Kommentar

Zur Medienethik der Lügenpresse oder: «Hört endlich auf zu schreiben, was wir gerade lesen – ihr Schweine!»

27.03.15, 20:02 09.11.15, 14:16
Hansi  Voigt
Hansi Voigt

«Wie konnte watson nur den Namen des Co-Piloten nennen?» 

«Hört doch endlich auf mit den Spekulationen im Live-Ticker! »

«Und dann noch eine Umfrage, ob watson den Namen des Co-Piloten nennen darf oder nicht. » 

«Das ist ja wohl der Gipfel.» 

So rauscht es der watson-Redaktion derzeit von den Usern entgegen. 

Ein paar Gedanken von einem, dem vorgeworfen wird, sich keine Gedanken mehr zu machen

  1. Wenn einem als Journalist gedankenloses Handeln vorgeworfen wird, ist es vielleicht mal Zeit für eine Auflistung der Gedanken, die man sich als Online-Redaktor zu so einem Ereignis und der eintreffenden Kritik macht.
  2. Die technischen Möglichkeiten erlauben es inzwischen fast allen Medien, bei tragischen Ereignissen auf einen Live-Berichterstattungs-Modus umzuschalten. Der Faktor Echtzeit ist eine Dimension, mit der nicht alle umgehen können. 
  3. Nicht nur die Medien stellen auf Live-Modus um. Auch die Betroffenheit muss in Real-Time mitgeteilt werden. Staatschefs wie Angela Merkel oder François Hollande drängen mit Beileidsbotschaften ins Bild, während die Trümmerteile noch glühen. Der FC Bayern legt eine Trauerminute ein und lässt das Bild per Twitter um die Welt gehen. Es soll jeder für sich selbst beurteilen, was er von so einer öffentlichen Instant-Anteilnahme hält.
  4. Als Online-Medium versucht zum Beispiel watson die eintreffenden Informationen zu ordnen. Das gelingt zunächst nur chronologisch. Deshalb ist ein Ticker als fortschreitende Berichterstattung eine ehrliche Form. Die eintreffenden Informationen können nicht alle überprüft werden. Das wird im Ticker klar dargestellt. 
  5. watson überschreibt in allen Live-Tickern ausdrücklich unter der Oberzeile «Was wir bis jetzt wissen» die gesicherten Fakten. Wer auf watson hier die Updates überprüft, findet keinen falschen Eintrag. 
  6. Das soll kein Blanko-Check sein, dass alles andere im Ticker Spekulation sein darf. Es soll aber klar machen, dass eintreffende Informationen im Ticker nicht überprüft werden können und entsprechend noch nicht zu hoch gewertet werden sollen. 
  7. Gleichzeitig fangen die User in den Kommentarspalten an, ihre Meinung zum Ereignis und zur Berichterstattung kund zu tun. Zwei Stossrichtungen: «Ihr befriedigt nur die Sensationsgeilheit von uns Lesern» – und seid deshalb böse. Ausserdem verbreitet ihr  Medien nur Spekulationen und berichtet über Fakten, die noch nicht gesichert sind. 
  8. Sinngemäss heisst die Forderung: Hört sofort auf, das zu schreiben, was wir lesen – oder habt ihr allenfalls etwas Neues, über das wir dann in den Kommentarspalten spekulieren können? – ihr Schweine!
  9. Richtig hoch gehen die Emotionen, nachdem watson den vollen Namen des Co-Piloten nennt. Dies haben wir auch hier auf der Redaktion vorgängig intensiv diskutiert. Der Entscheid ist klar: Der französische Staatsanwalt nennt vor der Weltöffentlichkeit den Namen des Co-Piloten Andreas Lubitz. Ein sehr fragwürdiges Vorgehen, das uns keineswegs berechtigt, den Namen einfach in Folge weiter zu verbreiten. Im Gegenteil: Staatsanwälte haben oftmals unrecht und sind keine Richter. Aber die Indizien sind nach Auswertung des Voice-Recorders erdrückend. Der Co-Pilot Andreas L. wird nach der unfassbaren Tat eine, – wenn auch traurige – Person der Zeitgeschichte werden. Niemand nennt Anders Breivik heute noch Anders B. Der Co-Pilot Andreas L. wird also zu Andreas Lubitz werden. Die Frage ist bloss: Wann?
  10. Normalerweise warten Medien mit etwas Verantwortungsgefühl mit der Namensnennung, bis man sicher ist, dass Angehörige nicht aus den Medien von der Tat eines ihrer Nächsten erfahren. Der Lufthansa-CEO bestätigte in einer folgenden Pressekonferenz, dass alle Angehörigen benachrichtigt worden seien.
  11. Wenn etwas Schreckliches passiert, gibt es immer auf der einen Seite ein riesiges Interesse und auf der anderen Seite die Angehörigen. Sämtliche Details über Hausdurchsuchungen, Wohnort der Eltern und Ähnliches dienen lediglich der Befriedigung der Sensationslüsternheit und sind zu verurteilen. Wer das bringen will, soll das tun. Wir bringen es nicht. Insbesondere der Name des Piloten, der die Tür öffnen wollte, tut nichts zur Sache. Er wird in sämtlichen verantwortungsvollen Medien weiterhin nicht mit Namen genannt. Denn er und seine Angehörigen haben ein Recht auf Anonymität.
  12. Während viele User die Medien als Lügenpresse und klickgeile Schmutzfinken betiteln, geht in den Kommentarspalten die Spekulation und das Verbreiten von persönlichkeitsverletzenden Inhalten erst richtig los. Viele falsche Fotos werden rumgeschickt. Falsche Andreas L.s werden abgebildet und verbreitet. Manche etablierte Medien fallen darauf hinein. Wie zum Beispiel die ARD. Die Reaktion auf den Fehler – den der Sender freimütig zugibt – ist eindeutig: «Lügenpresse».
  13. Auf Social-Media halten sich Medien-Bashing, wilde Spekulation und die Verbreitung von Unwahrheiten mit tief empfundener Fassungslosigkeit in etwa die Waage. Nicht nur Amateure hauen in die Lügen-Pressekerbe. Die selbst ernannten Gralshüter der Journalisten-Ethik beklagen in Twitter-Runden kollektiv den Absturz der Medien. Je älter die Medien, desto herber die Kritik. Besonders tut sich Rainer S., der Medienkritiker der NZZ, hervor. Die Pressekonferenz hat sich noch nicht richtig aufgelöst, da schiebt er eine Analyse nach und beschwert sich, dass die Hatz auf den eben vom Staatsanwalt namentlich genannten Co-Piloten damit eröffnet ist. Schuld seien skrupellose Online-Medien, die er namentlich nennt und vorführt.
  14. Der NZZ-Autor tappt selbst in die dümmste Falle der schnellen Medien: Er liefert etwas ab, das als Hintergrund-Gedanken daher kommt. Die Zeit zum Denken hat er sich offensichtlich nicht genommen. Die nzz.ch schreibt den Namen des Co-Piloten längst aus. In der NZZ wird der volle Name am nächsten Tag in der Zeitung abgedruckt. Es wäre wohl ehrlicher gewesen, wenn der Autor seinen Bericht Gedanken-Live-Ticker genannt hätte. Hat er aber nicht.
  15. Besonders mokiert sich der NZZ-Redaktor darüber, dass watson die Leser fragt, ob sie den Namen ausschreiben würden oder nicht. Bestimmt war die Formulierung der Umfrage nicht besonders geglückt. Wir wollten damit ausdrücken, dass wir auch auf der Redaktion durchaus verschiedene Argumente sehen und uns dazu Gedanken machen. Der NZZ-Redaktor findet das «Bizarr – eine Art medienethisches Crowdsourcing.» Und fragt besorgt: «Was ergäbe wohl die Umfrage, ob man auch die Namen der Familienmitglieder publizieren soll?» Und zeigt damit, was er für ein tiefes Misstrauen gegenüber der Urteilsfähigkeit der Leserschaft hat.
  16. Ich habe noch nie einen Journalisten erlebt, der sich morgens mit der Idee ins Büro begibt, maximal viele Unwahrheiten zu verkünden. Leider ist von der ganzen Pegida-Geschichte nur der bedenkliche Slogan der Lügenpresse geblieben. Das Wort Lügenpresse ist uralt und wurde vor allem von den Nazis für nicht genehmes Gedankengut verwendet. Man sollte vorsichtig sein mit dem Begriff.
  17. Fakten gelten dann als gesichert, wenn beispielsweise ein Prozess in letzter Instanz abgeschlossen ist. Das würde wohl in einem Fall wie diesem bedeuten, dass die gesicherten Erkenntnisse erst in ein paar Jahren vorliegen und steht diametral den Möglichkeiten der Live-Berichterstattung und dem rasend schnell sich aufbauenden Interesse an plötzlichen Ereignissen gegenüber. Diese Real-Time-Übertragung erfordert wesentlich mehr Können, als man das von aussen sieht. Es stellen sich zahlreiche neue Fragen zur journalistischen Ethik. Und siehe da: Der journalistische «Abschaum», der in den News-Rooms sitzt, stellt sich durchaus diesen ethischen Fragen. Von den als Medienkritikern getarnten Muppet-Show-Opas werden sie dabei aber alleingelassen. Denn sie kennen diese Herausforderung der Live-Übertragung meistens schlichtweg nicht. 

