscherteam um die Immunologin Akiko Iwasaki infizierte aus den Atemwegen von Labormäusen entnommene Epithel-Zellen mit Rhinoviren und setzte die Zellkulturen danach verschiedenen Temperaturen aus. Bei körperwarmen 37 °C (die optimale Körpertemperatur des Menschen liegt bei 36,5 °C) konnten die Forscher eine beeindruckende antivirale Verteidigungsleistung der Epithel-Zellen feststellen. Bei den kälteren 33 °C indes vermehrten sich die Rhinoviren stärker. 

«Wir haben festgestellt, dass die Immunantwort auf das Rhinovirus bei der niedrigeren Temperatur beeinträchtigt ist.»

Akiko Iwasaki, immunologin

Kein Unterschied bei Mäusen ohne Immunabwehr

Mit einem Kontrollexperiment schlossen die Forscher aus, dass die je nach Temperatur unterschiedliche Vermehrung der Rhinoviren am Virus selbst liegt: Sie testeten Schleimhaut-Zellen von Mäusen, die an einem Gen-Defekt leiden und deshalb überhaupt keine Immunabwehr gegen das Rhinovirus aufweisen. Bei diesen Zellkulturen gab es keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Temperaturen; die Viren vermehrten sich genau so bei 37 °C wie bei 33 °C.

«Das belegt, dass es nicht am Virus selbst liegt, sondern dass die Immunreaktion des Wirts der Hauptgrund für diesen Kälteeffekt ist.»

akiko iwasaki, immunologin

Jeder fünfte hat ständig Erkältungsviren in der Nase

Rhinoviren, von denen es mehr als hundert verschiedene Serotypen gibt, nisten sich in den Schleimhäuten von Nase und Rachen ein. Rund zwanzig Prozent aller Menschen tragen laut den Studienautoren permanent Rhinoviren in der Nase. Dies ist kein Problem, wenn das Immunsystem gut funktioniert – es hält die Zahl der Erreger unter Kontrolle. 

Wer möglichst ohne Erkältung durch den Winter kommen möchte, sollte daher sich und seine Nase schön warm halten. So hat das Immunsystem bessere Chancen, den Rhinoviren den Garaus zu machen, bevor es zu einer Erkältung kommt. 



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