DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Corona-PK des Bundesrats verpasst? Das sind die 5 wichtigsten Punkte

Der Bundesrat hebt ab morgen Donnerstag die meisten Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus auf. Das sind die wichtigsten Punkte der Pressekonferenz vom Mittwoch.
16.02.2022, 16:0616.02.2022, 18:02

Wegfallen wird die Zertifikatspflicht und an vielen Orten muss in Zukunft keine Maske mehr getragen werden, darunter in Läden, an Veranstaltungen und in öffentlichen Innenräumen und am Arbeitsplatz. Aufgehoben werden weiter die Homeoffice-Empfehlung, die Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen und die Einschränkungen für private Treffen.

Bestehen bleibt hingegen neben der Maskenpflicht in Zug, Tram und Bus auch die Isolationspflicht für Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

Wie ist die aktuelle Lage einzuschätzen?

«Keine Freiheit ohne Verantwortung»
Ignazio Cassis

Nach der Aufhebung der meisten Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie hat Bundespräsident Ignazio Cassis zu gegenseitigem Respekt aufgerufen. Die Schweiz habe ein Stück Freiheit zurück. «Es gibt aber keine Freiheit ohne Verantwortung», mahnte er am Mittwoch.

Freedom Day! Bundespräsident Cassis hat erfreuliche Nachrichten für uns.
Freedom Day! Bundespräsident Cassis hat erfreuliche Nachrichten für uns.Bild: keystone

Der Bundesrat ziehe eine positive Bilanz aus den seit dem 2. Februar 2020 ergriffenen Massnahmen, erklärte der Aussenminister vor den Bundeshausmedien. Seit dem 16. März 2020 habe sich die Schweiz in der ausserordentlichen Lage befunden. Nun fielen genau 23 Monate später die meisten Massnahmen dahin.

Jetzt beginne eine neue Phase. Die epidemiologische Lage sei günstig und die Situation in den Spitälern stabil. Der Trend zur Verbesserung dürfte sich mit dem herannahenden Frühling fortsetzen, sagte der FDP-Politiker.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Sind die Massnahmen für immer Geschichte?

Jetzt solle aber niemand übermütig werden, warnte Cassis. Risikopersonen hätten weiterhin Anspruch auf den grösstmöglichen Schutz. Sie dürften nicht vergessen werden. Wer weiterhin ausserhalb des öffentlichen Verkehrs Maske tragen wolle, dürfe das tun, und der Entscheid sei zu respektieren.

Der Bundesrat nehme seine Verantwortung für den Schutz der Bevölkerung vor der Pandemie weiterhin wahr, versicherte Cassis. Sollte es die epidemiologische Lage erfordern, wäre er zu Massnahmen bereit.

Corona-Verordnung vom 16. Februar 2022

1 / 13
Corona-Verordnung vom 16. Februar 2022
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Das Virus ist da. Wir lernen jetzt damit umzugehen», sagte Cassis. Es sei gut möglich, dass irgendwann wieder Massnahmen eingeführt werden müssten.

Wie geht's weiter?

Auch nach Einschätzung von Gesundheitsminister Alain Berset ist die akute Phase der Corona-Krise vorbei. Für einige sei die Aufhebung der Massnahmen eine Erleichterung, für andere eine Belastung. Berset rief zum Respekt gegenüber jenen auf, die sich nun individuell schützten, etwa mit einer Maske.

«Es gilt, die Verletzlichen weiterhin zu schützen»
Alain Berset

Fast alle Etappen des Vorstellbaren habe die Schweiz durchlaufen in den vergangenen zwei Jahren, sagte er und nannte als Beispiel das Aufkommen der Omikron-Variante im November. Diese habe zunächst Angst und Ungewissheit ausgelöst.

Fordert Respekt: Alain Berset
Fordert Respekt: Alain BersetBild: keystone

Jetzt verlangsame sich der Rhythmus, trotz nach wie vor hoher Ansteckungszahlen, sagte Berset. Angesichts dieser positiven Entwicklung habe der Bundesrat fast alle Schutzmassnahmen aufgehoben. Obligatorisch blieben die Masken im Innern von öffentlichen Verkehrsmitteln, aber nicht mehr auf den Bahnhöfen.

«Das Virus wird nicht verschwinden»
Alain Berset

Auch in Gesundheitseinrichtungen – ausser für deren Bewohner – gelte die Maskenpflicht weiterhin. «Es gilt, die Verletzlichen weiterhin zu schützen», sagte der Gesundheitsminister. Spätestens Ende März wolle der Bundesrat von der «besonderen Lage» gemäss Epidemiengesetz wieder zur «normalen Lage» zurückkehren. Dann liege die Verantwortung bei den Kantonen.

