Interview
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President Donald Trump arrives to speak about the coronavirus in the James Brady Press Briefing Room of the White House, Friday, April 3, 2020, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump

In Krisenzeiten ist er besonders illuminiert: Trump, am 3. April, auf dem Weg zu einer Pressekonferenz. Bild: AP

Interview

Schockbilder, Solidarität – und Trump lässt irres Informationskonfetti regnen

Bernhard Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft in Tübingen. Er erklärt uns Trumps spektakuläre Krisenrhetorik, gegensätzliche Expertenmonopole, die Tragödie der Medien und wieso die Romantisierung der Entschleunigung verlogen ist.



Herr Pörksen, wo erreiche ich Sie und wie geht es Ihnen?
Mir geht es gut. Ich sitze hier in der Idylle von Tübingen auf einem Hügel, wobei man wissen muss: In Tübingen sitzt man eigentlich immer auf einem Hügel. Aber auch hier, in dieser kleinen heilen Welt kann ich mich dem Bann des Corona-Geschehens nicht entziehen – und mir wird klar: Noch nie in der Mediengeschichte hat sich ein globales Publikum derart intensiv und über Wochen hinweg um ein einzelnes Thema gruppiert.

Was haben Sie durch Corona gelernt?
Ich würde sagen, diese Krise hat mich – wie wahrscheinlich viele andere Menschen auch – in eine Atmosphäre der totalen Gleichzeitigkeit hineingestürzt. Es gab Phasen der Angst, geprägt durch den Panik-Modus der Liveticker. Begeisterung über die Zeichen berührender Solidarität und künstlerischer Kreativität im Netz. Entsetzen über die Horrorstory von jenem reichen Russen, der Beatmungsgeräte vom Markt wegkauft, um sie für sich und seine Familie zu horten. Es gab und gibt die Sehnsucht nach Abstand und Ignoranz.

Abstand – nur von der Information oder auch von andern Menschen?
... nicht von anderen Menschen, von den Medien, dem Tropf der Newsticker. Für mich besteht das Stimmungsschicksal dieser Krisenerfahrung in der Gleichzeitigkeit des Verschiedenen, das einen erreicht, verstört, berührt, irritiert und inspiriert. Wir sind unter vernetzten Bedingungen in eine Welt der grellen Kontraste hineinkatapultiert worden.

Tübingen

In irgendeinem dieser Tübinger Häuser befindet sich der Medienwissenschaftsprofessor Bernhard Pörksen während unseres Gesprächs. Bild: via wikipedia

Sind denn die Kontraste wirklich so grell? Ist das, was wir an Informationen aus allen Weltgegenden erfahren, wirklich so unvereinbar? Ist es nicht eher ein Gebet des Immergleichen? Zahlen. Infizierte. Tote. Geheilte. Masken. Beatmungsgeräte.
Das sehe ich anders. Natürlich, die Grundstimmung signalisiert Verunsicherung, Krankheit und Tod. Aber im Detail und im Zusammenspiel mit den digitalen Medien wirkt diese Krise doch als eine Art hoch wirksames Kontrastmittel. Sie macht den Schock der Unterschiedlichkeit auf der Weltbühne des Netzes in radikaler Unmittelbarkeit erfahrbar.

Das müssen Sie jetzt erläutern.
Alles wird gleichzeitig sichtbar. Solidarität. Empathie. Pöbelei. Hass auf Asiaten. Die bizarre Verschwörungstheorie. Die verantwortungslose Verharmlosung. Das wunderbare Video eines Klavierkonzerts. Und alle verhalten sich auf unterschiedliche Weise und werden im Spiegel dieser Krise sichtbar.

Aber denken Sie nicht auch, dass die Leugner und Verschwörungstheoretiker im Lauf dieser Wochen etwas in den Hintergrund gerückt sind? Zugunsten einer zunehmenden und vernünftigen, schon fast harmonischen Einigkeit, wie man sich angesichts der Katastrophe zu verhalten habe?
Da bin ich mir nicht so sicher. Ich beobachte eher eine Zweiteilung von Öffentlichkeit. Es gibt etwas, was man die Harmonie des Erschreckens in den klassischen Medien nennen könnte. Und es gibt, etwa im Paralleluniversum von YouTube und in einzelnen Selbstbestätigungsmilieus, eine eigene Harmonie des Bagatellisierens, des Verharmlosens, frei nach dem Motto: alles nur Panikmache. Hier haben sich längst eigene Deutungsmonopole herausgebildet.

