So überwacht uns der Staat

Der 1. Juli 2013 im Leben von Nationalrat Balthasar Glättli inklusive Helikopterflug und Abstecher in den geheimen Datenbunker. Bild: watson

Tracking 24/7

Wo war Herr Glättli die letzten sechs Monate? Minute für Minute, Ort für Ort? Swisscom oder Sunrise wissen es, Sie wissen es jetzt – und der Staat kann es jederzeit wissen

Balthasar Glättli hat zum ersten Mal in der Schweiz die Daten erhalten, die Mobilfunkprovider sechs Monate lang von jedem Handynutzer speichern müssen. Hier sehen Sie, mit welchen Journalisten der Nationalrat wann telefoniert – und wo der geheime Datenbunker der Schweiz steht. 

Publiziert: 26.04.14, 23:59 Aktualisiert: 19.05.15, 14:44

Dem Zürcher Nationalrat Balthasar Glättli ist gelungen, was bisher in der Schweiz noch niemand erreicht hat. Er hat sich bei seinem Mobilfunk-Provider Zugriff auf die über ihn gespeicherten Daten verschafft – und sie watson und der Schweiz am Sonntag anvertraut. Die zwischen Januar und Juli 2013 aufgezeichneten Daten enthüllen das genaue Bewegungs-, Beziehungs- und Persönlichkeitsprofil des Politikers: Seine zurückgelegten Wege, seine Freunde, seine Interessen.

Swisscom, Sunrise und Orange müssen von allen Kunden speichern, wer wann mit wem wie lange von wo aus telefoniert oder gemailt hat. Das geschieht nicht im Geheimen, sondern seit einer Gesetzesanpassung im Jahr 2002 ganz offiziell. Die Daten müssen für ein halbes Jahr gespeichert werden – unabhängig davon, ob jemand verdächtigt wird oder nicht. Entsprechend haben wir es mit einer Datenspeicherung auf Vorrat zu tun – für den Fall, dass später gegen jemanden ermittelt wird. 

Auf Basis dieser Daten können Sie in unserer interaktiven Grafik alle Bewegungen von Nationalrat Glättli in einem Zeitraum von sechs Monaten nachvollziehen. Die Ortungsdaten haben wir zusätzlich mit frei im Internet verfügbaren Informationen aus dem Leben des Parlamentariers (Twitter, Facebook und Webseiten) verknüpft.

Mit der Play-Taste startet die Reise durch Balthasar Glättlis Leben. Sie können die Reise an beliebigen Punkten verlangsamen und mit der Pause-Taste anhalten. Zoomen Sie in die Karte, um genauer zu verfolgen, wo sich der Politiker befindet. Der Kalender zeigt Ihnen, an welchen Tagen Glättli in welcher Stadt war.

Die interaktive Karte zeigt, wo Nationalrat Glättli unterwegs war und mit welchen Journalisten, Politikern und Familienangehörigen er kommuniziert hat. Die Personendaten wurden von uns anonymisiert. (Die Karte funktioniert am besten auf einem grossen Bildschirm oder auf Smartphones im Querformat.) Grafik: watson.ch, «Schweiz am Sonntag», OpenDataCity, Digitale Gesellschaft

Was verraten die Datenspuren über uns, die wir ständig mit Smartphones und Computern hinterlassen? Um dies zu demonstrieren, picken wir einen bestimmten Tag im Leben von Politiker Glättli heraus. Wir könnten auch jeden anderen Tag nachverfolgen.

Unterwegs in geheimer Mission

Es ist der 1. Juli 2013, für Balthasar Glättli ein spezieller Tag. Der Sicherheitspolitiker ist unterwegs in geheimer Mission.

06.50 Uhr – von Zürich in den Alpenbunker

Die Handy-Ortungsdaten verraten Schritt für Schritt, wo wir uns bewegen.  Bild: watson

Auf unserer interaktiven Überwachungskarte taucht ein roter Punkt in Zürich West auf. Die Position der Zielperson Balthasar Glättli wird von seinem Handyprovider erfasst. Der Nationalrat hat sein Smartphone aktiviert und eine erste E-Mail an einen Parteikollegen verschickt. Dies lässt sich in der Überwachungskarte ablesen. Wir sehen den Empfänger und Betreff der Nachricht, nicht aber den Inhalt. (Hinweis: Wir haben Namen und den E-Mail-Betreff in der publizierten Karte unkenntlich gemacht.)

