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Impeachment-Zeuge Vindman quittiert nach Trump-«Mobbing» seinen Militärdienst



Ein Schlüsselzeuge beim Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump, Oberstleutnant Alexander Vindman, zieht sich nach scharfen Angriffen des US-Präsidenten aus dem Militärdienst zurück.

«Durch eine Kampagne von Mobbing, Einschüchterung und Vergeltung zwang der Präsident der Vereinigten Staaten Oberstleutnant Vindman zu einer Entscheidung: zwischen der Einhaltung des Gesetzes oder der Zufriedenheit eines Präsidenten», teilten seine Anwälte am Mittwoch mit.

epa07957912 US Army Lieutenant Colonel Alexander Vindman, the top Ukraine expert on the National Security Council, arrives for a closed session before the House Intelligence, Foreign Affairs and Ov?ersight committees at the US Capitol in Washington, DC, USA, 29 October 2019. Lieutenant Colonel Vindman faces questions from the three congressional committees on a whistleblower's complaint that US President Donald J. Trump requested help from the President of Ukraine to investigate Joe Biden.  EPA/SHAWN THEW

Zieht sich zurück: Alexander Vindman. Bild: EPA

Deshalb quittiere der 45-Jährige nach 21 Jahren bei den Streitkräften seinen Dienst – es sei klar geworden dass Vindmans Zukunft beim Militär für immer eingeschränkt wäre.

Der Offizier hatte im November als Zeuge bei den Anhörungen im Zuge der Ermittlungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump Kritik an den Aussagen des Präsidenten bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geäussert.

Das Telefonat hatte die Ermittlungen der Demokraten ins Rollen gebracht und zur Formulierung der zentralen Vorwürfe geführt: dass Trump seinen ukrainischen Kollegen zu Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden ermuntert hatte, um die Präsidentenwahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Vindman war unter Strafandrohung zur Aussage vorgeladen worden und sagte im Kongress: «Es war unangebracht, es war unangemessen vom Präsidenten, eine Untersuchung zu einem politischen Gegner zu erbitten, einzufordern.» Vindman hatte das Gespräch mitgehört.

Zwei Tage, nachdem Trump im Februar von der republikanischen Mehrheit im Senat von den Anklagepunkten freigesprochen worden war, wurde Vindmann von seinem Posten als Ukraine-Experte des Nationalen Sicherheitsrats im Weissen Haus entlassen. Die Vorsitzende der Parlamentskammer, die Demokratin Nancy Pelosi, bezeichnete Vindmann als einen «amerikanischen Helden» und verurteilte seinen Rauswurf als «beschämend».

Trump dagegen, der auch andere Schlüsselzeugen im Nachhinein entliess, war bei Twitter über Vindman hergezogen: Dieser habe von seinem Vorgesetzten eine «schreckliche Bewertung» bekommen. Vindman habe «Probleme beim Urteilsvermögen, bei der Einhaltung der Befehlskette und dem Leaken von Informationen» gehabt - «Mit anderen Worten: ‹RAUS›», schrieb Trump.

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Adam Schiff, würdigte Vindmans Dienst für die USA am Mittwoch (Ortszeit) in einem Brief. «Sie sind Ihrer patriotischen und rechtlichen Pflicht gefolgt», schrieb Schiff. Vindman, als Sohn eines sowjetischen Auswanderers, habe mit seinem Glauben an die Gerechtigkeit in den USA eine unauslöschliche Spur im Bewusstsein der Nation hinterlassen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Damn_it_Norbit 09.07.2020 16:20
    Highlight Highlight Es ist tragisch zu wissen das Menschen die, egal in welchen Situationen, Anstand und Zivilcourage beweisen, zu solchen Schritten genötigt und unter Umständen öffentlich diffamiert werden. Es schürt ein System in dem sich niemand mehr traut auf Misstände aufmerksam zu machen. Das ist doch einfach nicht in Ordnung...
  • Die blaue Ente 09.07.2020 14:12
    Highlight Highlight "Dad, my sitting here today, in the U.S. Capitol talking to our elected officials is proof that you made the right decision forty years ago to leave the Soviet Union and come here to United States of America in search of a better life for our family. Do not worry, I will be fine for telling the truth."

    -- Alexander Vindman
    • Vanessa_2107 09.07.2020 15:42
      Highlight Highlight Weshalb die Blitzer???
    • Vanessa_2107 09.07.2020 18:17
      Highlight Highlight Da stimmt etwas nicht. Das sah einmal anders aus. Ich würde so etwas nicht schreiben, wenn es keine Blitzer hat... bin i bled?
    • DieFeuerlilie 09.07.2020 21:13
      Highlight Highlight @Vanessa

      Üblicherweise sind es 9 Blitze. Die unserer ‘üblichen Verdächtigen‘ halt.
      Woher der 10te hier kommt, kann ich nur vermuten:
      Jemandes zu dicke Finger, unabsichtlich..? 😁

      Aber im Ernst: ich verstehe auch nicht, wie man dieses 1:1-Zitat von Vindman blitzen kann.
      Ich fand seine Worte vor dem Senat zudem wirklich rührend!
      Er glaubte an Gerechtigkeit und fühlte sich sicher in den USA.

