Work-Life-Balance
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«Ich will aber lieber mein T-Shirt» – manchmal sind es die kleinen Probleme, die berufstätige Eltern ganz schön in die Bredouille bringen können. Eine Mutter erzählt.  Bild: Shutterstock

Erfahrungsbericht

Jeden Tag die kleine Horrorshow. Warum ich mir trotzdem nichts anderes vorstellen kann als Kinder zu haben und zu arbeiten

Ich bin watson-Mitarbeiterin und ich habe eine Familie. Ich arbeite 80 Prozent und betreue daneben meinen Sohn und meine Tochter. Wie das geht? Das frage ich mich manchmal auch.

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Natürlich kann ich es nicht: Einen verantwortungsvollen Job haben und eine gute Mutter von zwei Kindern sein. Aber ich versuche es, gemeinsam mit meinem Mann. Meistens gelingt es uns recht gut. Und manchmal ist es eine kleine Horrorshow.

Unser Modell: Wir arbeiten beide 80 Prozent, an je vier Tagen die Woche. Unsere Kinder – im Alter von 3 und fast 5 Jahren – besuchen an drei Tagen die Kita. An jeweils zwei Tagen unter der Woche werden sie von uns betreut, am Wochenende sind wir beide für sie da.

«Kinder werden krank, brechen sich einen Arm oder legen sich sonst irgendwie quer zur durchdachten Regie.»

Meistens. Denn wir haben beide auch Wochenendeinsätze. Wenn sich dann unsere Arbeit überschneidet, kommen – verdankenswerterweise – die Grosseltern zum Zug. Die fahren dann durch die halbe Schweiz oder lassen sich die Kinder für ein Weekend nach Hause bringen.

Die straffe Regie der Horrorshow

Familie und Beruf zu vereinen ist für mich eine kleine Horrorshow, weil es einerseits Nerven braucht und andererseits auch viel Spass macht. Sicher ist: Es wird nie langweilig, obwohl die kleine Horrorshow eigentlich eine sehr straffe Regie hätte: Aufstehen, News konsumieren, Kinder wecken, anziehen, Frühstück vorbereiten, selber duschen, anziehen, schminken, frühstücken, aufräumen, Zähne putzen (selber und zweimal Kinder), Schuhe und Jacke anziehen (selber und zweimal Kinder), Kinder in die Kita bringen, zur Arbeit fahren, arbeiten, zur Kita fahren, Kinder holen, Kinder zuhause waschen, Abendessen, Kinder ins Bett bringen, halbe Stunde News konsumieren, schlafen gehen. 

Doch es wäre zu schön – und eben keine richtige Horrorshow – wenn die Tage wirklich so verlaufen würden. Stattdessen werden die Kinder krank, brechen sich einen Arm oder legen sich sonst irgendwie quer zur durchdachten Regie. Kinder sagen Dinge wie «Mama, ich muss Gaggi» oder «Wo ist mein Auto mit den Flames, ich muss das unbedingt dem Vincent zeigen» oder «Dieses T-Shirt kann ich nicht anziehen, ich will das mit den Mönsterli drauf». Und das sagen sie immer zwei Minuten bevor man das Haus verlassen sollte, um pünktlich an einer Sitzung zu erscheinen. 

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«Ohne mein Auto mit den Flames geh ich nicht!» – es gibt eine «höhere Macht», der sich manchmal auch Eltern beugen müssen. Bild: Shutterstock

Auto suchen, T-Shirt wechseln

Dazu muss man wissen: Einmal «grosses Geschäft» dauert mindestens zehn Minuten. Einmal Auto suchen – nicht irgend eins, sondern das mit den Flames – ebenfalls. Einmal Tochter davon überzeugen, dass das Mönsterli-T-Shirt in der Wäsche ist, mündet bei ihr in einem Wutausbruch. An ein pünktliches Starten ist nicht mehr zu denken.

«Familie und Beruf zu vereinen ist für mich eine kleine Horrorshow, weil es einerseits Nerven braucht und andererseits auch viel Spass macht.»

Dann beginnt der Nervenkitzel in der kleinen Horrorshow: Schaffe ich es rechtzeitig zur Arbeit? Wie entschuldige ich mich? «Mein Kind hatte einen Tobsuchtsanfall» ist eine schlechte Ausrede, vom «grossen Geschäft» ganz zu schweigen. Dann ist es mir noch lieber, ich müsse dem Chef beichten, dass ich zuhause bleiben muss, weil eins der Kinder krank ist. 