Bis um zirka 7.30 Uhr ist Glättli in seiner Wohnung in Zürich, erhält E-Mails fast im Minutentakt und hört seine Combox ab. Dann setzt sich der rote Punkt langsam in Bewegung. Es geht zum Hauptbahnhof. Kurz nach 7.45 Uhr bewegt sich Glättli mit höherer Geschwindigkeit dem Zürichsee entlang Richtung Zentralschweiz. All dies können Sie auf unserer Karte mitverfolgen. Wohin geht die Reise?

Ein Hinweis gibt uns sein Facebook-Profil: Glättli ist Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates (SiK-N). Auf Facebook schreibt er, dass er den 1. und 2. Juli mit der SiK verbringt. Diese soll in Genf tagen. Warum fährt er dann Richtung Vierwaldstättersee?

11.20 Uhr – die geheime Militäranlage

Der Mobilfunkprovider trackt Glättli kurz vor Mittag in der Region Göschenen/Andermatt. Interessant: In einem unbekannten Armeebunker im Gotthardmassiv plant die Schweizer Armee bis 2018 das erste vollgeschützte Rechenzentrum. Ein Zufall, dass Glättli gerade dort ist? Wohl kaum. Als Mitglied der SiK hat er am 1. Juli 2013 den geheimen Standort des 270 Millionen teuren Rechenzentrums besucht – und die Position durch seine vom Handyprovider gespeicherten Daten indirekt aufgedeckt. 

Da sein Handy aktiviert war, lassen die Ortungsdaten auf den Standort der geplanten Armeeanlage schliessen, die bislang nur als Projekt «Fundament» bekannt ist. Übrigens: Die Mitglieder der SiK haben den Kredit für das bombensichere Rechenzentrum nach ihrem Abstecher nach Andermatt einstimmig durchgewunken. 

Im Bild: Die ehemalige Festung der Schweizer Armee «Sasso da Pigna» auf der Gotthard-Passhöhe. In einer geheimen Anlage in der Region Andermatt soll bis 2018 eines von drei neuen Hightech-Rechenzentren der Schweizer Armee entstehen. Bild: keystone

Rechenzentrum «Fundament»

Der Bau des ersten vollgeschützten Rechenzentrums der Schweizer Armee soll von Mitte 2014 bis Mitte 2018 dauern, sagte VBS-Sprecherin Karin Suini auf Anfrage von inside-it.ch. Für das Rechenzentrum in einem nicht mehr genutzten Armeebunker sind 150 Millionen Franken budgetiert. Weitere 120 Millionen sollen Server, Netzwerkgeräte, Software und Managementsysteme kosten.

Nach 11 Uhr – Die ahnungslosen Journalisten

Auf dem Weg in die Zentralschweiz erhält unsere Zielperson kurz nach 11 Uhr eine SMS von Redaktor R.W von der «Aargauer Zeitung». Dieser möchte von Glättli ein Statement zu Edward Snowden, da sich der Grüne-Politiker prominent dafür einsetzt, dass der NSA-Enthüller in der Schweiz Asyl erhält. Am Nachmittag melden sich weitere Journalisten von «10vor10», «20 Minuten» und dem «Landboten» mit Fragen zu Herrn Snowden. Dies lässt sich anhand des E-Mail-Betreffs sagen, der auch bei verschlüsselten E-Mails sichtbar ist. (Details zu Glättlis Anrufen, E-Mails und SMS finden Sie am Ende des Artikels.) Dass sie einen Nationalrat am Telefon haben, der gerade eine streng geheime Militäranlage besucht, ist den Journalisten nicht bewusst.

12 Uhr – mit dem Helikopter nach Genf

Ende der geheimen Stippvisite im Alpenbunker. Offiziell war die SiK-N nicht in Andermatt, sondern tagte am 1. und 2. Juli in Genf. Die SiK-Mitglieder werden daher mit einem Helikopter an den Lac Léman disloziert. Das wird deutlich, wenn man Glättlis Positionsdaten auf unserer interaktiven Karte verfolgt. In weniger als zwei Stunden wandert der rote Punkt vom Gotthard auf direktem Weg nach Genf. Eine Zugfahrt würde über fünf Stunden dauern.

13:45 Uhr – die Sicherheitspolitiker tagen in Genf

Der Helikopter mit Glättli an Bord landet bei der Militärkaserne Genf in der Nähe des Stadtzentrums. Auch dies verraten uns die vom Handyprovider aufgezeichneten Standortdaten. 

