USA
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Fast 200'000 Tote in den USA und Trump sagt: «Es betrifft praktisch niemanden»



epa08687481 US President Donald J. Trump, gestures at the end of his 'Great American Comeback' campaign event at the Toledo Express Airport in Swanton, Ohio, USA, 21 September 2020. US President Donald J. Trump held two campaign rallies in Ohio on 21 September 2020.  EPA/TANNEN MAURY

Trump spielt die Gefahr des Coronavirus herunter – wie angekündigt. Bild: keystone

US-Präsident Donald Trump ist derzeit auf Wahlkampf-Tour. Am Montagabend hielt er auf einem Flughafen im US-Bundesstaat Ohio eine Rede vor Anhängern. Ohio gilt als sogenannter «Swing Sate» und ist für die Wahl im November ein entscheidender Bundesstaat. Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gewann Trump ihn knapp vor seiner demokratischen Herausforderin Clinton. Auch jetzt hofft Trump, Ohio für sich entscheiden zu können.

Die Rede auf dem Flughafengelände von Toledo war dementsprechend polemisch und erinnerte an die Auftritte Trumps aus dem Jahr 2016. Trotz der Corona-Pandemie und anhaltenden Infektionszahlen versammelten sich tausende Fans, um den Präsidenten zu unterstützen. Und Trump nutzte die Gelegenheit erneut, um das Coronavirus herunterzuspielen.

Trump verharmlost Coronavirus erneut

Dazu erklärte er: «Mittlerweile wissen wir es. Es [das Coronavirus] betrifft ältere Menschen. Ältere Menschen mit Herzproblemen und anderen Problemen. Diese Menschen sind wirklich davon betroffen, mehr nicht». In manchen Bundesstaaten seien tausende betroffen, aber darunter keine jungen Menschen, behauptet Trump. Unter 18 sei keiner betroffen. «Die haben ein starkes Immunsystem», erklärt Trump und fügt hinzu: «Es betrifft praktisch niemanden».

«Praktisch niemand» – angesichts von fast 200'000 Toten durch das Coronavirus in den USA ist das eine sehr forsche Aussage. Und auch Trumps Darstellung, dass ausschliesslich ältere Menschen mit Vorerkrankungen betroffen seien, ist längst widerlegt.

Zuletzt waren Interview-Mitschnitte vom März aufgetaucht, in denen Trump dem bekannten Investigativjournalisten Bob Woodward sagte, er habe das Coronavirus heruntergespielt. Wörtlich sagte er:

«Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will.»

In einem Bürgergespräch behauptete Trump danach jedoch, er habe es nicht heruntergespielt. «Eigentlich habe ich es in vielerlei Hinsicht hochgespielt, was das Handeln betrifft», antwortete er auf die Frage, warum er das Virus nicht ernst nehme.

(lau)

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Füürtüfäli
22.09.2020 12:18registriert March 2019
Wenn die US-Amerikaner dieses demokratiegefährdende und hirnlose Monster im November wieder zum Präsidenten wählen, dann haben sie es wahrlich nicht anders verdient. Was muss diese Figur noch von sich geben, bis die Nation erkennt, was das für ein Irrer ist?
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Kanuli
22.09.2020 12:24registriert May 2020
Am meisten stört mich das dauernde nicht Beachten von Fakten. DT nutzt viele Adjektive und Extreme, diese stimmen in der realen Welt aber so nicht. Fakt ist beispielsweise, dass das Virus von der Schwangeren, des Ungeboren, des Säuglings, über Kinder/Jugendliche bis Erwachsene, jeden Treffen, und auch mit schlimmen Verläufen ereilen kann. Weiter muss nicht jeder Krankheitsverlauf ohne Todesfolge auch ohne Nachwirkungen sein, und Vorerkrankungen spielen dabei weniger eine Rolle. Das Virus kann Organe nachhaltig schädigen, das ist ein Fakt. Einige dieser Schäden verändern das Leben für immer.
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De-Saint-Ex
22.09.2020 12:43registriert January 2020
Ja logisch sind 200‘000 praktisch niemand... da wären auch 2 Mio... niemand... im Vergleich zur Wiederwahl von Herrn Supadupa... Mr Lebensverachtung in Person.
Ich wünsche in der Regel niemandem den Besuch des Sensemannes... bei ihm mache ich sehr gerne die Ausnahme, die die Regel bestätigt...
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