Fazit

Als Journalist hat man nicht immer die ganze Wahrheit vor sich. Die Journalisten die ich kenne, versuchen aber, ihr nach bestem Gewissen sehr nahe zu kommen und werden immer ehrlich dabei sein, die eigenen Grenzen aufzuzeigen und zuzugeben. Gut so.

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User-Review:
Micha-CH, 16.12.2016
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68 Kommentare anzeigen
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  • El_Guero 30.03.2015 11:43
    Highlight Rainer Stadler hat seine Arbeit getan, er soll ja kritisieren, was die Medien verbreiten und wie sie arbeiten. Dass die NZZ anders berichtet, als er sich wünscht, ist nicht sein Fehler (Peinlicher Höhepunkt: In einem Text wird Andreas L. am Ende zu Andreas Lubitz). Im übrigen hat der Staatsanwalt die wahrscheinlichste These präsentiert. Er muss weiterhin noch in andere Richtungen ermitteln. Da sind mir die Medien zu früh aufgesprungen, was die Namensnennung betrifft. Wie H. Vogt richtig schreibt, ist ein Staatsanwalt kein Richter. Aber wenns einer schreibt, wollen die anderen nicht warten.
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  • blueberry muffin 30.03.2015 10:05
    Highlight Ja, hört auf zu schreiben was wir gerade lesen. Ihr wollt Medienunternehmen sein und nicht 15 Jährige likegeile Tratschtanten auf Twitter? Dann fangt damit an.

    Klar sind wir alle Informations Junkies, aber der Grund warum wir Watson aufsuchen und nicht Twitter ist die Hoffnung, das hier Journalisten geprüfte Fakten liefern und uns nicht einfach eine Überdosis aus gestrecktem Informationsmaterial mit unerwünschten Nebenstoffen verabreichen wie Strassendealer.
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    • hektor7 30.03.2015 11:26
      Highlight Für nen Muffin bist du ganz schön sauer...
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  • hektor7 30.03.2015 09:06
    Highlight Super Beitrag. watson hats im Griff.

    Der einzige Punkt, in dem ihr euch lügenpressetechnisch auf dünnem Eis bewegt: Katzen sind in echt nicht mal halb so härzig, wie sie auf diesem Portal dargestellt werden!