Die gibt es in den klassischen Medien auch.
In den klassischen Medien gab und gibt es vor allem das Expertenmonopol der Virologen, die meiner Ansicht nach zu lange und mit zu grosser Ausschliesslichkeit nicht wirklich korrigiert durch den politischen Journalismus die Debatte bestimmten. Im Kuriositätenkabinett von YouTube haben wir Deutungsmonopole von Pseudo-Experten, die zu ungeahnter Prominenz gelangen, weil sie die Skrupellosigkeit besitzen, selbst die Bilder von Leichenwagen aus Bergamo – visuelle Ikonen des jetzigen Schreckens – als Fake News zu etikettieren.

Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen. Bild: Peter-Andreas Hassiepen

Sie haben neulich in der «Zeit» einen Text über Angela Merkel geschrieben, die Sie für eine grossartige Krisenkommunikatorin halten. Ist Ihnen als Deutscher Angela Merkel im Moment näher als vorher?
Ich muss sagen, dass ich ihre systematische Diskursverweigerung eigentlich ausserordentlich kritisch sehe, weil sie im Grunde genommen all die grossen Reden, die sie in ihrer Amtszeit hätte halten können, nicht gehalten hat. Es gab keine erklärende Rede, die die Entscheidung begründet hätte, nach Fukushima aus der Atomenergie auszusteigen. Es gab keine Rede zum Disput über die Ehe für alle; hier hat sie die Diskussion befördert, aber dann gegen den Gesetzentwurf gestimmt. Es gab keine Rede zur Flüchtlingskrise, sondern eigentlich nur eine Überschrift, leider ohne den nachfolgenden Text: «Wir schaffen das.» Aber wer ist «wir», was heisst «schaffen» und was ist «das»?

Jetzt hat sie geredet.
In der aktuellen Krise hat sie zu Beginn eine aus meiner Sicht ausserordentlich kluge, vor allem an die Mündigkeit des Einzelnen appellierende Rede gehalten. Hier wurde das Credo einer Demokratin und einstigen DDR-Bürgerin offenbar, der es ungeheuer schwer fällt, sich Kontaktsperren und weitere mögliche Massnahmen überhaupt nur vorzustellen. Und: In dieser ersten Phase haben auch der Journalismus und die Krisenkommunikation gut und situationsgerecht funktioniert.

Und danach?
In einer zweiten Phase hiess es von Seiten der Bundesregierung «Bloss keine Exit-Debatte». Und das bedeutete auch: keine Diskussion über Zukunftsperspektiven, Szenarien und die langfristige Strategie. Das halte ich für einen schweren Fehler. Überdies hat der politische Journalismus dieses Diskurs-Tabu viel zu lange akzeptiert, vielleicht aus einem falsch verstandenen staatsbürgerlichen Verantwortungsbewusstsein heraus. Aber die jetzige Krise ist so sehr auf Dauer angelegt und wird in der Bewältigung so lange brauchen, dass man einfach in der Breite debattieren muss, schon um die breite Akzeptanz der Massnahmen zu sichern. Und in dieser Hinsicht halte ich die jetzige Krisenkommunikation und den politischen Journalismus für kritikwürdig. Der Journalismus hat zu lange gezögert, kritisch nachzufragen und den Blick zu weiten – weg von einer rein virologischen Perspektive. Und hin zu einer gesellschaftlichen, ökonomischen und psychologischen Analyse der Massnahmen.

epa08304857 The illustration shows German Chancellor Angela Merkel, during her televised address t?o the nation on the coronavirus spread, on a smartphone while a woman is cleaning dishes in Munich, Bavaria, Germany, 18 March 2020. The German government and local authorities are heightening measures to stem the spread of the coronavirus. Germany now has passed 10,000 corona cases.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS

18. März 2020: Angela Merkel bittet die Deutschen, zuhause zu bleiben. Bild: EPA

Lange hatte man die absolute Unterwerfung der Politik unter die Naturwissenschaften. Ein ganz neues Setting, wie es eigentlich auch schon in der Klimakrise denkbar gewesen wäre. Aber da ist nichts passiert.
Am Beispiel von Corona versteht man, welcher Typ von Krise eine besonders verändernde Kraft besitzt. Und die Corona-Gefahr erschüttert deshalb so sehr, weil sie wie eine Zusammenballung mobilisierender Krisenfaktoren wirkt. Sie ist global und nicht lokal wie 9/11. Sie ist konkret und nicht abstrakt wie die Finanzkrise 2008. Es gibt – im Unterschied zur Klimakrise – aufwühlende Schockbilder, eine eigene Ikonographie des Schreckens. Jeder ist potentiell betroffen, anders als etwa die Flüchtlingskrise 2015, die eine Krise der Anderen oder «Fremden» war. Und das Virus ist demokratisch, nicht hierarchisch. Es zwingt auch Angela Merkel und Boris Johnson in Quarantäne oder aufs Krankenlager. Das heisst: Diese Krise ist kein Distanzereignis mehr, sondern unmittelbar in die eigene Lebenswelt hineingerückt.