      Und ich wusste genau, wovon er sprach..
      Meine Eltern flohen mit mir 1968 aus Prag in die Schweiz. Nach dem Einmarsch der Russen, dem gewaltsamen Niederknüppeln des Prager Frühlings..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Octavius 09.07.2020 14:06
    Highlight Highlight Man kann in würde leben, aber man kann nicht von würde leben.
    Da widmet man dem Militär 20 Jahre und ist auch bereit sein leben für sein Land zu geben und das ist der dank . Amerika first ,bei was first bei Rassismus, bei Korruption? Ich kenne mich mit Statistiken nicht aus, gibt es Länder die mehr inhaftierte oder Obdachlose haben als Amerika? Bei allem Weltpolizei spielen und so wird man in dem Land für die Wahrheit belohnt,ganz grosses Kino .
  • Jawolaufensiedenn 09.07.2020 11:47
    Highlight Highlight Mit der amerikanischen Verfassung, die dem Präsidenten derart viel Rechte und ihm fast unbegrenzte Macht einräumt, stimmt offensichtlich etwas nicht oder nicht mehr.
    Sie stammt aus einer Zeit, die der Monarchie noch recht nahe war und dieses Amt, zwar zeitlich begrenzt, mit ähnlich viel Macht ausstattete wie das des Monarchen.
    Es ist an der Zeit, das die Amerikaner ihre Verfassung überarbeiten und das Präsidentenamt schwächen. Ähnlich wie in Deutschland, wo es keine politische Macht, sondern fast nur noch repräsentativen Charakter.
  • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 09.07.2020 11:15
    Highlight Highlight bahn frei für seine neue karriere als ukrainischer verteidigungsminister
  • Linus Luchs 09.07.2020 10:01
    Highlight Highlight Vindman hat seinen Job verloren, aber seine Würde behalten. Einen guten Job wird er wieder bekommen. Trump hat keine Ahnung, was Würde ist, wird seinen Job bald verlieren und eventuell hinter Gitter landen. Längerfristig ist Vindman klar im Vorteil.
  • Kolo 09.07.2020 09:06
    Highlight Highlight Trump hat wirklich was unglaubliches geschafft: mir ist ein US army Offizier im Zentrum der Geheimdienste Amerikas sympathisch gemacht. Respekt, trumpel, Respekt...
    • Quo Vadis 09.07.2020 22:25
      Highlight Highlight Der Feind meines Freundes ist mein Freund.
    • Kolo 10.07.2020 17:48
      Highlight Highlight Ich habe keine Feinde im weissen Haus. Und als Freund würde ich Vindman nun auch nicht direkt bezeichnen. Aber es geht schon in die Richtung 😉 ich finde Menschen die aufrecht bleiben, auch wenn es Schei... hagelt, schon sympathischer als das Ding, dass sich potus nennt.
  • homo sapiens melior 09.07.2020 08:58
    Highlight Highlight Ich hoffe, der Mann kriegt einen guten Job. Es gibt ja auch in den USA noch haufenweise anständige Leute. Eine korrupte Regierung bedeutet nicht, dass das ganze Volk asozial ist.
  • bruuslii 09.07.2020 08:14
    Highlight Highlight wenn schon jemand «schreckliche bewertung» bekommt und «probleme beim urteilsvermögen» hat, dann ist das trump himself.

    «mit anderen worten: ‹RAUS›», sage ich da zu trump!

    es ist schon erschreckend (wobei man bei trump schon abgestumpft wird), wie trump redliche menschen diffamiert und nur noch speichelleckende jasager um sich schert.

    verständlich bei den beleidigungen und einschränkungen zwar, aber trtzdem schade, dass vindman den bettel wirft. er hätte ein aktives vorbild für jüngeren armeeangehörige sein können und zeigen können, dass man sich so nicht unterkriegen lassen darf.
    • Crissie 09.07.2020 10:02
      Highlight Highlight Letzteres wäre mit Trump-Speichelleckern als Vorgesetzten kaum möglich gewesen! Er hat seine Pflicht mehr als erfüllt und man kann nicht verlangen, dass er sich bis an's Ende seiner Dienstzeit auch noch demütigen lassen muss!
  • DieFeuerlilie 09.07.2020 08:04
    Highlight Highlight Also wenn das so einfach ist, dann müsste Trump auf der Stelle zurücktreten.
    Denn er hat zweifelsohne:

    “Probleme beim Urteilsvermögen, beim Verstehen von Fakten und beim Erkennen der richtigen Prioritäten»

    Und drum: ‹RAUS!»

    Vindman hingegen tut mir von Herzen Leid! Er hat an Gerechtigkeit, Mut und das amerikanisches Rechtssystem geglaubt, und muss nun einen hohen Preis für sein Vertrauen zahlen.

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