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In 15 bis 20 Prozent aller Schwangerschaften kommt es zu einer frühen Fehlgeburt. Wieso redet niemand darüber? illustration: stephan liechti/bz

Spür mich, ich war mal dein Kind: Darum ist es wichtig, über Fehlgeburten zu sprechen

Wenn eine Frau ihr Kind vor der 12. Schwangerschaftswoche verliert, gilt das als Krankheit. Die Versicherung bezahlt nicht alles. Dass sich Frauen wegen einer Fehlgeburt schämen und schweigen, hat System, sagt unsere Autorin. Sie hat es selbst erlebt.

Naomi Gregoris* / ch media



An einem Donnerstagvormittag sass ich im Warteraum des Basler Unispitals und blutete ohne Unterlass. Eine riesige Binde lag in meiner Unterhose und sog sich voll. Ich spürte das warme, dickflüssige Blut, das nicht schnell genug einsickerte. Es bildete sich ein nasser Schleimklumpen, der eine Auseinandersetzung forderte: Spür mich, ich bin deine Fehlgeburt.

Als ich schwanger wurde, war ich nicht überrascht. Ich kannte meinen Zyklus gut, mein Freund und ich verhüteten seit anderthalb Jahren mit der Temperaturmethode. War ich fruchtbar, benutzten wir ein Kondom, wenn nicht, keins. Das hatte gut geklappt, bis auf eine Nacht in den Sommerferien, in der wir nachlässig waren. Meine Grossmutter hatte immer gesagt «Die Frauen in unserer Familie brauchen nur das Nachthemd an den Bettpfosten zu hängen.» Das war mir Ansage genug.

Einen Monat später hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Mein Freund und ich freuten uns sehr. Geplant war das Kind definitiv nicht, aber wir sind beide in unseren frühen Dreissigern, viele Bekannte kriegen gerade Kinder. Wir waren alt genug, lieben uns sehr, es fiel uns nicht schwer, uns auf diese Veränderung einzulassen.

«Sechs Wochen? Das ist aber sehr mutig, dass ihr jetzt schon allen davon erzählt.»

Einen Tag nachdem ich von der Schwangerschaft erfuhr, ich war knapp in der sechsten Woche, war die Beerdigung meines Grossvaters. Ich lief mit strahlendem Gesicht herum und erzählte meiner ganzen Familie davon. Meine Grossmutter umarmte mich lange und sagte leise in meine Halskuhle: «Ein Leben geht, ein Leben kommt!» Der Mann meiner Cousine war weniger poetisch. «Sechs Wochen? Das ist aber sehr mutig, dass ihr jetzt schon allen davon erzählt.» Er meinte es verwundert, aber in meinen Ohren klang es vorwurfsvoll.

Ich habe nie verstanden, was die 3-Monate-Regel soll. Wer sein Kind vorher verliert, oder entscheidet, bei Trisonomie 21 abzutreiben, muss diesen Verlust doch irgendwie teilen können. Das Paar soll selber entscheiden dürfen, wie es das tun will, aber eine «Regel» vor das persönliche Empfinden zu stellen, scheint mir abartig.

Sollte ich das Kleine verlieren, sagte ich grossspurig zum Mann der Cousine, würde es die ganze Welt erfahren. Das klang unheimlich stark und insgeheim dachte ich: Gut, hast du vor diesem Bünzli so ein Statement gemacht. Und zum Glück wird’s dich wahrscheinlich nicht treffen. Wenige Monate zuvor hatte eine Freundin von mir eine Fehlgeburt, ansonsten waren alle meine Freunde mit Kindern verschont geblieben. Da sagte mir meine hormongeschwängerte Logik: Dir wird das garantiert nicht passieren. Wir fingen an, Pläne zu machen

fehlgeburt frau traurig

Bild: shutterstock

Ein paar Wochen lang ging tatsächlich alles gut, auch der Kontrolltermin bei der Frauenärztin deutete auf eine gesunde Schwangerschaft hin. Sie machte einen Ultraschall, wir sahen das kleine schlagende Herz, mein Freund hatte Tränen in den Augen. Wir klebten das Bild an die Kühlschranktür, gaben dem Ungeborenen einen Spitznamen und fingen an, uns Gedanken zu machen: Sollten wir zusammenziehen? Aufstocken bei der Arbeit? Eine Hebamme finden? Keinen Camembert mehr essen?

«Was passiert jetzt?»