Nach der Landung berichtet er auf Twitter über seinen Tag mit der SiK und verliert kein Wort zum Abstecher in den geheimen Alpenbunker.

Zwischen 17.20 und 17.23 Uhr werden drei SMS von Glättlis Smartphone an einen Zürcher SVP-Politiker verschickt. Die Nacht verbringt unsere Zielperson vermutlich in einem Hotel in der Nähe des Genfer Bahnhofes. Aus dieser Region kommt am 1. Juli um Mitternacht die letzte und am frühen Morgen des 2. Juli die erste Positionsortung.

2. Juli, 12 Uhr – Adieu Genève 

Am Morgen des 2. Juli wandert der rote Punkt in Genf umher. Auch Sie können das mit unserer interaktiven Karte überprüfen. Glättli verlässt die Rhonestadt gegen Mittag, als Grüner vermutlich per Bahn. Auf der Fahrt nach Zürich setzt er zahlreiche Tweets zum NSA-Skandal ab und erhält diverse Anrufe von Medien: Darunter «Tages-Anzeiger», «Blick am Abend», Tele Top,  Radio 1 und Radio Energy.

Und hier noch einmal der 1. und 2. Juli 2013 im Schnelldurchlauf

gif: watson

Der 1. Juli 2013 von Balthasar Glättli in Zahlen

Glättli war am 1. Juli ein gefragter Mann für die Schweizer Medien. Wieso? Auf dem Höhepunkt der NSA-Affäre hat sich der Grüne Nationalrat dafür eingesetzt, dass Edward Snowdens Asylantrag in der Schweiz stattgegeben wird.

ANRUFE: Total 4
1.(Combox wird angerufen, 07.38 Uhr)
2. (Eingehender Anruf von «20 Minuten»-Redaktor S.H., 15.36 Uhr)
3. (Eingehender Anruf von Redaktor M.B. vom Winterthurer Landboten, 15.37 Uhr)
4. (Ausgehender Anruf an «10vor10»-Redaktor G.H., 15.42 Uhr)


SMS: Total 20
1.(Eingehend von Redaktor R.W., AZ-Medien, 11.08 Uhr)
2.(Eingehend von SRF-Mitarbeiter, 11.08 Uhr)
3.(Ausgehend an Redaktor R.W., AZ-Medien, 11.33 Uhr)
4.(Eingehend von Redaktor R.W., AZ-Medien, 11.53 Uhr)
5.(Eingehend von Redaktor M.P., «10vor10», 13.38 Uhr)
6.(Eingehend an Redaktor G.H., «10vor10», 14.38 Uhr)
7.(Ausgehend an Redaktor G.H., «10vor10», 15.32 Uhr)
8.(Eingehend an Redaktor G.H., «10vor10», 15.34 Uhr)
9.(Ausgehend an H.F., SVP-Nationalrat, 17.20 Uhr)<
10.(Ausgehend an H.F., SVP-Nationalrat, 17.21 Uhr)
11.(Ausgehend an H.F., SVP-Nationalrat, 17.23 Uhr)
12.(Eingehend von SRF-Korrespondentin A.G., 17.32 Uhr)
13.(Ausgehend an SRF-Korrespondentin A.G., 17.33 Uhr)
14.(Eingehend von SRF-Korrespondentin A.G., 17.34 Uhr)
15.(Ausgehend an SRF-Korrespondentin A.G., 17.34 Uhr)
16.(Eingehend von SRF-Korrespondentin A.G., 17.34 Uhr)
17.(Eingehend von SRF-Korrespondentin A.G., 17.34 Uhr)
18.(Eingehend von SRF-Korrespondentin A.G., 17.37 Uhr)
19.(Eingehend von SRF-Korrespondentin A.G., 17.46 Uhr)
20.(Ausgehend an SRF-Korrespondentin A.G., 17.58 Uhr)


E-MAILS: Total 41
Privat:1
Politik:28
Werbemails:4
Sonstiges (Alerts, Erinnerungen und Backup-Mails):8


TWEETS: Total 4
FACEBOOK-POSTS: 0

Die vom 6.1.2013 bis 14.7.2013 gespeicherten Daten umfassen unter anderem

1417 Telefongespräche
3070 SMS
15 MMS
22'324 E-Mails
(nur Verbindungsdaten, keine Inhalte)

Wie watson zu den Daten gekommen ist

Ganz Politiker, stellte uns der grüne Nationalrat Balthasar Glättli die über ihn erfassten Vorratsdaten nicht ohne Hintergedanken zur Verfügung. Im Nationalrat wird in Kürze über die Revision des Bundesgesetzes zur Überwachung des Post- und Fernmeldegesetzes (BÜPF) abgestimmt. Glättli ist gegen den geplanten Ausbau der staatlichen Überwachung und stellt die Speicherung der Telekomdaten sämtlicher Bürger, ohne dass ein Verdacht vorliegt, grundsätzlich in Frage. 

