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Moderatorinnen bei der Eröffnungssendung des Schweizer Farbfernsehens (1968). gbild: srg

12 sexistische «Perlen» aus dem SRF-Archiv – muss man sehen, um es zu glauben



In regelmässigen Abständen veröffentlicht das Schweizer Fernsehen Beiträge aus ihrem Archiv auf YouTube. Diese Zeitdokumente anzusehen, ist ein Riesenspass. 

Neulich stiess ich auf einen Beitrag des «Kassensturz» aus dem Jahr 1979, der die sexistische Werbung eines Hemdenherstellers auf die Schippe nimmt. 

Das Frauenbild in der Werbung (1979)

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Video: YouTube/SRF Archiv

Bereits damals Frauenbilder in der Werbung zu hinterfragen, gereicht dem Schweizer Fernsehen zur Ehre – auch wenn es diesbezüglich vor der eigenen Tür genügend zu kehren gegeben hätte: Zahlreiche Beiträgen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die heute im Archiv zugänglich sind, zeichnen sich durch üblen Sexismus aus. Ein Kameraschwenk ins Dekolleté hier, ein flapsiger Frauenspruch da, siehe selbst:

Video: watson.ch/lyasaxer

Chilbi in Burgdorf (1978)

Reporter: «Warum kommen die Leute zu Ihnen schiessen?»
Frau: «Wahrscheinlich wegen dem Schiessen.»
Reporter: «Oder auch wegen Ihnen?»
Frau: «Nein, das glaube ich weniger.»

«Bericht vor acht» (14.06.1976)

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Anmache ab 01:03 Video: YouTube/SRF Archiv

Air Hostessen bei der Swissair (1974)

«Auf dem Markt in Accra [Ghana] sind sie es, die umschwärmt werden. Die Vielfalt der fremden Eindrücke ist überwältigend. Air Hostessen sehen und erleben mehr, als sie psychisch verarbeiten können. Der Beruf verleitet zur Oberflächlichkeit.»

«Magazin Privat» (09.11.1974)

Miss-Gogo-Girl-Wahl in Zürich (1969)

«Dieser Beruf müsste eigentlich für alle Damen begehrenswert sein: Man magert ab.»

«Antenne» (06.06.1969)

Frauen-Fussball (1968)

«Fussball ist doch ein harter Sport, eigentlich. Wie verkraftet ihr das, ihr Mädchen?»

«Antenne» (17.06.1968)

Die ideale Frau (1967)

«Ganz im Gegensatz zu üblichen Miss-Wahlen kam es hier eher auf verborgene Qualitäten an. So musste in Dreiviertelstunden ein Puppenkleidchen genäht werden. Eine halbe Stunde stand zur Verfügung, um ein ‹Gschnätzlets› zuzubereiten, wobei es freigestellt war, ein Berner, Luzerner oder gar Zürcher ‹Gschnätzlets› zu kochen.»

Ferien auf Balkonien (1967)

«Sie haben Musse, die einheimischen Sehenswürdigkeiten zu entdecken [Kameraschwenk ins Dekolleté einer Frau].»

«Rendez-vous» (30.09.1967)

Besondere Komplexe seitens der stets männlichen Reporter offenbaren sich beim Thema Automobil:

Schneeketten (1966)

«Die Kette wird nun beidseitig hochgezogen und über den Pneu ausgebreitet. Auch da wieder alles mit der Ruhe. Dann bereitet die Prozedur selbst Damen keine Schwierigkeit. Immerhin, ein Paar Plastikhandschuhe schonen zarte und andere Hände.»

«Antenne» (26.10.1966) 

Beruf Fahrlehrer (1965)

«Sie haben es gehört, meine Damen und Herren – speziell aber Sie meine Damen und Interessentinnen: Es wird sehr viel verlangt in technischer Hinsicht aber auch in pädagogischer Hinsicht. Und darum, bevor Sie Fahrlehrerin werden wollen, überlegen Sie es sich zweimal.»

