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Tofu

Tofu ist in der chinesischen Küche fest verankert. Bild: Flickr/John

Es muss nicht immer Tofu sein: Das sind die sechs besten Fleisch-Imitate

Wer vegan oder vegetarisch lebt, muss heute nicht mehr auf Kebab, Bratwurst und Schnitzel verzichten. Es gibt immer mehr Fleisch-Imitate – und die werden immer besser.

19.07.15, 18:01

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Der Klassiker: Tofu

Der am weitesten verbreitete und bei Carnivoren wohl am meisten verpönte Fleischersatz. Es scheint, als habe jeder eine Tofu-Horrostory auf Lager: Schlabber-Horror, Brei-Horror, Kein-Geschmack-Horror. Dabei wird das traditionelle asiatische Lebensmittel Opfer seiner Haupteigenschaft, die entweder eine Stärke oder Schwäche sein kann: seine Vielseitigkeit.

Das Soja-Produkt gibt es in den verschiedensten Formen. 

Und wie macht man's nun richtig? Festen Naturtofu bereitet man am besten so zu: Erst presst man den Tofu aus, indem man ihn in ein Küchenpapier wickelt und für 10 Minuten zwischen zwei Teller legt. So nimmt er die Marinade besser auf. Als nächstes legt man den Tofu mindestens eine halbe Stunde in eine Marinade, Rezepte gibt es im Internet genug. Am einfachsten und effektivsten ist simple Soja-Sauce. Danach wird der Tofu gebraten, wobei man gerne noch Salz, Pfeffer und andere Gewürze wie Curry hinzufügen darf. Das wärs. Voilà!

Tofu ist nicht zuletzt so beliebt, weil das Lebensmittel gut bekömmlich und zudem ein guter Lieferant von Eiweiss, wertvollen Aminosäuren und Mineralstoffen ist.

Der Senkrechtstarter: Quorn

In der Schweiz ist Quorn eine Erfolgsgeschichte: Die Vegi-Linien von Migros («Cornatur») und Coop («Délicorn») setzen stark auf den Fleischersatz. Es gibt Geschnetzeltes, Gehacktes, Schnitzel, Würste, Aufschnitt und mehr.

Sein Erfolg dürfte damit zusammenhängen, dass Quorn von der Konsistenz und vom Geschmack her sehr an helles Flesich erinnert. Gewonnen wird das Mykoprotein bei der Gärung eines Schimmelpilzes. Das hört sich unappetitlicher an, als es ist – das Mycoprotein stammt nämlich aus der Familie der Champignons und Trüffel.

Quorn-Produkte enthalten alle essentiellen Aminosäuren, viel Eiweiss und Ballaststoffe. Veganer verzichten jedoch darauf, denn für die Produktion werden Hühnerei-Bestandtteile verwendet.

Der Geheimfavorit: Seitan

Seitan, das um einiges bissfester ist als Tofu, gehört bei Vegetariern und Veganern zu den beliebtesten Fleisch-Alternativen. Das dürfte mit seiner bissfesten, fleischähnlichen Struktur und dem angenehmen Eigengeschmack zu tun haben.

Sofern das aus Weizen gewonnene Produkt richtig gut präpariert und gewürzt wird, haben sogar eingefleischte Carnivoren Mühe, zwischen Seitan und Fleisch zu unterscheiden. Sehr beliebt sind Kebab-Varianten mit Seitan. Auch als Gulasch, Burger, Schnitzel oder Suppenbeilage eignet sich der Ersatz gut.

Seitan

Bild: Flickr/Alpha

Hergestellt wird Seitan, das aus der chinesischen Küche stammt, aus reinem Weizenprotein. Es enthält kein Cholesterin, kaum Fett und viel Eiweiss. Wer gerne in der Küche experimentiert, kann Seitan auch selber herstellen – das ist nämlich nicht allzu schwer. Dazu wird Weizenmehl mit Wasser zu einem Teig zerknetet, woraus man durch Kneten unter Wasser die Stärke herauswäscht. Eine detaillierte Anleitung findet sich auf vegetarismus.ch.

So macht man selbst Seitan. YouTube/Mehr Als Rohkost

Die Hoffnung: Lopino

Lopino ähnelt Tofu, wird aber aus den Samen der gelben Süsslupine gewonnen, die zur Familie der Hülsenfrüchte zählt. Das Fleischimitat, das einen leicht nussigen Geschmack aufweist, enthält viel Eiweiss, Vitamine und Mineralstoffe. 

Sehr verbreitet sind Lupino-Produkte noch nicht, man findet sie fast ausschliesslich in Reformhäusern. Sie haben gegenüber Tofu einen grossen Vorteil: Die Süsslupine kann fast überall in Mitteleuropa angebaut werden – Lopino hat damit eine deutlich bessere Ökobilanz als beispielsweise Tofu.