Darf ich noch einmal auf Frau Merkel zurückkommen?
Ja, gern!

Selbst Jan Böhermann hat getwittert, dass es «geil» sei, jetzt eine trockene, rationale Persönlichkeit wie Merkel an der Spitze zu haben. Und die Amerikaner sähen lieber die Queen im Weissen Haus statt Trump. Zwei ältere Damen also, die viel gesehen haben und gut darin sind, jetzt klare und zugleich mütterliche Durchhalteparolen rauszugeben. Betreiben Frauen gerade das bessere Krisenmanagement?
Ich glaube nicht, dass es da um die Unterscheidung von Mann und Frau geht. Es ist eher eine gewisse Unerschütterlichkeit und Ruhe, die Aura von Besonnenheit und umsichtiger Analyse, die jetzt Angela Merkel zu neuen Popularitätswerten verhilft. Allerdings muss man konstatieren, dass auch ein Donald Trump mit seiner Strategie aus Lügen, Propaganda, Verwirrung und Nonsens-News erstaunliche Zustimmungswerte behält.

Die Strategie also, die er immer schon hatte. Jetzt einfach in einer «extended version».
Wenn wir den Typus Trump und den Typus Merkel vergleichen, dann ist der Umgang mit dieser Krise auch eine Abstimmung im globalen Massstab, und zwar über das Prinzip der Realität. Gelingt es Trump, mit der Strategie der Leugnung, der Verwirrung, der polternden Schuldzuweisung durchzukommen? Behält er seine Popularitätswerte? Oder wenden sich Menschen entsetzt von ihm ab und eben doch dem Typus eines Politikers zu, der sich tatsächlich einzuarbeiten vermag, der konzentriert eine Strategie entwickelt, der mit Umsicht agiert, der die Wirklichkeit dieser Krise ernst nimmt und begreift?

President Donald Trump speaks about the coronavirus in the James Brady Press Briefing Room of the White House, Thursday, April 9, 2020, in Washington. (AP Photo/Andrew Harnik)
Donald Trump

9. April 2020: Donald Trump versucht bei einer seiner täglichen Pressekonferenzen, die Medien in die totale Konfusion zu führen. Bild: AP

Lässt sich sagen, dass die einen der Realität realistisch begegnen, während die anderen irgendeine Art von Metafiktion produzieren?
Ja. Trumps Strategie heisst: Desinformation durch Rauschen, censorship through noise. In hoher Schlagzahl Angriffe auf Twitter, Pöbeleien, absurde Vorhaltungen, Verschwörungstheorien, dann wieder personalisierte Schuldzuweisungen – dies alles nicht, um sich mit einem einzelnen Thema oder einer speziellen Idee durchzusetzen, sondern um eine Atmosphäre des totalen Relativismus zu erzeugen und die eigene Macht zu demonstrieren. Trump sagt permanent metakommunikativ: «Ich kann mir alles erlauben! Das Realitätsprinzip gilt nicht!» Die Frage, vor der er jetzt steht ist, ob dieser Total-Relativismus unter den Bedingungen einer Pandemie weiterhin durchhaltbar ist. Und auch der kommende US-Wahlkampf erscheint, so gesehen, wie eine Abstimmung über das Prinzip der Realität.

Er geht so weit, Dinge zu leugnen, die er selbst vor zwei Wochen noch gesagt hat. Er leugnet also selbst sich selbst. Das ist schon eine Leistung.
Er feuert immer neue Nonsens-News ab und produziert ein wild umher flirrendes, maximal spektakuläres Informations- und Desinformationskonfetti. Das ist nicht einfach nur dumm. Weil man auf diese Weise auch das Erinnerungsvermögen der Menschen defokussiert. Und man gar nicht mehr danach fragt, ob Trump vor zwei Wochen zusammen mit seinen Freunden von Fox News womöglich genau das Gegenteil dessen gesagt hat, was er heute mit grosser Geste erklärt.