Die interaktive Grafik wurde von watson in Kooperation mit der Schweiz am Sonntag und der Digitalen Gesellschaft in Auftrag gegeben. Für die Umsetzung zeichnet sich OpenDataCity verantwortlich. 

Alle Storys zur Mobilfunk- und Internetüberwachung im Überblick 

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
49 Kommentare anzeigen
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  • Badmark66 17.10.2015 13:34
    Highlight Diese ganze Paranoia wird genau von den Staaten provoziert, die uns und die ganze Welt bespitzelt und ausspioniert.
    Und statt dass wir uns gegen diese Tendenzen wehren, bespitzeln wir unsere Einwohner im gleichen Stil.
    Diese Daten können ja dann schön aufbereitet von den USA wieder gehackt werden oder wir stellen sie sogar zur Verfügung. Verkehrte Welt.
    12 1 Melden
    600
  • Sandokan 06.07.2015 19:31
    Highlight Man stelle sich vor dass Überwachungsdaten nicht nur gesammelt sonder auch manipuliert werden können.
    21 0 Melden
    600
  • Sille 20.05.2015 08:10
    Highlight Wo fängt die Überwachung an und wo hört sie auf? Vor allem wer bestimmt über die privaten Daten der Nutzer? Man bedenke,so wie die Polizei,und dies ohne ärztlichen Hintergrund,Bürger anhand Ihrer Pupillen beurteilt ob Sie Drogen genommen haben oder nicht,so können solche Daten wieder unschuldige Bürger in Teufels Küche bringen.Man muss nichts auf dem Kerbholz haben um in die Mühlen der Justiz zu geraten, wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat. Anscheinend hat man aus dem Fichenskandal vor xx Jahren nichts gelernt und setzt nun auf die elektronische Totalüberwachung...und das ist krank...
    28 1 Melden
    600
  • Rostic 20.05.2015 08:00
    Highlight Wer braucht den schon ein handy? Es geht prima ohne. Die Vorstellung, dass man permanent überwacht wird ist einfach grauslig und anhand unserer tiefen Verbrecherraten völlig übertrieben. Nicht alles was möglich ist, ist auch gut; aber das wird das tumbe Tier Mensch wohl nie lernen.
    Und die bösen Buben und Mädchen wissen natürlich um die Ortung und verhalten sich entsprechend. Deshalb ist fraglich ob die ganze Übung einen Zweck hat.
    12 3 Melden
    600
  • zombie woof 19.05.2015 18:36
    Highlight Der Spruch wird sicher noch kommen: wer nichts zu verbergen hat....blabla...Das Ganze hat zwei Seiten, wenn es hilft Verbrechen aufzuklären oder zu verhindern, ist das OK. Wenn man aber unschuldig in das Räderwerk der Überwachung gerät, dann ist fertig lustig! Und erst dann wird einem klar über was für Mittel der Überwacher verfügt und wie man dem ausgeliefert ist.
    29 5 Melden
    • Devante 19.05.2015 20:19
      Highlight http://www.focus.de/panorama/welt/entfuehrung-in-mexiko-alleine-mit-handy-tracking-so-fand-ein-vater-seine-tochter_id_4373085.html