    Ansonsten: weiter so!
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  • Asper 29.03.2015 23:11
    Highlight Mein Problem mit diesem ganzen "Liveticker Journalismus" ist, dass dabei oft das Zusammenfassen auf das eigentlich Relevante verloren geht. "Die Medien" setzen dann einfach voraus, dass man den ständigen breaking news gefolgt ist. Bei solchen "super focus"-Ereignissen schwindet dann die Qualität ins nirgendwo. Bei den Online Medien in Form der genannten Ticker, im TV mit den leidigen nichtssagenden Live-Schaltungen zu irgend welchen Stammelnden, die aber eigentlich nichts zu erzählen haben, am besten mehrere gleichzeitig von überall her. Ethisch seh ich aber kein Problem, aber qualitativ sehr!
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  • Wolo 29.03.2015 20:20
    Highlight ihr seid ein klasse Team und macht eure Arbeit perfekt. Ich folge euch minütlich und freue mich auf die kommenden Recherchen von euch.
    Neider gibt es bekanntlich überall.
    Danke
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  • Jevita 29.03.2015 11:56
    Highlight Ich mag watson so oder so
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  • Gelöschter Benutzer 28.03.2015 20:07
    Highlight Hansi, gut gemacht und schön das du diese Thematik mal angesprochen hast! Ich mag die Ehtik fragen generell :) geniesse dein Wochenende!
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  • Hansi Voigt 28.03.2015 18:48
    Highlight So Leute, ich hab mehr oder weniger alles gesagt zum Thema und geh jetzt ins Wochenende. Abschliessend aus meiner Sicht noch allen Usern hier in der Kommentarspalte einen grossen Dank. Auch den kritischen Stimmen. Schaut bitte weiterhin gegenseitig, dass das Niveau der Debatte hier so viel höher bleibt, als auf anderen Portalen. Ihr habt es vor allem selbst in der Hand und ihr macht das bis jetzt grossartig!
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    • goschi 28.03.2015 19:44
      Highlight Das Lob muss unbedingt auch an Euch zurückgegeben werden, danke allgemein für euer offenes Auftreten und eure Präsenz in den Kommentaren, bei dem ihr euch auch (sachlicher) Kritik stellt, diese ernst nehmt und wiederholt auch für die Zukunft berücksichtigt habt.
      Allein dies ist ein Qualitätsmerkmal und sehr lobenswert.
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    • Romeo 29.03.2015 14:11
      Highlight Watson gefällt. Interaktiv, ehrlich und offen. Weiter so; die Qualität hochhalten. Das ist es nämlich was Euch von den Anderen unterscheidet. Besten Dank Watsons.
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  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 28.03.2015 17:34
    Highlight Weil Watson eine Schritt offener und zugänglicher ist als andere Medien und einerseits echte Live-facts bringt, aber auch Boulevard-presse, hat sich eine neue Art Trolle entwicklet. Danke Hansi für deine Riesengeduld (du wärst prädestiniert als Busfahrer Linie 32 in Züri), aber den Hunger der Trolle lässt sich nicht stillen ;-)
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  • Mox 28.03.2015 15:54
    Highlight Hier sollte jemand dringend den Crashkurs "Listicle für Anfänger" bei Frau Sigrist besuchen...

    Apropos der Artikel trägt nicht wirklich dazu bei die angeprangerten Vorurteile gegenüber der Presse und Watson im Speziellen zu entkräften. Die vorgetragenen Argumente überzeugen mich persönlich überhaupt nicht.


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  • smoe 28.03.2015 12:54
    Highlight Es ist wohl auch ein Henne-Ei-Problem. Sind die Medien klickgeil, oder die User geil auf solche Stories, auf jedwedes Informationsschnipsel, welches ihre persönlichen Spekulationen und Interpretationen befeuert. Viele Menschen wollen nun mal sofort wissen, wer für ein tragisches Ereignis zu verantworten ist, wer das Gespräch am Stammtisch am Abend dominieren soll. Nicht morgen, nicht übermorgen, schon gar nicht erst ein einer Woche – JETZT. Und viele Medien liefern ihnen genau das. Jeder, der sich über ungenügend überprüfte Informationen in einem Liveticker aufregt, sollte sich fragen, warum zur Hölle er ihn überhaupt gerade liest. Die Chancen in einem solchen innert Stunden oder Tagen die heuchlerisch lauthals geforderten harten Fakten zu finden sind gleich null. Mit Anteilnahme und «up to date» sein hat das aus meiner Sicht wenig zu tun.

    Über den Sinn oder Unsinn von Livetickern zu solchen Ereignissen lässt sich sicherlich streiten. Die Spekulationen fliegen in der Social Media Zeit sowieso ohne Unterbruch umher. Wo die Journalisten aber bei solchen Ereignissen meiner Meinung nach immer wieder zu weit gehen, ist, wenn die einen bequem vom Bürostuhl aus, Psychoanalysen und Portraits des vermeintlichen Täters (egal wie schwer die Beweislast drückt) im Copy-Paste-Verfahren zusammenschustern, währenddem ihre Berufskollegen kommandomässig auf der Jagd nach Bildern und Informationen durch den jeweiligen Wohnort ziehen und jeden zu Wort kommen lassen, der seine oder ihre Meinung zu Protokoll geben möchte. Sei das die Mutter einer ehemaligen Klassenkameradin, ein Burgerverkäufer oder der Postbote. Inwiefern informiert man die Leser, die Angehörigen, hilft ihnen die Geschehene besser zu fassen, wenn man ihnen erzählt, was man über die Umgangsformen, den Musikgeschmack, die gelaufenen Marathon-Zeiten, den Beruf der Eltern des Täters von Dritten gehört hat oder was ein Psychologe der Universität Soundso ohne Akteneinsicht zu seiner Psyche denkt?