In Ihrem neuen Buch «Die Kunst des Miteinander-Redens» beschreiben Sie und ihr Mitstreiter Friedemann Schulz von Thun sehr schön den Horror, der aus zu viel Information entsteht, nämlich eine Überreizung, die unter anderem eine radikale Sehnsucht nach Rückzug, nach Entspannung, nach Safe Spaces zur Folge hat. Kommt Corona dem nicht ein wenig entgegen? Schliesslich werden wir gerade zu einem Leben in ganz realen, privaten Safe Spaces gezwungen, oder nicht?
Das sehe ich anders. Wir erfahren doch gerade, dass es gar keinen Safe Space mehr gibt. Keine Idylle des Rückzugs. Keine Möglichkeit, sich noch irgendwie im eigenen Behaglichkeitskosmos zu verschanzen. Ich würde sagen: Öffentliche und private Sphäre fliessen momentan ineinander. Der Makrokosmos der äusseren Welt konfektioniert den Mikrokosmos des Privaten. Öffentlich wird über Corona geredet und an jedem Abendbrot-Tisch in Zürich oder Tübingen wird auch über Corona gesprochen. Man sieht: Unter den Bedingungen der globalen Vernetzung gibt es keine Rückzugsorte mehr. Die Romantik der Entschleunigung, die jetzt von manchen empathiefreien Intellektuellen propagiert und gefeiert wird, halte ich daher für eine reine Luxusfantasie von Privilegierten. Sie ist praktisch illusionär und hat so überhaupt nichts mit der Realität derjenigen zu tun, die nicht wissen, ob sie nächsten Monat ihre Miete bezahlen können oder ob sie überhaupt noch einen Job haben, wenn das alles vorbei ist.

epa08321399 Soldiers of Italian Army take charge of 45 coffins at San Giuseppe Church at Seriate (Bergamo), Italy, 25 March 2020. The coffins will be transported to Ferrara's crematorium.  EPA/Andrea Fasani

25. März 2020: Eine Leichenwagen-Karawane in Bergamo als entsetzlich reales Gesicht der Pandemie. Bild: EPA

Was möchten Sie als Medienwissenschaftler den Medien mit auf den Weg geben? Was können sie besser machen?
Die Perspektive erweitern und die langfristige Strategie und den umfassenden Plan einfordern, der aus meiner Sicht nicht ohne ein feinkörniges, regionales und gruppenbezogenes Risikomanagement auskommen wird. Ich bin kein Gegner der jetzigen Lockdown-Politik, aber sie ist keine Strategie, sondern ein Versuch, Zeit zu gewinnen.

Und was machen sie gut?
Wir erleben gerade, wie ungeheuer wichtig, seriös recherchierte, professionell aufbereitete Information tatsächlich ist. Vor dreissig Jahren glaubten wir noch, dass uns immer mehr Information mündiger mache. Heute müssen wir anerkennen, dass immer mehr Information unklarer Herkunft die Chancen der Desinformation erhöht. Wir erleben aktuell den Wert von Journalismus. Aber die Lage ist paradox. Denn die Anzeigenmärkte brechen ein, in vielen Medienunternehmen gibt es Kurzarbeit, Entlassungen drohen. Man sieht, dass Krisen bereits laufende Entwicklungen verschärfen. Und das ist tragisch. Kurzum: Der seriöse Journalismus ist so wichtig und so gefährdet wie noch nie.

Lesetipp: Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun analysieren den kommunikativen Klimawandel und die Gefahren der Polarisierung. Ihr Buch «Die Kunst des Miteinander-Redens. Über den Dialog in Gesellschaft und Politik» ist 2020 im Hanser Verlag erschienen und kostet ca. 25 Franken.

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73
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73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Was wir glauben zu wissen 13.04.2020 20:03
    Highlight Highlight Nach ausgestandener Coronakrise wird es interessant sein, die Diskussionen dazu in den sozialen Medien vertieft zu analysieren, um auch imHinblick auf weitereKrisen daraus zu lernen
  • Erklärbart. 13.04.2020 00:13
    Highlight Highlight Diese Aussage könnte treffender nicht sein: Der Journalismus hat zu lange gezögert, kritisch nachzufragen und den Blick zu weiten – weg von einer rein virologischen Perspektive. Und hin zu einer gesellschaftlichen, ökonomischen und psychologischen Analyse der Massnahmen.

    Chapeau.
    • Varanasi 13.04.2020 11:22
      Highlight Highlight Da kann ich Dir empfehlen, Sendungen mit Frau Christiane Woppen anzuschauen (z.B. Illner vom 2.4.). Sie ist Vorsitzende des Europäischen Ethikrates.
      Ihre Sachlichkeit in dieser Frage ist eine Wohltat.
  • Erklärbart. 13.04.2020 00:08
    Highlight Highlight "Sind denn die Kontraste wirklich so grell? Ist das, was wir an Informationen aus allen Weltgegenden erfahren, wirklich so unvereinbar? Ist es nicht eher ein Gebet des Immergleichen? Zahlen. Infizierte. Tote. Geheilte. Masken. Beatmungsgeräte."