      hier hats z.b. geholfen....google ist voller solcher beispiele ;)
      4 12 Melden
    • Fango 20.05.2015 11:57
      Highlight Natürlich .. und wieviele echte Beispiele haben Sie für " unschuldig in das Räderwerk der Überwachung gerät" ??
      Fehlerquoten passieren .. und in dem Kntext sind sie massiv klein in unserer Schweiz .. gehobenen Hauptes gehe ich nun mit Natels durchs Leben, seit es sie gibt und mir ist und wird niemals was passieren, da ich gar keine Angriffsfläche biete, die mich auch nur in Mondnähe zu so etwas portieren könnte.
      2 14 Melden
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  • steinlin 17.05.2015 06:13
    Highlight Gearbeitet hat Glättli seiner Lebtag noch nie, darum macht er alles um Parlamentarier zu bleiben. Wie ernst seine grünen Anliegen sind sieht man an Heliflügen usw.
    52 35 Melden
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  • manolo 05.05.2015 11:07
    Highlight was ? mit dem heli unterwegs! und das will ein grüner sein! pfui!
    57 16 Melden
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  • tihozh 01.05.2015 08:37
    Highlight Hier wird gejammert und fünf Minuten später loggt Ihr Euch mit eurem Handy bei Facebook ein, postet Euer Mittagessen, Ruft bei Gmail Eure Mails ab und kommentiert bei Watson diesen Artikel mit Euren Nutzerdaten. Leider beschränkt mich Watson hier in meinen Grundrecht der Redefreiheit auf etwa 500 Zeichen :p
    42 3 Melden
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  • papparazzi 13.09.2014 11:05
    Highlight Vielleicht war er auch im Stadtratshaus zu Baden? Aber sicher hat er da für kurz das GPS ausgeschaltet. ut (dp)
    19 6 Melden
    600
  • hanshsuter 29.04.2014 09:20
    Highlight Lieber Herr Glättli, schön wenn Sie Heli fliegen, dann haben die Roten mehr Platz im Zug. Hatte der Heli einen Elektro Motor oder eine Feder zum aufziehen?
    35 29 Melden
    • papparazzi 13.09.2014 11:06
      Highlight Ich empfehle für Herr Glättli ab sofort den Gyrokopter:-) ut (dp)
      8 13 Melden
    600
  • Donald 28.04.2014 00:07
    Highlight Es ist irreführend, dass auch E-Mail, Twitter und Facebook Einträge aufgelistet sind. Diese gehören eigentlich nicht zu den angeprangerten Daten. Dies wird aber zu wenig klar erwähnt. Dies muss mindestens eindeutig auf dem interaktiven Diagramm gekennzeichnet werden. Am besten einfach weglassen oder ist das hier der Blick?
    11 27 Melden
    • Oliver Wietlisbach 28.04.2014 10:44
      Highlight Es steht doch meiner Meinung sehr deutlich: "Die Ortungsdaten haben wir zusätzlich mit frei im Internet verfügbaren Informationen aus dem Leben des Parlamentariers (Twitter, Facebook und Webseiten) verknüpft."

      Die E-Mail-Verbindungsdaten inkl. Betreff der Nachricht gehören zu den gespeicherten Vorratsdaten. Tweets, FB-Postings hingegen nicht.

      Twitter und Facebook werden in der Grafik dargestellt, um zu zeigen, dass die Verbindung mehrerer Quellen (Vorratsdaten und Social Media) ein genaues Bild einer Person gibt.
      33 1 Melden
    • Donald 28.04.2014 14:50
      Highlight Wenn man den Artikel wissenschaftlich erforscht, ist das natürlich schon richtig. Aber den durchschnittliche Leser geht eher so vor, dass er im Titel und Lead liest, es werden Daten von den Telekomanbietern gespeichert. Dann scollt er bis er zu dieser gut aufgemachten Animation kommt. Da sieht er dann: Twitter, Facebook, Email, Telefonanrufe, SMS etc. werden angezeigt. Logischer Gedankengang im Anschluss: Dies wird alles gespeichert!

      Man kann natürlich sagen, das ist die Schuld des Lesers. Aber aus meiner Sicht ist so eine Grafik ist nur gut, wenn sie die Dinge auch ohne "komplizierten" ergänzenden Text korrekt aufzeigt.

