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http://www.indianz.com/News/2016/09/01/jim-kent-the-real-truth-about-the-nodapl.asp

Warum eine Million Facebook-User in der Pampa von North Dakota stehen

Habt ihr euch auch schon gefragt, weshalb sich eure Freunde in North Dakota markiert haben, obwohl sie ganz bestimmt in der Schweiz sind? Nun, das Ganze passierte wegen der Proteste in Standing Rock, North Dakota.

Anna Whittlestone
Anna Whittlestone



Die Dakota Access Pipeline soll Öl in die Ölraffinerien in Illinois transportieren. Im Juli 2016 wurde das Projekt vom US Army Corps of Engineers (USACE) bewilligt. 

Die Pipeline soll von North Dakota bis Illinois führen. Ein Teil davon würde jedoch auch auf heiligem Land des Sioux-Stammes gebaut werden. 

Hier führt die Dakota Access Pipeline durch

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Die Dakota Pipeline soll durch die Bundesstaaten North Dakota, South Dakota und Iowa bis nach Illinois führen.  www.daplpipelinefacts.com/

Seit August laufen deshalb Proteste des Sioux-Stammes, von Aktivisten und Prominenten, wie Shailene Woodley und Mark Ruffalo. 

Der Sioux-Stamm protestiert, weil er vor dem Bau der Pipeline nicht darüber informiert wurde. Zudem befürchtet er und andere Aktivisten, dass wenn die Pipeline irgendwann kaputt ginge, könnte das Öl, das unter dem Missouri River transportiert würde, den ganzen Fluss verschmutzen und somit ihre Ressourcen zerstören.

Die Bauherrin, Energy Transfer Partners, argumentiert aber, dass der Bau tausende temporäre Jobs mit sich bringt und 40 Millionen US-Dollar an Steuern für North Dakota bringen werde.

Spezielle Berichterstatter wurden nun vom UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) beauftragt, mögliche verletzte Rechte der Deklaration für Rechte der indigenen Völker aufzuzeigen. 

Die sogenannten ‹Mainstream Medien› berichten nicht viel über das Geschehen in North Dakota. Nur dank Facebook wurde die Welt darauf aufmerksam. 

Die Polizei räumt die Blockaden nämlich nicht nur mit Gewalt, sondern verhaftet die Leute auch aufgrund ihrer Facebook-Taggings.

Gestern wurden mit Hilfe von «Geotagging» mehrere hunderte Verhaftungen in Standing Rock gemacht.

Deshalb haben die Aktivisten weltweit dazu aufgerufen, sich in Standing Rock zu markieren. Seit gestern haben sich über eine Million Menschen aus der ganzen Welt in Standing Rock markiert, um die Polizei zu verwirren. 

AJ+ berichtete über das Geotagging

Dallas Goldtooth, einer der Hauptaktivisten, schreibt in einem Facebook-Beitrag, dass das Taggen leider nicht so viel bringt, wie erwünscht, aber es hilft auf jeden Fall, die grosse Solidarität zu spüren. 

Olympiade der indigenen Völker

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    Alle Leser-Kommentare
  • D(r)ummer 02.11.2016 13:56
    Highlight Highlight Diese Nationalgardisten kommen sich hoffentlich ziemlich Dumm vor. ^^
    Obwohl das Thema sehr traurig ist, musste ich doch lachen, wenn ich sehe wie die Indigenen den Rechtstaat USA vorführen können.
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  • lilie 02.11.2016 07:39
    Highlight Highlight Finde es gut, dass sich die Leute wehren. 👍

    Sehe nicht ganz ein, warum das Argument für den Bau auf heiligem Land und in der Nähe eines Flusses sein soll, dass das Arbeit bringt.

    Es würde mindestens gleich viel Arbeit geben, wenn man die Pipeline woanders durchführen würde.

    Und die Ansässigen müssten bei der Arbeitvergabe bevorzugt werden. Das müsste doch im Interesse aller sein.
  • 321polorex123 02.11.2016 07:37
    Highlight Highlight Alsooo, moment mal. Wenn ich mich auf Facebook tagge kann ich verhaftet werden? Auch wenn ich selbst nicht da war/bin?
    Gibt es dafür einen neuen Strafbestand? Zukunftsgerichtete Präventivverhaftung?
  • teufelchen7 02.11.2016 07:19
    Highlight Highlight soviel zu der polizei... der freund und helfer der menschen....
  • Lukas Röllin 01.11.2016 21:30
    Highlight Highlight Wenn Hansli Meier aus Bubikon markiert wird, verwirrt das die Polizei natürlich enorm.
  • Hierundjetzt 01.11.2016 21:11
    Highlight Highlight Amerikas Wirtschaft in einem Satz erklärt, Zitat: "...tausende temporäre Jobs" "und 40 Mio Steuern"

    Sehr nachhaltig. Und: 40 Mio zahlt bei uns eine normale KMU Bank. Das aber Jahr für Jahr.

    Amerika muss wirklich sehr arm sein :-/
    • LaPaillade #BringBackHansi 01.11.2016 21:55
      Highlight Highlight 40 Millionen sind schon ziemlich viel.

      ND hat zwischen 750'000 und 800'000 Einwohner. Von der Bevölkerung her also in etwa doppelt so gross wie der Kanton Luzern (400'000 Einwohner). Der Kanton Luzern hat im Jahr 2015 bei juristischen Personen ein Steuerertrag von 93.9 Millionen Franken gemacht.
      Quelle: https://steuern.lu.ch/ueber_uns/dst_factsandfigures

      Wenn man sich dies im Verhältnis ansieht, dann sind 40 Millionen eine ziemliche Menge Geld.
    • Hierundjetzt 01.11.2016 23:28
      Highlight Highlight ND ist so gross wie England, mit 700'000 Einwohner.
      BIP / Einwohner 34000.- (mit dem Betrag kriegt man bei uns 80% KK Prämienverbilligung) kurz ein ärmliches dünnbesiedeltes Land (im Vergleich zu Europa)

      Vergleich BIP nach Kantonen:
      Zürich 96'000.- / Luzern 65'000.-

      Klar machen 40 Mio etwas aus. Aber das Budget von ND ist 27 Mrd. da sind 40 Mio nett, mehr nicht.

      Dafür muss man nicht durch ein Reservat (!) eine Leitung bauen. Das geht auch anders find ich.
    • michiOW 01.11.2016 23:40
      Highlight Highlight @LaPaillade
      Die Frage ist aber, in welchem Zeitraum die 40 Millionen gezahlt werden. Auch, wie lange diese temporären Jobs da sind, wäre sehr wichtig.

      Ausserdem arbeiten am Schluss wahrscheinlich erfahrene Arbeiter aus anderen Bundestaaten und billige Illegale an der Pipeline.
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