DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer sind nicht mehr die Reichsten der Welt



EU-Experten haben am Freitag in Brüssel empfohlen, die Schweiz von der grauen EU-Liste der Steueroasen zu streichen. Am Schluss entscheiden darüber aber die EU-Finanzminister. (Symbolbild)

Bild: KEYSTONE

Die Einwohner der Schweiz sind weltweit nicht mehr am reichsten. Sie wurden abgelöst von den US-Amerikanern. Erstmals sind 2018 die Vermögen sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern zurückgegangen.

Im Schnitt besitzt jede Person in der Schweiz netto ein Vermögen von 173'800 Euro. Das sind 1.5 Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten «Global Wealth Report» des Versicherers Allianz hervorgeht. 2018 wurde noch ein Plus von 7.6 Prozent erzielt.

Von den 53 untersuchten Ländern liegt die Schweiz damit nur noch an zweiter Stelle. An der Spitze des Rankings wurden sie wieder von den US-Amerikanern abgelöst, die durchschnittlich 184'400 Euro auf der hohen Kante haben. Als Grund dafür nennt Allianz allerdings insbesondere den stärkeren Dollar.

Bild

Zu den drittplatzierten Singapurern, die auf 100'400 Euro kommen, besteht bereits ein beträchtlicher Abstand. Die Deutschen folgen mit 52'900 Euro erst auf Rang 18.

Rekordhohe Verschuldung

In einer anderen Rechnung sind die Schweizer Haushalte aber immer noch mit Abstand einsam an der Spitze: Die Verschuldung von gut 90'000 Euro wird in keinem anderen Land übertroffen. Das sind 2.8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2018 legten die Verbindlichkeiten der Haushalte weltweit um 5.7 Prozent zu.

Die Schuldenstandsquote, welche die Verbindlichkeiten ins Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt setzt, lag damit bei 128 Prozent. Dies ist ein absoluter Spitzenwert: Weltweit sind nur die Dänen und Australier noch stärker verschuldet, der westeuropäische Durchschnitt liegt bei 74.1 Prozent.

Betrachtet man die Entwicklung der Vermögen unter Berücksichtigung der Schulden, zeigt sich ein etwas besseres Bild: Die sogenannten Bruttogeldvermögen haben im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0.1 Prozent abgenommen. Damit befinden sich die Schweizerinnen und Schweizer in guter Gesellschaft.

Bild

Global schrumpften die Bruttovermögen der privaten Haushalte nämlich ebenfalls um 0.1 Prozent und stagnierten bei 172.5 Billionen Euro. Der Schuldige ist schnell gefunden: 2018 gaben die Aktienkurse weltweit um 12 Prozent nach - was direkt auf die Vermögensentwicklung durchschlug.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die endlose «Brexit-Saga» und zunehmende geopolitische Spannungen forderten ihren Tribut, resümiert die Allianz.

Konvergenz kommt zum Stillstand

Die Bruttogeldvermögen in den Schwellenländern sind sogar um 0.4 Prozent zurückgegangen. Das erste Mal, seit der Report erhoben werde. Massgeblich dazu beigetragen habe die schwache Entwicklung in China, wo die Vermögen um 3.4 Prozent fielen. Aber auch andere wichtige Schwellenländer wie Mexiko und Südafrika mussten 2018 empfindliche Einbussen verkraften.

Dies ist laut Allianz eine bemerkenswerte Trendumkehr. Denn im Durchschnitt der letzten beiden Jahrzehnte lag der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer bei 11 Prozentpunkten. Es scheine so, als ob die Handelsstreitigkeiten dem Aufholprozess der ärmeren Länder ein jähes Ende gesetzt hätten. Die Konvergenz zwischen armen und reichen Ländern sei damit zum Stillstand gekommen. (aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Von arm bis reich: Die Lieblingsspielzeuge von Kindern

1 / 24
Von arm bis reich: Die Lieblingsspielzeuge von Kindern
quelle: zoriah miller for dollar street
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die lebenswerteste Stadt der Welt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum dieser Bio-Bauer keine Angst vor der Trinkwasser-Initiative hat

Es brodelt in der Bio-Branche. Die Trinkwasser-Initiative spaltet die Gemüter. Der Berner Bio-Bauer ist enttäuscht über die Nein-Parole von Bio Suisse. Bei einem Rundgang über seinen Hof erzählt er von seiner Vision – und erklärt, warum er kein Nutella isst.

Durch die malerische Landschaft des Berner Seelands, vorbei an den typisch rund geschwungenen Dächern der Berner Bauernhäuser, durch die Gemeinde Grossaffoltern führt ein einsamer Weg auf den Hof von Markus Bucher. Er trägt den lieblichen Namen «Farnigasse». Und die Farnigasse gibt Buchers Reich seinen Namen. Das «Farngut» des Bio-Bauern ist umgeben von blühenden Apfelbäumen und frisch bepflanzten Knoblauch-Feldern. Es ist ruhig auf dem Hof. In der Ferne sind einige Feldarbeitende zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel