International
Russland

Ex-Kämpfer von Neonazi-Bataillon wird Interim-Polizeichef in der Ukraine

New volunteers for the Ukrainian interior ministry's "Azov" battalion take their oath of allegiance to their country during a ceremony in Kiev October 19, 2014. According to the battali ...
Sie stellen den Interims-Polizeichef: Kämpfer des neonazistischen Azow-Bataillons.Bild: VALENTYN OGIRENKO/REUTERS

Ex-Kämpfer von Neonazi-Bataillon wird Interim-Polizeichef in der Ukraine

14.11.2016, 16:1214.11.2016, 16:20

Rückschlag für die Reformkräfte in der Ukraine: Die georgischstämmige Polizeichefin Chatija Dekanoidse hat am Montag ihren Rücktritt erklärt. Das teilte das Innenministerium in Kiew mit. Die 39-Jährige hatte seit 2014 den Aufbau einer modernen Polizei in der Ex-Sowjetrepublik vorangetrieben.

Zunächst arbeitete sie als Beraterin von Innenminister Arsen Awakow, seit November 2015 als Chefin der Polizei. Die ehemalige georgische Bildungsministerin hatte dafür die ukrainische Staatsbürgerschaft angenommen.

Kampfeinsatz in der Ost-Ukraine

Vorläufig übernahm der Karrierepolizist Wadim Trojan die Leitung der Polizei. Er stammt wie Awakow aus Charkow und hat zeitweise in dem umstrittenen ultranationalistischen Freiwilligenregiment Asow in der Ostukraine gekämpft.

Auch die Zollchefin des Gebietes Odessa, Julia Maruschewskaja, bat am Montag um ihre Entlassung. Die 27-Jährige war während der prowestlichen Proteste im Winter 2013/2014 bekannt geworden und hatte 2015 den wichtigen Posten in der Hafenstadt am Schwarzen Meer übernommen.

Die Schande von Odessa

1 / 14
Die Schande von Odessa
Odessa, Ukraine, am 2. Mai 2014: Pro-russische Demonstranten geraten mit ukrainischen Nationalisten (im Bild) aneinander. Die Situation eskaliert ...
quelle: epa / sergey gumenyuk
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Sie galt als Vertraute von Michail Saakaschwili, der vergangene Woche als Gouverneur von Odessa zurückgetreten ist. Der Ex-Präsident Georgiens warf der Führung um Präsident Petro Poroschenko Korruption und mangelnden Reformwillen vor. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Bolsonaro-Clan triumphiert: 5 Erkenntnisse zum Rechtsruck in Brasilien
Flavio Bolsonaro schlägt Amtsinhaber Lula überraschend in der ersten Runde. Doch das ist längst nicht die einzige schlechte Nachricht für Brasiliens Linke.
Es war ein schwarzer Wahlsonntag auf ganzer Linie für Brasiliens Linke. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl gewann überraschend der rechte Flávio Bolsonaro gegen Lula da Silva, muss aber dennoch in drei Wochen in die Stichwahl gegen den Amtsinhaber von der linken Arbeiterpartei PT. Auf den Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro (2019 bis 2022) entfielen 47,03 Prozent der Stimmen, für Lula stimmten hingegen nur 45,16 Prozent. Der Unterschied liegt damit bei rund 2,3 Millionen Stimmen.
Zur Story