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Die Stadt Zürich will die SRG zur Kasse bitten. Der Leutschenbach soll nicht mehr gratis sein, sondern 159'000 Franken pro Jahr kosten. (Archivbild)

Leutschenbach in Zürich: In Zukunft wird hier vermehrt Radio gemacht. Bild: KEYSTONE

Der Entscheid ist gefallen: SRF schickt 70 Mitarbeitende von Bern nach Zürich



Aktuelle Nachrichten produziert und sendet Radio SRF künftig aus Zürich und Hintergründe und Analysen aus Bern. 70 Mitarbeitende der Nachrichtenredaktion und von «SRF 4 News» zügeln von Bern nach Zürich, 230 SRG-Angestellte bleiben in Bern.

Die Geschäftsleitung von Radio und Fernsehen SRF hat dies am Dienstag im Rahmen der neuen Audiostrategie definitiv entschieden, wie das Unternehmen mitteilte. In Zürich wird sich die Aktualitätsredaktion um die tagesaktuellen Inhalte für die Formate im linearen Programm und für die digitalen Angebote kümmern. In Bern soll ein Kompetenzzentrum für Hintergrund, Vertiefung und Analyse entstehen.

Im Radiostudio Bern verbleiben die Inland- und Auslandredaktion sowie die Magazin- und Hintergrundsendungen wie «Echo der Zeit», «Rendez-vous» oder «Info3». Die durch den Teilumzug freiwerdende Fläche in Bern übernimmt SWI swissinfo.ch, der internationale Auslanddienst der SRG, der rund 100 Mitarbeitende beschäftigt. Effektiv verbleiben somit knapp 150 SRF-Radioangestellte in Bern.

Der Teilumzug ist einerseits der neuen Audiostrategie geschuldet, die den Standort Leutschenbach mit der «Radio Hall» als einzigen und zentralen Entwicklungs- und Produktionsstandort für digitale Audioangebote von SRF festlegt. Andererseits habe diese Reorganisation auch finanzielle Gründe, heisst es in der Mitteilung.

ARCHIVBILD ZUR JAHRESZAHLEN-MK 2018 VON SRF, AM DONNERSTAG, 10. JANUAR 2019 ----  Die neue SRF-Direktorin Nathalie Wappler spricht an der Medienkonferenz, aufgenommen am Montag, 5. November 2018 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Nathalie Wappler macht Ernst: Die SRF-Direktorin schickt 70 Mitarbeitende von Bern nach Zürich. Bild: KEYSTONE

Digitalzentrum Leutschenbach

Mit dem Umzug des 24-Stunden-Nachrichtensenders «SRF 4 News» und der Nachrichtenredaktion bündle SRF im Newsroom auf dem Campus Leutschenbach die Aktualitätsberichterstattung und sichere die digitale Transformation im Audiobereich. Der Sender könne sich so innerhalb des Newsrooms zu einem eigentlichen Newsroom-Radio weiterentwickeln.

Insgesamt strebt SRF mit der Strategie eine Schärfung der Profile aller SRF-Radiosender sowie einen Ausbau der Produktion von originären Podcasts an, wie es weiter heisst. Letztere fänden vor allem bei den Jungen Anklang.

Die Umzugspläne von Radio SRF hatten auf dem politischen Parkett für einigen Wirbel gesorgt. So intervenierten etwa Stadt und Kanton Bern und kritisierten die Schwächung des Standortes Bern.

Bedauern und Kritik

Die Radio- und Fernsehgenossenschaft Bern Freiburg Wallis bedauerte am Dienstag den «schmerzlichen» Entscheid in einer Mitteilung. Der Vorstand der regionalen Trägergenossenschaft beobachte die zunehmende Konzentration der Deutschschweizer Medien im Grossraum Zürich mit Sorge.

Auch die Organisation Hauptstadtregion Schweiz sowie Stadt und Kanton Bern sind über den Umzugsentscheid enttäuscht. Damit gehe ein Teil der publizistischen Vielfalt innerhalb des öffentlichen Medienhauses verloren, und die in Bern verbleibenden Hintergrundformate würden geschwächt, kritisieren sie.

Der Entscheid sei ein «Verlust für den Journalismus in der Hauptstadt -und im speziellen für das Radiostudio Bern», liess auch das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM verlauten. Es bleibe die Befürchtung, dass die Radio-Hintergrundsendungen von der digitalen Entwicklung abgeschnitten und schrittweise abgebaut würden.

Die Vereinigung Pro Idée Suisse sprach von einem «Trauerspiel» und von «einem Sterben auf Raten» des Berner Radiostudios. Was drohe sei ein «medienpolitisch unhaltbarer Einheitsbrei aus dem Zürcher Leutschenbach».

Bund will bei Standorten nicht dreinreden

Auf nationaler Ebene hielt sich das Parlament weitgehend heraus aus der Debatte. Der Ständerat versenkte zwei parlamentarische Initiativen, die verlangt hatten, dass Radio-Informationssendungen schwergewichtig in Bern und Lausanne zu produzieren seien, wie dies der Nationalrat zuerst entschieden hatte.

