Deutschland
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FILE - In this Sept. 21, 2018 file photo German Chancellor Angela Merkel, left, and Interior Minister Horst Seehofer, right, listen to Vice Chancellor and German Finance Minister Olaf Scholz during a joint press conference at the chancellery in Berlin, Germany. This weekend's state election in Bavaria has been casting a long shadow over German politics for the past year, and the aftershocks could cause more turbulence for Chancellor Angela Merkel's struggling national government. Polls suggest that Bavaria's center-right Christian Social Union party, which has run the southeastern region for 61 years, is heading for its worst performance since the 1950s on Sunday. (AP Photo/Markus Schreiber, file)

Noch ist die absolute Mehrheit der CSU nicht verloren, aber es sieht zappenduster aus. Ob beten hilft? Bild: AP/AP

So wählen die Bayern heute



Im süddeutschen Bundesland Bayern wird ein neuer Landtag gewählt. Rund 9,5 Millionen Bürger, darunter 600'000 Erstwähler, sind aufgerufen, ein neues Landesparlament für die kommenden fünf Jahre zu wählen.

180 Sitze sind zu vergeben, darunter 91 Direkt- und 89 Listenmandate. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate könnte die Zahl noch steigen.

Möglicherweise sind dieses Mal mehr Wähler an die Urnen gegangen als bei der Landtagswahl 2013 – das zumindest legen erste Zahlen aus den Städten nahe. So lag in Augsburg die Wahlbeteiligung um 12.00 Uhr bei 24,4 Prozent, vor fünf Jahren waren es nach Angaben der Stadt zum gleichen Zeitpunkt erst 16,7 Prozent.

epaselect epa07092066 Bavarian Prime Minister Markus Soeder (C) casts his ballot next to his wife Karin Baumueller (L) during the Bavaria state elections at a polling station in Nuremberg (Nuernberg), Germany, 14 October 2018. According to the Bavarian state election commissioner some 9.5 million people are eligible to vote in the regional elections for a new parliament in southern German State of Bavaria. Electoral official (R) is not identified.  EPA/CLEMENS BILAN

CSU-Ministerpräsident Markus Söder bei der Stimmabgabe am Sonntagmorgen. Bild: EPA/EPA

Für München wurde die Wahlbeteiligung bis 14.00 Uhr einschliesslich der Briefwähler mit 54,6 Prozent angegeben (2013: 49,7 Prozent). In Nürnberg lag sie – mit Briefwählern – um 12.00 Uhr bei 26,1 Prozent (2013: 21,2 Prozent). Dort gab vor rund zwei Dutzend Kameras auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Vormittag seine Stimmen ab.

Die Wahl wird mit Spannung beobachtet: Die CSU muss nach allen Umfragen mit dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit im Landtag rechnen, wird sich also voraussichtlich einen Koalitionspartner suchen müssen. Ein Debakel droht auch der in Berlin mitregierenden SPD. Zweitstärkste Kraft könnten diesmal die Grünen werden.

Das Ergebnis der Wahlumfrage

Völlig offen ist, wie viele Parteien künftig im Landtag vertreten sein werden – es könnten den Umfragen zufolge bis zu sieben sein. Die AfD ist wohl sicher drin, bangen müssen dagegen FDP und Linke – wobei die FDP in jüngsten Umfragen meist knapp über der 5-Prozent-Hürde lag und die Linke meist knapp darunter. Die konservativen Freien Wähler liegen in Umfragen über 10 Prozent.

Viele Unentschlossene bis kurz vor Wahl

Allerdings haben vergangene Wahlen gezeigt, dass Umfragen nur eine begrenzte Aussagekraft darüber haben, wie die Wahl tatsächlich ausgeht. Ein Grund ist, dass viele Wahlberechtigte bis zum Schluss unentschlossen sind, ob sie überhaupt zur Wahl gehen und wen sie dann wählen werden.

Jeder Wahlberechtigte hat in Bayern zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählt er einen Kandidaten in einem der 91 Stimmkreise direkt, mit der Zweitstimme einen Listen-Kandidaten einer Partei. Kreuzt man keinen einzelnen Kandidaten an, sondern allgemein eine Partei, wird die Stimme der Partei bei der Sitzverteilung zugerechnet.

Anders als bei der Bundestagswahl entscheidet die Summe aus Erst- und Zweitstimmen über die Sitzverteilung im Landtag. Beide Stimmen sind für die Sitzverteilung also genau gleich wichtig.

Die Christlich-Soziale Union (CSU): Ein Unikum in der deutschen Parteienlandschaft

Die CSU existiert nur in Bayern – und ist dort erfolgreich wie keine andere Partei irgendwo in Deutschland. Sie stellt im grössten deutschen Bundesland seit 1957 ununterbrochen den Ministerpräsidenten und regiert dort, von einer fünfjährigen Unterbrechung abgesehen, seit 1962 mit absoluter Mehrheit.

Im nationalen Parlament bildet die CSU eine gemeinsame Fraktion mit der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) von Kanzlerin Angela Merkel. In der Bundesregierung stellt sie drei Minister.

Gegründet wurde die CSU wie die CDU 1945 kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Zusammenschluss bürgerlicher politischer Kräfte, die früher in Deutschland nach Katholiken und Protestanten getrennt organisiert waren – daher der Name Union. Politisch ist die CSU konservativer als die CDU, die ihrerseits nicht in Bayern antritt.

Mit Franz Josef Strauss 1980 und Edmund Stoiber 2002 stellte die CSU zweimal den gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU. Beide Male verlor die Union die Bundestagswahl.

(oli/sda/dpa)

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Video: srf/SDA SRF

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