USA
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In this Sunday, June 30, 2019, photo provided by the North Korean government, North Korean leader Kim Jong Un, left, and U.S. President Donald Trump shake hands over the military demarcation line at the border village of Panmunjom in Demilitarized Zone. The content of this image is as provided and cannot be independently verified. Korean language watermark on image as provided by source reads:

Schütteln bereits zum dritten Mal Hände: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump. Bild: AP

«Diktator-Knuddler» und «Speed-Dater» – 7 Reaktionen zu Trumps Besuch in Nordkorea

Trump setzte am Sonntag als erster US-Präsident Fuss nach Nordkorea. In einem angeblich spontan organisierten Treffen schüttelte er mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Hände. Und die Weltpresse schaute zu – mit unterschiedlichen Einschätzungen.



In einem historischen Schritt hat sich US-Präsident Donald Trump an der innerkoreanischen Grenze mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un getroffen. Als erster US-Präsident im Amt kam er dort am Sonntag mit einem nordkoreanischen Präsidenten zusammen.

Zudem betrat er nordkoreanischen Boden, in dem er die Demarkationslinie symbolisch überschritt. Ein amtierender US-Präsident war zuvor noch nie in Nordkorea gewesen. Die Reaktionen auf das spontane Treffen sind unterschiedlich. Sieben Einschätzungen der Presse:

Der Diktator-Verhätschler

«Präsident Trumps verhätschelt Diktatoren auf Kosten der nationalen Sicherheit. Das ist eine der gefährlichsten Arten, wie er unsere Rolle auf der Weltbühne schmälert und unsere Werte als Nation untergräbt.»

Kampagnensprecher von Joe Biden, Andrew Bates, «CBS News»

In this Sunday, June 30, 2019, photo provided by the North Korean government, North Korean leader Kim Jong Un, right, and U.S. President Donald Trump cross the border line at the border village of Panmunjom in Demilitarized Zone. The content of this image is as provided and cannot be independently verified. (Korean Central News Agency/Korea News Service via AP)

Kim sagte, er hätte nicht erwartet, Trump jemals an der Grenze zu treffen. Bild: AP

Der Möchtegern-Deal-Maker

«Donald Trump, der Deal-Maker, Donald Trump, der Peace-Maker, dem das gelingt, woran alle anderen Präsidenten vor ihm gescheitert sind: den Paria-Staat zurückzustubsen auf den Pfad der Tugend. (...) So lange ist das, was Trump mit seinem Autokraten-Buddy Kim aufführt, nur Show ohne Substanz. Seit dem ersten Gipfel der Beiden in Singapur vor einem Jahr hat Nordkorea keine einzige seiner Zusagen eingehalten. Noch immer wissen die Amerikaner nicht einmal genau, wie groß das Atomarsenal Nordkoreas überhaupt ist.»

Philipp May, «Deutschlandfunk»

Der Speed-Dater

«Was immer man von US-Präsident Donald Trump halten mag – und übrigens auch von Kim Jong-un: Die Tatsache, dass sich die beiden in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden Koreas trafen, ist eine gute Nachricht. Mag das Treffen auch nicht ganz so spontan zustande gekommen sein, wie die Trump-Mannschaft glauben machte. Mag es zudem keine substantiellen Ergebnisse gebracht haben. Und mögen es manche als über Twitter organisiertes «Speed-Dating», als blossen Fototermin belächeln – es war wichtig. Und dringend nötig.»

Fredy Gsteiger, «SRF»

In this Sunday, June 30, 2019, photo provided by the North Korean government, North Korean leader Kim Jong Un, rear center, meets U.S. President Donald Trump, center, at the border village of Panmunjom in Demilitarized Zone. The content of this image is as provided and cannot be independently verified. (Korean Central News Agency/Korea News Service via AP)

Trump hatte das Treffen angeblich in einer spontanen Einladung erst am Vortag via Twitter initiiert. In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die offenbar zur Akzeptierung der Einladung seitens Nordkorea geführt hat. Bild: AP

Der Inszenierer

«Trump denkt in Staffeln. Das Schöne für ihn und zugleich das Unangenehme für den Rest der Welt ist die Tatsache, dass ein Urteil über Erfolg oder Misserfolg nicht endgültig sein kann, solange eine weitere Folge der Trump-Show angesagt ist. (...) Nicht ein Hauch eines Hinweises ist erkennbar, dass sich an der Haltung Nordkoreas zum Abbau seines nuklearen Arsenals und seines Atomprogramms etwas geändert hätte.»

Peter Winkler, «NZZ»

Der Überlegte

Es darf auch bezweifelt werden, dass Trump diese Begegnung wirklich nur mit einem Tweet zustande gebracht hat („Händeschütteln und Hallo sagen“). Bei dem Aufwand, der dafür nötig ist, allein schon organisatorisch-logistisch. Immerhin gibt es in der US-Administration, unabhängig von diesem Präsidenten, durchaus die Fähigkeit, politische Strategien zu entwickeln. (...) So bleibt die Hoffnung, dass Trumps Treffen mit Kim nicht einer bloßen Eingebung folgt, sondern einer nachhaltigen Überlegung. Und man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben. Höchstens die, dass Trump jemals in Demut auf die Knie geht.