Ich freute mich und sagte es allen. Je mehr ich Freunden und Bekannten von der Schwangerschaft erzählte, desto weniger glaubte ich an die Möglichkeit einer Fehlgeburt. Als Journalistin war ich es gewohnt, dass meine Worte etwas ausrichten. Dieselbe Macht attestierte ich ihnen jetzt, wo es um meinen Körper ging.

Kurz nach Beginn der 11. Woche begannen die Blutungen. Ich stand in der Dusche und sah rot verfärbtes Wasser meine Beine hinunterlaufen. Eine Sekunde lang dachte ich: Das hast du jetzt davon: auf stark gemacht und jetzt passierts auch dir. Zwei Stunden später sass ich mit gespreizten Beinen auf einem Gynäkologenstuhl und schaute auf das Ultraschallbild, das neben mir flimmerte. Unser kleiner Embryo sah aus wie damals beim ersten Termin. Nur ohne Herzschlag. Ich sah zu meinem Freund hinüber. Er weinte. Dann drückte ich seine Hand. Jetzt nur nicht mitreissen lassen. «Was passiert jetzt?»

Abort. Was für ein fürchterliches Wort. 

Die diensthabende Assistenzärztin machte ihre Arbeit gut. Sie sagte mit behutsamer Stimme, fast jede fünfte Schwangerschaft ende in einem Frühabort, und es gebe eine hohe Dunkelziffer von Frauen, die gar nicht bemerken, dass sie schwanger gewesen waren. Bei mir seien die Grösse des Embryos und der fehlende Herzschlag ein relativ klares Zeichen für einen anstehenden Abort. Ich dachte: Was für ein fürchterliches Wort. Abort. Wie Toilette. Oder Abtreibung. Meinen Abort würde ich auf keinen Fall als solchen bezeichnen. Fehlgeburt nennt die Dinge wenigstens beim Namen.

fehlgeburt frau traurig

Nach einer Fehlgeburt leiden die Frauen.  Bild: shutterstock

«O. k., aber was passiert jetzt genau?», fragte ich noch einmal. Dabei schluckte ich hart, meine Kehle war ganz trocken. Das sei unterschiedlich, antwortete die Ärztin, bei einigen Frauen sei es wie eine starke Menstruation, andere erlebten fast wehenartige Krämpfe. Sie werde mir ein Schmerzmittel verschreiben.

Wir gingen zur Nachtapotheke, holten uns die Medikamente und fuhren schweigend auf unseren Fahrrädern nach Hause. Daheim zündeten wir eine Kerze an, legten das Foto vom ersten Ultraschall hinzu, umarmten uns lange und weinten. Die Aussicht darauf, Eltern zu werden, hatte sich nahtlos in unser Leben eingefügt, und es schien uns ein Verrat am Universum, dass das jetzt nicht mehr so sein sollte. Als hätte jemand ein allgemeingültiges Gesetz ausser Kraft gesetzt. Ihr müsst jetzt einfach ohne Schwerkraft klarkommen, viel Glück. Ihr seid jetzt keine Eltern mehr, tut uns leid.

Sich von der Vorstellung zu verabschieden, Mutter zu sein, kostete Kraft, aber noch viel schmerzvoller war es, sich von der Überzeugung zu lösen, ich hätte irgendetwas falsch gemacht.

Sich von der Vorstellung zu verabschieden, Mutter zu sein, kostete Kraft, aber noch viel schmerzvoller war es, sich von der Überzeugung zu lösen, ich hätte irgendetwas falsch gemacht. Als ich meiner Grossmutter von der Fehlgeburt erzählte, sagte sie: «Vielleicht hattest du auch einfach ein bisschen zu viel Stress in letzter Zeit?» Ich verurteilte sie dafür, und mich noch mehr, weil mir dasselbe auch schon durch den Kopf gegangen war.

Die körperlichen Schmerzen begannen in der Nacht, zwei Tage nach der Diagnose. Ich lag auf dem Bett und hatte im Viertelstundentakt Kontraktionen. Bei jeder Kontraktion verkrampfte sich mein Körper, dann stiess er blutige Fetzen aus. Die ersten zwei Stunden verbrachte ich abwechselnd im Bett und Badezimmer. Um halb zwei Uhr morgens sagte ich meinem Freund, er solle versuchen, zu schlafen. Ich hatte mittlerweile fast durchgehende Bauchschmerzen und quartierte mich im Bad ein.

