Weniger Mindestlohn, «Tempo-30» und Wahlen: So wurde in den Kantonen abgestimmt
Solothurn: Ausgezählt
Neubau für die Kantonspolizei
Der Stützpunkt der Kantonspolizei Solothurn in Oensingen sei der aktuellen Anforderung nicht mehr gewachsen und habe zu wenig Platz. Der Umbau des Stützpunktes wurde angenommen. Der Neubau des Kantons werde eine umfassende Lösung mit mehr Platz für die zusätzlichen 150 Mitarbeitenden bieten.
Keine Änderung des Sozialgesetzes
In der Schweiz müssen alle Menschen ab 20 Jahren einen Mindestbetrag in die AHV/IV bezahlen. In Härtefällen können diese Beträge erlassen und vom Kanton bezahlt werden. Die Änderung wurde abgelehnt. Somit werden die Beiträge weiterhin von der Einwohnergemeinde bezahlt.
Keine Weiterverrechnung der Verwaltungskosten
Zurzeit vollzieht der Kanton Solothurn im Namen der Einwohnergemeinde in einigen Fällen Alimentenhilfe. Einwohnerinnen und Einwohner erhalten diese als Vorschuss. Diese Änderung wurde abgelehnt und Sie werden weiterhin vom Kanton bezahlt.
Anhebung der Familienzulage
Die Anhebung der Familienzulage wurde angenommen. Mit der Annahme der Teilrevision wird die Familienzulagen auf 230 Franken pro Monat erhöht. Zudem wird die Ausbildungszulagen auf 268 Franken angehoben.
Luzern: Ausgezählt
Ausbau der Kantonsstrasse K 36
Der Kantonsrat will die Strasse von Schüpfheim nach Flühli und Sörenberg ausbauen. Im Vordergrund stehen Sicherheitsbedenken. Die Bevölkerung des Kantons Luzern nimmt den Ausbau mit über 80 Prozent Ja-Stimmen an.
Aargau: Ausgezählt
«Blitzerabzocke stoppen»
Die Volksinitiative verlangt, dass Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen in Zukunft nur noch mit der Bewilligung des Regierungsrats betrieben werden dürfen. Die Initiative wurde von der Bevölkerung angenommen.
«Arbeit muss sich lohnen»
Die Volksinitiative «Arbeit muss sich lohnen» verlangte eine Anpassung der kantonalen Sozialhilfe. Der Grundbedarf sollte für Menschen, die über zwei Jahre ununterbrochen Sozialhilfe beziehen, um fünf Prozent gekürzt werden. Die Volksinitiative wurde abgelehnt.
Appenzell-Ausserrhoden: Ausgezählt
Ersatzwahl Nationalrat
Der bisherige Nationalrat aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden, David Zuberbühler, ist aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Deshalb wurde am 8. März 2026 ein neuer Nationalrat gewählt. Edgar Bischof (SVP) hat die Wahl gewonnen.
Schaffhausen: Ausgezählt
Förderung des öffentlichen Verkehrs
Aktuell wird über 80 Prozent des öffentlichen Verkehrs im Kanton Schaffhausen durch die SBB erbracht. Mit der Änderung des Gesetzes wird sich der Kanton künftig mit mindestens 20 Prozent an den Kosten beteiligen.
Glarus: Ausgezählt
Gesamterneuerung des Regierungsrates
Der Glarner Regierungsrat besteht aus fünf Mitgliedern und bildet die oberste Exekutive des Kantons. Alle fünf bisherigen Regierungsmitglieder treten erneut an, sie wurden von drei weiteren Kandidatinnen und Kandidaten herausgefordert. Alle fünf Mitglieder, die bereits im Regierungsrat waren, wurden wiedergewählt.
St.Gallen: Ausgezählt
Verkauf des Grundstücks WILWEST
Im Westen von Wil soll das neue Wirtschaftsgebiet WILWEST entstehen. Gleichzeitig sollen die Verkehrsprobleme mit einem neuen Autobahnanschluss verbessert werden, den der Bund aber nur baut, wenn das Projekt umgesetzt wird. Eine erste Abstimmung über die Finanzierung des Projektes wurde 2022 knapp abgelehnt. Danach wurde das Projekt überarbeitet und nachhaltiger gestaltet, zum Beispiel mit mehr Grünflächen und weniger versiegeltem Boden. Nun wurde dafür gestimmt, dass der Kanton St.Gallen die Grundstücke verkauft und zusätzliche Landwirtschaftsflächen ersetzt.
Neubau Berufszentrum Rapperswil-Jona
Heute besuchen rund 1200 Lernende das Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil-Jona. Die Schulgebäude sind jedoch alt, zu klein und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen, schreibt der Kanton. Darum plant er einen Neubau im Südquartier in der Nähe des Bahnhofs. Der Neubau wurde mit 80 Prozent Ja-Stimmen angenommen.
Im neuen Gebäude sollen künftig rund 1600 Lernende unterrichtet werden. Es bietet moderne, flexible Räume und wird nachhaltig gebaut, zum Beispiel mit erneuerbarer Energie und Solaranlage. Der Neubau wird 91 Millionen Franken kosten.
Kantonsstrasse zum See
Zwischen St.Gallen und Rheineck gibt es auf der Autobahn A1 keinen Anschluss. Darum fährt viel Verkehr durch Goldach, Rorschach und Staad. Das führt täglich zu Stau, Lärm und einer hohen Belastung für die Bevölkerung, sagt der Kantonsrat. Mit einem neuen Autobahnanschluss Witen und der neuen Kantonsstrasse zum See soll der Verkehr besser gelenkt werden. Der Ausbau der Kantonsstrasse wurde angenommen.
