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Die beste Oma macht kein extra Kinder-Programm: Eine Hommage

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Ans beste Omi der Welt: Warum es völlig reicht, wenn du kochst, tröstest und die Kinder fernsehen lässt

Vor ein paar Tagen wäre meine Nonna 98 Jahre alt geworden. Eine kleine Hommage an die Frau und an Grossmütter überhaupt.
13.12.2015, 07:05
nathalie sassine / wir eltern
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Ein Artikel von
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Ich nannte sie Nonna. Bis ich selber Kinder hatte, die ihre eigene Grossmutter so nannten. Damit es kein Durcheinander gäbe, nannten wir die Urgrossmutter dann alle Nunnì, auch weil sie so klein war.

Leider hatte ich nie das Glück, Nunnì für längere Zeit bei uns zu haben, schliesslich wohnte sie in Italien. Aber wenn ich bei ihr war, dann wusste ich, dass ich der Mittelpunkt ihres Universums war. Als Einzelkind könnte man meinen, ich sei mir nichts anderes gewohnt, war aber nicht so. Meine Eltern waren – wie alle Eltern – nicht so auf mich konzentriert, wie das eben meine Nonna war. Als Kind war das ein wunderbares Gefühl!

Fernsehen was ich wollte

Sie kochte, hütete, erzählte Geschichten, nähte mir meine zerrissenen Samantha-Fox-Jeans (obwohl das natürlich überhaupt nicht gefragt war) und liess mich fernsehen, was ich wollte und solange ich wollte. Eine typisch italienische Nonna halt.

Jetzt auf

Sie ist nie mit mir ins Theater oder in den Zoo. Sie hat auch nie mit mir gebastelt oder gebacken, einen Spielplatz hat sie kaum je von nahem gesehen. Dennoch war sie genau die Nonna, die ich als Kind brauchte. Sie war da. Für mich.

Es braucht: Zu Essen und Wärme

Meine Mutter ist unseren Kindern ziemlich dieselbe Art von Nonna. Hauptsache, sie hat was Schönes für sie zu essen gekocht und die Kids sind warm angezogen. Viel mehr braucht es nicht, meint sie. Meine ich auch. Die Kinder danken es ihr mit einer ungezwungenen Liebe.

Weshalb ich umso schockierter war, als ich in der Annabelle von überforderten Grossmüttern las, die bald ein Enkel-Burnout haben.

Weil sie zu oft hüten müssen/dürfen. Weil sie sich zu viele Gedanken machen, ob sie genug für die Enkel tun. Ob sie ihnen genug Programm bieten, Kinderzoo, Schwimmbad, Kino ... Diese meist noch jungen Rentner geben ihre Freiheit her, um den Nachwuchs des Nachwuchses zu babysitten.

Es reicht, wenn sich Oma kümmert

Ohne sie ginge es für viele Familien auch gar nicht, keine Frage. Krippenplätze und Tagesstrukturen sind teuer und spärlich.

Doch brauchen Kinder von ihren Grosseltern überhaupt ein Programm?

Reicht es nicht, wenn sie einfach da sind, während die Kids untereinander spielen?

Nasen und Fudis putzen, Mittagessen kochen und trösten?

Lohnt es sich wirklich, sich so zu stressen, um eine gute Grossmutter zu sein?

Ich glaube nicht, und die Tatsache, dass ich meine Nonna fünf Jahre nach ihrem Tod immer noch vermisse, gibt mir wohl recht. Eine gute Nonna ist eine Nonna, die sich kümmert. Ganz natürlich. Das reicht vollkommen. Ich bin froh, hat meine Nonna ihre Art weitervererbt.

Deshalb an dieser Stelle: Grazie Mamma!

Noch mehr zu Oma und Opa:

Der Hipster-Opa Günther Anton Krabbenhöft

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Der Ort, an dem die Frauen baggern
Ich war für ein Wochenende in Davos und habe eine kleine Analyse und eine Nummer für euch mitgebracht.

Wer in Zürich jemanden kennenlernen will, so im echten Leben, in einer Bar oder einem Club, ich rede hier nicht von den ganz verrückten Dingen, die nur in Filmen passieren, wo sich Leute am helllichten Tag auf dem Trottoir kreuzen und so verzaubert sind, dass sie umdrehen und einander auf der Stelle ehelichen, nein, ich rede hier vom billigbanalen, promillebedingten Ansprechen an Orten, wo man sich kaum sieht und hört, davon rede ich, und auch das passiert in Zürich nie. Mir nicht, meinen Freundinnen und Freunden nicht und dir ganz bestimmt auch nicht. Ausser vielleicht, du siehst aus wie Jennifer Lawrence. Aber wer sieht schon aus wie Jennifer Lawrence? Eben.

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