Auf meinem Laptop lief «Planet Erde». Ich lief auf und ab, streckte und bückte mich abwechselnd, um die Schmerzen zu lindern. Dabei schaute ich fünf jungen Berggeissli dabei zu, wie sie von einem kleinen Fuchs gejagt wurden. Die Geissli entkamen, der Fuchs blieb hungrig. «Wenn er nicht bald was zu essen findet, wird er sterben müssen», sagte Moderator David Attenborough mit seiner Grossvaterstimme.

Es beruhigte mich. Ich dachte: Man kommt und man geht. Wir sind natürliche Wesen und eine Fehlgeburt ist etwas ganz Natürliches. Es gibt keine Ursache, keinen göttlichen Plan. Nur meinen Körper und seine Natur. Um halb fünf in der Früh schlief ich ein. Die Schmerzmittel hatte ich nicht genommen.

In den folgenden Tagen hatte ich immer noch starke Blutungen, aber keine Kontraktionen mehr. Zwei Tage nach der Geissli-Nacht plumpste etwas ins Klo, das sich wie ein glitschiger Wasserballon anfühlte. «Ich glaub, ich hab gerade die Plazenta ausgeschieden!», rief ich meinem Freund zu. Wir überlegten uns kurz, sie rauszufischen und anzuschauen, entschieden uns aber dagegen. So genau wollten wirs nun auch wieder nicht wissen.

Freundinnen reagierten erstaunt

Dann kam der Donnerstagvormittag im Spital. Ich war mit einem guten Gefühl hergekommen, körperlich fühlte ich mich zwar etwas schwach – die Geissli-Nacht lag nur ein paar Tage zurück –, aber nervlich stabil. In den vorangegangenen Tagen hatte ich mit vielen Freunden telefoniert, Kaffee getrunken, geredet. Ich hatte es als meine Pflicht angesehen, ihnen zu erklären, wie eine Fehlgeburt abläuft.

Viele reagierten mit Trauer und Erstaunen. Zum einen, weil sie nicht gewusst hatten, wie oft Fehlgeburten passieren, zum anderen weil sie kaum jemanden kannten, der darüber redete. Ich hörte immer wieder dasselbe: Du bist so mutig, dass du das erzählst, ihr macht das so gut. Das bestärkte mich, ging mir aber auch auf den Geist: Wieso verdammt redet niemand über das Thema?

Wieso verdammt redet niemand über das Thema?

Nach zwei Stunden und einer Nachfrage bei der Frau an der Theke («Entschuldigen Sie, aber ich hab grad eine Fehlgeburt – könnte ich bitte bald drankommen?») wurde ich ins selbe Untersuchungszimmer geführt, in dem man mir eine Woche zuvor die Fehlgeburt diagnostiziert hatte. Nur leider war dieses Mal keine sympathische Ärztin vor Ort, sondern ein junger Assistenzarzt, dem der 15-Stunden-Dienst ins Gesicht geschrieben stand.

Ungeduldig sagte er: «Sie sind ja nun in der 11. Woche schwanger ... was ist denn Ihr Problem?» Ich schaute ihn ungläubig an. Ich sei nicht mehr schwanger, sagte ich. «Ach so. Und seit wann wissen Sie das? Hat Sie jemand untersucht?» Ich nickte und erzählte ihm von der Diagnose. «Eine Woche ist das jetzt her? Was machen Sie denn hier?»

Ich hätte mir Sorgen gemacht wegen der Blutungen, erklärte ich, und die Sekretärin meiner Frauenärztin meinte, ich solle noch mal vorbeikommen. Er schüttelte den Kopf. «So eine Fehlgeburt geht nun mal nicht nur ein paar Tage!», rief er in altmeisterlichem Ton und schrieb etwas auf einen Zettel. «Medikamente?» Ich verstand nicht. Er schaute genervt. «Ob Sie Medikamente bekommen haben?»

Äh ja, sagte ich, aber ich hätte sie nicht genommen. Er schaute mich an, als wäre ich verrückt geworden. Dann seufzte er laut, machte einen weiteren Ultraschall und verschrieb mir ein Mittel, das eigentlich gegen Magengeschwüre eingesetzt wird, aber als Nebenwirkung eine Fehlgeburt auslöst. Damit auch wirklich alles rauskomme. Am Schluss fragte ich ihn nach einem Arztzeugnis für die Woche. Er sagte: «Also die meisten Frauen gehen kurz danach ja wieder arbeiten.»

Ich sagte nichts, nahm das Zeugnis, verabschiedete mich und lief, so schnell ich konnte, aus dem Raum. In meiner Binde setzte sich wieder ein Schleimklumpen ab. Los, spür mich, ich bin die Fehlgeburt, wegen der du nicht ernstgenommen wirst.

