Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Wenn sich wilde Einhörner vertrauensvoll in die Arme einer Jungfrau begeben. bild: pinterest

Interview

Warum die weibliche Jungfräulichkeit noch immer so einen hohen Stellenwert hat

Ein Gespräch mit der Kulturtheoretikerin Christina von Braun über die Jungfrau Maria, alte patriarchale Strukturen und wie die moderne Reproduktionsmedizin die Jungfräulichkeit zu einem Instrument der Autonomie gemacht hat.



Welche Kulturen und Religionen haben Sie im Auge, wenn Sie vom nach wie vor hohen Stellenwert der weiblichen Jungfräulichkeit sprechen – und wie äussert sich dieser?
Die Jungfräulichkeit spielt eine wichtige Rolle vor allem in patriarchalen Kulturen, in denen ja der Vater im Mittelpunkt steht. Sie ist deshalb wichtig, weil die Vaterschaft nie beweisbar war. Erst seit 1984, seit dem genetischen Fingerabdruck, lässt sich der Vater nachweisen. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte. Wegen der Unsicherheit der Vaterschaft wurden Monogamie und das mit ihr einhergehende Ideal der Jungfräulichkeit zu einem festen Bestandteil des Regelwerks, das das Leben der Geschlechter kontrollierte. Unter den patriarchalen Kulturen ist die christliche Religion noch einmal einzigartig: Sie schätzt die Jungfräulichkeit höher ein als die Ehe selbst.

Gibt es auch Ausnahmen?
Es gab und gibt durchaus Kulturen, in der die Frau bestimmt und die väterliche Abstammung des Kindes unwichtig ist. Das Kind gehört hier a priori zur Familie der Mutter, was der Jungfräulichkeit weniger Bedeutung verleiht.

Bild

Christina von Braun.

Zur Person

Christina von Braun ist Kulturtheoretikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie arbeitet als Professorin für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität (HU) in Berlin. Sie hat über 50 Filmdokumentationen, zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Ideen-, Mentalitäts- und Geschlechtergeschichte publiziert und ist Mitgründerin und langjährige Leiterin des Studiengangs Gender Studies an der HU. Zuletzt erschien ihr Buch «Blutsbande. Verwandtschaft als Kulturgeschichte».

Was ist mit Jungfräulichkeit genau gemeint?
Das Hymen wurde erst im 11. Jahrhundert entdeckt. Aber das Ideal der Jungfräulichkeit ist viel älter. Insofern handelt es sich um eine kulturelle Vorstellung. Wie sie verstanden wird, unterscheidet sich von einer Kultur zur anderen. Im einen Fall geht es darum, dass die Frau jungfräulich in die Ehe geht, dass der Ehemann also der erste ist, der sie ‹besitzt›. In einem anderen – vor allem für Christen – ist sie darüber hinaus auch Symbol für Reinheit. In diesem Fall ist mit Reinheit Verzicht auf Sexualität gemeint; es wird eine ‹höhere› oder geistige Art der Reproduktion angestrebt. Das schlägt sich in der Lehre nieder, dass Gott die Jungfrau Maria durch ‹das Wort befruchtet› habe und sein Geist in ihrem Leib zu Fleisch geworden sei.

Bild

Allegorie der Jungfräulichkeit, gemalt von Hans Memling im 15. Jahrhundert. bild: tumblr/rhade-zapan

Also ist in christlich geprägten Gegenden die Vorstellung der reinen, von der Erbsünde unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria schuld an dieser Keuschheitsverehrung?
Die Verehrung der Jungfrau Maria ist eher die Folge als der Grund für die christliche Idealisierung der Jungfräulichkeit. Die Keuschheitsverehrung spielte für das Christentum eine zentrale Rolle. Das gilt einerseits theologisch: Ausgedrückt u. a. in der Gestalt der Muttergottes, die einen unsterblichen Gott gebiert. Mit der Lehre von der unbefleckten Empfängnis Mariae, die schon seit dem 8. Jahrhundert immer wieder verkündet und im 19. Jahrhundert zum Dogma erhoben wurde, nimmt die jungfräuliche Gottesmutter einen fast ebenbürtigen Rang mit dem Erlöser ein. Das Dogma besagt, dass nicht nur Christus, sondern auch Maria ohne die ‹Befleckung› der sexuellen Begierde gezeugt wurde.

