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Ein kleiner Kratzer reicht und die Tomate wird zur «2.-Klass-Ware» und landet in der Biogasanlage. bild: srf dok

5 Bilder von Gemüse, das zu «hässlich» für den Verkauf ist

2,6 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der Schweiz jährlich im Abfall. Der Foodwaste könnte verhindert werden. Nicht zuletzt in der Produktion. Ein neuer SRF-Dokfilm zeigt, wie beinahe perfektes Gemüse nur knapp der Tonne entrinnt.



Rüebli, die zu krumm und zu dünn sind. Kartoffeln, deren Oberfläche gespickt mit zu viel Schorf ist. Tomaten, die nicht homogen rot glänzen. «Das alles würde zu Biogas verarbeitet, wären wir nicht hier», sagt Mirko Buri in die Kamera.

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Dieser Fenchel entspricht nicht der Norm. Er ist zu klein für den Grosshandel. bild: srf dok

Buri ist einer der Porträtierten des neuen SRF-Dokfilms zum Thema Foodwaste. Der 36-Jährige hat das erste Restaurant der Schweiz gegründet, das nur mit Lebensmitteln kocht, die vor dem Müll gerettet wurden. Mit Lauch, dessen Wurzeln zu gross sind oder einem Fenchel, der einen Stiel zu viel hat, serviert er täglich frisch zubereitete Menüs.

Doch Buri kocht nicht nur. Er trimmt auch andere Restaurant- und Hotelbetriebe auf mehr Effizienz. Denn neben der Produktion entsteht auch in der Gastronomie sehr viel Foodwaste.

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Der Foodwaste des Hotels Belvedere von knapp 1,5 Tagen. Die Tonne ganz links ist gefüllt mit Tellerüberresten der Gäste. bild: srf dok

Bei einem Besuch im Hotel Belvedere in Bern wägt er zusammen mit dem Küchenchef die täglichen Lebensmittelabfälle. 80 Kilogramm wiegt die blaue Tonne. Buri rechnet der erstaunten Hotelbesitzerin vor: «Pro Monat werden im Hotel Belvedere Lebensmittel im Wert von 57'600 Franken weggeworfen.»

Auch der Zürcher Dominik Waser kämpft gegen die Lebensmittelverschwendung. 2018 schaffte er es, 30 Tonnen Tomaten mithilfe von Facebook vor dem Müll zu retten und stattdessen an die Bevölkerung zu verkaufen. Darauf brach er sein Studium als Umweltingenieur ab und widmete sich fortan nur noch dem Kampf gegen den Foodwaste. Mit dem Verein «Grassrooted» nimmt er Gemüse an, das zu klein oder zu gross ist für den Handel. Wäre Waser nicht, würden die Lebensmittel in der Biogasanlage landen.

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Die Oberfläche zu runzlig, die Form unschön: Auch Kürbisse landen regelmässig im Abfall. bild: srf dok

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Zu hässlich für den Grosshandel: Diese Randen würden im Abfall landen, würden sie von Foodsavern nicht gerettet. bild: srf dok

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Diese Zwiebeln wurden ebenfalls vor der Biogasanlage gerettet. bild: srf dok

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Auch diese Rüebli sind alle durch die Norm gefallen. Sie sind zu klein, zu dünn oder zu kurz. bild: srf dok

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Diese Auberginen sind zu unförmig oder zu rund für den Grosshandel. bild: srf dok

Das gleiche Prinzip verfolgt Simon Weidmann, Mitbesitzer des «Gmüesgarte» in Bern. Er holt die Ernte, die nicht der Norm entspricht, direkt bei den Bauern ab. Als «2. Klass-Ware» werden die zu grossen Zucchetti und der nicht perfekte Mais bezeichnet. Weidmann hält nicht viel von dieser Bezeichnung. «Wir verkaufen dieses Gemüse, weil es einen Wert hat. Jemand hat dafür gearbeitet und viel Energie und Ressourcen in die Produktion gesteckt», sagt Weidmann.

Buri, Waser, Weidmann: Sie haben den Kampf gegen den Foodwaste zum Beruf gemacht. Und sie sorgen dafür, dass ein Teil des Gemüse, das zu «hässlich» für den Verkauf ist, dennoch in die Bevölkerung gelangt. Der ambitionierte Koch Buri sieht sich jedoch noch lange nicht am Ziel, wie er gegen Ende des Films sagt. «Ich will noch mehr. Die Veränderung hat erst begonnen.» (ohe)

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