      Leider wird aber auch im Text nicht klar aufgezeigt, dass Glättli diese Einträge per Privatsphären Einstellungen willentlich veröffentlicht, im Gegensatz zum Normal-FB-User. Auch gibt es verschiedene Arten von Email-Technologien, die sich nicht immer so einfach tracken lassen und bei vielen Leuten im Einsatz sind.
      8 26 Melden
    • papparazzi 13.09.2014 11:07
      Highlight Email, Twitter, Facebook und Co machen es ja gerade brisant! ut (dp)
      16 0 Melden
    • Gantii 04.12.2015 13:40
      Highlight @donald, ist das ihr ernst?
      jetzt ohne witz?
      sie implizieren hier das der DurchschnittsLESER!!!!!! zu blöd/faul ist den Artikel zu lesen...
      Stattdessen geht er direkt zu den Bildli (in diesem Fall halt zur Animation) mit dem er dann natürlich seine komplette Meinung bildet und diese als einzig gegebenen Fakten betrachtet. Der Artikel ist sowieso nur verzierung und braucht nicht gelesen zu werden - klingelts schon? "Am besten einfach weglassen oder ist das hier der Blick? "
      dass was sie fordern beschreibt den Blick 1:1 - scheint ganz ihre materie zu sein..
      8 0 Melden
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  • Beasty 27.04.2014 19:27
    Highlight Eine heikle Frage, aber: es werden Millionen Menschen überwacht und in ihrer Freiheit eingeschränkt. Für was genau? Wie viele Verbrechen werden damit verhindert? 1? 10? 100?
    35 5 Melden
    • deleted_884549069 28.04.2014 19:59
      Highlight Wenn damit 1 Gewaltverbrechen verhindert wird lieber Beatsy, dann ist es mir das wert.
      11 84 Melden
    • G.Oreb 29.03.2015 09:49
      Highlight Da musst du noch ein paar Nullen dranhängen, und wie deleted_88 schon sagte, auch für eins wäre es mir das wert!
      5 37 Melden
    • rYtastiscH 04.05.2015 13:21
      Highlight An die beiden naiven Antworter: Ihr glaubt aber nicht ernsthaft, dass der Hauptnutzen aus dieser "Überwachung", das vereiteln von Straftaten ist?! Wenn doch, solltet ihr euch mal fragen, warum ihr nie eine Werbeanzeige für eine Vaginalpilzsalbe angezeigt bekommt...
      42 2 Melden
    • keplan 19.05.2015 18:29
      Highlight @deleted es wird genau kein Verbrechen verhindert. Damit die Strafverfolgungsbehörden zugriff auf diese Daten erhalten muss zuerst ein Verdacht da sein und für einen Verdacht muss zuerst eine Straftat begangen werden (oder zumindest geplant). D.h. es geht in erster Linie um Indizienbeweisen um Verbrechen nachzuweisen. Die können durchaus mal falsch sein oder in die Irre führen
      18 0 Melden
    600
  • MajaW 27.04.2014 13:06
    Highlight Chapeau, Herr Glättli, es ist nötig dass Politiker Zivilcourage zeigen und den Bürgern die Augen öffnen. Ich würde Sie ab sofort wählen, auch als FDP. Leider stimmt der Kanton nicht. Ich bin sicher, dass Sie trotz ein paar Grünen Helifundis wieder bestens gewählt werden!

    36 10 Melden
    600
  • usehername 27.04.2014 11:58
    Highlight Für alle die meinen wir wären somit "gläsern". Die Aufzeichnung zeigt nur den jeweiligen Standort des Handys von BG und nicht seinen physischen. Wer sich also "frei" bewegen will, soll doch einfach sein Gerät einem Bekannten in die Ferien mitgeben. Dass sich die meisten Leute ohne sog. smartphone nicht mehr aus dem Haus getrauen, finde ich bedenklicher.
    15 11 Melden
    • goschi 27.04.2014 12:21
      Highlight Jedes Natel ist per definition Ortbar, weil es sich immer in begrenzbare Funkmasten einwählt, das hat rein gar nichts mit "Smartphone" zu tun.
      Selbstverständlich kann man sich jetzt das Leben einfach machen und schlicht die moderne Technik verteufeln (würde noch jeder mit dem Gaul zur Arbeit reiten hätten wir auch keinen Stau auf der A1), das löst aber das bestehende und auch nicht einfach verschwindende Problem nicht.
      33 4 Melden
    • 1337pavian 10.07.2015 13:59
      Highlight Machen Sie sich das Leben ruhig schwer.
      Die moderne Technik selbst ist nicht das Problem, sondern der zwanghafte Glaube an ihre Herrlichkeit.
      Die A1 sehe ich, Gott sei Dank, nur alle paar Jahre.
      Grüne Grüsse
      4 4 Melden
    600
  • Nivin Anthony 27.04.2014 11:53
    Highlight Lieber Herr Balthasar Glättli

    Vielen, vielen, vielen Lieben Dank dass Sie sich beleuchten liessen. Endlich ein Politiker der nichts zu verbergen hat! Solche Politiker gibt es leider immer weniger in der Schweiz. Vielen Dank und Chapéau!