Fehlgeburten sind ein Tabu

An diesem Tag im Spital wurde mir bewusst, dass Fehlgeburten nicht ein Tabuthema sind, weil wir darüber schweigen. Sie sind ein Tabuthema, weil sie nicht ins System passen. Fehlgeburten sind ein Klotz am Bein, ein lästiger, teurer Nebeneffekt der Nachwuchsgewinnung. Deshalb sorgt das Gesundheitssystem dafür, dass wir sie als Versagen betrachten und darüber schweigen.

Unsere Scham ist gewollt, denn nur so lässt sich legitimieren, dass die Krankenkasse erst ab dem dritten Monat alle angefallenen Kosten voll übernimmt. Vorher muss die Frau sich anteilsmässig an den Kosten ihres «Frühaborts» beteiligen – in meinem Fall waren das vier Ultraschall-Untersuchungen und fünf Termine. Kostenpunkt über tausend Franken. 

Dahinter steckt dasselbe System, das mir weder die Verhütung, noch die Jahreskontrolle bei der Frauenärztin bezahlt. Mir aber alles grosszügig vergütet wenn ich es über den dritten Schwangerschaftsmonat hinaus schaffe.

Entweder wird mein Körper verhöhnt oder glorifiziert. Kein Wunder, wollen wir nicht darüber reden.

Wir werden wohl noch in dreissig Jahren für unseren Versager-Körper aufkommen müssen. Aber wir können dafür sorgen, dass wir uns nicht mehr dafür schämen.

Umso wichtiger, dass wir es trotzdem tun. Die Angst, über schamvolle, körperliche Erlebnisse zu reden (dazu gehören auch Abtreibung, Vergewaltigung oder unerfüllter Kinderwunsch), gehört nämlich nicht uns. Wir haben sie nicht gewählt. Sie wird uns aufgetragen. Wir reden uns ein, dass wir uns mit unserem Schweigen selbst schützen, dabei schützen wir das System. Es ist ein mächtiges System, mit guten Gründen. Die meisten davon haben sich Männer ausgedacht.

Und es wird sich nicht von einem Tag auf den anderen ändern. Wir werden wohl noch in dreissig Jahren für unseren Versager-Körper aufkommen müssen. Aber wir können dafür sorgen, dass wir uns nicht mehr dafür schämen. Damit Grossmütter nicht mehr dem Stress die Schuld geben. Damit übermüdeten Assistenzärzten die Leviten gelesen werden, zum Beispiel von der Hebamme, die übrigens auch im Raum war und seelenruhig ein Dokument ausgefüllt hat. Damit mir niemand mehr sagt, ich sei mutig. Damit es nicht mehr Mut ist, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Mittlerweile ist meine Fehlgeburt zwei Monate her. Ich und mein Freund reden immer noch ab und zu über den kleinen Embryo, ganz weg wird er wohl nie sein. Darüber sind wir aber nicht mehr traurig, sondern hoffnungsvoll. Noch ein Zyklus zur Schonung, dann können wirs wieder versuchen.