    Genau das ist es. Ich persönlich schaue mir die Zahlen und den Liveticker gar nicht mehr an. Einheitsbrei.

    Ich meine, Corona ist da. Punkt.
    Aber die Welt steht deswegen nicht still. Nicht so still wie es die Medien darstellen. Aber als Newsportal/Zeitung/Journalist hat man es echt "einfach". Grosses Thema, wenig Aufwand, viel Traffic.
  • deepsprings 12.04.2020 20:04
    Highlight Highlight Immer noch einen der besten Dokumentarfilme über das "politische System" in den USA. Traurig und erschrekend.
    Benutzer Bild
  • Noblesse 12.04.2020 18:59
    Highlight Highlight Gut, einen derartigen Narzist und Populist als Krisenmanager in einer Grossmacht muss man sich politisch erst mal leisten können. Das Scheissvirus als einziger Gewinner!
  • Bivio 12.04.2020 18:33
    Highlight Highlight Ich habe eine Frage an Watson. Seit Tagen und Wochen lese ich, dass Trump alles falsch macht und alles, was in den USA jetzt schlecht läuft Trumps Schuld ist. Soweit die europäsche Meinung.

    Blicke ich aber in die USA sieht das Bild anders aus. Über 60% der Leute sind mit Trumps Krisenmanagement zufrieden. Da sind auch viele Demokraten dabei. Daneben attestiert der dem. Gouvenreur von CA Trump ebenfalls gutes Krisenmanagement. Die beiden sind sich sonst absolut spinnefeind.

    Weshalb existieren zwei total unterschiedliche Bilder? Was stimmt?
    • Varanasi 12.04.2020 22:40
      Highlight Highlight Quelle für die 60% bitte?

      Nach meiner Recherche sind überall die Zahlen unter 50% gerutscht, liegen so bei 47%.
    • Bivio 12.04.2020 23:25
      Highlight Highlight Ich gebe Dir recht, dass je nach Institut die Zahlen anders sind. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass je nachdem wie die Frage gestellt wird, ganz andere Resultate herauskommen.

      Quellen:
      https://www.latimes.com/opinion/story/2020-03-30/donald-trump-approval-ratings-coronavirus-pandemic

      https://news.gallup.com/poll/298313/president-trump-job-approval-rating.aspx
    • sowhat 13.04.2020 10:19
      Highlight Highlight Max, das ist mal ein echt intelligenter Beitrag. "meinungen bildet man sich selbst"
      Auf Basis von was denn? Gehst du auf den Balkon und holst dir die Informationen für deine Meinung von den Sternen?

      Hast du echt noch nicht gemerkt, dass du deine Meinung bildest auf Basis von dem was du weisst? Und woher weisst du das, was du weisst? Etwa nicht durch Informationsquellen?
      Und genau da gibt es Verschiedene und die liefern tatsächlich unterschiedliche Informationen.
      Darum ist es richtig zu hinterfragen, welche Informationen stimmen oder von wem sie stammen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Prometheuspur 12.04.2020 18:20
    Highlight Highlight Ja ist gut..
    Doch Verschwörungstheorie, Fake, massivste Medienüberflutung die seriösen Journalismus filtert und zeigt wie unabdingbar dieser sei, intellektuellen Nonsens, Merkel oder Trump hin oder her, überrascht wie überfordert wurde gewiss der grösste Teil der Menschheit.

    Und es mag naiv klingen, doch betreffend Donald müsste wirklich Hoffnung bestehen, dass einige ihr nicht nachvollziehbares;  «Mr. Trump als US-Präsi in den Himmel empor jubelndes Getue» überdenken mögen?! Wie mehr wie besser und ohne Rückfall.

    ("In etwa «400.000 genesene Corona Patienten & 105.000 Opfer..")