So werden Wohnquartiere entlastet und die Region besser mit der Autobahn verbunden. Die beiden Projekte kosten den Kanton rund 267 Millionen Franken und werden über den Strassenfonds bezahlt.
Genf: Ausgezählt
Anpassung des Mindestlohns für Studenten
Mit der Annahme des Mindestlohns im Kanton Genf 2020 verschwanden Ferienjobs vom Markt. Dies will der Kanton ändern und Löhne für Studentinnen und Studenten für maximal 60 Tage pro Jahr auf 75 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns senken. Durch die Annahme der Änderung werden Studenten künftig einen tieferen Mindestlohn erhalten.
Tessin: Ausgezählt
«Respekt für die Rechte der Arbeitnehmenden»
Das Tessin stimmt über eine Volksinitiative gegen Lohndumping ab. Diese fordert eine bessere Kontrolle des Arbeitsmarkts und besseren Schutz der Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Volksinitiative wurde mit 56 Prozent abgelehnt.
Uri: Ausgezählt
Teilrevision des Energiegesetzes
Im Jahr 2023 wurde im Kanton Uri das Energiegesetz angenommen, die Verordnung jedoch wegen der Solarpflicht ab 100 Quadratmetern zurückgewiesen. Die Teilrevision wurde angenommen und wird nun die Mindestgrenze in der Verordnung festlegen.
Abgangsentschädigung
Die Volksinitiative fordert die ersatzlose Abschaffung der Abgangsentschädigung für nicht wiedergewählte Politikerinnen und Politiker. Die Volksinitiative wurde vom Stimmvolk angenommen. Die einmalige Abgangsentschädigung betrug bis anhin sechs Monatsgehälter.
Thurgau: Ausgezählt
Ersatzwahl Bezirksgericht Arbon
Das Bezirksgericht Arbon sucht ein neues nebenamtliches Mitglied. Zur Wahl stellten sich Sabina Martin (Die Mitte) und Patrick Odermatt (parteilos). Gewonnen hat die Wahl der parteilose Patrick Odermatt.
Waadt: Ausgezählt
Staatsrat-Wahl
Die bisherige Staatsrätin Rebecca Ruiz ist aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetreten. Nun wurde am 8. März 2026 ihr Ersatz gesucht. Es treten drei Personen an, darunter auch Roger Nordmann. Niemand schaffte die Wahl im ersten Wahlgang, deshalb wird ein zweiter nötig.
Basel-Landschaft: Ausgezählt
Tempo-30-Initiative
Diese Gesetzesinitiative verlangt, dass auf Hauptstrassen im Kanton Basel-Landschaft Tempo 30 nur eingeführt werden darf, wenn die Bevölkerung der betroffenen Gemeinde zustimmt. Zudem sollen zuerst alle anderen möglichen Massnahmen geprüft und umgesetzt werden. Die Initianten wollen so mehr Mitsprache für die Bevölkerung.
Der Landrat unterbreitet einen Gegenvorschlag. Dabei müsste die Gemeindeversammlung oder das Parlament der Gemeinde einem Antrag zustimmen, bevor der Kanton Tempo 30 prüfen kann. Das Stimmvolk hat beide Vorlagen abgelehnt.
Prämienabzug für alle
Die Initiative verlangt, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons die Krankenkassenprämien für die Grundversicherung vollständig von den Steuern abziehen können. Damit sollen die steigenden Gesundheitskosten ausgeglichen und alle Steuerzahlenden entlastet werden.
Ein voller Abzug würde aber zu grossen Steuerausfällen führen: Der Kanton würde rund 90 Millionen Franken pro Jahr verlieren, die Gemeinden etwa 55 Millionen. Regierung und Mehrheit des Landrats lehnen die Initiative deshalb ab, auch weil sie die Ursachen der hohen Gesundheitskosten nicht löst. Als Gegenvorschlag sollen bestehende Steuerabzüge erhöht werden, was deutlich weniger kostet und trotzdem entlastet. Auch diese Vorlage wurde abgelehnt.
Solar-Initiative
Die Solar-Initiative will den Ausbau von Solarenergie im Kanton Basel-Landschaft schneller voranbringen. Dafür sollen neue Regeln ins Energiegesetz aufgenommen werden. Bei Neubauten, gewissen bestehenden Gebäuden und grossen offenen Parkplätzen sollen geeignete Flächen für Solaranlagen genutzt werden. Diese Vorlage wurde am Sonntag von der Bevölkerung abgelehnt.
«Transparenz- und Mitwirkungsinitiative»
Diese Initiative verlangt, dass das Kantonsgericht neue Gesetze schon vor ihrer Anwendung prüfen kann. Es soll kontrollieren, ob sie mit übergeordnetem Recht übereinstimmen, auch ohne konkreten Einzelfall. So sollen fehlerhafte Gesetze früh erkannt und aufgehoben werden können. Auch diese Vorlage wurde abgelehnt.
Kreislaufwirtschaft
Diese Verfassungsänderung will, dass Kanton und Gemeinden bessere Bedingungen für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen schaffen. So sollen Materialien wiederverwendet und Stoffkreisläufe geschlossen werden. Regierung und Mehrheit des Landrats unterstützen das. Gegner finden die heutigen Regeln ausreichend und befürchten mehr Vorschriften und Nachteile für die Wirtschaft, weshalb sie das Referendum ergriffen haben. Nur diese Vorlage wurde am Sonntag im Baselbiet angenommen.