Naomi Gregoris ist Kulturredaktorin bei der bz basel. In ihrem Podcast «Untenrum» spricht sie mit Frauen über Körper und Sexualität. Zu hören unter: www.untenrumpodcast.com (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Amenone 03.12.2018 10:04
    Highlight Highlight Zwei Anregungen:
    Anstatt Fehlgeburt passt auch "kleine Geburt".
    Und: viele Hebammen begleiten Paare in diesen Situationen. Oft lohnt es sich, anstatt oder zusätzlich zum Arzt, eine Hebamme zu kontaktieren, welche einem bei Bedarf nicht nur medizinisch, sondern auch beim Verarbeiten begleitet! Weiteres auf: www.kindsverlust.ch
  • liaa 03.12.2018 09:35
    Highlight Highlight Vielen Dank für den einfühlsamen Artikel.
    Schockiert bin ich von der fehlenden Versicherungsleistung. Wie kann so etwas sein? Wäre ja gleich absurd eine Operation nur dann zu bezahlen, wenn die Patientin danach wieder vollständig gesund ist. Die Chemo zahlt de Krankenkasse ja auch, wenn die Patientin nicht geheilt wird. Es liegt nun leider nicht in der Hand der Frau der Krankenkasse ein gesundes Kind abzuliefern. Ich wüsste kein anderes med.Verfahren, was nur bei erfolgreichem Verlauf vergütet wird.
    • fröschli 03.12.2018 13:39
      Highlight Highlight Die Krankenkasse zahlt hier auch. Einfach normal als Krankheit d.H. mit Selbstbehalt. Ab der 13. Schwangerschaftswoche wird alles komplett übernommen ohne Selbstbehalt.
      Also ab da fallen gar keine Kosten mehr an.
      Aber es ist schon noch ein Schlag, je nach Franchise. Ich empfand das damals auch als noch einen auf den Deckel zusätzlich
    • Harri Hirsch 03.12.2018 14:09
      Highlight Highlight Vermutlich ist mit ‚selber bezahlen‘ einfach nur Franchise und Selbstbehalt gemeint.
    • RedWing19 03.12.2018 14:10
      Highlight Highlight Kann ich mir auch kaum vorstellen, dass die KK nicht alles bezahlt hat. Ist ja im Gesetz vorgeschrieben. Vermutlich wurden der Frau Kosten an die Jahresfranchise angerechnet, somit wären die Kosten von der KK ja übernommen. Wenn aufgrund einer hohen Franchise nicht alles zurückerstattet wurde, ist dies das „Problem“ der Frau und nicht der Versicherung.
  • pixelqueen 03.12.2018 08:33
    Highlight Highlight Finde ich eine gute Entscheidung. Ich bin gegenüber meinen Freunden (männlich und weiblich) sehr offen. Die wissen, dass ich schon länger versuche, schwanger zu werden und würden auch sofort erfahren, wenns klappen würde. Gerade in schwierigen Situation (unerfüllter Kinderwunsch, Fehlgeburt) sind doch die Gespräche mit Freunden eine wichtige Stütze.
  • Georgia 4 03.12.2018 08:27
    Highlight Highlight Letztes Jahr hatte ich auch ein Fehlgeburt in der 7te Wochen für mich war es wichtig das Kind eine Name zu geben da es für uns schön zu unsere Familie gehörte. Es war ein schwere Tag und habe mit der Schwangerschaft danach bis der 12 Woche nicht so geniessen können. Habe dan später in der Schwangerschaft es natürlich schön genossen, und ich kan jetz sehr gut damit umgehen da ich ein gesunde Sohn bekommen haben, falls das nicht so wäre sieht das natürlich anders aus.
  • Mélisande 03.12.2018 08:00
    Highlight Highlight Ich hatte drei Fehlgeburten. Jede einzelne war ein Trauma. Nicht nur der Verlust des Kindes und die Angst, nie Eltern zu werden. Ganz schlimm waren für mich auch die Besuche im Spital, ähnlich wie es die Autorin schrieb. Stundenlanges Warten auf dem Notfall, Massenabfertigung, nicht wissen, was für ein Arzt mich untersucht, gefühllose ÄrztInnen, die kein Wort über den Verlust verloren. Für mich ein Rätsel, wie man so mit Patientinnen und deren Partner umgehen kann.
    Heute sind wir Eltern von 2 gesunden Kindern. In der Ss erlebte ich sehr viele Ängste. Alles Liebe für werdende Eltern❤️
    • rescue me 03.12.2018 13:56
      Highlight Highlight Dass Ärzte gefühlslos sind oder so wirken hat wohl mit Selbstschutz zu tun. Wüsste nicht wie ich mit dem umgehen würde wenn ich da ne 15h Schicht schiebe auf der Intensiv und wohl öfters Patienten sterben sehe.
  • Cédric Wermutstropfen 03.12.2018 02:06
    Highlight Highlight Macht ihr das absichtlich? Die Dame hat im Artikel zweimal gesagt, dass es sie nervt, wenn sie als mutig o.ä. bezeichnet wird und rund die Hälfte der Kommentare tut genau das. Bravo.
  • Neunauge 02.12.2018 23:16
    Highlight Highlight Das beste Argument, das ich im letzten Jahr dazu gehört habe, war auf die Frage hin, warum ein Paar schon in der 8. Woche darüber redet, deren Antwort:
    Weil sie diese Freude mit genau den Menschen teilen wollen, mit denen sie auch ihren Schmerz teilen würden.