Bereits Anfang Oktober wurde die Verlegung der Nachrichtensendungen des Westschweizer Fernsehens RTS von Genf nach Lausanne von der SRG als definitiv kommuniziert. Der Umzug soll 2024 erfolgen. Die Nachrichten des Westschweizer Radios werden bereits in Lausanne produziert. (cma/sda)

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bebby 10.12.2019 20:21
    Highlight Highlight Auch wenn ich Sympathien für regionales hege, so verstehe ich auch, dass man nicht gleichzeitig tiefere Gebühren und regional verteilte Studios verlangen kann. Es stellt sich höchstens die Frage, ob der Kanton Zürich nicht ein etwas teurer Standort ist (hohe Löhne, hohe Immobilienpreise) für eine Zentralisierung. Im Kanton Bern hätte es sicher ein paar günstigere Standorte gehabt (Olten? Biel?). Oder im Aargau?
    • Ribosom 10.12.2019 20:51
      Highlight Highlight Ich wollte dir grad ein Herz geben und dann las ich: Kanton Bern und Olten.
      Olten ist die grösste Stadt im Kanton Solothurn (ohne Witz). Merkt euch das.
      Und nein, in Olten haben wir kein Platz für den SRF. Wir haben schon den grössten Strassenstrich der Schweiz.
      Vielleicht hat Aarau noch ein wenig Platz.
  • Spargel 10.12.2019 18:00
    Highlight Highlight Und wieder höhere Lohnkosten und verstopftere Autobahnen und Zürilastigere News. Schade
  • rundumeli 10.12.2019 17:43
    Highlight Highlight srf 4 nach züri ? so denn halt ...

    schnelle news für eine schnelle stadt.
    kenne eigentlich niemanden, der das hört.

    ganz anders unser geliebtes "echo der zeit"
    und die journalistischen schlachtschiffe.

    bleiben, wo sie hingehören !
    • ingmarbergman 10.12.2019 19:34
      Highlight Highlight Echo der Zeit läuft ja auf srf4 news?

      Du scheinst nicht so viel Ahnung zu haben. Auf srf4 news laufen praktisch alle Nachrichten- und Recherche-Sendungen von kondensiert. Super wenn man nur Infos will, ohne Moderations-Gelaber oder Musik.
    • rundumeli 10.12.2019 21:04
      Highlight Highlight danke gleichfalls ... dürfen die zürcher gern die berner edel-produkte zweitverwerten und mit agenturmeldungen anreichern.

      und ja, dein "you can leave you hat on" ist nur ein cover ;-)
    • Neruda 10.12.2019 21:52
      Highlight Highlight Mit "bleiben, wo sie hingehören" meint er Bern. Du interpretierst hier ein bisschen zu viel 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • nyly 10.12.2019 17:35
    Highlight Highlight Was dann neu heisst ZRF...
  • Neruda 10.12.2019 16:59
    Highlight Highlight In den Politikwissenschaften spricht man oft von Eurozentrismus, was die Sichtweise auf Probleme angeht. Genau das gleich Problem befürchte ich, wenn sich alle grossen Medienhäuser in Zürich konzentrieren. Sicher nicht das Besten für unseren Pluralismus.
    • ingmarbergman 10.12.2019 17:19
      Highlight Highlight Es ist ja nicht so, dass die SRG sich das gewünscht. Aber es wird verlangt, dass gespart wird, also macht es sinn, sich am grössten Standort zu konzentrieren.
      Lieber am Büros als an Inhalten sparen.
    • DäPublizischt 10.12.2019 18:14
      Highlight Highlight @Neruda
      Das SRF-Newsteam kommt aus den verschiedensten Flecken der Schweiz und bedient sich nei diversen internationalen Agenturen. Ob ein zürcher Redaktor die News nun in Bern oder Zürich aufbereitet, macht publizistisch wohl kaum einen Unterschied. Ausserdem ist das Studio in Zürich ähnlich gut erreichbar wie das bisherige in Bern.
      Der einzige Unterschied ist also, dass in Zukunft andere Mitarbeiter lange pendeln müssen.
    • dan2016 10.12.2019 18:19
      Highlight Highlight @ingmarbergman. Jetzt mal abgesehen davon, dass die Konzentration am teuersten Immobilienstandort vermutlich das dümmste ist, weiss auch der Verwaltungsrat (und die informierte Öffentlichkeit) dass das Argument erlogen war..... Tagi hat klein berichtet.... hätten wir Medienvielfalt (auch geographisch), hätte Marchand 2018 aufgrund des Lügenmachtspiels zurücktreten müssen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hexentanz 10.12.2019 16:22
    Highlight Highlight Offtopic:
    Kann mir einer von Team Watson verraten, warum da 3 Watson Mikrofone aufm Tisch stehen? :o
    Benutzer Bild
    • Scaros_2 10.12.2019 17:01
      Highlight Highlight Sie nutzen eben billigware von Alibaba und da weiss man nie wie lange die halten. Daher sicher ist sicher.
    • ingmarbergman 10.12.2019 17:18
      Highlight Highlight 1x Politikredaktion
      1x Gesellschaftsredaktion
      1x Huber-Quiz-Redaktion
    • DJ77 10.12.2019 17:56
      Highlight Highlight 2x Mono und eins für Ambi ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Heinzbond 10.12.2019 15:52
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.
    • Eisenhorn 10.12.2019 16:12
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    • SeboZh 10.12.2019 16:42
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    • Heinzbond 10.12.2019 16:51
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