Der Psychostress im Büro

Der Psychostress kann aber durchaus auch im Büro auftreten, denn auf einer Online-News-Redaktion lassen sich die wenigsten Dinge auf den nächsten Tag verschieben, die Präsenz der Journalisten ist sehr wichtig. Dann geht es um Fragen wie: Wie haue ich um halb sechs aus dem Büro ab, weil ich die Kinder holen muss, während in der Welt gerade der Teufel los ist? Wie sag ich meinen Mitarbeitern, dass ich sie auf der Stelle hängen lassen muss, weil bei meinem Sohn in der Kita der Brechdurchfall ausgebrochen ist und ich ihn holen muss? 

Und wie sag ich meinem Mann, dass meine Sitzung wichtiger ist als seine, und er sich heute um den ganzen Kinderkram kümmern muss? Und dass ich auch um halb acht Uhr abends noch nicht fertig bin mit der Arbeit?

«Wie sag ich meinem Mann, dass ich auch um halb acht Uhr abends noch nicht fertig bin mit der Arbeit?»

Wie hält sie das bloss aus?

Nervige Kinder, Psychostress, quälende Entschuldigungen: Sie denken jetzt sicher: «Warum tut sie sich das an?» Sie könnte doch zuhause bleiben mit ihren Kindern, oder einen weniger anspruchsvollen Job machen. Hab ich alles schon überlegt, kommt gar nicht in Frage! 

Erstens, weil ich meinen Mann nicht hängen lassen will mit einem Vollzeitjob, mit dem er die Familie alleine finanzieren müsste. Er soll seine Zeit mit den Kindern verbringen können, genau wie ich. Ich unterstütze ihn, er mich. Und zweitens bin ich nicht der Typ, der in den eigenen vier Wänden den ganzen Tag mit seinen Kindern absitzt. Und drittens gibt es kaum Führungsjobs mit weniger als 60 Prozent.

Effiziente, aber nicht perfekte Mitarbeiter

«Alle haben letztlich ihre Freude daran: Nicht zuletzt unsere Chefs, weil sie effiziente und motivierte Mitarbeiter haben.»

Dann doch lieber die kleine Horrorshow. Wobei ja alle letztlich ihre Freude daran haben: Unsere Kinder, weil sie flexibel sind und wissen, dass das Leben anspruchsvoll und schön zugleich ist. Weil sie in der Kita und später im Hort ein Bezugsfeld haben, das wir ihnen nicht bieten könnten. Mein Mann und ich, weil wir beide arbeiten und unsere Kinder betreuen können. 

Unsere Chefs, weil sie in uns motivierte und effiziente Mitarbeiter haben, die so wenig perfekt sind, wie sie selber. Unsere Mitarbeiter, die sehen, dass es geht – wenn auch manchmal etwas schief läuft. Unsere (Volks-)Wirtschaft, weil nicht nur Frauen ausgebildet werden, sondern weil sie auch als Arbeitskräfte eingesetzt werden können, dort, wo sie gebraucht werden. Und nicht zuletzt unsere Eltern, die Grosis und Opas dieser Welt, weil sie nicht selten wirklich gebraucht werden. 

Allen, die es sich noch überlegen, oder die immer noch skeptisch sind, ob Familie und Beruf vereinbar sind, kann ich nur sagen: Es geht. Es macht Spass. Und es wird nie langweilig. 

Dieser Inhalt wurde von der watson-Redaktion erstellt und gesponsort von der AXA Winterthur.

