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Das sind die velofreundlichsten Städte der Schweiz

Ein Velo im Strassenverkehr an der Baselstrasse in Luzern anlaesslich einer Medienkonferenz der 7 Luzerner Quartiervereine Hochwacht, BaBel, Maihof, Guetsch,Hirschmatt-Neustadt, und Obergrund in welch ...
Velofahren in Schweizer Städten bleibt eine grosse Herausforderung.Bild: keystone

Berner Kleinstadt ist die Nummer 1 – das sind die velofreundlichsten Städte der Schweiz

Fast 38’000 Schweizer Velofahrerinnen und Velofahrer haben ihre Städte bezüglich Velofreundlichkeit bewertet – das Resultat ist ernüchternd. Die Schweiz kommt im Schnitt noch immer nicht auf eine genügende Note.
07.05.2026, 08:5007.05.2026, 10:50

Der Velofrust in der Schweiz bleibt gross: Trotz Milliardenprojekten, neuen Velowegen und politischem Rückenwind fällt das Urteil der Velofahrerinnen und Velofahrer über die Infrastruktur in Schweizer Städten weitestgehend ernüchternd aus. Das zeigt der neue «Prix Velo Städte 2026» von Pro Velo Schweiz. Die Durchschnittsnote bleibt landesweit unter der genügenden 4.

Besonders deutlich wird die Kritik beim Thema Sicherheit. Ausgerechnet jener Bereich, der für viele Menschen entscheidend ist, wenn sie aufs Velo steigen sollen, schneidet mit einer Durchschnittsnote von 3,6 am schlechtesten ab. Auch der Fahrkomfort – etwa die Abstimmung von Ampeln oder der Zustand der Infrastruktur – wird ähnlich schlecht bewertet.

Fast 38’000 Velofahrende aus der ganzen Schweiz nahmen zwischen September und November 2025 an der Umfrage teil und bewerteten ihre Städte anhand von 32 Fragen. Insgesamt wurden 56 Städte klassiert – darunter erstmals auch drei Städte aus dem Tessin.

Die Sieger kommen aus Winterthur, Köniz und Burgdorf. Winterthur gewinnt erneut bei den Grossstädten mit mehr als 100’000 Einwohnern. Bei den mittelgrossen Städten liegt Köniz vorne. Die beste Gesamtnote aller Kategorien holte sich allerdings Burgdorf. Die Berner Kleinstadt gilt seit Jahren als Musterbeispiel für Veloförderung und verteidigt ihren Spitzenplatz bereits zum wiederholten Mal. Besonders gelobt werden das durchgängige Velonetz, die frühe Einführung von Begegnungszonen sowie der konsequente Fokus auf das Velo als alltägliches Verkehrsmittel.

Für Pro Velo ist das Resultat dennoch alarmierend. «Das ist ein harter Weckruf für die politischen Entscheidungsträger», sagt Hasan Candan, Vizepräsident von Pro Velo Schweiz und SP-Nationalrat. Die Entwicklung gehe zwar in die richtige Richtung, aber viel zu langsam. Es gehe letztlich auch um Menschenleben.

Von den sechs untersuchten Bereichen schnitt die Sicherheit mit einer Durchschnittsnote von 3,6 am schlechtesten ab. Die Fragen zum Fahrkomfort – beispielsweise, ob die Ampeln auf den Veloverkehr abgestimmt sind oder die Infrastruktur in gutem Zustand ist – erreichen denselben Durchschnitt.

Zürich gehört zu den Aufsteigern

Immerhin gibt es einzelne Fortschritte: Zürich, das bei der letzten Ausgabe noch Schlusslicht unter den Grossstädten war, konnte sich deutlich verbessern. Die grösste Schweizer Stadt hat seit der letzten Befragung 2021 mit neuen Velovorzugsrouten, besserer Infrastruktur und einer stärkeren politischen Priorisierung des Veloverkehrs zusammen mit Thalwil den grössten Fortschritt aller bewerteten Städte erzielt.

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In der Westschweiz sticht Freiburg hervor. Die Stadt des Schweizer Eishockey-Meisters punktet mit seiner kompakten Stadtstruktur, gut ausgebauten Veloverbindungen sowie gezielten Massnahmen für mehr Sicherheit und Komfort im Alltag. Zusammen mit Meyrin und Vernier erreicht Freiburg die besten Bewertungen der Romandie. Erstmals wurden auch Städte aus dem Tessin bewertet. Während Lugano mit 3,1 Punkten gleich die rote Laterne übernimmt, landen Bellinzona und Locarno mit je 3,9 Punkten im Mittelfeld.

Sorgen bereitet Pro Velo generell das Klima im Strassenverkehr. Zwar liegt die Bewertung des Miteinanders mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern noch knapp im genügenden Bereich, sie hat sich aber verschlechtert. Für Pro-Velo-Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini ist das kein Zufall: Immer mehr Menschen seien mit dem Velo unterwegs – allerdings auf Strassen und Kreuzungen, die dafür oft nicht ausgelegt seien.

Mit dem seit 2023 geltenden Veloweggesetz seien die Ziele eigentlich klar. Nun müssten Städte und Kantone die Infrastruktur schneller ausbauen. Denn beim nächsten «Prix Velo» in vier Jahren soll die Schweiz endlich die genügende Note schaffen.

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255 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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stevensplace
07.05.2026 12:18registriert März 2020
Aus meiner Sicht als Velofahrer, gibt es zwei schwerwiegend Probleme:

1. Planung.
Sieht man wie Velo-Projekte umgesetzt werden, gerade in Städten, dann wird schnell klar, das die Planer, noch nie ein Fahrrad aus der Nähe gesehen haben.

Konzepte, bei denen sich Velofahrer alle 100 Meter in Luft auflösen sollten, damit sie nicht unter die Räder kommen ist nicht wirklich ein Lösungsansatz.

Fast alle Gewerbegebiete sind für Velos nur über lebensgefährliche Zufahrtsstrassen erschlossen... usw.

2. Aggression.

Min. 50% Der Autofahrer, begegnen dem Fahrrad mit passiver bis aktiver Aggression
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Le Tondeur
07.05.2026 11:44registriert März 2023
Zum Thema Sicherheit gehört auch das Verhalten ALLER Verkehrsteilnehmenden. Hier gibts sehr viel Verbesserungspotenzial. Viele kennen die Basics nicht oder ignorieren sie. Autofahrer: ungenügender seitlicher Abstand beim Überholen; Überfahren der Sicherheitslinie beim Veloüberholen (gibt Führerausweisentzug!); zu nahes Aufschliessen. Velofahrer: Fahren auf Trottoirs und in Fussgängerzonen; Fahren über Fussgängerstreifen; Nichtbeachten von Rot und Stopp; Nichtbeherrschen des E-Bike; Fahren mit Alk. E-Roller auf Radwegen. Etc. Die allermeisten Velounfälle könnten vermieden werden.
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Amphibolurus
07.05.2026 12:31registriert Januar 2026
Die meisten benutzen abwechselnd Velo, Auto oder gehen zu Fuss. Unterschiede gibt es bei der grundsätzlichen Einstellung der Verkehrsteilnehmenden: wem nur sein eigenes möglichst schnell zu erreichendes Ziel wichtig ist, wird sicher schlechte Erfahrungen mit den anderen machen. Wer wach und aufmerksam unterwegs ist und mit den anderen kommuniziert mit Blickkontakt und Handzeichen, wird einen wesentlich angenehmern Tag erleben.
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