Gesellschaft & Politik
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Kinderschutz-Präsidentin Yvonne Feri.  bild: zvg

18 Monate für Kindstötung? Milde Strafen für grausame Taten – wegen Gesetz von 1942

Eine junge Mutter gebiert zuhause ein Kind, steckt es in einen Kübel und stellt diesen in den Schrank. Das Neugeborene stirbt. Kinderschutz-Präsidentin und Nationalrätin Yvonne Feri (SP, AG) ist über die Strafe empört.

Jürg Krebs / Nordwestschweiz



Die junge Frau wurde letzte Woche wegen Kindstötung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die heute 25-jährige Zürcherin vom Zürichsee hatte im Januar 2016 im Badezimmer ihrer Eltern ein Kind geboren und dieses danach in einem Eimer versteckt und sterben lassen. Vermutlich nach mehreren Stunden ist das Kind tot - akutes Herzversagen. So stand es in der Anklageschrift.

18 Monate bedingt? Reicht das für eine so grausame Tat? «Nein. Sie ging offenbar kaltblütig vor und zeigte im Nachhinein keine Reue. Ich schliesse mich hier den Experten an, die bei solchen Fällen härtere Strafen fordern.» Das sagt die Präsidentin von Kinderschutz Schweiz und Aargauer Nationalrätin Yvonne Feri (SP) in einem Interview mit der SonntagsZeitung. 

Welche Strafe angebracht gewesen wäre will Feri nicht sagen. Das hänge «vom Einzelfall» ab. Sie zeigt sich aber überzeugt, dass ein Strafmass wie heute von maximal drei Jahren für eine Kindstötung «nicht mehr zu rechtfertigen» ist. Der angewandte Gesetzesartikel stammt aus dem Jahre 1942. Frauen hätten in Situationen wie im vorliegenden Fall genug Möglichkeiten andere Wege zu gehen, etwa eine Babyklappe.

Allerdings, so Feri sei es traurig, dass die junge Frau in der Extremsituation alleine gelassen worden sei. «Wo war der Vater des Babys?» Leider würde vielen Frauen die Kenntnis fehlen, wo sie Hilfe holen könnten. Auch hätten viele Angst vor Konsequenzen der Schwangerschaft und Geburt. (aargauerzeitung.ch)

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45Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gogl Vogl 08.10.2017 20:43
    Highlight Highlight Die Konsumgeilheit der ersten Welt sorgt jährlich für etwa 5,6 Millionen
    verhungerte Kinder.

    Hauptgrund: Nahrungsmittelspekulation.

    Weltmarktführer: Nestlé

    SMI-Führung: Nestlé

    Empört stürzt sich die Schweiz auf eine psychisch gestörte Frau und ihr kaltherziges Handeln. Wahrlich, das war es oder war es doch Panik und Verzweiflung? Krankhaft falsch war es, kein Zweifel. Nun lasst uns unsere Zeigefinger 180° kehren und sehen wie kalt unsere Herzen eigentlich sind.

    Ist ja nicht so, als kannten wir erst seit gestern die oben genannten Zahlen. Menschen. Zahlenmenschen.
    • G. Schmidt 09.10.2017 01:40
      Highlight Highlight @SonShine
      Können Sie Nahrungsmittelspekulation als Hauptgrund auch beweisen?

      Oder machen Sie nur Stimmung gegen einen Konzern?
    • Saraina 09.10.2017 12:01
      Highlight Highlight In europäischen Gewässern dürften in den letzten Jahren gut hundert Kinder ertrunken sein, auf Europas Strassen und in Lagern sind sie Menschenhändlern, die sie zwecks Organhandel und sexueller Ausbeutung suchen ausgesetzt. Man fragt sich, ob die nüchternen, rechtschaffenen Bürger, die für Mütter die im Kindbett töten eine höhere Strafe fordern, auch bereit sind, gegen diese Zustände auf die Barrikaden zu gehen? Oder gibt es zweierlei Kinder? Herzige weisse Babys und überflüssige Braune?
    • G. Schmidt 09.10.2017 22:33
      Highlight Highlight @DeadSerious

      Dennoch nicht ersichtlich, dass Nestle verantwortlich ist für 5,6 Millionen Kinder?