«Rendez-vous» (01.07.1965)

Autoputzkurs (1960er)

«Man kann bekanntlich putzen UND putzen, meine Damen. ‹Und was liegt der Schweizer Frau näher als das Putzen›, sagt der Kursleiter, und alle sind sich einig: Gut gebrüllt, Löwe!»

Fotomodelle gesucht! (1963)

«Üblicherweise pflegt man die Ansicht, Fotomodell oder Mannequin zu sein, sei ein Traumberuf. Ein nicht gar zu hässliches Gesicht, eine nicht minder hässliche Figur genüge, um mehr oder weniger angezogen, ohne viel Anstrengung Geld zu verdienen.»

«Antenne» (18.02.1964)

Wellenbad Dolder (1961)

«Jedenfalls fragt man sich da oft, warum gewisse Frauen Wert darauf legen, gut angezogen zu sein. Gut ausgezogen wäre auch eine Kunst des guten Geschmacks. Nun ja, das Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach.»

«Freitagsmagazin» (30.06.1961)

Schnäppchenjäger im Ausverkauf (1961)

«Da heisst es Hand anlegen. Und die Handgreiflichkeit spielt eine grosse Rolle in dieser Orgie des ewig Weiblichen. Ach wie billig das alles geworden ist! Wenn die Männer alle wüssten, wie es Ihnen hier an den Kragen geht und was sie alles am Hals haben werden.» 

«Freitagsmagazin» (20.01.1961)

24 unfassbar sexistische Werbungen, die tatsächlich mal gedruckt wurden

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    Alle Leser-Kommentare
  • Don Huber 02.03.2017 06:27
    Highlight Highlight Zur Chilbi-Dame; ich hätte mein ganzes Geld verschossen, nur das ich lange bei ihr hätte sein können und ihr dann den Gewinn geschenkt. Die ist ja sowas von süss.
    • just sayin' 02.03.2017 12:35
      Highlight Highlight und das label sexismus verstehe ich hier eh nicht ganz. i wage zu vermuten, dass die frau ihre garderobe mit hinblick auf ihre (mehrheitlich) männliche kundschaft, absichtlich so ausgewählt hat.

      moment... das wäre ja doch sexismus!!
      denn wenn sie denkt, dass die männer eh nur das sehen wollen, dann ist das eine form von sexismus.

      @blitzliverteiler: nachdem ihr ihrem ersten reflex nachgegeben habt (und den kommentar mit blitzlis eingedeckt habt), denkt mal kurz ganz neutral darüber nach.
  • inmi 28.02.2017 13:17
    Highlight Highlight Naja massiv intelligenter ist das Schweizer Fernsehen nicht geworden, auch wenn der offensichtliche Sexismus verschwunden ist...
    • Kian 28.02.2017 17:10
      Highlight Highlight @Silent Speaker: Es geht hier aber nicht um Werbung, sondern um redaktionelle Beiträge. Und da sind wir heute glaube ich schon ein gutes Stück weiter (wenn auch nicht am Ziel).
    • 3fuss 01.03.2017 18:54
      Highlight Highlight @Kian: Nein, sind wir nicht. Die Zielscheibe ist jetzt einfach der Mann statt die Frau.
  • Conker 28.02.2017 12:34
    Highlight Highlight Warum hat der Penis ein Loch? - Damit das Gehirn frische Luft bekommt. XD
    • Zing1973 28.02.2017 18:51
      Highlight Highlight Hahaa 😂😂😂😂Der ist gut 😆😆😆
  • Conker 28.02.2017 12:33
    Highlight Highlight Heute lachen wir darüber, obwohl es noch genug Männer gibt, die so denken. ;-)
    • Conker 28.02.2017 16:05
      Highlight Highlight Danke Michael Cera :-)