    Natürlich ist Watson Welten von den Machenschaften einer deutschen Bild-Zeitung entfernt. Aber man sollte sich nicht wundern, wenn man manchmal in denselben Topf geworfen wird, sich das Ansehen von Journalisten generell trübt.
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  • achso 28.03.2015 12:17
    Highlight ach...ich würde euch so gerne verstehen. Ihr, die ihr euch soooo aufregt über den hier gepflegten Journalismus. ...Dann (nehme ich jetzt mal an; schaut ihr euch auch keine Nachrichtensendungen an, keine brutalen Filmszenen, auch National Geographics wird von der Liste gestrichen, weil gerade der grosse böse Wolf das kleine Häsli geschnappt hat...) WIR geilen uns doch täglich auf am Schaurigen, Bösen, Brutalen....Es ist an UNS, abzuschalten oder uns wegzuklicken. Ich nehme mal stark an, dass die Hinterbliebenen dieses Massenmordes von A.L. sich dieser Tage einen Sch....um Ethik kümmern !
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  • Roger Gruber 28.03.2015 11:42
    Highlight Das Problem liegt vor allem in den Quellen der MSM. Informationen werden direkt als Facts weitergeleitet, ohne dass eigene Recherchen angestellt würden. Damit ist die westliche Presse kein Informationslieferant, sondern Sprachrohr. Sprachrohr von Eliten, welche ihre Machenschaften im Verborgenen halten wollen und daher nichts mehr fürchten als gut informierte und aufgeklärte Bürger. Unter den Journis gibt es wohl Mitläufer, aber auch welche, die bewusst täuschen, weglassen und falsch beleuchten. Letztere sollten sich vorsehen: die Menschen erwachen und werden die Namen nicht vergessen.
    8 21 Melden
    • Hansi Voigt 28.03.2015 18:29
      Highlight Dann kannst du ja mal e i n e n Namen nennen.
      11 1 Melden
    • goschi 28.03.2015 19:39
      Highlight Bild und Focus Online als Beispiele deutschsprachiger Medien?
      Vor allem ersteres täuscht bewusst und lässt oft gezielt Fakten weg, von anderem Verhalten wie dem aufdringlichen Auflauern auf Hinterbliebene, unerlaubtes Benutzen von Privatbildern und der allgemein kompletten Pietätlosigkeit, usw. ganz zuschweigen.
      Aber ich denke man muss hier nicht darüber diskutieren, dass dies ein nicht wünschenswertes Niveau ist, denn Watson hebt sich davon ab und hier sollte es um Watson gehen. (für/gegen die BILD und co gibt es Bildblog.de, da wurde Watson übrigens auch schon positiv erwähnt).
      13 0 Melden
    • Markus L 30.03.2015 06:23
      Highlight Moment, ich greife mir nur kurz meinen Alufolienhut. Wie war das?
      1 2 Melden
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  • jonash 28.03.2015 11:01
    Highlight Watson ist momentan die beste online zeitung der schweiz und alles was euch nörglern einfällt, ist dass sie einen namen den ohnehin jeder noch so halb intelligente mensch ohne probleme rausfinden kann, das hat mit ethik nichts zu tun jedenfalls für mich
    39 10 Melden
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  • Sillum 28.03.2015 09:44
    Highlight Watson unterscheidet zu 80 Prozent nicht zwischen einer normalen Berichterstattung und einem persönlichen Kommentar (der auch als solchen bezeichnet wird) des Journalisten. Das ist mehr als unseriös und hat mit Qualitätsjournalismus rein nichts zu tun.
    11 40 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 28.03.2015 17:41
      Highlight Wenn du Reuters Meldungen lesen möchtest....tu es! Ich finde es eine Qualität, ist Watson persönlicher und nah dran.
      12 2 Melden
    • Hansi Voigt 28.03.2015 18:34
      Highlight Es ist unseriös zu behaupten, man könne objektiv Bericht erstatten. Nur schon die Auswahl der Themen, über die man schreibt und die man präsentiert, ist subjektiv. Die meisten Medien geben das aber leider nicht zu.
      23 4 Melden
    • Statler 28.03.2015 20:40
      Highlight Applaus für diesen Kommentar, Hansi!
      Leider ist genau das die grosse Lüge, die uns die meisten anderen Medien vorgaukeln.
      Wahrnehmung ist immer subjektiv und selbige weiterzugeben kann ergo niemals objektiv geschehen.
      Es gibt dazu übrigens eine schöne Studie, bei der 5 Personen aus verschiedenen Kulturkreisen eine Szene gezeigt wurde und anschliessend sollten die Personen das Gesehene beschreiben. Es kamen 5 sehr unterschiedliche Beschreibungen zustande. Was wir sehen und wie hängt also nicht nur von unserer Einstellung ab, sondern auch woher wir kommen und wie wir sozialisert wurden.
      12 1 Melden
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  • Big_Berny 28.03.2015 09:27
    Highlight Naja, wenn gleich ich die nachträgliche Stellungnahme begrüsse, macht das die Berichterstattung auch nicht besser. Wenn das eure Art ist, kann man genausogut auch Blick oder 20min lesen. Die nehmen zwar keine Stellung, berichten aber auf dem gleichen Niveau.

    Ich verstehe eure Sicht. Ich hatte mir ganz ehrlich nur etwas anderes erhofft von diesem neuen Medium. Und so geht es wohl vielen. Wenn ihr eure Umfrage zur Namensveröffentlichung anschaut, seht ihr ja auch, dass die grösste Gruppe dagegen gewesen ist. Wenn die Leser ethisch strenger sind als das Medium, sollte das schon zu denken geben.