    Bildlich:
    Benutzer Bild
  • Quacksalber 12.04.2020 18:13
    Highlight Highlight Freue mich schon auf den November, wenn das stable genius abgewählt ist und behauptet, gar nicht kandidiert zu haben.
  • Der Rückbauer 12.04.2020 17:55
    Highlight Highlight Oh, dieses Interview mit den analytisch brillanten Antworten hat mein Hirn arg strapaziert.
    Facit: In der Informations-, Beliebigkeits- und Spassgesellschaft haben Leute mit "hoher Schlagzahl Angriffen auf Twitter, Pöbeleien, absurden Vorhaltungen, Verschwörungstheorien, dann wieder personalisierten Schuldzuweisungen, wild umher flirrendes, maximal spektakuläres Informations- und Desinformationskonfetti" ein leichtes Spiel, ein Volk von fussballbegeisterten, biertrinkenden und chipsreinschaufelnden Gehirnamputierten auch für gefährliche, tödliche Irrwege zu begeistern.
    • magnet1c 13.04.2020 09:09
      Highlight Highlight Brot und Spiele für das Volk.
      Das Rezept hat sich nicht geändert, nur das Medium. Doch irgendwann wird es wieder zu spät sein.
  • honesty_is_the_key 12.04.2020 17:48
    Highlight Highlight Ich verstehe es einfach nicht. Egal ob man demokratisch, repulikanisch, frau, mann, liberal denkend, unliberal denkend, religiös, unreligiös, vegan, fleisch essend, hetero, homo, transexuell, Jude, Muslim, Christ, Buddhist, Hindu, Atheist ist etc. - wie man noch Donald Trump unterstützen kann. Mir fehlen da die Worte, denn zur Zeit passiert wirklich sehr viel grauenhaftes auf der ganzen Welt.
    • Basti Spiesser 12.04.2020 19:50
      Highlight Highlight Dir fehlt die Empathie, ein grosser Teil ist mit Trump zufrieden. Warum? Weil er eine Alternative zum Establishement bietet, und auch wenn das haarsträubend tönt, es ist so.
    • Kruk 12.04.2020 22:54
      Highlight Highlight "eine Alternative zum Establishment"? Und was ist Trump wenn nicht Establishment?
      Das ist als ob man statt in Hundedreck zu treten in Hundedreck schwimmen geht. Nein, kein Verständnis.
      Die leben in einer total anderen Welt.
    • AenduF 12.04.2020 23:15
      Highlight Highlight @Basti
      Echt, du erachtest einen Millionärssohn, der, getragen von den Banken den Bankrott überwunden hat, als 'Alternative zum Establishment'? Meinst du das ernst oder merkst du tatsächlich nicht, dass hier das Establishment einfach die Sprache des Nichtestablishment nutzt um vom Eigennutz abzulenken?
      Oder gehts am Ende des Tages einfach ums Provozieren, wie es gerade 'in' ist auf der weltpolitischen Bühne?

      Ich würde das ehrlich gerne wissen, damit ich versuchen kann es zu verstehen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gawayn 12.04.2020 17:08
    Highlight Highlight Was ich einfach nicht raffe!
    Im Buch 1984, in dieser Dystopie, da wird einem Volk etwas vorgegaukelt, das erstunken und erlogen ist.
    Nur einer rafft, das alles nicht stimmen kann.

    Hier haben wir was ähnliches.
    Einer der dauernd lügt.
    Dabei ist alles sauber dokumentiert, all den Schwachsinn den er labert.
    Jeder der auch nur halbwegs Schulbildung hat, muss verstehen, was das alles für ein Riesen Unsinn ist,was mit dem Irren abläuft.

    Dennoch gibt es auch hier für den Fürsprecher.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 12.04.2020 17:28
      Highlight Highlight Diesen "Fürsprecher" hier, geht es einfach nur um Aufmerksamkeit.
      Sie wollen einfach nur Leute nerven.
      Wirkliche Befürworter von Trump gibt es mittlerweile kaum noch.
      Und die paar wenigen, die es noch geben mag, glauben auch die schwachsinnigsten Verschwörungstheorien.
    • Basti Spiesser 12.04.2020 19:53
      Highlight Highlight Ich weiss, ihr hättet lieber, wenn hier alle diszipliniert in ein Richtung blöken, einheitliche Haltung. Aber diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Und wäre ja auch etwas langweilig, nicht? Ich meine die Artikel von Watson gehen immer in die gleiche Richtung, sollten man hier also nur zustimmend klatschen dürfen?
    • Gawayn 13.04.2020 06:42
      Highlight Highlight Ich hab den ewigen Troll gemeldet.
      Leider wurde sein Beitrag nicht gelöscht.
      Typisch Troll.
      0 zum Thema beitragen, aber die Leserschaft beleidigen, in der Hoffnung etwas Aufmerksamkeit zu kriegen.

      Jämmerlich mit so einem Defizit durchs Leben gehen zu müßen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • doods 12.04.2020 16:45
    Highlight Highlight Sehe ich auch so. Gutes Interview mit einem klugen, unabhängigen Menschen.
  • Raphael Stein 12.04.2020 16:29
    Highlight Highlight Hier haben sich längst eigene Deutungsmonopole herausgebildet.