Was für eine historische Bewandtnis hatte die christliche Idealisierung der Keuschheit?
Für die frühen Christen bot die Askese die Möglichkeit einer Abgrenzung gegen die antike Welt, in der die Fortpflanzung eine Art von Staatspflicht war. Männer und Frauen schuldeten den antiken Gemeinden ihre Reproduktionsfähigkeit. Mit der Verweigerung der Sexualität – der Begriff Jungfrau bezog sich damals sowohl auf Frauen als auch Männer – bot das Christentum eine völlig neue Art von geistiger Gemeinschaft. Für diese Zeit – wir sprechen von den ersten drei Jahrhunderten des Christentums – galt auch das Ideal einer Ununterscheidbarkeit von Männlichkeit und Weiblichkeit. Das änderte sich mit der Etablierung des Christentums als Staatsreligion – ab dann setzte sich zunehmend eine polarisierte Vorstellung der Geschlechtsunterschiede durch.

Jeanne d’Arc (Miniaturmalerei eines unbekannten Malers, zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts; ein zu Lebzeiten entstandenes Bild ist nicht überliefert.)

In der im Hundertjährigen Krieg kämpfenden Jungfrau von Orléans verschmelzen die Geschlechter. bild: wikimedia

Kann man eine Art Anfang dieses Jungfräulichkeits-Ideals festmachen oder vielleicht gar einen kulturell übergreifenden Grund dafür finden?
Wenn es überhaupt einen ‹Anfang› gibt, dann ist er in der allmählichen Entwicklung patriarchaler Sozialstrukturen zu suchen. Diese beginnen in manchen Gesellschaften schon mit der Erfindung des Pflugs, der eine Ermächtigung des Menschen über die Natur darstellte – eine Ermächtigung, die wiederum mit Männlichkeit gleichgesetzt wurde, während der weibliche Körper die domestizierte Natur symbolisierte. Alle darauffolgenden Kulturtechniken, wie etwa Schrift, Buchhaltung, Geld (auch der Monotheismus ist in dieser Hinsicht eine Kulturtechnik) haben diese Strukturen, die Männlichkeit mit Geist oder Kultur identifizierte, noch verstärkt.

Bild

Auch das aristotelische und später christliche Bild der unfertigen, mangelhaften, passiven und empfangenden Frau hat sich bis ins 19. Jahrhundert gehalten. 1694 zeichnete der Holländer Hartsoeker den Homunculus: Das kleine, bereits vollständige Menschlein im Spermium. Die Aufgabe des Uterus beschränkte sich darauf, den Homunculus zu nähren. bild: wikimedia

Und später änderte sich das?
Im 19. Jahrhundert begann der Niedergang dieser Strukturen: Die Zeugungsforschung und später die Genetik wiesen nach, dass die Mutter, nicht weniger als der Vater, den Kindern ihre genetischen Anlagen vererbt. Das gab den ersten Anstoss, in Kategorien von Gleichberechtigung zu denken. Zugleich zwang dies, den Vater nicht mehr als geistige Instanz, sondern biologisch zu denken. Der Mann repräsentierte nicht mehr die Kultur, den zeugenden Geist, sondern ebenso wie die Frau die Materie. Innerhalb von weniger als hundert Jahren kam es so zu einer radikalen Veränderung der Geschlechterordnung und der Mentalitäten. Dieser Umbruch vollzieht sich noch und erklärt einen Teil der Spannungen und Kontroversen über die Frage der Geschlechterordnung.