    Just my two cents.
    30 20 Melden
    • Alex23 28.03.2015 14:34
      Highlight "Wenn die Leser ethisch strenger sind als das Medium, sollte das schon zu denken geben."
      Viele der ethisch Strengen bewirtschaften nur zu gerne eine Pseudoempörung. Wenn ich das tiefe Niveau vieler online-Kommentare ansehe (Zeit, Süddeutsche, Tagesanzeiger ....), wo Andersdenkende aufs Übelste beschimpft werden, dann frage ich mich, wo sich die berufene Ethik der Leser versteckt hat. Ich finde sie nur selten.
      Bei der Watsonleserschaft ist man übrigens trotz divergierender Meinungen noch recht zivilisiert.
      14 1 Melden
    • Hansi Voigt 28.03.2015 18:40
      Highlight Hast du gelesen, was ich zur Umfrage geschrieben habe, oder war dir das zu mühsam?
      10 5 Melden
    • Stephan Locher 28.03.2015 23:12
      Highlight Was ich mir bei dem Thema wünschen würde wäre eine Begründung über den Mehrwert des Namens, unabhängig davon ob er anderswo bekannt ist oder nicht.

      Brevik und andere Beispiele sind Terroristen mit politisch/religiösen Motiven. Dies ist hier anscheinend nicht der Fall.
      5 1 Melden
    • Big_Berny 28.03.2015 23:45
      Highlight Natürlich hab ichs gelesen. Das ändert aber nichts daran, dass mehr Leser gegen die Veröffentlichung waren. Habe ja nicht kritisiert, dass ihr entgegen der Lesermeinung veröffentlicht habt. Ich habe nur gemeint, dass ichs schade finde, dass ihrs publiziert habt und dass viele Leser scheinbar auch anders gehandelt hätten.
      3 2 Melden
    • Big_Berny 28.03.2015 23:46
      Highlight Kein Grund persönlich zu werden.
      6 1 Melden
    600
  • Alex23 28.03.2015 06:15
    Highlight Eine ehrliche und überlegte Stellungnahme des Journalisten zum Thema Medienberichterstattung.
    Wer was zuerst anfeuert, der Leser mit seinem Hunger nach taufrischen Information die Berichterstattung, oder die Medien die Gier der Leser. Ich weiß es nicht. Tatsache ist, es wird immer schneller, immer frenetischer.
    Auch mich stören Leserkommentare, in denen man sich über angebliche Spekulationen echauffiert, selbst aber munter vor sich hin spekuliert. Und, richtig, bevor man zu den ach so verwerflichen angeblichen oder tatsächlichen Mutmaßungen kommt, muss man sich ja erst mal recht "wissbegierig" auf den entsprechenden Artikel gestürzt haben. Da ist schon eine gewisse Schizophrenie oder Doppelmoral dahinter. Und die Medien in die Pfanne zu hauen, vor allem, wenn einem der Inhalt des Gesagten nicht zusagt, ist sowieso gerade en Vogue.
    19 4 Melden
    600
  • Bliss 27.03.2015 23:35
    Highlight An vielen Reaktionen sieht man, wie sich das offenlegen der Karten, bzw der Gedanken lohnt.
    Ich finde ein solch lesernaher Artikel sehr sympatisch, damit wurde das Ziel wohl auch eindeutig erreicht ;)
    Das unterscheidet doch watson von den anderen 'die Medien'!
    83 9 Melden
    600
  • Der Tom 27.03.2015 23:09
    Highlight Wieso läuft das Werbevideo automatisch und mit Ton?? Bitte sofort aufhören mit dem Mist!
    22 30 Melden
    • Seagull 27.03.2015 23:50
      Highlight Damit Leute wie Du ein solches Portal kostenfrei nutzen können.
      57 7 Melden
    • Der Tom 28.03.2015 06:59
      Highlight Ah danke aber da bezahle ich lieber....
      8 19 Melden
    • philipp meier 28.03.2015 07:43
      Highlight richtig. aber wir wollen einen aufenthalt bei uns trotzdem so angenehm wie möglich gestalten, weshalb dieserart werbung (aktuell) nicht vorgesehen ist. kannst du dich erinnern, welche werbung es war? wir würden sie dann abschalten.
      26 1 Melden
    • Der Tom 28.03.2015 08:17
      Highlight Es war eine Lidl Werbung. Das Video startete automatisch auf iPad. Konnte es seither nicht mehr reproduzieren. Bin froh wenn es nur ein Bug war oder ist.
      13 4 Melden
    600
  • amberli 27.03.2015 22:49
    Highlight Das find ich ja jetzt mal spannend. Komme vom Elternabend nach Hause und will endlich einen Kommentar zu diesem Kommentaren verfassen, die Live Ticker anprangern und vermutlich selber dauernd den Refresh-Knopf drücken, weil's ihnen sonst zu langsam ist. Danke, Hansi Voigt, für den Blick hinter die Kulissen und den kleinen Seitenhieb an die alte Dame.
    43 2 Melden
    600
  • goschi 27.03.2015 22:49
    Highlight Danke für diesen Kommentar, ich kann nicht überall zustimmen, aber kann die Gründe verstehen und keiner der Punkte widerspricht Anstand und Ethik, das reicht mir.
    Die Ticker-Sache ist ambivalent, ich bin auch ein Informationsjunkie, der jede News wissen will, gleichzeitig besteht die Gefahr, News der News wegen zu publizieren und damit viele Ungewissheiten oder gar Unwahrheiten zu verbreiten, ich finde mit der Einleitung "Was wir wissen" habt Ihr einen guten Kompromiss gefunden.