    Auf beiden Hälften der Kristallkugel?
  • homo sapiens melior 12.04.2020 16:12
    Highlight Highlight Da hab ich auch noch einen ...
    Benutzer Bild
    • Basti Spiesser 12.04.2020 19:55
      Highlight Highlight https://www.nytimes.com/2020/04/08/science/new-york-coronavirus-cases-europe-genomes.html

      Nicht nur Trump...
    • BVB 13.04.2020 03:39
      Highlight Highlight Spoiler Alarm:
      China's Regierung trägt die Schuld am Ausbruch des Coronavirus. Es ist auf einem Wet-Market ausgebrochen, wo die Hygenie ein sehr grosses Problem ist. Ich bin nicht der erste der das kritisiert, aber die chinesische Regierung hat trotzdem nichts darüber gemacht. Keine Wet-Markets, kein Coronavirus.
      Ist auch nicht das erste Virus das dort ausgebrochen ist.
  • Toerpe Zwerg 12.04.2020 16:07
    Highlight Highlight Das ist ein ausgezeichneter Interviewpartner. Ich wünschte mir - wie allgemein in Interviews - mehr Distanz und Kritik anstelle von Stichwortgeberei. Nichtsdestotrotz, ein gutes Interview! Danke.
  • Walter Sahli 12.04.2020 15:30
    Highlight Highlight Zur letzten Antwort kann erwähnt werden, dass unsere Bundespräsidentin die Wichtigkeit von seriösem Journalsimus erkannt hatte und diesen mit 78 Millionen CHF in der Krise stützen wollte. Die bürgerliche Mehrheit hat dies aber mit der Begründung, man dürfe nicht einfach nur einzelnen Branchen helfen, abgelehnt. Für bürgerliche Politiker scheint seriöser Journalismus die gleiche Bedeutung zu haben wie Gartencenter und Baumärkte...
    • Kubod 12.04.2020 16:00
      Highlight Highlight Ich lese Baumärkte.
      Kann ich da wieder einkaufen? Ich brauch eine FFP3 Maske wie man die auf dem Bau benutzt.
      Oh.
      Da hab ich Baumark gelesen und reflexartig reagiert.
      Wichtig wär eben auch noch gewesen, dass man genügend Reserven von allem hat. Beispiel Masken.
      Dann hätten wir jetzt schon Maskentragegebot und eine noch tiefere Ansteckungsrate.

      Aber stimmt. 78 Millionen für Online - Medien wär auch eine lohnende Investition. Kommt ja wahrscheinlich auf´s Gleiche raus, wenn man die Kosten der Kurzarbeit aller Journalisten gegenrechnet.
      So hätt man wenigstens noch was davon.
    • Toerpe Zwerg 12.04.2020 16:18
      Highlight Highlight Subventionen im Journalismus sind noch heikler als anderswo ...
    • Mijasma 12.04.2020 16:43
      Highlight Highlight Stimmt eigentlich. Aber hier könnte man das das vermeiden wenn man sie im Gisskannenprinzipien verteilt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sälüzäme 12.04.2020 15:28
    Highlight Highlight Gut dax Watson diese Interview gebracht hat. Es währe auch gut, wenn Watson die Vorschläge und Kritik an die Journalisten sich zu eigen machen würde. Weniger Sensation und mehr fundierte Recherche. Ist aus den genannten Gründen sicher nicht einfach, aber für wehn ist das in diesen Zeiten schon. Trotzdem, danke Watson und bleibt am Ball.
  • AdFontes 12.04.2020 15:13
    Highlight Highlight Super Beitrag! Bitte mehr in die Richtung👍
  • malu 64 12.04.2020 15:01
    Highlight Highlight Im Moment ist es sehr schwierig an Corona News vorbeizukommen. Internationale Konflikte rücken in den Hintergrund. Auf der Arbeit merke ich nicht viel vom Virus, Kunden kommen aus der ganzen Schweiz um ihre Fahrzeuge zu warten. Auch Ablieferungen machen wir täglich, mit der nötigen Distanz.
  • blong 12.04.2020 14:53
    Highlight Highlight Danke für dieses interessante Interview!
    • Füürtüfäli 12.04.2020 16:06
      Highlight Highlight @imposselbee
      Hat der Osterhase vergessen, bei dir vorbei zu hoppeln? Oder warum ist die Hummel heute so stinkig drauf? Man kann nie genug danke sagen. Egal um was es dabei geht.
    • blong 12.04.2020 16:22
      Highlight Highlight @imposselbee: Danke, dass du den Laden (Schweiz) am Laufen hältst. 😍
    • tr3 12.04.2020 17:39
      Highlight Highlight Mist, ich dachte immer, ich halte hier den Laden am Laufen. Hab ich mich wohl überschätzt.
  • Vecchia 12.04.2020 14:48
    Highlight Highlight Verwirrend finde ich vorallem, dass in Online-Medien Bild und Schlagzeile öfters keine direkte Verbindung haben.
    Das Bild auf der Front hat jeweils keine Bildlegende. So lese ich bspw. einen Titel über Corona in der Schweiz, das Bild dazu suggeriert das nackte Grauen und erst später merke ich, dass das Foto der Eskalation in der Intensivstation oder die vielen Särge eigentlich zur Ausland-Berichterstattung gehören.
    Mich deucht die Handhabung von Symbolbildern doch sehr locker, aber klar bringt es "Clicks"...
  • Füürtüfäli 12.04.2020 14:38
    Highlight Highlight Chronologie des Wirkens eines stabilen Trump-Genies