    Für Sie lieber Herr Glättli, damit Sie wissen, dass Sie nicht alleine sind... (funktioniert nur auf dem PC/NB...):
    >> http://www.tape.tv/nivin_anthony/playlists/in-liebe-nivin

    Herzlichst
    Nivin
    24 10 Melden
    600
  • ph9284 27.04.2014 11:52
    Highlight daten können von der polizei benutzt werden, um verbrecher, z.b. entführer oder pädophile, viel schnelleer aufzuspüren!?
    bin nicht bedingungslos dafür, aber consider this.
    6 25 Melden
    • goschi 27.04.2014 12:18
      Highlight Und wie oft hilft es wirklich, wie oft ist es wirklich nötig, wie oft aber werden Daten von Unschuldigen und Unbeteiligten ausgewertet? Wie gross ist die gefahr dass solche Daten in die falschen Hände wandern?

      Mit dem Totschlagargument "es hilft gegen Entführer und Pädophile" schafft man es alles zu begründen, wieso dann nicht gleich eine Ortungsmanschette für jeden Mann um den Hals?
      Was ruft hier jemand? Generalverdacht?
      28 7 Melden
    • ph9284 27.04.2014 16:07
      Highlight Ich sehe dein Argument schon ein. Die Frage ist: Wo sind die Grenzen? Wo wird eine Linie gezogen?

      Ich kenne keine Statistiken zu diesem Thema und arbeite weder mein Staat noch bei der Polizei oder ähnlich.

      Aber warum sollte der ganze Staats- und Sicherheitsapparat unseres Landes nur Schlechtes im Sinn haben? Denkst du, das sind alles Ar***, die scharf auf deine Daten sind?

      Ich weiss ja nicht, was für ein mega spannendes und geheimnisvolles Leben du führen magst, aber ich sehe das momentan bestehende Gesetz als eine gute Sache (oder besteht unsere Legislative aus lauter Idioten?) und fühle mich nicht in meiner Intimität verletzt..

      "Wie gross ist die gefahr dass solche Daten in die falschen Hände wandern? "
      -> gute Frage, ich würde eher hier ansetzen!

      Statt unseren vati Staat einfach mal vollzumeckern wie immer.
      7 10 Melden
    • goschi 27.04.2014 17:36
      Highlight Ich misstraue nicht dem Staat oder den Vollzugsbehörden an sich, sondern sehe einfach die grundsätzlich immer vorhandene Gefahr, dass im zweifelsfall immer nach mehr geschrien wird.

      Balthasar Glättli hat es im Intervies schön gesagt:

      "Tatsächlich wird der Trojaner im Gegensatz zur Vorratsdatenspeicherung nicht ohne einen Anfangsverdacht eingesetzt. Gibt man den Fahndern aber den kleinen Fingern, wollen sie bald die ganze Hand. Oder glauben Sie wirklich, dass der Staatsanwalt nicht unter Druck kommt, wenn er bei einem Schwerverbrechen auf sämtliche Daten auf der Festplatte Zugriff hat, diese aber streng nach Vorschrift nicht auswerten darf? "

      Wann wird der erste danach schreien, die vorhandenen Daten breit zu nutzen um eine vermeintlich grosse Gefahr abzuwenden? Wann werden die Daten einer ganzen Region das erste mal ausgewertet, weil man es als berechtigt ansieht?

      Ich bin absolut nicht Paranoid, aber Datenschutz und Persönlichkeitschutz hat auch für den Staat eines der höchsten Güter zu sein.
      20 2 Melden
    • ph9284 28.04.2014 13:57
      Highlight Naja, es ist halt im Trend, bei diesem Thema laut aufzuschreien und von Datenschutz und den bösen Obrigkeiten zu sprechen.

      Doch erkenne ich in deinem Text leider keine haltbaren rationalen Argumente. Ich sehe nur Zukunftsangst und Spekulationen. Oder Kulturpessimismus.

      Es gilt, was im Gesetz steht. Änderungen werden von der Legislative bzw. vom Volk genehmigt.
      3 19 Melden
    • Gantii 04.12.2015 13:48
      Highlight @ph9284. ja ich misstraue dem Staat.
      das einzig nötige argument hier für sie:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Fichenskandal

      und dann sagen sie mir nochmal "vati staat will ja nur gutes für uns " klaaaaaro.