    Eure Aussagen überschneiden sich auch mehrheitlich mit denen von Lorenz Meyer, die ich gut zusammengefasst finde:
    33 6 Melden
    600
  • wiisi 27.03.2015 22:19
    Highlight Ich finde sehr wohl, dass watson.ch seine Verantwortung wahrnimmt. Nie hatte ich den Eindruck, getäuscht, geblendet oder manipuliert zu werden. Einige Kommentare in den letzten Tagen zu der Tragödie konnte ich nicht nachvollziehen, oder ich hatte das Gefühl, die Artikel wurden nicht genau gelesen. watson.ch soll mich informieren! Zu Ende denken kann ich selber. Das überlässt mir watson.ch. So finde ich es legitim, bzw. ich erwarte, dass ein Name der von einem Staatsanwalt bei einer Pressekonferenz buchstabiert wird, in einer Zeitung veröffentlicht wird. Wenn mir etwas vorenthalten wird, habe ich eher den Eindruck belügt zu werden, als wenn ich mit einer Wahrheit konfrontiert werde.
    Vielleicht sollten einige Kommentatoren auch mal einsehen, dass sich kaum ein "Blatt" so intensiv mit ihren Lesern auseinandersetzt wie watson.ch. Das verdient Respekt!
    72 6 Melden
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  • Statler 27.03.2015 22:03
    Highlight Ja, die liebe Ökonomie vs. Ethik. Schon ein schwieriges Dilemma.
    Die Berichterstattung über solche Ereignisse hat sehr wenig mit Information zu tun, aber sehr viel mit der Befriedigung der voyeuristischen Ader in uns allen. Die Gaffer sabbern, die Gaffer-Hasser ebenso und die Betroffenheitsbekundungsmaschinerie läuft heiss. So widerlich es ist, so unvermeidbar scheint es und als Medium kann man eigentlich nur alles falsch machen.
    Ihr macht es wenigstens halb-richtig. Aber eigentlich würd ich Euch lieber etwas für jeden NICHT-publizierten Artikel spenden, statt das über mich ergehen zu lassen.
    24 8 Melden
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  • Michèle Seiler 27.03.2015 21:45
    Highlight Mich persönlich hat besonders die Namensnennung gestört, weil ich, im Gegensatz zu den Gründen für die Tat, nicht begreife, welchen konstruktiven Nutzen das haben soll (dass ihn herausfindet, wer ihn wissen will, ist eh klar - das ist wohl in solchen Fällen immer so. Und, dass ihn andere schon genannt haben - aber ob man seinen Teil dazu beitragen will, entscheidet wohl jeder für sich), und mich diese ganzen Informationen in so kurzer Zeit, ob geprüft oder ungeprüft, durchgesickert oder öffentlich gemacht, und die Ansage am Ende, dass die wichtigsten Dinge schon ziemlich klar seien, misstrauisch machen, und ja, vielleicht auch überfordern - und das als jemand, der bisher nicht für Verschwörungstheorien empfänglich war.

    Gleichzeitig bin ich froh um diese Stellungnahme. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Versuch der Erklärung für das eigene Verhalten für ein friedliches Klima sorgt.
    30 7 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 27.03.2015 21:42
    Highlight Das Einklinken (und Aktivbleiben in den Kommentaren) von Hansi Voigt ist mir sehr sympathisch. Mehr davon! Als einer der Kritiker der Art der Berichterstattung, die Watson für das Unglück gewählt hat, frage ich mich aber:

    - Weshalb ist vom Vorwurf der Lügenpresse die Rede? Habe ich in keinem Kommentar so gesehen. Von Kritik bis zu Lügenpresse-Rufen ist ein weiter Weg.
    - Was soll das Bild mit Joseph Goebbels? Sollen Kritiker der Watson-Berichterstattung mit ihm gleichgesetzt werden? Damit entzieht ihr euch der Diskussion ja gleich wieder, nachdem ihr euch ihr soeben tapfer gestellt hat.
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    • Hansi Voigt 27.03.2015 22:16
      Highlight Das mit der Lügenpresse bezieht sich in der Tat nicht auf einen Kommentar bei Watson. Das enorme Misstrauen, man habe es hier nur mit gedankenlosen, klickgeilen Redaktoren zu tun, die sich keine Minute lang überlegen, was sie tun, wurde aber flächig geäussert. Letztlich findet dieses Medien-Misstrauen im inzwischen häufig verwendeten Ausdruck "Lügenpresse" seinen Ausdruck. Mir geht es mit dem Bild von Joseph Goebells darum, dass wir uns bewusst sein sollten, wer den Begriff Lügenpresse inflationär verwendet hat - bevor er sich wirklich wieder etabliert.
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    • Gelöschter Benutzer 28.03.2015 02:46
      Highlight Das mit der Lügenpresse ist halt so eine Sache. Wen man merkt dass man TAGTÄGLICH von den so genannten medien auf gut deutsch verarscht wird, dann wird man halt skeptischer und vorallem vorsichtiger. Wen man merkt wie die Medien gut recherchierte Kommentare zensiert um Meinungen zu manipulieren, dann hat man langsam das Gefühl alle sind kalt und herzlos. Und wen dann Nachrichten über alles nur nicht über die wahren geschehnisse berichten, dann hat man die Schnauze voll! Soviel zum Thema Lügenpresse. Ein Nachrichtenportal sollte neutral und frei von politischen Interessen bleiben. Dies ist NICHT gegeben und das ist und bleibt eine Tatsache. Damit will ich WATSON keinenfalls vorverurteilen nur wundern darf man sich halt nicht dass manche Menschen skeptischer gegenüber Medien geworden sind.
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  • Fabian Schmid (3) 27.03.2015 21:27
    Highlight Ein sehr persönlicher Kommentar. Das finde ich grundsätzlich gut, auch wenn man/ich nicht in allen Punkten der gleichen Meinung ist/bin. Dass man mit unreflektierter Medienkritik nicht einverstanden ist und sich auch nicht dem Bild/Blick Niveau angleichen will, sollte eigentlich logisch sein. Aber das News-Geschäft konfrontiert auch mit einigen ethischen Grundfragen, auf die wenige, bis keine Redaktionen Antworten zu haben scheinen. Aber das sind Verantwortungen, die nicht nur bei Watson, oder anderen Medienhäuser liegen sondern eigentlich auch bei den Lesern, resp. der Gesellschaft, die...
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    • Fabian Schmid (3) 27.03.2015 21:40
      Highlight ...einen widersprüchlichen Umgang mit solchen spektakulären Tragödien pflegt. Suizide und Morde sind - und durch News verstärkt - ein präsenter Teil in der Gesellschaft. Eigentlich im Privatleben kaum omnipräsent, aber dennoch fest vorhanden. Die Psyche der Individuen ist ein Flickwerk, etwas polemisch formuliert ein Kartenhaus und Sicherheit ein zweischneidiges Schwert und zugleich fragiles Trugbild. Komplizierte Angelegenheit. Aber dass Suizid-Serienmörder von den Medien genau das Spektakel erhalten und ihren Namen in der Welt nachhallt ist kaum eine zielgerichtete Botschaft an Zukünftige.
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    • philipp meier 27.03.2015 21:44
      Highlight diese diskussionen haben ihren ursprung im medienwandel. wie du richtig schreibst: wir sind alle gefordert. es braucht wohl noch viele solche «reinigende gewitter», bis sich die medienethischen realitäten den neuen «sozialen massenmedien» angeglichen haben (im wissen darum, dass sie ständig neu verhandelt werden müssen)
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  • EMkaEL 27.03.2015 21:13
    Highlight «Hört endlich auf zu schreiben, damit wir nicht lesen müssen, was ihr gerade schreibt – ihr Schweine!»
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    • Hansi Voigt 27.03.2015 21:30
      Highlight Wolltest du gerade irgendwie originell sein?
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    • EMkaEL 27.03.2015 23:41
      Highlight das habe ich mich bei deiner schlagzeile auch gefragt.
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  • fiodra 27.03.2015 21:07
    Highlight Das Wort Lügenpresse finde ich falsch, doch glaube ich dass die Presse vor allem darauf aus ist Emotionen, z.B. Empörung oder Betroffenheit zu schüren, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Mich stört, dass bei diesem Absturz unbedingt eine Erregung erzeugt werden musste und deshalb in verschiedenen Artikeln immer die selben wenigen Erkenntnisse wiederholt wurden weil nicht mehr vorhanden war. Mehr Gelassenheit und Recherche, dafür weniger Liveticker wäre gut.
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    • Hansi Voigt 27.03.2015 21:21
      Highlight Sie haben in vielen Fällen recht, in diesem Fall nicht. Die Betroffenheit bei diesem Absturz musste niemand schüren. Sie war und ist vorhanden.
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  • manhunt 27.03.2015 21:05
    Highlight wenn angela merkel oder der fc bayern ihr beileid kundtun, hat das in erster linie mit ihrer rolle in der öffentlichkeit zu tun.
    ihr als onlinemedium habt euch jedoch der berichterstattung verschrieben. und nicht der generierung von möglichst vielen seitenaufrufen oder clicks.
    ein weitere kritikpunkt: die handhabe mit dem namen des piloten. stellenweise nennt ihr die initialen, stellenweise den vollen namen. ebenso der umgang mit seinem gesicht. ich erinnere mich an berechtigte und gelungene mediale seitenhiebe, gegen konkurenten aus der unteren journalistischen kaste. ich erinnere mich an ein onlinenewsportal, das die ambition hatte anders zu sein, die lücke zu füllen, welche seit geraumer zeit in der medialen landschaft besteht. mittlerweile ist es mir jedoch nicht mehr möglich, den feinen unterschied festzustellen.
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    • Hansi Voigt 27.03.2015 21:28
      Highlight Ich kann nicht für "ihr als onlinemedium" sprechen. Den Namen des Piloten nennt Watson nicht. Den Namen des Co-Piloten schon. Er ist eine - tragische - öffentliche Figur geworden, wie Anders B. aus Oslo oder Bin L. aus Saudi-Arabien.
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    • eiSat 27.03.2015 22:12
      Highlight Immerhin reagieren Redakteure auf die Kritik. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu jenen der untersten Kaste
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    • Sherlock H. 27.03.2015 23:14
      Highlight Nicht ausweichen Herr Voigt. Den Umgang mit dem Namen und dem Bild des Co-Piloten ist nicht nachvollziehbar, mal so und mal so. Ihr hättet lieber mal von Anfang an eure Transparenz-Box gebraucht und damit die Chance gehabt, der Leserschaft zu verdeutlichen welchen Weg ihr bezüglich der Namensnennung gehen wollt.
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    • Hansi Voigt 28.03.2015 00:36
      Highlight Hier noch einmal die (gekürzte) Passage zur Namensnennung: "Der Staatsanwalt nennt vor der Weltöffentlichkeit den Namen des Co-Piloten Andreas Lubitz. Ein fragwürdiges Vorgehen, das keineswegs berechtigt, den Namen einfach weiter zu verbreiten. Im Gegenteil: Staatsanwälte haben oftmals unrecht und sind keine Richter. Aber die Indizien sind nach Auswertung des Voice-Recorders erdrückend. Der Co-Pilot Andreas L. wird nach der unfassbaren Tat eine, – wenn auch traurige – Person der Zeitgeschichte werden. Wie etwa Anders Breivik, den niemand mehr Anders B. nennt. Die Frage ist bloss: Wann?
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    • Sherlock H. 28.03.2015 06:34
      Highlight Ich formuliere es nochmals deutlicher: wieso schreibt ihr manchmal vom Co-Piloten, dann wieder von Andreas L., dann wieder von Andreas Lubitz? Wenn ihr schon innerhalb der Redaktion entschieden habt, dass ihr den Namen nennt, dann bitte einheitlich. Ihre zitierte Passage macht den Entscheid nachvollziehbar, unabhängig davon ob man es gut oder schlecht findet. Und wie gesagt: wäre diese Passage von Anfang an in einer Transparenzbox geschrieben gewesen, wäre vielleicht weniger das Gefühl von sensationsgeiler und klicksbenötigender Berichterstattung da gewesen.
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  • Bowell 27.03.2015 20:53
    Highlight Naja, dieser Rundumschlag beeindruckt mich jetzt nicht wirklich, aber Angriff (vs. eigene User und den Konkurrenten NZZ) scheint wohl die beste Verteidigung zu sein.
    Was mich aber wirklich wunder nimmt ist, wieso muss man eine Umfrage bezgl. Namensveröffentlichung aufschalten, wenn der Entscheid in der Redaktion sowieso schon gefallen ist?
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    • Hansi Voigt 27.03.2015 21:18
      Highlight Wie gesagt, die Umfrage war unglücklich formuliert. Der ursprüngliche Gedanke war: wir wollten den Usern gegenüber zum Ausdruck bringen, dass das Thema auch bei uns auf der Redaktion durchaus widersprüchlich diskutiert wurde. Insbesondere unsere Überzeugung, dass der zeitliche Faktor (wurden die Angehörigen bereits informiert) die wesentliche Unbekannte bei der Frage ist, haben wir nicht klar genug kommuniziert.
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  • Jaing 27.03.2015 20:52
    Highlight Die Medienwelt wird halt immer schneller und wenn Onlineportale nicht schnell sind, holen sich die Konsumenten die News auf Twitter oder Facebook. Fakt ist aber auch, dass die Qualität darunter leidet. X unnötige Dinge werden getickert, nur damit nicht das Gefühl von Stillstand aufkommt. Da geschehen dann auch Fehler. Meist kleine Dinge, aber auch solche die üble Konsequenzen haben. Etwa wenn es auf einmal heisst, es gebe evtl. Überlebende. Was, wenn das ein verzweifelter Angehöriger liest? Hier haben die Medien eine Verantwortung, die leider nicht mehr wahrgenommen wird. Und genau durch das Wahrnehmen dieser könnten sie sich von Twitter und Co. differenzieren.
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  • Gelöschter Benutzer 27.03.2015 20:50
    Highlight Super! Danke für diese offene Stellungnahme.