      Mag deine Kommentare auch. :-)
  • satyros 28.02.2017 11:28
    Highlight Highlight Ausser bei den Filmen 1 und 2 durften Frauen noch nicht abstimmen, als diese Beiträge gedreht wurden.
  • Wehrli 28.02.2017 10:26
    Highlight Highlight Wieso tragen die heute keine engen Pullis mit nix drunter mehr ... ? Ich würde glaub auch die Flinte verkehrt herum halten bei so viel schuldig präsentierter Unschuld ...
    • Der müde Joe 28.02.2017 12:59
      Highlight Highlight Geilä siech!👍🏼😂
    • Wehrli 28.02.2017 14:44
      Highlight Highlight Das minimale ganz kurze freche Aufblitzen bei Minute 1:48, das ist absolut vernichtend, da fällt jede Anmache zusammen in ein Stottern ...
  • Kronrod 28.02.2017 10:21
    Highlight Highlight Ich frage mich, welche Aussagen, die uns heute harmlos erscheinen, in 50 Jahren als total daneben gelten.
  • Luca Brasi 28.02.2017 10:05
    Highlight Highlight Ach ja, eine Zeit als mann noch aufs Dekolleté zoomen durfte und sich über Frauenfussball lustig machen durfte, ohne von einem Ombudsmann getadelt zu werden. Those were the days...*nostalgisch zurückblickend*

    ;)
    • Conker 28.02.2017 12:31
      Highlight Highlight Wir haben einen Macho hier.... ;-)
    • philosophund 28.02.2017 13:22
      Highlight Highlight LOOOL
      che cazzo guardi, vai a cucinare..
    • philosophund 28.02.2017 14:33
      Highlight Highlight He nicht so böse.. war im Ibra'sche Fussball-Kontext angedacht :)

    Weitere Antworten anzeigen
  • Anded 28.02.2017 09:01
    Highlight Highlight Beim Frauenfussball gehen die Tausenden Zuschauer im vollen Stadion ja ganz schön ab in der zweite Hälfte des Videos. Oder die Tonspur ist kaputt? Oder... SRF halt. :-)
  • ElenderKuschelwuschel 28.02.2017 08:47
    Highlight Highlight Ich wäre in Burgdorf jedenfalls ganz eindeutig wegen der Frau schiessen gegangen....
    • Rukfash 28.02.2017 13:03
      Highlight Highlight Die Frau ist heute noch da aber eben ein bisschen GILFiger :D
  • Typu 28.02.2017 07:50
    Highlight Highlight Unfassbar!! (lustig) das ist ja gar nicht lange her. Puh!
  • MacB 28.02.2017 07:29
    Highlight Highlight Es war eine andere Generation, viele haben den Krieg noch erlebt. Es war normal.
    Seien wir doch froh, ist es heute ein wenig anders, schmunzeln über unsere Eltern/Grosseltern und setzen uns dafür ein, dass das so bleibt 😊
    • LaPaillade #BringBackHansi 28.02.2017 09:52
      Highlight Highlight "viele haben den Krieg noch erlebt. Es war normal."

      Oder eben hat man in der Schweiz den Krieg nicht direkt erlebt, unter anderem ein Grund warum das Frauenwahlrecht erst so spät kam. In Deutschland, wo die Frauen aufgrund des Verlust eines grossteils der männlichen Bevölkerung gewichtige Aufgaben übernehmen mussten, wurde damit ein Grundstein für die Emanzipation gelegt.
    • fabsli 28.02.2017 11:51
      Highlight Highlight @MacB: Es ist heute eben nur "ein wenig anders". Und der Trend im Thema Frauenbild zeigt leider wieder Richtung 50er Jahre.
      In dieser Hinsicht ist die Schweiz ein Entwicklungsland.
    • Baccaralette 28.02.2017 12:51
      Highlight Highlight ..Ja und jetzt stellt euch vor - es gibt haufenweise Länder auf der Welt, in denen die Frau ebenfalls auf diesem Stand des Lebens sind....
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