Wenn die Keuschheit als Ideal gilt, was passiert dann mit denen, die es nicht erfüllen?
In der christlichen Gesellschaft waren die, die sich nicht ans Keuschheitsideal hielten, weniger wert als Geistliche oder Mönche und Nonnen. Das gilt in der Katholischen Kirche bis heute und erklärt, warum der sexuelle Missbrauch von Geistlichen bei vielen Gläubigen so eine tiefe Enttäuschung und Entrüstung hervorrief. Natürlich gibt es auch in anderen Religionsgemeinschaften Missbrauch – aber bei der Katholischen Kirche mit ihrem Zölibat gilt sie als besonders anstössig. Zum Vergleich: Weder im Judentum noch im Islam gibt es eine solche Verherrlichung der Keuschheit. Zwar wird von den Frauen verlangt, unberührt in die Ehe zu gehen, aber die Sexualität selbst wird nicht verteufelt. Der Geschlechtsgenuss, auch der der Frau, hat einen hohen Stellenwert.

aha-Festival

aha ist ein Festival, das Forschung und Wissen vermittelt. Es ist allerdings kein Kongress, sondern richtet sich an ein neugieriges Nicht-Fachpublikum, das nach kompetenten Antworten auf aktuelle und brennende Fragen aus Gesellschaft und Politik sucht.
Forscherinnen und Experten aus dem In- und Ausland beantworten sie am 24. und 25. Januar auf den Bühnen des Kulturzentrums Südpol in Luzern.
Christina von Braun wird ihren Vortrag «Warum hat die weibliche Jungfräulichkeit noch so einen hohen Wert?» am Samstag um 20 Uhr im Club halten.
Alles Weitere findest du hier: www.aha-festival.ch

Wie wurde und wird Jungfräulichkeit bewiesen?
Wie gesagt, ganz lange wusste man nichts vom Hymen. Da hatte der Beweis – genau wie bei der Vaterschaft – eher mit Vermutungen, Vorannahmen, manchmal auch der Körpersprache zu tun. Aber wenn Sie Schriften wie den ‹Hexenhammer› lesen, dann war eigentlich jede Frau, Jungfrau oder nicht, schon das Einfallstor der Sünde.

Bild

Der Text, der die Hexenverbrennungen legitimierte, wurde zu einem der ersten Bestseller in der Geschichte des gedruckten Buches: Der «Hexenhammer» (1486) von Jacob Sprenger und Heinrich Kramer. Von Hexern ist darin keine Rede, denn Frauen seien nicht nur fleischlicher gesinnt und dümmer als Männer, sondern auch glaubensschwächer. bild: wikimedia

Bei der Pflicht zur Keuschheit bis mindestens zur Ehe geht es also immer auch um Herrschaft von Männern über den weiblichen Körper. Kann oder konnte sie von den Frauen auch positiv besetzt werden – selbst gewählt sein oder vielleicht sogar als eine Art Befreiungsakt gelten?
Natürlich haben viele Frauen die Keuschheit als eine Art von Selbstbehauptung praktiziert. Man muss die Berichte mittelalterlicher Klosterfrauen lesen, um zu sehen, wie sie sich das Recht, ins Kloster zu gehen, bei ihren Familien regelrecht erkämpfen mussten. Zwar gab es auch Familien, die ihre Töchter freiwillig ins Kloster gaben, weil sie sich die Mitgift nicht leisten konnten. Doch daneben gab es auch viele Frauen, die diesen Status freiwillig anstrebten. Es war für sie oft die einzige Möglichkeit, sich Bildung und Wissen anzueignen, ein geistig erfülltes Leben zu führen – und es war zugleich eine willkommene Alternative zu Ehe und Bevormundung durch einen Mann.

Gibt es eine Parallele dazu auch in der Moderne?
Die Suffragetten haben in ihrem Kampf für das weibliche Stimmrecht zum ersten Mal den Hungerstreik als politische Waffe eingesetzt. An ihnen wurde auch zum ersten Mal die Zwangsernährung praktiziert. Wenn man weiss, dass die Nahrungsverweigerung immer mit der Sexualverweigerung in Eins gesetzt wurde – viele der mittelalterlichen Frauen erkämpften sich den Zugang zum Kloster, indem sie sich weigerten zu essen – so erkennt man, dass bei den Suffragetten auch die Keuschheit, gedacht als Autonomie vom Mann, mitverhandelt wurde. Die Zwangsernährung wurde als Vergewaltigung eingesetzt und auch so verstanden. Am Ende haben die Suffragetten ihr Ziel erreicht.