    Noch so ein Thema über das kaum jemand spricht: Geburtsverletzungen und der Sex danach...
  • DomKi 02.12.2018 22:37
    Highlight Highlight Danke fürs Thema. So, dann kann man sich vorstellen was eine Frau nach einer freiwilligen Abtreibung durchmacht, auch über dieses Trauma sollte gesprochen werden.
    • Sommersprosse 02.12.2018 23:17
      Highlight Highlight Nein, kann man sich nicht, weil eine Abtreibung eine Entscheidung und eine Fehlgeburt ein Schicksalsschlag ist. Ich finde deine Aussage pietätlos und zeugt von wenig Empathie.
    • rescue me 03.12.2018 13:58
      Highlight Highlight Nur weil es eine Entscheidung ist, heisst nicht dass die Mutter/ Eltern einfach so damit klar kommen? Auch eine Abtreibung kann sehr wohl traumatische Auswirkungen haben. Ausserdem hat DomKi nie gesagt, dass Abtreibung dasselbe oder schlimmer ist. Ich finde dein Kommentar zeugt von wenig Empathie....
    • Sommersprosse 03.12.2018 14:20
      Highlight Highlight Noch eine Ergänzung: Eine Abtreibung kann auch ein Schicksalsschlag sein.
      Darf ich dich fragen, ob du Frauen kennst, die schon einmal abgetrieben haben oder eine Fehlgeburt erlitten haben?
    Weitere Antworten anzeigen
  • maljian 02.12.2018 21:58
    Highlight Highlight Letztes Jahr im August positiver Test. 2 Wochen (7. SSW) später starke Schmerzen und Blutung. Fehlgeburt. Es war der schlimmste Tag in meinem Leben. Wir hatten es nur ein paar Freunden erzählt. Ich nur einer entfernten Bekannten aus den USA, da ich die Vorstellung schlimm fand/finde nach so einer Situation Leuten berichten zu müssen, das alles vorbei ist. Ich komme mit diesem Beileid einfach nicht klar.

    Einen Monat später hatte es wieder geklappt. Und jetzt haben wir eine zuckersüsse Tochter 😍

    Jetzt kann ich mich auch über die Fehlgeburt unterhalten, direkt danach war es zu schmerzhaft.
  • olmabrotwurschtmitbürli 02.12.2018 20:52
    Highlight Highlight Es wäre insbesondere nett, wenn man den Betroffenen Frauen nicht mehr Vorwürfe machen würde, wie: "Du hast eben schon viel gearbeitet in dieser Zeit." Das ist nicht nur grob empathielos, sondern auch einfach nur daneben. Viele haben einfach kein Bewusstsein dafür, was für ein Schlag eine Fehlgeburt für Frau (und Partner) sein kann.
  • AlexandraNamibia 02.12.2018 20:28
    Highlight Highlight Ich, damals noch bedeutend jünger, heute 52 hatte auch zwei Fehlgeburten. Das ist das Leben, muss man durch. Ich verstehe den ganzen Aufstand nicht. Ist heute nichts mehr privat aber muss medienwirksam ausgeschlachtet werden?
    • Butschina 03.12.2018 04:35
      Highlight Highlight Wenige Personen äussern sich öffentlich. Ihnen ist wichtig, dass bekannt wird sich nicht zu schämen und wenn man will darüber zu reden. Bei Tabuthemen gibt es etliche die sich ihren freunden gerne anvertrauen würden, sich aber nicht trauen, da es ja eben ein Tabuthema ist. Die Entstigmatisierung ist bei vielen Themen noch wichtig. Nicht Alle werden das gut finden. Aber jene, die darüber sprechen möchten, sich aber nicht trauen, werden sich nun eher getrauen das Thema in ihrem Umfeld anzusprechen.
    • Caerulea 03.12.2018 09:19
      Highlight Highlight Es gibt Leute denen das halt mehr zu Herzen geht als dir... ich persöhnlich war nach der Fehlgeburt depressiv und hatte Mühe das zu verarbeiten
      Jeder geht anderst mit sowas um.
      Die Autorin schreibt drüber und ich haffe das hat ihr bei der Verarbeitung geholfen.
    • Sassi 03.12.2018 13:17
      Highlight Highlight Ob es privat bleibt oder nicht ist den Betroffenen ja jederzeit selbst überlassen. Betroffenen hilft es aber sicherlich zu wissen, dass eine Fehlgeburt durchaus häufiger vorkommt als man denkt. Man hört schliesslich immer nur von den Erfolgsgeschichten.
  • Schmirinskis 02.12.2018 20:11
    Highlight Highlight Warum ich kaum noch darüber rede? Weil ich merke, wie die Menschen mit dem Thema überfordert sind und sich unwohl fühlen. Auch wenn das Thema für uns gerade wieder sehr präsent ist, bin ich doch in der sechsten Woche schwanger. Zwei bis drei Mal die Woche muss ich nochmals einem Schwangerschaftstest machen um meine Ängste zu beruhigen.
    Es ist übrigens erschreckend, wie wenig Einfühlungsvermögen gewisse Menschen haben. Wir mussten uns von der Frau des Schwiegervaters schon Vorwürfe anhören, weil wir keine Kinder haben. Sie wusste von den Verlusten.
    • Klirrfactor 02.12.2018 22:09
      Highlight Highlight Wieso mehrere SS-Tests? Dein Körper zeigt mehrere Wochen nach der Fehlgeburt immer noch einen positiven Test an.
    • why? 03.12.2018 08:19
      Highlight Highlight @klirrfactor
      Echt jetzt? Jemand schreibt über seine Ängste, über Schmerz und wie wenig Einfühlungsvermögen gewisse Leute haben und das ist alles was dir dazu in den Sinn kommt?
    • why? 03.12.2018 08:22
      Highlight Highlight liebe Schmirinskis, ich hoffe fest dass dein kleines bei euch bleibt!
      Alles gute euch und viel kraft❤️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lonzia 02.12.2018 19:09
    Highlight Highlight Starker Artikel! Danke!
  • Butschina 02.12.2018 18:34
    Highlight Highlight Wieso nur lernen Ärzte im Studium fast nichts über den Umgang mit Traurigkeit, Verlust, Angst,... Das wäre so wichtig.
    ich finde es auch schaade, dass solche Themen selten angesprochen werden. Dabei würde es den Betroffenen oft helfen darüber zu reden. Man exponiert sich wenn man zu gewissen Erlebnissen offen steht. Nicht alle verstehen das. Ich habe aber die erfahrung gemacht, dass viele Menschen dankbar sind zu merken, dass sie nicht alleine sind mit dem Erlebnis. Oft hilft es auch das Erlebte zu verarbeiten.
  • Elke Wolke 02.12.2018 18:20
    Highlight Highlight Bei allem Respekt, wer sich vorstellen kann Kinder zu kriegen und gross zu ziehen sollte sich auch über das Thema Schwangerschaft informieren. Dabei lernt man sehr schnell, dass es Sinn macht die Schwangerschaft erst nach 12 Wochen, respektive erst nach dem Arzt Check nach der 12. Woche herumzuerzählen (ausser zuvor z.B. dem engsten Familienkreis).