    - Ich schmeiß mal die Pandemie-Experten raus, kosten nur
    - ist nicht gefährlich
    - Erfindung der Demokraten
    - Das Virus ist so gut wie besiegt
    - Ich bin Experte und verstehe die ganze Sache sehr gut
    - Die Europäer sind schuld, wir machen mal die Grenzen zu
    - Shoppen wir doch in Deutschland für eine Lösung
    - Wir führen Krieg gegen das China-Virus
    - Nach Ostern läuft der Laden wieder
    - Wohl doch nicht nach Ostern
    - Wir haben bei 100000 Opfern einen guten Job gemacht
    - Werden wohl doch ein paar mehr
    - Die WHO ist schuld, basta.
    • SJ_California 12.04.2020 15:03
      Highlight Highlight - maybe it‘s great, maybe not

    • Garp 12.04.2020 15:13
      Highlight Highlight Auch wenn der Titel es suggeriert, geht es nicht in erster Linie um Trump.
    • ast1 12.04.2020 17:46
      Highlight Highlight Gebet eines Narzissten

      Das ist nicht passiert
      Und wenn doch war‘s nicht so schlimm
      Und wenn doch war‘s keine grosse Sache
      Und wenn doch war‘s nicht meine Schuld
      Und wenn doch hab ich‘s nicht gewollt
      Und wenn doch...
      Dann hast du‘s verdient.
  • DuSaliDu 12.04.2020 14:32
    Highlight Highlight Sehr aufschlussreiches Interview und eine wohltuend unaufgeregte Analyse des Umgangs mit ‚Fakten‘ in dieser Zeit, in der sich die Medien mit aktuellen Zahlen und Virologen-Meinungen jagen. Mehr diese Art fundierter Betrachtungen der Krise und weniger Zahlenschlachten. Die Zahlen sind m.M.n. kaum aussagekräftig und und schon gar nicht über die Länder vergleichbar. Also schlicht zu viel Information...
  • Faktenchecker 12.04.2020 14:25
    Highlight Highlight Bei Merkel ist eine hervorragende Krisenkommunikatorin habe ich aufgehört zu lesen. Lächerlicher geht's nicht mehr.
    • äti 12.04.2020 15:51
      Highlight Highlight Dass Fakten und Krisenkommunikation nicht dein Ding ist, weiss hier jeder längst. Also, bitte nicht Trump kopieren, weil Kopien immer viel,schlechter sind
    • Basti Spiesser 12.04.2020 15:58
      Highlight Highlight Ging mir gleich 😂
    • You will not be able to use your remote control. 12.04.2020 17:31
      Highlight Highlight Hehe - wenn ihr beiden wüsstet...
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Interview

Was ein Statistik-Professor über lügnerische Zahlen und falsche Ängste zu sagen hat

Walter Krämer erzählt, wie mit fragwürdigen Studien Panik gemacht wird, während wir uns eigentlich vor ganz anderen Dingen fürchten sollten.

Herr Krämer, Sie sind Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und entlarven als solcher gern zwielichtige Datenanalysen. Haben Sie derzeit eine Lieblingsstatistik? Walter Krämer: Ja. Das ist die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Ich wohne direkt neben dem BVB-Stadion und bin seit mehr als einem Dutzend Jahren BVB-Aktionär.

Sie haben die Deutschen mal als «Volk von Innummeraten» (Zahlen-Analphabeten) bezeichnet und ihre bedauerliche Schwäche Goethe, dem dichtenden …

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