Bild

Ein Poster der Suffrageten gegen die in britischen Frauengefängnissen mit brutalsten Methoden durchgeführte Zwangsernährung. bild: pinterest

Gab oder gibt es auch Kulturen/Religionen, in denen die Jungfräulichkeit als verpönt gilt?
Verpönt ist vielleicht das falsche Wort. Aber es gab und gibt Kulturen, in denen die Jungfräulichkeit keinen hohen Status hat. Das sind vor allem Kulturen, in denen die Mutter im Zentrum der Sozialstruktur steht. Im traditionellen Christentum geniesst nur die Muttergottes hohes Ansehen, die normale Frau und Mutter wird in der Sozialhierarchie niedrig veranschlagt – das zeigen die männlichen Stammbäume, die Gesetze zur Vormundschaft über die Kinder usw. Das christliche Regelwerk bezieht sich vornehmlich auf die Kontrolle des weiblichen Körpers, nicht auf den Respekt vor der Frau. Zum Vergleich: Im Judentum wird der weibliche Körper sakralisiert; er stellt eine Art von Tempel dar und wird eben deshalb kontrolliert. Im Christentum wird die Ehe sakralisiert. Die Frau soll als Individuum in der ehelichen Symbiose verschwinden. Paulus sagt es ganz deutlich: ‹Der Mann ist ein Spiegel Gottes, die Frau ein Spiegel des Mannes.› Das lässt nicht viel Platz für weibliche Eigenheit.

Wirken diese alten Vorstellungen bis heute nach oder hat die Moderne ihren eigenen Teil zur Jungfrau-Verehrung beigetragen?
Die Moderne hat tatsächlich eine neue Art der Jungfrauenverehrung hervorgebracht: Denn die Reproduktionsmedizin hat ermöglicht, dass Frauen, die noch nie mit einem Mann geschlafen haben – dies als lesbische Frauen womöglich auch ablehnen – Kinder bekommen können. Die moderne Wissenschaft hat es einerseits erlaubt, den alten Mythos in die Realität zu überführen – zugleich aber aus diesem Werkzeug der Kontrolle über den Frauenkörper ein Instrument weiblicher Selbstbestimmung gemacht. Heute können natürlich auch schwule Männer Vater werden, ohne mit einer Frau zu schlafen – nur fehlt hier eine vergleichbare mythische Vorgeschichte.

Bild

Der Mythos der Jungfrauengeburt: Maria hat laut christlicher Theologie Jesus durch den Heiligen Geist empfangen. bild: wikimedia

Ist das, was wir heute «Slutshaming» nennen, ein Erbe des Jungfräulichkeits-Ideals?
Slutshaming ist eine von vielen Formen von Diffamation, die sich ganz generell gegen Weiblichkeit richten. Manchmal drücken sich diese im Vorwurf der Nymphomanie aus, in anderen heißt der Vorwurf Frigidität. Das ist austauschbar – und sollte auch als austauschbar verstanden werden.

Werden wir uns je von solchen Reinheits- und Jungfräulichkeits-Vorstellungen trennen können?
Die Moralvorstellungen der christlichen Gesellschaft und alte patriarchale Strukturen sind so tief verankert, dass sie sich nicht so schnell überwinden lassen. Aber es könnte zu einer Neubewertung mancher Kategorien kommen. Die Umwertung der Jungfräulichkeit durch die Reproduktionsmedizin habe ich schon erwähnt. Sie hat die Jungfräulichkeit zu einem Instrument der Autonomie gemacht. Auch die frühchristlichen Vorstellungen einer Ununterscheidbarkeit der Geschlechter im Jenseits – sie gingen einher mit der christlichen Idealisierung der Jungfräulichkeit – wurden mit den neuen biologischen Techniken zu einer im Diesseits gelebten Realität: Erst entstanden multiple Definitionen von Vaterschaft und Mutterschaft: soziale Mutter, genetische Mutter, Eizellspenderin, Tragemutter usw. Beim Vater genauso. Parallel dazu wurden die Grenzen zwischen den sexuellen Identitäten fliessend. Theoretisch ist es heute auch schon möglich, dass ein und dieselbe Person – durch die genetische Weiterentwicklung pluripotenter Stammzellen, die aus Hautpartikeln gewonnen werden – Vater und Mutter zugleich ist. Das wäre dann die weltliche Umsetzung der antiken Muttergottheiten, die auf parthenogenetische Weise neues Leben hervorbrachten.

