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Studie von Unil: Alpen könnten interessante Wasserstoffvorkommen bergen

Schweizer Alpen
Natürlicher Wasserstoff in den Alpen und den Pyrenäen könnte laut der Unil eine zentrale Rolle in der Energiewende spielen.Bild: Keystone

Studie: Alpen könnten interessante Wasserstoffvorkommen bergen

Die Alpen und die Pyrenäen könnten im Untergrund natürliche Wasserstoffvorkommen bergen. Das zeigt eine neue Studie. Diese könnten laut Forschenden eine vielversprechende saubere Energiequelle darstellen.
18.05.2026, 16:1018.05.2026, 16:10

Die Pyrenäen seien für die Bildung von natürlichem Wasserstoff (H2) besonders günstig, die Alpen wiesen ein «interessantes Potenzial» auf, teilte die Universität Lausanne (Unil) am Montag mit. Die Hochschule leitete die Studie gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Geoforschung.

Natürlicher Wasserstoff könnte laut der Unil eine zentrale Rolle in der Energiewende spielen. Er besitze grosses Potenzial für den Antrieb von Fahrzeugen. Heute basiere die Herstellung von Wasserstoff noch grösstenteils auf fossilen Brennstoffen.

«Unsere Hoffnung ist, H2-Gasfelder ähnlich wie Ölfelder finden zu können», wurde Frank Zwaan, Geologe an der Unil und Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert.

Solche Vorkommen würden sich bei einer Förderung mit der Zeit erschöpfen. Ein kleines Vorkommen von natürlichem Wasserstoff werde bereits in Mali genutzt.

Bedingungen in der Erdkruste

Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung des Wasserstoffs spiele die Erosion, erklärte Zwaan. In Gebirgsketten helfe die Erosion, Gestein aus dem Erdmantel an die Oberfläche zu befördern. Dieses Gestein enthalte Mineralien wie Olivin. Wenn Olivin mit Wasser in Kontakt komme, werde es in andere Mineralien wie Serpentinit umgewandelt. Bei diesem als «Serpentinisation» bezeichneten Prozess werde Wasserstoff freigesetzt.

Normalerweise befinde sich der Erdmantel mehr als 30 Kilometer unter der Erdkruste. In dieser Tiefe sei es für die Wasserstoffbildung zu heiss, und es fehle an Wasser. Durch die Plattentektonik könne Mantelgestein jedoch in eine Tiefe von 8 bis 12 Kilometern gelangen. Dort herrschten mit 200 bis 350 Grad Celsius günstigere Temperaturen. In diesen Zonen könne entlang grosser Verwerfungen Wasser vorhanden sein.

Der durch die Serpentinisation erzeugte Wasserstoff könne sich in porösen Gesteinsschichten ansammeln, die als Reservoir dienten.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Journal of Geophysical Research: Solid Earth» veröffentlicht. Zwaan verfeinert nach eigenen Angaben derzeit seine tektonischen Modelle, um weitere Gebirgsketten zu analysieren. (sda)

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