      Aber Fakten sind ja heutzutage egal...
  • Karl Marx 08.10.2017 18:43
    Highlight Highlight Nachgeburtliche abtreibung, das Kind hat noch kein Bewusstsein.
  • Saraina 08.10.2017 17:56
    Highlight Highlight Im Kindbett befinden sich Frauen in einer akuten psychischen Ausnahmesituation. Kaltblütig ist da gar nicht möglich. Und hätte sie das Kind geplant loswerden wollen, hätte die es kaum einfach in einen Schrank gestellt. Ich weiss nicht, was die Motivation der betreffenden Mutter war, aber es ist jedenfalls schon seltsam, dass sie alleine im Haus ihrer Eltern gebar.
    • Saraina 09.10.2017 11:55
      Highlight Highlight "Tötet eine Mutter ihr Kind während der Geburt oder solange sie unter dem Einfluss des Geburtsvorganges steht, so wird sie mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft."

      Dafür finde ich eine Strafe bis zu 3 Jahren angemessen. Das Hauptproblem ist doch, dass die Frau nicht in der Lage war, Hilfe zu organisieren, und sei es in Form einer Abtreibung, und ihr Umfeld die Schwangerschaft auch nicht bemerkte. Tragisch, aber kaum ein Wiederholungsfall, und weniger böser Wille als psychische Störung.
  • Turi 08.10.2017 15:02
    Highlight Highlight Typisch Feministin Yvonne Feri. Seit Jahren härtere Strafen für Männer fordern, und Frauen als unschuldige Opfer darstellen, selbst wenn sie ihr eigenes Kind umgebracht haben. Im Tagi ist ein etwas informativerer und weniger einseitigerer Bericht (für all jene, die nicht nur die einseitige links-aussen-Perspektive lesen wollen).

    https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/milde-strafen-fuer-unfassbare-taten/story/31815034
  • elivi 08.10.2017 14:47
    Highlight Highlight Eh öh wars ned so das die strafe wohl niedriger ausfiel weil die frau einsichtig war und auch keine kinder mehr haben will? Sie wird auch zum phsyciater geschickt etc.

    Klar is es traurig aber ich find krasser wie jemand sagen kann 'ups ich kann mich nicht erinnern volltrunken menschen tot gefahren zu haben' und kriegt dafür deutlich weniger als 3 jahre. Da muss man nicht mal reue zeigen weil man kann sich ja nicht mal erinnern ...
  • Karl33 08.10.2017 14:39
    Highlight Highlight Die SP wehrt sich also gegen angemessenere Strafen, weil die Mörderinnen Frauen sind?

    Gut bringt SVP Rickli die Sache nach der durch die SP blockieren Gesetzesrevision 2012 wieder auf den Tisch.
    • ChlyklassSFI 08.10.2017 15:39
      Highlight Highlight Es ist Sonntag. Du bist entschuldigt.
    • Don Sziggy 08.10.2017 17:24
      Highlight Highlight Sorry, bin gegen die SVP, aber in diesem Falle, go for it, es kann nicht sein, dass Männer immer die höheren Strafen kriegen, weil sie Männer sind.
  • who cares? 08.10.2017 13:59
    Highlight Highlight Irgendwie finde ich diesen Artikel zu kurz geraten. Ich hätte erwartet, dass es noch mehr Hintergrundinfos zum Jahre 1942 gibt.