Und wie wäre eine solche Weiterentwicklung zu bewerten?
Ob das ein Idealzustand ist, mag dahingestellt bleiben. Worauf ich hinaus will, ist die Tatsache, dass alte symbolische Regelwerke bleiben und zugleich eine vollkommen neue Bedeutung erhalten können. So wie der Begriff ‹gay› ursprünglich diffamatorisch gemeint war und dann von Schwulen zur positiven Selbstbezeichnung umfunktioniert wurde, können auch Ideale wie das der Jungfräulichkeit weiterwirken, aber eine konträre Bedeutung annehmen.

Arschtrompeten im Gebetsbuch und andere Obszönitäten aus dem Mittelalter

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

52
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
52Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oxymora 26.01.2020 12:30
    Highlight Highlight @ Anna Rothenfluh

    Hoppla Fehlinterpretation in Ihrem Artikel

    “Das Dogma besagt, dass nicht nur Christus, sondern auch Maria ohne die ‹Befleckung› der sexuellen Begierde gezeugt wurde.“

    Christliche Version
    Anna (menschliche Oma von Jesus) und Joachim (menschlicher Opa Jesus) zeugten Maria durch Sexualverkehr.
    Doch der liebe Gott in seiner grossen Gnade hat angeblich Maria vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an von der Befleckung durch die Erbsünde bewahrt.

    Befleckung bezieht sich nicht auf Zeugungsart
    sondern auf die Erbsünde.

    Aber was solls, auf mich wirken beide Versionen voll krank
    • Oxymora 26.01.2020 13:10
      Highlight Highlight Der Stammbaum zeigt nur Maria wurde durch den Herrn, respektive heiligen Geist geschwängert.
      Benutzer Bild
  • Glenn Quagmire 26.01.2020 11:01
    Highlight Highlight Als bereits als knapp Volljähriger waren es viel besser mit erfahrenen Girls zu schlafen als mit Jungfrauen.
  • Der Rückbauer 26.01.2020 08:19
    Highlight Highlight Ich hab da ein ungutes Gefühl, wenn ich lese, dass Thema Jungfräulichkeit vor allem historisch auf das Christentum zurückzuführen sei. Ja, vielleicht ganz am Anfang, aber was war und ist mit dem jüngeren Islam, früher bis heute auf die 70 Jungfrauen? Kein Wort über den Islam, oder habe ich etwas überlesen? Wenn ja, blitzt, wenn nein, blitzt auch, denn selektive Wahrnehmung ist heute politisch korrekt, trendy und gewollt. Wie wohl bei dieser Frau mit dem "berühmten" Namen.
  • Auric 25.01.2020 18:39
    Highlight Highlight Kein Wort darüber das seit dem 16. Jh die Existenz von Sexuell übertragbaren Krankheiten bekannt war, kein Wort darüber das die „Jungfrau“ höchstwahrscheinlich ihn nicht mit solchen Krankheiten hat anstecken können.
  • Raphael Bühlmann 25.01.2020 16:34
    Highlight Highlight Ich weiss nicht, ob ich eine Akademikerin ernst nehmen kann, welche das Dogma der Unbefleckten Empfängnis nicht versteht, bzw. mit der Jungfrauengeburt verwechselt.