    Etwas muss ich aber trotzdem bemängeln (Punkt 6):

    "Es soll aber klar machen, dass eintreffende Informationen im Ticker nicht überprüft werden können und entsprechend noch nicht zu hoch gewertet werden sollen."

    Warum veröffentlicht Watson im Ticker die nicht überprüften Informationen? Sollte doch technisch machbar sein, diese auszublenden.

    Dient das den generierten Klicks? Oder möchte man gegenüber anderen Newsportalen nicht ins Hintertreffen geraten ?

    Ich würde das sehr schätzen und Watson würde sich noch abheben bzw. profilieren gegenüber anderen Medien.
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    • Hansi Voigt 27.03.2015 21:13
      Highlight Es müsste besser heissen "n o c h nicht überprüft werden konnte". Das heisst, man hat angesichts der sich entwickelnden Ereignisse zum Beispiel erst eine Quelle. Wichtig ist, dass man dies klar deklariert (laut blablabla etc.) und nicht zum Anlass zu wilden Spekulationen nimmt, die dann zu falschen Behauptungen und fetten Titeln werden.
      Und ja, natürlich spielen das enorme Interesse, bzw. Klicks, bzw. der Ansturm der Leser eine Rolle. Wer erst dann berichtet, wenn es niemanden mehr interessiert, hat ökonomisch verloren. Das ist ein altes Medien-Dilemma, dem man professionell begegnen muss.
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    • Gelöschter Benutzer 27.03.2015 21:37
      Highlight Yes, Sie haben echt Eier Herr Voigt!

      "Und ja, natürlich spielen das enorme Interesse, bzw. Klicks, bzw. der Ansturm der Leser eine Rolle. Wer erst dann berichtet, wenn es niemanden mehr interessiert, hat ökonomisch verloren."

      Hätte das niemals erwartet - aber Sie haben mich überrascht.

      Stark dass Sie offen dazu stehen. Echt Chapeau!!
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    • Stephan Locher 28.03.2015 23:33
      Highlight Wenn ich mich richtig erinnere kann man bei euren Tickern jeweils inputs ein oder ausblenden.
      Wie wäre es mit einer ähnlichen Einstellungsmöglichkeit bezüglich gesicherten und (noch nicht) rückbestätigten Informationen?
      technisch meiner Meinung nach das beste, ob die Markierung im hektischen Reaktionsalltag möglich ist wisst ihr.

      So können die an den neusten Gerüchten interessierten Klicks im Ticker generieren und die anderen haben mehr Zeit Hintergrundartikel und Kommentare zu lesen.

      Oft vergebt ihr euch übrigens einige Klicks von mir, weil als empfohlener Artikel ein picdump folgt und ich dann den Browser Tab schliesse.

      Das wäre mal Newsunfucked: Ich sehe picdumps und Sportberichte ohne Gesellschaftsrelevanz nur dann wenn ich will.
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  • Gelöschter Benutzer 27.03.2015 20:36
    Highlight Ein sehr Lesernaher Kommentar. Sympatisch. Watson bleibt so wie ihr seid.
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  • Pater Noster 27.03.2015 20:26
    Highlight Respekt! Auch ich habe den Medienhype kritisiert und auch watson. Diese Selbstkritik und ein offener Blick in die Gedankenwelt der Autoren und Redakteure finde ich super und verdient Respekt.

    Danke watson-team für eure Arbeit!
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PICDUMP! Inklusive peinliche Geschichten 🙊

Letztes Mal haben wir euch nach euren peinlichsten Erlebnissen gefragt – und ihr habt alle sehr viele herzige Peinlichkeiten erlebt. Damit nicht das ganze Pulver auf einmal verschossen ist, verteilen wir eure Lustigkeiten auf die nächsten paar Picdumps. Und am Schluss gibt's eine Story mit allen Geschichten! Juhu! 

Viel Spass mit der ersten Ladung, eure Storys sind deklariert als «Geschichte für zwischendurch».

Weil du es vielleicht schon wieder vergessen hast ...

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