    "Leider würden vielen Frauen Kenntnis fehlen [...] wo Hilfe holen." Leider wissen sie es auch nach diesem Artikel nicht.
    • phreko 08.10.2017 18:12
      Highlight Highlight Kauf dir ein Zeitungsabo. Gratis gibts keine Luxustexte.
  • Staatsgebeutelter 08.10.2017 13:46
    Highlight Highlight Angst, nicht zuletzt weil sich eben der Staat einen Scheiss darum kümmert wenn es ums helfen geht. Der Staat kann wie bekannt, nur bestrafen aber Situationen helfend entschärfen damit es eben nicht zu solchen Situationen kommt, das will und kann der Staat eben nicht. Die Politikerinnen welche sich im nachhinein über solch tiefe Strafen aufregen können sich gleich selber an der Nase nehmen.
    • Sauäschnörrli 08.10.2017 14:10
      Highlight Highlight Mach doch mal ein paar Vorschläge wie der Staat helfen sollte.
    • Forrest Gump 08.10.2017 14:39
      Highlight Highlight Ja immer schön für alles dem Staat die Schuld geben.. und dann auf der anderen Seite wieder jammern, dass sich der Staat in Dinge einmische, die ihn nichts angehen.
    • ml63 09.10.2017 04:40
      Highlight Highlight Wer ist der Staat...?
  • A_C_Doyle 08.10.2017 13:30
    Highlight Highlight Mal abgesehen von diesem Abtreibungsdiskussions Quatsch den hier einige wieder hervorkramen (das sind immer joch 2 Paar Schuhe) ist es doch etwas fragwürdig dass es einen Unterschied macht ob ich nun ein Kind jämerlich in nem Kübel sterben lasse oder einem erwachsenen im Affekt den Kopf einschlage. Mord ist es in der Situation wohl eher nicht, auch wenn man hier jetzt mit niederen Beweggründen argumentieren könnte, aber doch zumindest Totschlag. Und da können doch durchaus Strafen bis 10 Jahre ausgesprochen werden. Wieso braucht es einen Kindstötungs Paragrafen?
    • Turi 08.10.2017 15:07
      Highlight Highlight Das Gesetz war 1942 ok, als es noch keine staatlichen Leistungen für gebärende Frauen gab. Das ist heute anders.

      Es gibt heute sogar Frauen, die propagieren bewusst ein Kind ohne Vater. Für die dumme Frage von Feri, wo denn der Vater gewesen wäre.
      https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/42018/mein-geplantes-vaterloses-kind/
    • Saraina 08.10.2017 17:59
      Highlight Highlight Weil Mütter im Kindbett nicht der üblichen Zurechnungsfähigkeit unterstehen, und eigentlich nicht mit der Geburt und dem Kind allein gelassen werden sollten. Man gebärt nicht ein Kind, wie man eben mal einen Zahn ziehen lässt. Da sind massive hormonelle Veränderungen im Spiel.
    • Saraina 09.10.2017 12:06
      Highlight Highlight Turi, in diesen Fällen werden die Kinder nicht getötet, weil das Geld fehlt um sie grosszuziehen. Der entsprechende Paragraph bezieht sich auch einzig auf Tötung während oder unmittelbar nach der Geburt, weil die Mutter dann in einem psychischen Ausnahmezustand ist. Kindstötung zu einem späteren Zeitpunkt würde wie jedes andere Tötungsdelikt behandelt, egal ob durch den Vater oder die Mutter.