    Diese weit verbreitete Verwechslung führt auch zur irrigen Annahme, Sexualität werde von der Kirche verteufelt.
    • thzw 25.01.2020 19:55
      Highlight Highlight Naja, man muss schon spezifizieren, von welcher Kirche man spricht. Die katholische Kirche in ihrer ersten Blütezeit (Mittelalter) hatte definitiv etwas gegen sexuelles Lustempfinden. Denn dieses ist das Vehikel der Erbsünde, mit dem die Menschheit ja gegeisselt ist. Die Jungfräulichkeit Mariae ist nur das Zeichen davon, dass sie keinerlei Lust empfand, als sie Jesus empfing, ergo also die Kette der Sündübertragung unterbrochen wurde. Die andere Seite war jedoch, dass die Kirche pragmatischerweise Sexualität dulden musste, wenn sie nicht innerhalb kürzester Zeit ihre Gläubigen verlieren wollte
    • Henri Lapin 26.01.2020 02:27
      Highlight Highlight @häxcebäse: jede Woche vier schadet weder dir noch mir. Soll Luther gesagt haben.
    • 獅鳥 lionbird 26.01.2020 03:23
      Highlight Highlight @thze Die Kette der Sündübertragung unterbrochen, weil sie keine Lust empfand? 🤦🏻‍♀️

      Aiaiai Maria selbst wurde frei von Erbsünde empfangen. Und die Jungfrauengeburt ist eine andere Lehre.

      @häxxebäse Buddha hat in seiner Lehre keine Vorgaben zum Ausleben der Sexualität gemacht. Die Auslegungen unterscheiden sich stark, dazu gibt es spannende Literatur. Das Spektrum reicht von zölibatär lebenden Mönchen bishin zu tantrischen Gemeinschaften.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knäckebrot 25.01.2020 16:16
    Highlight Highlight Finde der Professorin Darstellung des Christentums punkto Abwertung der Frau sehr Mainstream.

    Das sind 2000 Jahre an verschiedenen Orten mit verschiedenen Vorgeschichten. Die auf Watson publizierten historischen Darstellungen gehen oft in die Richtung, dass es den Frauen so viel besser ergangen wäre, wenn nur das Christentum nicht gekommen wäre.

    Den Hexenhammer noch als Referenz zur "damalig" geläufigen Sicht zu nehmen ist sehr typisch. Dass er aber auch sehr umstritten war und sogar von den Inquisitoren inkl. der spanischen (!) entschieden abgelehnt wurde scheint nie Thema zu sein.
    • Knäckebrot 25.01.2020 23:20
      Highlight Highlight "Ausser in Naturreligionen." Hoppla, da habe ich wohl einfach nicht dieselben erlebt, wie du :)

      "Ist ja auch so.... wir frauen werden von jeder kirche unterdrückt." Liebe Häxxebäse, gibt es denn eine institutionalisierte Religion, die Frauen unterdrückte, welche es nicht auch schaffte, Männer zu unterdrücken?

      Dieser schrecklichen Hexenverfolgung wurde nicht einfach von allen so zugejubelt, wie man heutzutage oft darstellt.
      Es waren übrigens christliche Missionare, die als erstes gegen die weibliche Beschneidung vorgingen und es Verstümmelung nannten, wie es noch heute genannt wird (FGM).
    • Knäckebrot 27.01.2020 11:35
      Highlight Highlight Will nicht Missionare per se positiv darstellen, aber dein Schwarzweissdenken etwas in Frage stellen.

      Du listest in deiner Auflistung Frauenbeschneidung auf, münzt es auf die Religiösen, während es aber gerade christliche Missionare waren, welche als erstes dagegen angingen und es beim Namen (Verstümmelung) nannten.