    Wie die Autorin ja schreibt: "fast jede fünfte Schwangerschaft endet in einem Frühabort". Auch wenn es hart ist: Man sollte diesen Schutzmechanismus der Natur so akzeptieren. Nur wenn alles stimmt, entwickelt sich das Embryo nach 12 Wochen weiter.
    • Sommersprosse 02.12.2018 18:57
      Highlight Highlight Das ist leichter gesagt als getan. Denn selbst ein Abgang vor der 12. Woche schmerzt und man kann daran zerbrechen. Da hilft es auch nicht, dass das Kind evtl. krank gewesen sei, von wegen Schutzmechanismus. Dies ist übrigens auch nicht immer der Grund für einen Abort.
      Und wenn man seiner Familie und Freunden vertraut, kann man es ihnen erzählen, denn sie stehen einem auch im schlimmsten Fall bei.
    • bokl 02.12.2018 19:07
      Highlight Highlight Für wen macht das Schweigen bis zur 12. Woche Sinn? Nur für das Umfeld, dass sich dann nicht mit dem Verlust befassen muss. Und darum macht es eben keinen Sinn. Gute Freunde sehen einem in allem bei. Auch bei einem solchen Verlust.
    • nass 02.12.2018 20:15
      Highlight Highlight Und dann im stillen Kämmerlein ohne ein Wort zu sagen trauern?
      Nein, gerade wenn es eben nicht gut geht ist man froh wenn Leute da sind die mit einem trauern, die sich vorgängig auch gefreut haben mit einem.

    Weitere Antworten anzeigen
  • sikki_nix 02.12.2018 18:01
    Highlight Highlight Ich bin schwer beeindruckt von Ihrer Offenheit und Stärke! Ich kann mich sehr gut mit eurer Geschichte identifizieren. Von dieser drei Monate Regel hörte ich zum ersten Mal, als meine Partnerin schwanger wurde. Nach weiteren Recherchen wurde mir bewusst, dass eine erfolgreiche Schwangerschaft alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Ich habe grossen Respekt vor allen, die ein solches Erlebnis verkraften und verarbeiten mussten. Darüber zu Reden und zu Schreiben ist der richtige Weg!
  • AlteSchachtel 02.12.2018 17:55
    Highlight Highlight Trauer und Abschied (und deshalb will niemand darüber reden). Zu schämen gibts da gar nichts.