      ach, ausserdem zeigen doch ein haufen andere Staaten wo solche Gesetze hinführen. aber klar. der Staat will nur das beste für uns.
      3 0 Melden
    600
  • gwundrig1 27.04.2014 11:18
    Highlight typisch Grüner: alle sollen sparen und selber durch die halbe Schweiz mit dem Heli. Da begreife ich dass er Angst hat vor seinen eigenen Daten. Ein grüner wie Schnittlauch: Aussen grün und innen hohl.
    14 55 Melden
    • goschi 27.04.2014 11:56
      Highlight Ach bitte, lass solch tumbe politische Polemik sein, darum geht es hier wirklich nicht.
      37 9 Melden
    • alessandro 27.04.2014 12:02
      Highlight selten so einen mist gelesen. bitte schliess nicht von dir selber automatisch auf andere. auf deine stammtischpolemik kann die welt gerne verzichten.
      zusätzlich war er sicher nicht alleine im heli.
      34 10 Melden
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  • Sir Jabali 27.04.2014 10:43
    Highlight Die Verbrecher sind schlau genug keine Spuren hinterzulassen. Es sind schliesslich Profis. Hier geht es nur um eine krankhafte Überwachung des ehrlichen Steuerzahlers!
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  • Foth 27.04.2014 10:41
    Highlight Jeder kann sein Handy selber ausschalten. Ausser man meint man müsse immer erreichbar sein. Arme Menschen!!
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    • goschi 27.04.2014 11:55
      Highlight Du hast das Problem nicht erfasst.
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  • Pieter 27.04.2014 10:37
    Highlight Big Brother is watching you. Es lebe der "Der Digitale Diktator". Es ist zum HEULEN.
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  • dk222 27.04.2014 10:18
    Highlight Empfehlenswerte Lektüre zur schönen neuen Welt 2.0: The Circle von Dave Eggers. Totale Transparenz unter dem Deckmantel der Demokratie
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  • Hausfreundin 27.04.2014 10:01
    Highlight Habe normalerweise das Heu nicht auf derselben Bühne wie BG, aber ich halte das für eine wirklich gute Aktion. Macht schön anschaulich, auch für die grössten Verdränger (zu denen ich mich auch selber zähle), wie gläsern wir längst sind. Und diese Datenaufbahrung soll auf 12 Monate ausgeweitet werden - jeweils ohne Garantie, dass die Daten wirklich dann auf allen Servern wieder gelöscht werden. Das Argument, man habe sich ja nichts vorzuwerfen, es könnte ja jeder sehen, was man so mache, zieht nicht: das unbedingte Recht auf Privatsphäre und die Unschuldsvermutung sind rechtsstaatliche Grundpfeiler! Wenn das so weiter geht, können wir gleich ein Chip-Implantat tragen…...
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    • goschi 27.04.2014 10:18
      Highlight Schlimmer sind noch die leute mit dem Argument "wer nichts zu verbergen hat, hat ja nichts zu befürchten"
      Ich bin keineswegs paranoid und traue dem Staat grundsätzlich auch, aber Missbrauch vorhandener Mittel gibt es immer.
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  • Stooni 27.04.2014 09:44
    Highlight Der ist so gut....! Die Wissen einfach alles....meine Frau - jetzt gahter wider hey!
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  • Superlong 27.04.2014 09:36
    Highlight Mir sagt das, dass Glättli eines Grünen nicht würdig ist. Sich mit dem Heli fliegen lassen... tssss! Meine Stimme bekommt er nicht mehr.
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  • Adonis 27.04.2014 08:29
    Highlight Schöne neue Welt! Dabei wird das Internet u.a. erst so richtig seit anfangs 90er Jahre benutzt. Und ich kaufte mei erstes Natel C, so um 1985 oder so. Man rechne, was da noch auf uns wartet. Zudem ist der Mensch umgerechnet auf 24Std. gegenübergestellt der 4,5 Mia. alten Erde nur ca. 35Sek. aktiv....
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    • goschi 27.04.2014 10:17
      Highlight Und in der Nacht ist es kälter als draussen.
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    • papparazzi 13.09.2014 11:16
      Highlight Wieso hat das noch nie jemand mit seinem Hundi gemacht?

      Schliesslich ist es da noch viel einfach und braucht kein Extrahandy.

      Der reiskorngrosse Chip wird ja nun standardmässig unter die Haut platziert.

      Eine Frage der Zeit, bis dies auch bei Neugeborenen im Spital praktiziert wird. ut (dp)
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«Ihr habt nicht begriffen, wie das Internet funktioniert!» – ein Student zeigt, wie leicht wir im Netz überwacht werden

Mit ein paar Suchanfragen im Internet zum Terrorverdächtigen: Der Computerlinguistik-Student und Mitbegründer des Chaos-Computer-Clubs-Zürich, Hernani Marques, hat in seiner Masterarbeit untersucht, wie die Überwachung der Geheimdienste im Netz funktioniert und wie leicht man selber ins Visier der Agenten geraten kann.

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