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Europa League, Playoffs, Rückspiel

Karabach Agdam – Young Boys 3:0 (2:0)

Thun – Sparta Prag 3:3 (1:2)

YB coach Harald Gaemperle leaves the pitch after the UEFA Europa League play-off first leg match between Switzerland’s BSC Young Boys Bern and Azerbaijan’s FC Karabach Agdam at the Stade de Suisse in Berne, Switzerland, Thursday, 20 August 2015. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Der Frust bei Interimstrainer Harald Gämperle ist riesig. Bild: KEYSTONE

Tschüss Europa League – die Young Boys scheitern an Karabach, für Thun ist Sparta Prag Endstation

Für YB ist die Europacup-Saison zu Ende, bevor die UEFA die Millionen ausschüttet. Die Berner bleiben im Rückspiel des Europa-League-Playoff in Baku gegen Karabach Agdam in Unterzahl chancenlos und verlieren 0:3. Der FC Thun schlägt sich beim 3:3 gegen Sparta Prag wacker, scheidet aber dennoch aus.



Die Hypothek mit dem 0:1 aus dem Hinspiel ist gross genug gewesen. Im Tofik-Bachramow-Stadion von Baku, wo einst das Schweizer Nationalteam gegen Aserbaidschan eine seiner bittersten Niederlagen erlebt hat, ist zum Weiterkommen ein Sieg gefordert. Stattdessen trifft für die Young Boys der Worst Case ein. Nach weniger als 180 Sekunden spielen sie nur noch zu zehnt. Die Intervention von Steve von Bergen im Strafraum gegen Reynaldo wird etwas gar hart als Notbremse taxiert. Die Folge davon sind ein Penalty und die rote Karte gegen den YB-Captain. Richard, im Hinspiel vor acht Tagen Karabachs Sieg-Torschütze, trifft souverän. 

Steve von Bergen entschuldigt sich auf Twitter.

Die Berner bleiben ohne jegliche Chance

Ein Angriff über aussen nimmt den Young Boys zwei Minuten vor der Pause jegliche Hoffnung auf die Kehrtwende. Mit dem achten Schuss auf sein Tor muss sich Yvon Mvogo nach zwei sensationellen Paraden davor zum zweiten Mal bezwingen lassen. Die Entstehung des 2:0 für Karabach ist irgendwie sinnbildlich für den höchst unglücklichen Auftritt der Berner. Scott Sutters Versuch zu klären wird zur idealen Vorlage für Reynaldo, der vierte Abschlussversuch des Brasilianers führt zur Entscheidung. Die eindeutige Statistik (9:0 Torschüsse allein bis zur 45. Minute) zeigt gleichzeitig auf, wie überlegen Karabach war.

epa04900978 YB's Guillaume Hoarau (R) and Qarabag's Badavi Huseynov (L)  in action during the UEFA Europa League play off soccer match Qarabag vs Young Boys in Baku, Azerbaijan, 27 August 2015.  EPA/ISMAYIL NUR

Der Acker in Baku liegt Hoarau und seinen Bernern offenbar überhaupt nicht. Bild: ISMAYIL NUR/EPA/KEYSTONE

Letztlich, und das ist für YB das bitterste an der längsten Europacup-Auswärtsreise der Vereinsgeschichte, geht es allein noch um Schadensbegrenzung. Aber selbst das misslingt. Afran Ismajlow erhöht im Lärm der 30'000 euphorisierten Zuschauer nach 61 Minuten auf 3:0, ohne dass die Young Boys davor auch nur annähernd eine Chance auf den Anschlusstreffer gehabt hätten. Die erste und zugleich einzige Möglichkeit hat Milan Vilotic in der 65. Minute, bezeichnenderweise nach einem Eckball.

Millionen die YB nun entgehen

Nach den drei Teilnahmen an der Gruppenphase von 2010, 2012 und 2014 sind die Young Boys also zum Zuschauen verurteilt, wenn die zweite Garde der europäischen Topteams ab Mitte September die beiden Finalisten für Basel zu ermitteln beginnt. Das ist darum umso bitterer, weil der Gegner, der zum zweiten Mal in Folge weiterkommt, kein übermächtiger war.

Das Out stellt die Verantwortlichen vor weitere Probleme. Nach den Ausgaben für die kostspieligen Neuzuzüge Sulejmani und Benito wären die rund fünf Millionen Franken Einnahmen aus den drei Gruppenspielen höchst willkommen gewesen. Weitere Fragen, die sich nun stellen: Wie geht es in Sachen Trainersuche weiter? Welchen Einfluss hat dieses Ausscheiden aus dem internationalen Wettbewerb darauf und auf die nächsten Aufgaben in der Meisterschaft? Zur Verteidigung von Harald Gämperle ist zu sagen, dass das Konzept des Interimscoachs nach dem frühen Platzverweis gar nicht hat aufgehen können.

Thun ohne reelle Chance

Der FC Thun verpasst die Gruppenphase der Europa League klar. Nach dem 1:3 im Hinspiel gibt es gegen Sparta Prag vor eigenem Anhang trotz guter Leistung bloss ein 3:3. Schon nach 20 Minuten liegen die Thuner hoffnungslos mit 0:2 im Rückstand.

