Wissen
Gesundheit

420'000 Menschen sterben pro Jahr an Lebensmittelvergiftung

Verseuchte Lebensmittel töten 420'000 Menschen – jedes Jahr

03.12.2015, 15:1604.12.2015, 04:38

Weltweit sterben nach UNO-Angaben jedes Jahr etwa 420'000 Menschen an Infektionen durch verseuchte Lebensmittel. Bis zu 600 Millionen Menschen erkranken pro Jahr durch Nahrung, die etwa mit Chemikalien, Bakterien oder Parasiten belastet ist.

Ein Drittel der Todesfälle betreffe Mädchen und Knaben unter fünf Jahren, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Fordert mehr Nahrungsmittelsicherheit: WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.
Fordert mehr Nahrungsmittelsicherheit: WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.
Bild: PIERRE ALBOUY/REUTERS

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan rief bei der Vorstellung der ersten globalen Langzeitstudie (2007 bis 2015) der UNO-Sonderorganisation über lebensmittelbedingte Erkrankungen alle Staaten zu mehr Einsatz für Nahrungsmittelsicherheit auf.

Afrika und Südostasien besonders betroffen

Fast einer von zehn Menschen weltweit wird dem Bericht zufolge nach dem Konsum von verseuchten Lebensmitteln krank. Am häufigsten litten Menschen in Afrika und in Südostasien unter Lebensmittelinfektionen und -vergiftungen.

Verantwortlich dafür sind insgesamt 31 Auslöser. Diese finden sich in Bakterien, Viren, Parasiten, Keime, Gifte oder Chemikalien «Wenn wir wissen, welche davon wo auf der Welt verantwortlich für die grössten Probleme sind, dann können Regierungen, die Öffentlichkeit und die Lebensmittelindustrie reagieren», sagte Chan.

Hunderttausende mit Durchfallerkrankungen

Symptome für Lebensmittelinfektionen sind Erbrechen, Durchfälle, Krämpfe sowie Fieber. Bei Vergiftungen, die auch durch Pilze oder bestimmte Fischarten ausgelöst werden können, sind diese Symptome besonders stark, und es kommen oft noch Halluzinationen hinzu.

Fiese Viecher: So also sehen Salmonellen aus.
Fiese Viecher: So also sehen Salmonellen aus.
Bild: AP

Die gravierendsten Probleme gibt es den WHO-Angaben zufolge mit Durchfall infolge verseuchter Nahrung. Daran würden jährlich 550 Millionen Menschen erkranken, 230'000 von ihnen würden sterben.

Hauptursache sei der Verzehr von rohen oder nicht genügend gekochten Lebensmitteln wie Fleisch, Eier, Gemüse oder Milchprodukten, die mit Noroviren, Campylobacter, Salmonellen oder Kolibakterien belastet sind. Auch Nahrungsmittel, die mit Erregern von Hepatitis A, Typhus, Schimmelpilzen oder Bandwürmern verseucht sind, würden Hunderttausenden von Menschen schwere gesundheitliche Probleme bereiten, warnt die Studie. (kad/sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die Nadelöhre der Weltwirtschaft: Diese 9 Passagen bestimmen die Handelsschifffahrt
Ein grosser Teil des weltweiten Handels läuft über Seerouten, die über natürliche und künstliche maritime Engpässe verlaufen. Diese Flaschenhälse der Handelsschifffahrt sind relativ schmal und stark befahren. Und einige von ihnen befinden sich in Regionen, die politisch instabil sind.
Die Schifffahrt ist das Rückgrat des Welthandels; sie wird von der Globalisierung angetrieben und treibt sie zugleich an. Der internationale Handel läuft, was das Volumen betrifft, schätzungsweise zu 80 Prozent über Frachtschiffe; wenn es um den Wert der Güter geht, sind es immer noch mehr als 70 Prozent. Ein grosser Teil dieses Handels wird über Seerouten abgewickelt, die über maritime Engpässe verlaufen. Einige dieser stark befahrenen Flaschenhälse befinden sich in politisch instabilen Regionen.
Zur Story