Die US-Regierung – zwischen Willkür, Krieg und Wahnsinn
Heute Nacht um 2.00 Uhr läuft Donald Trumps Frist ab. Sollte der Iran bis zu diesem Zeitpunkt die Strasse von Hormus nicht freigeben, will er das Land «zurück in die Steinzeit» bomben. Im letzten Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb er gar: «Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation untergehen, um nie wieder zurückzukehren. Ich möchte nicht, dass das geschieht, aber es wird wohl so kommen.»
Wer soll den Wahnsinn stoppen? Ein Blick aufs Osterwochenende zeigt: Sein engsten politisches Umfeld wird es nicht sein.
Donnerstag, 2. April 2026
Mitten im Krieg mit dem Iran fordert Kriegsminister Pete Hegseth den Rücktritt des Stabschefs des US-Heeres. General Randy George lässt sich nicht zweimal bitten und tritt per sofort zurück. Wenige Stunden später wird bekannt, dass auch General David Hodne und Generalmajor William Green gefeuert wurden. Es handelt sich dabei um die Entlassungen elf bis dreizehn von US-Spitzenmilitärs seit Januar.
Am selben Tag treffen sich die Witwe von Charlie Kirk, Erika, und die Trump-Sprecherin Karoline Leavitt an der privaten Universität George Washington (in Washington) zu einen Talk. Dabei sagt Karoline Leavitt über ihren Chef: «Man möchte immer der belesenste Mensch im Raum sein – ich versuche es jeden Tag. Aber Donald Trump ist es immer. Dieser Mann verpasst keine einzige Nachricht.»
Der US-Vizepräsident JD Vance, der zweitmächtigste Mann der Welt, erklärt derweil in einem konservativen Podcast seine Faszination für UFOs. Er sei allerdings überzeugt, dass darin keine Aliens sässen. Es seien Dämonen.
Freitag, 3. April 2026
Ein US-Kampfflugzeug des Typs F-15 wird von der angeblich komplett vernichteten iranischen Luftabwehr abgeschossen. Sieben Stunden später kann eines der beiden Besatzungsmitglieder gerettet werden. Über den Verbleib des zweiten Piloten schweigen sich die USA aus.
Pete Hegseth muss seine Aktionen vor einem Ausschuss des US-Kongresses verteidigen. Auf die Frage, wie viele Generäle und Admirale er bisher entliess, kennt er die Antwort nicht. Als er nach den Entlassungsgründen gefragt wird, sagt er: «Sie alle dienen dem Willen des Präsidenten. Und wir wollen eine bessere Repräsentation – an jeder einzelnen Position.»
Samstag, 4. April 2026
Das Weisse Haus gibt bekannt, dass Donald Trump keinen öffentlichen Termin wahrnehmen werde. Sofort kursiert auf Social Media das Gerücht, der US-Präsident sei ins Militärspital Walter Reed gebracht worden. Die Spekulationen werden mit Falschmeldungen und einem alten Video genährt und halten sich hartnäckig, obwohl Journalisten und Offizielle das Gerücht entkräften.
Gleichzeitig läuft die Rettungsaktion für den zweiten Piloten der F-15. Einem Sonderkommando gelingt es, zum Verletzten vorzudringen, aufgrund «technischer Probleme» muss das Rettungsteam aber zwei Transportflugzeuge zurücklassen. Damit sie nicht in die Hände der iranischen Streitkräfte fallen, werden sie in die Luft gesprengt. Dies berichtet ein US-Armeemitglied der Agentur AP.
Sonntag, 5. April 2026
Osterhase bei Trumps Osterrede
Donald Trump beginnt den Ostersonntag mit einer Schimpftirade: «Öffnet die f****** Strasse von Hormus, ihr verrückten Bastarde. Oder lebt in der Hölle!», schreibt er auf Truth Social. Er zeichnet den Post mit «Gepriesen sei Allah».
Später tritt er beim traditionellen Ostereirollen im Garten des Weissen Hauses vor Dutzende Kinder. Neben einem mannshohen Osterhasen parliert er über die Stärke der Streitkräfte des Irans und ihre Bedrohung. Anschliessend erklärt er zuerst den Kindern im Garten, dass Joe Biden für seine Unterschriften eine Maschine benutzte und danach den Journalisten, dass Israel ohne ihn heute komplett zerstört wäre.
Montag, 6. April 2026
Eine Stunde lang beantwortet Donald Trump die Fragen von Journalsiten. Das Ereignis wird zu einem Potpourri an irren Geschichten und kruden Behauptungen. Trump droht dem Journalisten mit Gefängnis, der als erstes über die abgeschossene F-15 berichtete. Auch gegen die Nato, Japan und Südkorea wettert er. Dabei schweift er ab und berichtet, Kim Jong-un habe Joe Biden «geistig behindert» genannt. Zudem behauptet Trump, er habe in seinem Buch schon ein Jahr vor 9/11 vor Osama bin Laden gewarnt (was nachweislich falsch ist) – und er erneuert seinen Wunsch, Grönland den USA einzuverleiben.
Auch Kriegsminister Pete Hegseth darf noch ans Mikrofon treten. Er nutzt die Gelegenheit, um mehrfach die Stärke von Donald Trump zu loben und die Rettung des Piloten während der Osterfeiertage mit der Wiedergeburt Jesu zu vergleichen.
Morgen um 2.00 Uhr wissen wir, zu welcher Entscheidung dieses Kabinett gefunden hat.