    Bei den ganzen technischen Fortschritten in der Medizin, hat scheinbar niemand daran gedacht, dass sich bei einer ”frühen” Fehlgeburt, nebst der körperlichen Belastung, seelisch etwas sehr Grundsätzliches geändert hat.

    Ultraschall hat die Möglichkeit eröffnet, das neue Leben eindeutig zu sehen. Somit ist auch die Beziehung zum Kind in der frühen Schwangerschaft stärker. Das sollte von mitfühlenden Menschen (inkl. Aerzte) eigentlich berücksichtigt werden.
  • Sommersprosse 02.12.2018 17:43
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen mutigen und traurigen Artikel. Es wird Zeit dieses Thema aus der Tabuecke zu holen und offen darüber zu reden. Ich wünsche der Autorin alles Gute und viel Kraft! Ein Sternenkind vergisst man nie!
    • iisebahnerin 03.12.2018 02:44
      Highlight Highlight Wie Recht Du doch hast, Sommersprosse! Mein 4. Kind ist in der 12. SW gegangen. Obwohl das nun 11 Jahre her ist, an mein Sternenkind denke ich immer noch regelmässig: Wehmütig, weil er eben nicht bei uns geblieben ist und dankbar aber auch für die kurze Zeit, die er überhaupt bei mir war. Mein Sternebuebli ist Teil meines Lebens!
  • eBart! 02.12.2018 17:43
    Highlight Highlight Toller Beitrag. Mehr davon. In meinem Umfeld hat es schon mehrere Fehlgeburten gegeben - aber sie haben alle offen darüber gesprochen. Muss aber dazu sagen, dass mein ursprüngliches Herkunftsland die 3 Monate Regel nicht kennt. Da posaunt man es sofort raus. Genau wie die Autorin. Und das sollte überall so sein. Zum Leben gehört der Tod dazu. Das ist selbstverständlich.

    ...übrigens, 15 Stunden Dienste sollten gesetzlich verboten werden. Eine Zumutung für das Personal, aber auch für die Patienten, wie man am Beispiel der Autorin sehen kann.

    Ihnen alles Gute und viel Erfolg beim nächsten Mal.
  • Melina1988 02.12.2018 17:22
    Highlight Highlight Danke!
  • Z Läbe (fasch) im Griff 02.12.2018 17:19
    Highlight Highlight Wow, danke für den Bericht. Die Geschichte zeigt, dass wir allgemein zu wenig über Fehler im System sprechen können. Frauen&Männer sind da betroffen. Wahnsinn die Behandlung im Spital😱
    Unglaublich!
    Und doppelt unglaublich, dass auch noch die ganzen Kosten anfallen.
  • daszebra 02.12.2018 17:10
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel!
  • Scasi 02.12.2018 17:01
    Highlight Highlight Stark! Und alles Gute!
  • Olifant 02.12.2018 16:55
    Highlight Highlight Es tut mir sehr leid, was die Autorin erlebt hat. Ich hatte auch eine Fehlgeburt und musste das verdauen (und selbst zahlen). Allerdings finde ich, es eskaliert etwas gegen Ende des Artikels. "Nachwuchsgewinnung"? "Entweder wird mein Körper verhöhnt oder glorifiziert"? Etwas übertrieben finde ich. Kinder zu kriegen ist doch weder Industrie noch Wettbewerb. Klar ist es ärgerlich, dass man die Kosten selber tragen muss. Andrerseits ist es auch erfreulich, dass die KK ab der 12. Woche alle Krankheitskosten übernimmt, ohne Franchise.

Er fotografiert Kinder mit Down-Syndrom – das Motto: «Sieh uns mit anderen Augen»

Eine Aufforderung, die viele Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung sicher gern einmal an ihre Mitmenschen richten würden – denn in unserer Welt wird angestarrt, wer nicht der «Norm» entspricht, wer anders aussieht, sich anders verhält. Dabei gerät die Tatsache, dass «anders» eine Frage des Standpunkts ist, häufig in Vergessenheit – und diese Standpunktfrage versucht uns die Initiative «Look at us a little differently» der polnischen Vereinigung der Familien und …

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