      Ich sehe bei dir, dass du eine zum einen verletzte Person bist und zum anderen, dass du eine ziemliche Bitterkeit gegen den Glauben, wie im NT steht, entwickelt hast, welche dich die Geschichte ziemlich einseitig lesen lässt.
  • DomKi 25.01.2020 16:15
    Highlight Highlight Katholizismus, von dem die Rese ist, ist halt nicht das Maß der Dinge, sondern Gottes Wort die Bibel. Da gibt es kein Zöllibat, das ist eine menschliche Erfindung, u.a. auch damit der Besitz in den Händen der Kirche bleibt (keine menschlichen Erben werden bedient)
    • Balikc 25.01.2020 17:15
      Highlight Highlight "Gottes Wort" ist ebenso eine menschliche Erfindung und damit ebensowenig "das Mass der Dinge".
    • Knäckebrot 25.01.2020 18:11
      Highlight Highlight Aus einem historischen Standpunkt:
      -Katholizismus ist nicht das Mass der Dinge punkto Theologie des Urchristentums
      -Im NT wird gewarnt vor den kommenden Irrlehrern, die die Ehe verbieten (1. Tim 4:3), was schon eine theologisch Brisant ist.
    • Raphael Bühlmann 25.01.2020 20:10
      Highlight Highlight Knäckebrot, was ist denn das Mass der Dinge punkto Theologie des Urchristentums?
    Weitere Antworten anzeigen
  • DomKi 25.01.2020 16:02
    Highlight Highlight "Die christliche Religion noch einmal einzigartig: Sie schätzt die Jungfräulichkeit höher ein als die Ehe selbst." Wer so was sagt kennt die Bibel nicht. Sexuelle Abstinenz vor der Ehe hilft uns auf das Leben zu konzentrieren, a er die Ehe ist immer anstrebbar in Gottes Augen > Komplementierung von Mann und Frau. Zudem ist schon lange bewiesen, dass Ehepaare glücklicher sind, ein stabiler3s Leben führen etc.
    • _kokolorix 25.01.2020 16:54
      Highlight Highlight Wo wurde jemals bewiesen, dass Ehepaare glücklicher sind als unverheiratete Paare? Und wieso lassen sich fast die Hälfte der Glücklichen mit einer üblicherweise üblen Schlammschlacht scheiden?
    • waschbär 25.01.2020 19:38
      Highlight Highlight Und wieso sollte ich mich nicht auf das leben konzentrieren können, wenn ich nicht enthaltsam bin?
    • Mr. Kr 25.01.2020 22:53
      Highlight Highlight "Die christliche Religion noch einmal einzigartig„ ach was genau gleicher Schwachsinn wie jede andere Religion. Lass dir du dein Leben beeinflussen von einem 2000 Jahre alten Märchen.
  • Musta Makkara 25.01.2020 15:18
    Highlight Highlight Danke für diesen spannenden und informativen Artikel! Nur ein Punkt möchte ich anbringen: Es ist zu unterscheiden zwischen den "christlichen Kulturen/Gesellschaften", welche diverse soziale Codes und Regeln hervorbringen (wie zB. dass Jungfräulichkeit mehr wert und nur die Frau betreffend sei), und dem, was die religiöse Lehre (Ideal) war/ist (zB. Katechismus bei Katholiken) - und dort steht nichts dergleichen. Und das Dogma der "Unbefleckten Empfängnis" bezieht sich auf die Erbsünde, nicht Jungfräulichkeit. Hier wäre ein genauerer Umgang mit den (theologischen) Begriffen hilfreich.
    • Musta Makkara 25.01.2020 15:51
      Highlight Highlight Und bitte nicht einzelne Sätze als "Beweisführung" aus der (extrem heterogenen, interpretationsbedürftigen und zT. widersprüchlichen) Bibel zitieren, das machen die Fundis schon genug... ;-)
    • DomKi 25.01.2020 16:20
      Highlight Highlight @Musta Makkara: haben Sie die Bibel vollständig gelesen? Ich sehe keine Widersprüche, die gibt es nur wenn wir nicht verstehen wollen. Ich lebe seit 11 Jahren nach der Bibel und seither habe ich großen Frieden und eine noch größere Hoffnung.
    • Asha 25.01.2020 16:32
      Highlight Highlight DomKi, den Kommentaren nach hat sich Musta Makkara wohl tiefer mit der Bibel auseinander gesetzt als du... Schön hast du deinen Frieden gefunden, aber deine Interpretation der Bibel ist nicht einfach allgemeingültig, sondern halt eben einfach deine Interpretation. Genau so wie der Gott deines Verständnisses vielleicht anders zu dir spricht als der Gott meines Verständnisses. Die Auseinandersetzung mit Widersprüchen bringt uns näher zu Gott, nicht umgekehrt. Doch dieser Weg führt tief nach innen und braucht auch viel Mut, wahrhaftig hinzuschauen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gigle 25.01.2020 15:15