      Die Frage von Feri ist tatsächlich idiotisch, weil die Mutter ja die Schwangerschaft verdrängte, und ihr Umfeld nichts davon bemerkte.
  • papipapo 08.10.2017 12:59
    Highlight Highlight "Wo war der Vater des Babys?" Puh, echt jetzt?
    Aus den Medien: Die Eltern waren getrennt. Der Vater hat von der Schwangerschaft geahnt, die Mutter hat diese jedoch jeweils verneint. Das Kind kam im Badezimmer der Eltern zur Welt. Die Mutter hat die angeordnete Therapie nach dem Kindsmord eigenmächtig abgebrochen und verweigert Medikamente. Aber wo war der Vater? Vielleicht hat er gewartet, bis das Kind da ist, um dann eine Vaterschaftsklage einzureichen, um dem Kind zu helfen? Gegenfrage: Welche (rechtlichen) Möglichkeiten hätte der Vater gehabt? Welche reelen Chancen? Bitte aufzeigen, danke.
    • Karl33 08.10.2017 14:40
      Highlight Highlight Der Mann hätte keine Chance auf geteiltes Sorgerecht gehabt. Das ist offensichtlich.
      Das Vater-Bild der SP ist heutzutage nur noch eine Frechheit. Systematisch hintertreibt die SP Gleichstellung in Familienfragen.
  • walsi 08.10.2017 12:45
    Highlight Highlight Wenn das Leben bei der Befruchtung des Eis entsteht ist jede Abtreibung eine Kindstötung, da stellt sich die Frage was unterscheidet da die Tötung eines neugeborenes gleich nach der Geburt von einer Abtreibung? Das sollten sich alle fragen die Abtreibungen befürworten aber eine harte Strafe für die Tötung dieses Neugeborene verlangen. Wie lange lebt eigentlich ein Embrio ausserhalb der Mutter der in der 12., und somit legalen, Woche abgetrieben wird?

    https://www.9monate.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/12-schwangerschaftswoche-id94170.html
    • 4kant 08.10.2017 13:07
      Highlight Highlight Wie wäre das mit dem Kriterium der Lebensfähigkeit?
      Sagen wir es sei kein Mord, ein nicht lebensfähiges Etwas zu töten. Weil wenn es nicht lebensfähig ist, hat es folglich kein Leben, was man ihm nehmen könnte.
      Da stellt sich die Frage: Was heisst "lebensfähig"? Wenn es heisst, aus eigener Kraft sich am Leben zu erhalten, dann ist ein 5-Jähriges Kind in diesem Sinne nicht lebensfähig. Das ist klar. Aber auch eine 50-Jährige ist in diesem Sinne nicht wirklich lebensfähig, denn sie ist auf Arbeit, resp. Geld von anderen angewiesen, ausser sie ist Multimillionärin.
      Das sollte zu denken geben.
    • Menel 08.10.2017 13:19
      Highlight Highlight Die Komplexität des Organismus macht den Unterschied.
    • ChlyklassSFI 08.10.2017 13:25
      Highlight Highlight Beantworte doch deine erste Frage selbst. Dann hätten wir eine Diskussionsgrundlage...
    Weitere Antworten anzeigen
  • User03 08.10.2017 12:34
    Highlight Highlight 18 Monate!? Das ist eindeutig zu wenig...

    Aber ich möchte auch nicht in der Situation sein, entscheiden zu müssen, welche Strafe dort angemessen ist.

    Ein Neugeborenes in einen Eimer zu stecken zeugt nicht gerade von einer gesunden Psyche...
  • 4kant 08.10.2017 12:27
    Highlight Highlight Könnte die Kindsmörderin nicht auch auf unbestimmte Zeit, sprich für immer, verwahrt werden?
    • ChlyklassSFI 08.10.2017 13:23
      Highlight Highlight Nein. Warum auch?
    • River 08.10.2017 13:59
      Highlight Highlight Soso, also quasi wie früher? In die Psychi mit den unzüchtigen Mädchen und dann vielleicht auch noch grad Zwangssterilisieren? Diese Zeiten wünschst du dir zurück?
    • Sauäschnörrli 08.10.2017 13:59
      Highlight Highlight „BV Art. 123a Abs. 1 Wird ein Sexual- oder Gewaltstraftäter in den Gutachten, die für das Gerichtsurteil nötig sind, als extrem gefährlich erachtet und nicht therapierbar eingestuft, ist er wegen des hohen Rückfallrisikos bis an sein Lebensende zu verwahren. Frühzeitige Entlassung und Hafturlaub sind ausgeschlossen.“

      https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/index.html#a123a

      Trifft das etwa zu?
    Weitere Antworten anzeigen
  • bastardo 08.10.2017 12:22
    Highlight Highlight das urteil bzw. das gesetz ist ein witz. was für eine schande.

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