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Wie sind Ihre Erfahrungen zur Vereinbarkeit von Job und Familie? Schreiben Sie es im Kommentarfeld unten. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Raphie 18.06.2014 23:13
    Highlight Highlight Hallo ing. Ich wurde mit 25 Vater und bin heute 32. Ich habe zwei Töchter, eine 6 die andere 3 Jahre alt. Meine Frau arbeitet 20% und ich 100%. Die Kinder sind in den zwei Tagen bei den Grosseltern, die eine sehr enge Beziehung haben. Nichts kita usw. Aber mir ist bewusst, dass diese Möglichkeit nicht jeder hat. Viele nutzen aber die kita die es nicht nötig haben. Viele Eltern arbeiten aus egoistischen und geldgierigen Gründen beide sehr viel und nehmen den Alleinerziehenden den Kitaplatz die darauf angewiesen sind. Danke ich habe fertig.
    2 0 Melden
  • valkrys 13.05.2014 22:17
    Highlight Highlight ich arbeite zwar nur 50% und mein Mann 90%, aber genau solche chaotischen Tage haben wir auch
    2 1 Melden
  • Gwendolyn 12.05.2014 21:44
    Highlight Highlight Wie langweilig ist dass denn? Ein weiterer überflüssiger Text zum Thema berufstätige Mutter. Interessiert das noch irgendjemand? Jeder der eine Familie hat weiss doch wie komplex es ist eine befriedigende berufliche und familiäre Situation herzustellen. Treffen ist die Anmerkung dass es ihr zu langweilig wäre den Tag mit ihren Kinder in den vier Wänden abzusitzen…also dann ist die Idee die Kinder drei Tage in die Krippe zu bringen definitiv die bessere Lösung…was aber nicht heisst dass alle Mütter dieser Welt so fantasielos sind….ihren Mann nicht die volle Verantwortung für das Familieneinkommen zu übertragen ist auch herzallerliebst, geht auch wenn der Mann ein Job hat wo er weniger als 100% arbeiten kann, der Lohn nicht direkt an die Betreuungskosten draufgeht und Grosseltern da sind die (unentgeltlich) zu den Kinder schauen. Es ist ja eigentlich komplett egal wie jede Familie ihren Alltag lebt, lassen wir einander doch einfach in Ruhe, unterstützen uns da wo wir es brauchen und sind glücklich wenn wir den für uns richtigen Familienalltag gefunden haben OHNE den anderen schlecht zu machen. Danke.
    2 3 Melden
  • Zeit_Genosse 12.05.2014 09:17
    Highlight Highlight Auch wenn alle das Beste wollen, muss nicht das Beste herauskommen. Doch die Alternative ist noch schlechter.
    1 2 Melden
  • Piti 10.05.2014 07:42
    Highlight Highlight Ich bewundere alle Eltern, die sowas hinkriegen ohne täglichen Nervenzusammenbruch :)
    7 0 Melden
  • mia_neon 09.05.2014 16:45
    Highlight Highlight Auszug aus meinem Morgen-nicht-vorhandenen-Zeitmanagement einer 100 % Berufstätigen Mutter: 06:40 aufstehen, duschen, Haare waschen, 07:05 Jungs wecken, Frühstück parat machen, Jungs langsam stressen, sie sollen sich anziehen - 07:25 lauteren Ton anschlagen, da sich ja sonst keiner dieser Faultiere Richtung Kleiderschrank bewegt um sich anzuziehen, - dann doch noch helfen mit Anziehen, 07:31 Kaffee machen und Kinder an den Tisch zitieren, Zmorge geben und klar machen, dass die Zmorge Schüssel keinen Swimming Pool für Lego Mändli sei, 07:40 ah ja: Haare föhnen, 07:42 SHIT, der Kaffee brennt langsam an, die Jungs immer noch nicht weiter - hopp hopp - weiter föhnen - 07:53 Kaffee in Thermoskanne umschütten, kann ihn ja doch nicht mehr trinken - Znüni parat machen - alle küssen & aus dem Haus stürmen. 08:05 Arschloch-Bus kommt zu früh und da ich ja dermassen pressieren musste ist natürlich ein drittel der Termoskanne in meiner weissen Stofftasche aus geleert ...

    aber es gibt doch immer wieder Tage, an denen alles ganz wunderbar klappt zeitlich :)
    14 2 Melden
    • Quool-Puut 10.05.2014 10:33
      Highlight Highlight thanks for sharing your experience!
      4 0 Melden
  • Raphie 09.05.2014 15:34
    Highlight Highlight Sind die Kinder wirklich glücklich an 3 tagen von den eltern abgeschoben zu werden oder wollen die eltern einfach ihre bedürfnisse befriedigt haben und handeln dabei aus purem egoismus.? Meine kinder sind froh eine starke bezugsperson zu hause zu haben und nicht einfach eine 20 jahrige kleinkinderzieherin die ihr praktikum abschliessen muss.
    11 10 Melden
    • Sabina Sturzenegger 09.05.2014 23:21
      Highlight Highlight Was ist schlecht an der 20-jährigen Kleinkindererzieherin? Sie weiss wahrscheinlich ziemlich viel, was wir Eltern nicht wissen - weil sie ausgebildet ist - und hoffentlich anständig dafür bezahlt wird. Die "guten" Mütter (die ihre Kinder nur selbst betreuen) berufen sich immer nur darauf, dass es niemand so gut kann wie sie selbst. Ist das wirklich so?
      13 6 Melden
    • Raphie 10.05.2014 07:54
      Highlight Highlight Das mag stimmen bei eltern die einfach so nebenbei kinder haben weill einfach gut tut geliebt zu weden. Wenn mann und frau sich aber ganz auf ihre kinder einlassen und es mehr als nur ein teilzeitprojekt ist kann keine kleinkinderzieherin (und wir gehen davon aus sie hat ihre berufung gefunden) dies ersetzen und schon gar nicht 3 tage die woche! Ist meine meinung bitte jeder wie er möchte...
      7 4 Melden
    • Kian 10.05.2014 09:39
      Highlight Highlight Jeder nach seiner Façon finde ich eine gute Einstellung. Absolute Wahrheiten gibt es in der Kindererziehung ohnehin nur sehr spärlich. Vergessen wir nicht: Es gibt auch Eltern, die ihre Kinder an sieben Tagen pro Woche fürs Leben versauen.
      20 0 Melden
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