Thun's Nelson Ferreira, left, in action against Prague's Lukas Marecek during the UEFA Europa League playoff match between Switzerland's FC Thun and Czech AC Sparta Prague at the Arena stadium in Thun, Switzerland, Thursday, Aug. 27, 2015. (Peter Schneider/Keystone via AP)

Zwei Tore von Nelson Ferreira sind immernoch zu wenig. Bild: AP/KEYSTONE

Vor der Pause kann Nelson Ferreira den Anschlusstreffer erzielen, kurz nach dem Pausentee können die Berner Oberländer sogar ausgleichen. Ridge Munsy trifft zum 2:2. Allerdings hilft dies dem Team von Ciriaco Sforza nur bedingt weiter, zum Weiterkommen hätte es drei weitere Tore benötigt.

Als Costa in der 71. Minute zum 3:2 für die Prager trifft, ist die Suppe endgültig gelöffelt. Der erneute Ausgleich durch Ferreira ist nur Makulatur. Der FC Thun verpasst die Europa League deutlich, verlässt die internationale Bühne dank dem 3:3 aber immerhin mit einer ausgeglichenen Bilanz: In sechs Spielen gibt es je einen Sieg und eine Niederlage sowie vier Unentschieden. (si/rst)

Die Telegramme

Karabach Agdam - Young Boys 3:0 (2:0) 
30'000 Zuschauer (in Baku). - SR Mazeika (Lit).
Tore: 3. Richard (Foulpenalty/von Bergen) 1:0. 43. Reynaldo 2:0. 61. Ismajlow (Richard) 3:0.
Karabach Agdam: Sehic; Gurbanow, Gusejnow, Sadigow, Agolli; Garajew (85. Mustafajew), Richard; Ismajlow (71. Poepon), Dani Quintana, Tagijew (78. Dinjew); Reynaldo.
Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj, Vilotic, von Bergen, Sutter; Bertone, Zakaria; Gonzalez, Kubo (80. Gajic), Sulejmani (65. Nuzzolo); Hoarau (54. Afum).
Bemerkungen: YB ohne Benito, Gerndt, Sanogo, Seferi (verletzt) und Steffen (rekonvaleszent). 3. Rote Karte gegen Von Bergen (Notbremse). 23. Tor von Dani Quintana wegen Abseits aberkannt. Verwarnungen: 15. Gonzalez (Foul). 51. Bertone (Foul) und Richard (Unsportlichkeit). 87. Hadergjonaj (Foul).

Thun - Sparta Prag 3:3 (1:2)
6024 Zuschauer. - SR Buquet (Fr).
Tore: 10. Dockal (Flanke von Wittwer abgelenkt) 0:1. 21. Husbauer (Steinhöfer) 0:2. 33. Ferreira (Frontino) 1:2. 50. Munsy (Rapp) 2:2. 71. Costa (Freistoss Dockal) 2:3. 81. Ferreira 3:3.
Thun: Faivre; Bigler, Sulmoni, Schindelholz, Wittwer (46. Schirinzi); Hediger, Zino (56. Zarate); Ferreira, Frontino (46. Munsy), Rojas; Rapp.
Sparta Prag: Bicik; Steinhöfer, Holek, Costa, Hybs (69. Breznanik); Dockal, Marecek, Frydek, Krejci; Husbauer (27. Litsingi), Lafata (82. Fatai). Bemerkungen: Thun ohne Peyretti, Siegfried und Glarner (alle verletzt). 54. Kopfball von Costa an die Latte. 85. Rote Karte gegen Breznanik (Foul). Verwarnungen: 60. Costa (Foul). 62. Munsy (Foul). 71. Bigler (Foul). 73. Schindelholz (Unsportlichkeit). (si)

Diese Brüder wurden Fussballprofis

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nicosinho 28.08.2015 08:54
    Highlight Highlight eine Schande diese Millionen-Truppe!
  • welefant 27.08.2015 22:53
    Highlight Highlight uups, wer hätti au das denkt ☺️
  • Amboss 27.08.2015 20:36
    Highlight Highlight Die Berner Welt ist wieder in Ordnung: Sie können endlich wieder jammern
  • Pana 27.08.2015 20:29
    Highlight Highlight Dass es in Azerbeijan 5 mal mehr Zuschauer hatte als in Bern, sollte auch ein bisschen zu Denken geben ;)
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 28.08.2015 10:39
      Highlight Highlight doppelt soviele wie in basel...
  • The fine Laird 27.08.2015 20:20
    Highlight Highlight Da werden die Rhis Brüder aber gar keine Freude haben. Ok, das Double liegt noch drin ;-)
  • Heiniger(s) 27.08.2015 20:13
    Highlight Highlight klassisch veryoungboyst!
    • gupa 28.08.2015 00:04
      Highlight Highlight Hört mal mit diesem falsch verwendeten veryoungboyst auf, YB war das schwächere Team und hat nicht eine sehr gute Ausgangslage noch verspielt wie bei der Entstehung des Wortes. Wird leider inflationär verwendet.
  • Fly Boy Tschoko 27.08.2015 20:04
    Highlight Highlight Hahahaha, ich liebe YB.

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