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Flüchtlinge: Marine Le Pen kritisiert Flüchtlingspolitik von Paris und Berlin

07.09.2015, 01:24

Die Chefin von Frankreichs rechtsextremer Front National, Marine Le Pen, hat die Einwanderungspolitik des deutsch-französischen Tandems scharf kritisiert. Frankreich soll ihrer Ansicht nach die Voraussetzungen für die Aufnahme von Flüchtlingen nicht aufweichen.

«Einwanderung ist keine Chance, es ist ein Last», sagte Le Pen am Sonntagabend beim Sommertreffen ihrer Partei in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille. Die Flüchtlingskrise gehöre zu den vordringlichsten «riesigen Herausforderungen», vor denen ihr Land stehe.

«Unser Land hat weder die Mittel, noch Lust oder die Energie, grosszügiger mit der Misere der Erde umzugehen», sagte Le Pen. Die sozialistische Regierung in Paris sei aber «beschämend lasch» im Umgang mit den Flüchtlingen.

Die rechtsextreme Politikerin diagnostizierte überdies eine «Überschwemmung durch Migranten und die fortgeschrittene Zersetzung der nationalen Identität».

Le Pens Anhänger begleiteten ihre Äusserungen zur Einwanderungspolitik mit an die Flüchtlinge gerichteten Rufen wie «Raus» und «Geht in Eure Länder zurück». Für die Bekräftigung ihres Ziels, «den radikalen Islam in die Knie zu zwingen», erntete die Parteichefin stehenden Applaus. Zugleich hob Le Pen hervor, sie und ihre Partei seien «bereit zu regieren».

Franzosen für Härte

Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Instituts Odoxa sind 55 Prozent der Franzosen der Ansicht, dass ihre Regierung nicht Deutschlands liberalere Flüchtlingspolitik nachahmen sollte. Die deutsche Regierung hatte sich am Wochenende bereit erklärt, tausende Flüchtlinge, die zwischenzeitlich in Ungarn festgesessen hatten, einreisen zu lassen.

Zuvor hatten sich die Regierungen Deutschlands und Frankreichs auf eine gemeinsame Initiative für verbindliche Quoten zur Verteilung von Flüchtlingen in der Europäischen Union geeinigt.

In der EU wird derzeit erbittert über die Verteilung der Flüchtlinge gestritten. Die wachsende Zahl der Flüchtlinge über verpflichtende Quoten auf alle EU-Staaten zu verteilen, ist bisher vor allem am Widerstand einer Reihe osteuropäischer Staaten und Grossbritanniens gescheitert. (sda/afp)

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