Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Als man in der Schweiz Gras ass: Ein Vulkan löste die letzte grosse Hungersnot in Europa aus

31.03.15, 10:18


Vor 200 Jahren erlebte Europa seine bisher letzte grosse Hungersnot. Ursache war der Vulkanausbruch des Tambora in Indonesien im Jahr 1815, der an vielen Orten das Klima vorübergehend abkühlte. An einer internationalen Konferenz in Bern spüren Klimaforschung und Historiker dem Ereignis nach.

Als am 10. April 1815 der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa explodierte, starben 70'000 Menschen. Er schleuderte riesige Mengen Schwebeteilchen und Gase in die Atmosphäre, die das Klima abkühlten. Das folgende Jahr ging in West- und Mitteleuropa sowie im Nordosten der USA als «Jahr ohne Sommer» in die Geschichte ein.

Vulkanischer Winter

Die Temperaturen in den Sommermonaten lagen 2,3 bis 4,6 Grad unter dem langjährigen Mittel, wie die Universität Bern in einer Mitteilung schreibt. Unter anderem in der Ostschweiz kam es als Folge der nasskalten Witterung zu einer Hungersnot, viele Menschen assen aus Verzweiflung Gras.

Die Ursachen und Folgen des vermutlich grössten Vulkanausbruchs der letzten 7000 Jahre diskutieren Forschende vom 7. bis 10. April an der Universität Bern. Da die Folgen des Ausbruchs ungewöhnlich gut dokumentiert sind, dient er unter anderem als Fallstudie, an der sich Klimamodelle und Forschungshypothesen testen lassen.

Supervulkane

Öffentliche Podiumsdiskussion

An der Konferenz nehmen auch Historikerinnen und Historiker teil, die sich mit der Reaktion von Gesellschaft und Politik auf diese Naturkatastrophe befassen.

Am 8. April findet eine öffentliche Podiumsdiskussion statt. Sie geht der Frage nach, wie die Welt im Allgemeinen und die Schweiz im Besonderen heute mit einer derartigen Krise umgehen würden. (dhr/sda)

«Tambora – Der Vulkan der den Winter brachte» (Teil 1) Video: Youtube/TheNobody2012

«Tambora – Der Vulkan der den Winter brachte» (Teil 2) Video: Youtube/TheNobody2012

«Tambora – Der Vulkan der den Winter brachte» (Teil 3) Video: Youtube/TheNobody2012

Vulkanausbruch versetzte Neandertalern den Todesstoss

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die grosse 9/11-Verschwörung – und was davon zu halten ist

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 erschütterten die Welt. 17 Jahre danach sind viele immer noch überzeugt, dass es sich um eine von den USA inszenierte Verschwörung handelte. Wir machen den Reality Check.

Es ist eines jener weltgeschichtlichen Ereignisse, bei denen jeder Mensch genau sagen kann, wo er sich aufgehalten hat, als er davon erfuhr. Am 11. September 2001 rasten zwei Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center (WTC) in New York. Eine weitere Maschine kollidierte mit dem Pentagon in Washington, und ein vierter Jet, der vermutlich in Richtung Washington unterwegs war, zerschellte im Bundesstaat Pennsylvania am Boden.

Die Anschläge von 9/11 erschütterten die Welt. Als …

Artikel lesen