Wirtschaft
Schweiz

Interne SBB-Prognose: Bahnhöfe platzen bald aus allen Nähten

Die SBB rechnen mit 70 Prozent mehr Pendlern am Zürcher HB.
Die SBB rechnen mit 70 Prozent mehr Pendlern am Zürcher HB.Bild: KEYSTONE

Interne SBB-Prognose: Bahnhöfe platzen bald aus allen Nähten

Am Zürcher Hauptbahnhof erwarten die SBB eine Zunahme der Pendlerströme um 70 Prozent, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. 
10.05.2015, 00:0710.05.2015, 08:36

Die Schweizer Bahnhöfe stossen schon heute oft an ihre Grenzen. Doch das Gedränge auf Rolltreppen und Perrons dürfte gemäss einer internen Prognose der SBB-Immobilienabteilung bald noch grösser werden. Bis 2030 rechnen die SBB auf dem Schienennetz mit einer Passagier-Zunahme von 30 Prozent. 

Doch die Pendlerströme an den Bahnhöfen werden in den nächsten zwanzig Jahren noch stärker wachsen, weil diese stetig ihr Shoppingangebot ausbauen, und neue Büro- und Wohngebäude in Bahnhofsnähe gebaut werden. 

Demnach steigt die Anzahl Menschen, die den Zürcher Hauptbahnhof benutzen – sei es zu Reise- oder Shoppingzwecken – in den nächsten zwanzig Jahren um 70 Prozent an. Bereits heute verkehren 437'000 Menschen täglich am HB. In Basel, Bern und Luzern beträgt das Wachstum bis zu 50 Prozent, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. 

Stärkstes Wachstum in der Romandie und im Tessin

Das stärkste Wachstum findet bis 2035 aber in der Romandie und im Tessin statt, wo die SBB mit bis zu 90 Prozent mehr Bahnhofspassanten rechnen. Grund dafür ist nicht allein das Bevölkerungswachstum, sondern in erster Linie Investitionen in Ausbauprojekte, wie zum Beispiel der neue Gotthard-Basistunnel. Mit ihm wird sich die Fahrtzeit ins Tessin dereinst auf unter zwei Stunden verkürzen, was dem Tessiner Tourismus einen gewaltigen Schub geben wird. 

Die SBB müssen die Bauprojekte Jahre im Voraus aufgleisen, um die Wachstumsraten bewältigen zu können. Allerdings ist die Explosion bei den Kundenzahlen auch eine lukrative Chance. Denn wachsen die Bahnhöfe, steigen auch die Werte der naheliegenden SBB-Immobilien. Davon wollen die SBB vermehrt profitieren. 100 Projekte für Wohnungen, Arbeitsplätze, Hotels und Shoppingflächen befinden sich zurzeit in der Pipeline.  

SBB will in Zukunft mehr Luxuswohnungen bauen

1 / 8
SBB will in Zukunft mehr Luxuswohnungen bauen
Luxuswohnungen an bester Lage: Das Baufeld F der Europaallee beim Zürcher Hauptbahnhof. Bewirtschafterin ist die SBB – im Auftrag des Bundes.
quelle: sbb / handout
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Die Swissair wäre heute noch erfolgreich, wenn...» – ein Experte ordnet ein
Am 2. Oktober 2001 blieb die Flotte der Schweizer Airline am Boden. Eine Mischung aus Arroganz, falschem Kalkül und Geopolitik brach der «fliegenden Bank» das Genick. Es hätte anders kommen können.
So manche, die sich an die Zeit erinnern, dürften bei dem Satz Hühnerhaut spüren: «Meine Damen und Herren, liebe Fluggäste. Aus finanziellen Gründen ist die Swissair nicht mehr in der Lage, ihre Flüge durchzuführen.» Diese Durchsage am Flughafen Zürich, am 2. Oktober 2001, hat sich ins kollektive Gedächtnis der Schweiz eingebrannt. Genauso wie das Wort, das mit dem Satz verbunden ist: Grounding.
Zur Story