Berset gedachte der mittlerweile mehr als 12'000 Verstorbenen, der schwer Erkrankten und auch der Menschen, die an Long-Covid leiden. Sie dürften nicht vergessen werden. Auch sei über die Langzeitfolgen der Pandemie noch wenig bekannt.

«Wir haben in der Krise sehr viel gelernt, und es war hart und mühsam. Aber das Virus wird nicht verschwinden», stellte Berset klar. Jeder und jede müsse den Umgang mit den Risiken nun selbst übernehmen. Massnahmen wie Abstand und Hygiene könnten dabei helfen.

Was ist mit dem Contact Tracing?

Laut Bundespräsident Ignazio Cassis bleiben die epidemiologischen Überwachungsmassnahmen trotz weitreichender Aufhebung der Corona-Massnahmen bestehen. Der Bundesrat sei bereit und sogar gesetzlich verpflichtet, zu handeln, sollte sich die epidemiologische Lage wieder verschlechtern.

«Das Corona-Monitoring bleibt bestehen»
Ignazio Cassis

Auch Gesundheitsminister Alain Berset sagte: Die akute Phase sei vorbei. Praktisch alle seien bereits in Kontakt mit dem Virus gekommen. Man gehe davon aus, dass sich in letzter Zeit pro Woche 10 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus angesteckt hätten, so Berset. Es gelte nun, das Virus in den Alltag zu integrieren. Das Monitoring bleibe wichtig.

Braucht's die Armee noch?

Die letzten Armeeangehörigen beenden ihren Corona-Einsatz im Gesundheitswesen der Kantone am Samstag. Weitere kantonale Gesuche um den Assistenzdienst trafen nicht ein. Die Armee stand während der Covid-19-Pandemie bisher dreimal im Einsatz.

Armeeangehörige unterstützten die kantonalen Behörden in der zweiten Corona-Welle wenn nötig. Sie kamen unter anderem in Spitälern zum Einsatz.
Armeeangehörige unterstützten die kantonalen Behörden in der zweiten Corona-Welle wenn nötig. Sie kamen unter anderem in Spitälern zum Einsatz.Bild: sda

Konkret betrifft das Ende des Assistenzdienstes zwölf Armeeangehörige, die für den Kanton Bern Dienst leisten. Das bernische Gesuch läuft am 16. Februar aus.

Den dritten Armeeeinsatz in der Covid-19-Pandemie hatte der Bundesrat am 7. Dezember 2021 bewilligt. Er war bis Ende März befristet. Maximal 2500 Armeeangehörige standen zur Verfügung. Seit dem Dezember waren bis zu 570 Armeeangehörige gleichzeitig im Einsatz. Sie leisteten bis am vergangenen Donnerstag 20'955 Diensttage.

(bal/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Corona-Verordnung vom 16. Februar 2022

1 / 13
Corona-Verordnung vom 16. Februar 2022
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Kanadas Anti-Impf-Trucker blockieren Ottawa

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

33 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Yippie
16.02.2022 17:27registriert Februar 2016
Ich hätte mir gewünscht, dass wir nicht von einem Extremszenario ins andere wechseln. Zumindest die Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen (Warenhäuser, Lebensmittelgeschäfte usw.) wäre weiterhin angebracht gewesen zum Schutz und aus Respekt vor den Risikogruppen.
3518
Melden
Zum Kommentar
avatar
Randen
16.02.2022 17:18registriert März 2014
Verstehe nicht wieso man sofort das Zertifikat aufgibt. Wir sind in den Skiferien und werden ab Morgen nicht mehr im Restaurant essen. Die Kinder sind noch nicht ganz fertig geimpft.
2321
Melden
Zum Kommentar
33
Der nächste Booster: Moderna stellt Zulassungsantrag für angepassten mRNA-Impfstoff
Die Arzneimittelbehörde Swissmedic prüft die Zulassung des bivalenten mRNA-Impfstoffs des Herstellers Moderna. Die Studien sind vielversprechend.

Wird im Herbst ein zweiter Booster nötig, sollte ein bivalenter Impfstoff gegen das Coronavirus gespritzt werden, der sowohl das Ursprungsvirus wie auch die Omikron-Variante bekämpft. Für einen solchen mRNA-Impfstoff hat die Firma Moderna nun einen Zulassungsantrag bei Swissmedic gestellt.

Zur Story