Stephan-Andreas Casdorff, «Tagesspiegel»

Der Reality-Star

«Die Szenen, die heute die ganze Welt am Fernsehen und über Youtube verfolgen konnte, zeigen, wie der ehemalige Reality-TV-Star Aussenpolitik macht: Es geht ihm um die Bilder, um die Symbolik – und nicht um Resultate. Dass Kim bislang keinerlei Zugeständnisse zur Atom-Abrüstung gemacht hat: Egal. Wir sind Freunde und mögen uns, sagte Trump.»

Patrik Müller, «Aargauer Zeitung»

Der verklärte Romantiker

«Bereits im letzten Jahr konnten wir alle Trumps Fernsehromanze mit dem brutalsten Diktator der Welt beobachten. (...) Das ganze wäre gar komisch, wenn es aus einem Hollywood-Studio käme. Aber das ist die Realität, mit dem realen Leben auf dem Spiel. Trump hat sich selbst und das, wofür die USA steht, in Verlegenheit gebracht, indem er Kims Menschenrechtsverletzungen verteidigt und ihn als «Freund» und «guten Leader» bezeichnet.»

Michael H Fuchs, «The Guardian»

(ohe)

mit Material von sda

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • YeboKing 01.07.2019 13:02
    Highlight Highlight Finde es ziemlich lächerlich, dass dieser grossartige Fortschritt von 0815 Trump bashing überschattet wird
  • Hayek1902 01.07.2019 11:34
    Highlight Highlight Man kann ja von Trump halten, was man will, aber diese Entwicklung ist sicher positiv.
  • Aniki 01.07.2019 10:47
    Highlight Highlight Das man einem Diktator so eine Plattform geben muss ist für mich ekelhaft. Aber jaja, der Iran ist schlecht. Lieber zuerst etwas aufkündigen, Sanktionen verhängen und dann den Dialog „suchen“. Die Aussenpolitik der USA war nie über alle Zweifel erhaben, dass was aber Trump und seine Regierung tut ist nur noch erbärmlich.
  • delCibao 01.07.2019 09:25
    Highlight Highlight Ich befürchte, dass Trump erneut gewählt werden wird. Die Demokraten kommen mir derzeit ziemlich ideenlos vor.
    Ausserdem fehlt es meiner Meinung nach an einer wirklich überzeugenden, charismatischen Person, die auch die Wähler auf die andere Seite ziehen kann, die den Unterschied am Wahltag machen werden. Die bisherigen Kandidaten ähneln einem Gemischtwarenladen, die moderate Wähler eher abschrecken als überzeugen.
  • Tobias W. 01.07.2019 09:11
    Highlight Highlight Trump kann machen was er will: seinen Gegnern kann er es eh nicht recht machen. Viele wissen ohne auch nur eine halbe Sekunde zu überlegen, dass sie sowieso alles schlecht finden müssen, was Trump macht. Egal was! Einfach, weil sie ihn nicht mögen (was ich verstehe - ich ja auch nicht).

    Und genau das ist euer Fehler: ihr fühlt euch zu sicher. Ihr denkt SCHON WIEDER, es würde ausreichen, ihn schlecht zu reden. Dazu ein paar Intrigen und Vorwürfe, die sich nicht beweisen. Er ist dumm + ihr seid schlau = er kann nicht gewinnen.

    Dank eurer Naivität wird Trump ein zweites Mal gewinnen.
  • PaLve! 01.07.2019 07:58
    Highlight Highlight Was sollte Trump denn mit Kim machen? Nach Meinung der Kritiker?
    • swisskiss 01.07.2019 22:19
      Highlight Highlight PaLve!: Zuerst mal ist die USA "nur" Verbündeter Südkoreas und nicht Schutzmandatar. Das ist immer noch die UNO, Zudem ist die USA nicht Kriegsgegner Nordkoreas, sondern immer noch Südkorea.

      Wie absurd dieses Treffen ist, zeigt sich erst wenn man die Situation umkehrt und sich vorstellt, das China als Verbündeter Norkoreas ihren Päsidenten schickt, um mit dem südkoreanischen Ministerpräsidenten auf der DMZ rumzulaufen.

      Zuerst und üblicherweise wird auf unterer Ebene verhandelt, bis ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegt. Dann darf Trump kommen, unterschreiben und die Lorbeeren einheimsen.
  • DocShi 01.07.2019 07:12
    Highlight Highlight Gleich und Gleich gesellt sich gern.
  • hämpii 01.07.2019 06:16
    Highlight Highlight Erinnert mich an Dick und Doof....
    • Partikel 01.07.2019 11:35
      Highlight Highlight Adipös und Bildungsfern. Nobel ausgedrückt 👍
  • Heinzbond 01.07.2019 05:37
    Highlight Highlight Ich finde beiden wird viel zu viel puplicity Zeit gegeben, der eine der endlich gut da stehen muss, nach viel schlechter Presse, schlechten Entscheidungen und der andere, der wäre gerne Diktator aus usa...

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