    Highlight Highlight Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass eine bestehende oder nicht bestehende Jungfräulichkeit mit keinem medizinischen Test bewiesen/widerlegt werden kann. Der Hymen ist bei jeder Frau anders ausgeprägt (kann auch schon mal inexistent sein) und kann sowohl z.B. beim Velofahren reissen als auch beim Geschlechtsverkehr nicht reissen.
    • waschbär 25.01.2020 19:39
      Highlight Highlight Das hat mir in diesem bericht auch gefehlt - mit dem mythos des „jungfernhäutchens“ sollte endlich aufgeräumt werden!
  • fabsli 25.01.2020 14:35
    Highlight Highlight Wieso ist es so erstrebenswert mit einer Frau Sex zu haben, die KEINE AHNUNG hat?
    • michiOW 25.01.2020 15:03
      Highlight Highlight Man ist der Erste.
    • jaähä 25.01.2020 15:05
      Highlight Highlight Alte rollenbilder sind nunmal noch immer stark in den köpfen verankert. Gewisse Männer wollen der "chef" sein, frauen sollten sich unterwerfen. Das widerspiegelt sich auch in der sexualität. Diese männer empfinden ein schüchternes, unterwürfiges verhalten der frau beim sex erregend, da sie so dominieren können.
    • Hummingbird 25.01.2020 15:32
      Highlight Highlight michiOW und was hat Mann davon, der Erste zu sein?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Storma 25.01.2020 14:29
    Highlight Highlight Sehr interessantes Interview!
    Zum Thema Slutshaming:
    Es scheint sich für mich um eine ungesunde Idealisierung des weiblichen Geschlechterbildes zu handeln.
    Ein äquivalent ist in der heutigen Gesellschaft auch bei jungen Männern zu finden, welche ihre jungfräulichkeit aus Angst vor spott verheimlichen müssen. Wo die Jungfräulichkeit bei Frauen idealisiert wird, ist sie bei Männern ein Indiz dafür dass, es sich um einen loser handelt. Zum glück verlieren beide "ideale" mit den Jahren ihre Wirkung und werden irrelevant. Lasst euch von solchen Stempeln nicht beeinflussen und macht was ihr wollt!
  • Matti_St 25.01.2020 14:05
    Highlight Highlight Ich sag schon lange, Kinder müssten den Namen der Mutter tragen.
    Zur Jungfräulichkeit, die, die darauf bestehen oder als erstrebenswert erachten spinnen doch alle. Glaube von den Ami-Teenistars die Stücke Ausagen gemacht haben, ging keine und keiner als Jungfrau/mann in die Ehe.
    • Chamael 25.01.2020 15:38
      Highlight Highlight Und wo bleibt dann die Gleichberechtigung? Unrecht kann man nicht durch Umkehrung zu Recht machen. Ich bin ja für das alte skandinavische System: Mädchen heissen ‚VornamederMutter‘tochter, Jungs ,VornamedesVaters‘sohn...
    • Matti_St 25.01.2020 15:54
      Highlight Highlight @Chamael, mir geht es nicht um Gleichberechtigung. Mann kann nur sicher sein, wer die Mutter ist. Der Vater nicht.
    • Chamael 25.01.2020 16:36
      Highlight Highlight Gentest gibts ja
    Weitere Antworten anzeigen

Interview

Was ein Statistik-Professor über lügnerische Zahlen und falsche Ängste zu sagen hat

Walter Krämer erzählt, wie mit fragwürdigen Studien Panik gemacht wird, während wir uns eigentlich vor ganz anderen Dingen fürchten sollten.

Herr Krämer, Sie sind Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und entlarven als solcher gern zwielichtige Datenanalysen. Haben Sie derzeit eine Lieblingsstatistik? Walter Krämer: Ja. Das ist die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Ich wohne direkt neben dem BVB-Stadion und bin seit mehr als einem Dutzend Jahren BVB-Aktionär.

Sie haben die Deutschen mal als «Volk von Innummeraten» (Zahlen-Analphabeten) bezeichnet und ihre bedauerliche Schwäche Goethe, dem dichtenden …

Artikel lesen
Link zum Artikel