Der Industrielle: Sojafleisch

Texturiertes Soja, auch Sojafleisch oder auf englisch «Textured Vegetable Protein» (TVP) wurde in den 60er-Jahren in den USA erfunden. Der Herstellungsprozess ist aufwändig und technisch.

Zu Kaufen gibt es TVP in verschiedenen Formen: Am häufigsten als getrocknetes Granulat (ähnlich Hackfleisch), aber auch als Würfel oder in grösseren Formen, was an Schnitzel erinnert. Wegen seiner trockenen Struktur ist das Sojafleisch extrem lange haltbar.

TVP

Bild: Flickr/Rowena

Der Asiate: Tempeh

Tempeh stammt aus der indonesischen Küche. Bei der Herstellung werden Sojabohnen mit einem Pilz geimpft und fermentiert – vergleichbar mit einem Schimmelpilzkäse, nur frei von Cholesterin, mit wenig Fett und vielen pflanzlichen Eiweissen.

In der Schweiz, allgemein in Europa, ist Tempeh eher ein Nischenprodukt, das man vor allem in Reformhäusern findet.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • moimoimoi 20.07.2015 15:03
    Highlight Fleisch ersetzen ist richtig, Fleisch imitieren ist falsch. Ich lebe mehrheitlich vegan (ich mag eigentlich kein Fleisch und bin lactoseintolerant. Eier essen macht mich träge. Also vegane Varianten). Wenn ich Lust auf Fleisch habe, esse ich Fleisch. Es kommt selten genug vor. Aber Imitate essen... Ich esse ja auch keine imitierte Torte!
    5 3 Melden
    • MarGo 20.07.2015 16:08
      Highlight ein Veganer würde nie auf den Gedanken kommen, Fleisch zu essen, weil ihn der Heisshunger packt... Wenn du das kannst, ist das ja ok, hat aber dann überhaupt nichts mehr mit Veganismus zu tun. Ein mehrheitlich vegan lebender Mensch ist letztlich einfach kein Veganer, sondern ein Omnivor... Wenn es also überhaupt nicht in Frage kommt, Fleisch zu essen - für die richtigen Veganer - was bitte ist dann an einem Stück Tofu oder Seitan, dass nach Fleisch schmeckt, auszusetzen? und wenn du lactoseint. bist, dann wirst du zwangsläufig ein Imitat deiner Torte essen - nach deiner Definition von Imitat..
      5 3 Melden
  • Frölein hilfiker 20.07.2015 03:31
    Highlight ich verstehe nicht warum vegis fleisch kopieren. ich bastle auch kein salat aus Würsten.
    8 13 Melden
    • SirJoe 20.07.2015 07:42
      Highlight Das geht mir ähnlich. Ich verstehe, dass man einen Fleischersatz braucht (Protein, Eisen, B12), aber wieso müssen es Imitate sein? Wieso braucht man vegane Würste, Schnitzel und ähnliches, wenn man bewusst auf Fleisch verzichtet?
      7 7 Melden
    • frankyfourfingers 20.07.2015 08:48
      Highlight die meisten vegis verzichten ja aus ethischen gründen auf fleisch und nicht weil sie's nicht mögen. von dem her machen diese Ersatzprodukte meiner Meinung nach schon Sinn...
      22 5 Melden
    • MarGo 20.07.2015 09:16
      Highlight Wir verzichten auf den Rohstoff Fleisch, aus ethischen, gesundheitlichen und/oder ökologischen Gründen... Trotzdem sind die wenigsten als Veganer auf die Welt gekommen und sind sich nun mal Mahlzeiten wie Schnipo, Hackbraten oder Bolognese gewohnt. Ab und zu gönne ich mir darum ein Fleischimitat, was ist so schlimm daran? Als ob die Fleischwürste so geformt aus der Sau geschnitten werden? Fleisch wird auch in Form gebracht...
      Und Fleischersatz im Sinne von Nährstoffausgleich: Da brauchts kein Imitat dafür, das kann man alles pflanzlich hinkriegen... Mit Bohnen, Linsen, Nüssen usw...
      18 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • SofaSurfer 19.07.2015 21:16
    Highlight artikel ok aber zuviel coop... ich kanns bald nicht mehr sehen....
    13 3 Melden
    • Maya Eldorado 19.07.2015 22:03
      Highlight Hat was mit dem Coop.
      Und dass Coop für Ersatzprodukte für Vegetarier und Veganer den Namen Karma gewählt hat, ist kaum nachzuvollziehen.
      Soll mir mal jemand erklären, was Karma mit Verzicht auf Fleisch und Fleischprodukte und stattdessen Ersatzprodukten zu tun hat.
      9 13 Melden
    • MarGo 20.07.2015 09:17
      Highlight ähm, keine Tiere töten vielleicht... füge anderen kein Leid zu, wenn dir selbst kein Leid widerfahren soll... das ist doch Karma oder?
      16 3 Melden

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