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ZUR BEVORSTEHENDEN KNIEOPERATION VON THABO SEFOLOSHA, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 17. JANUAR 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Atlanta Hawks NBA basketball player Thabo Sefolosha from Switzerland poses for photographer after a press conference, in Blonay, Switzerland, Wednesday, July 8, 2015. Atlanta Hawks players Thabo Sefolosha and Pero Antic were charged with obstructing governmental administration after allegedly preventing police from setting up a crime scene upon arrival, in New York City last April 8. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Seit 2006 spielt Thabo Sefolosha in der NBA, mittlerweile beim fünften Team. Bild: KEYSTONE

7 bemerkenswerte Aussagen von NBA-Star Sefolosha, dem Polizisten das Bein brachen



Der Waadtländer Thabo Sefolosha war der erste Schweizer Basketballer, der es in die NBA schaffte. Der 36-jährige Defensivspezialist der Houston Rockets spricht in Interviews mit der NZZ und dem «Blick» über die Proteste in den USA nach der Tötung des Schwarzen George Floyd durch einen Polizisten. Sefolosha war vor fünf Jahren selber Opfer von Polizeigewalt geworden: Ihm brachen Beamte bei einer Kontrolle den Unterschenkel. Der Grund für die Kontrolle war wohl einzig Sefoloshas Hautfarbe. Er verklagte die Stadt New York und erhielt vier Millionen Dollar Schadenersatz, die er grösstenteils spendete.

Über das Video, das die Tötung von George Floyd zeigt, sagt Thabo Sefolosha, dieses löse bei ihm «Ärger» und «fast schon Ekel» aus:

«Wenn du als schwarzer Mann in Amerika immer wieder mit solchen Bildern konfrontiert wirst, kommst du irgendwann zum Schluss, dass du das sein könntest.»

Er wisse mit seiner Vorgeschichte in New York ganz genau, wie schnell man in so eine Situation geraten könne. Ihm sei nach Gesprächen mit anderen Opfern von Polizeibrutalität bewusst, dass er in jener Nacht einen Schutzengel gehabt habe. Sefolosha stellt sich die gleichen Fragen wie die meisten Leute, wie alle, die nun auf die Strasse gehen, um gegen Rassismus und Polizeiwillkür zu protestieren.

«Ich frage mich, wie ein menschliches Wesen das einem anderen antun kann. Ich verstehe nicht, wie man einen solchen Mangel an Respekt vor dem menschlichen Leben zeigen und sich über das Gesetz stellen kann.»

Derzeit hält sich Sefolosha in Atlanta auf. Er habe sich überlegt, ob er sich mit seinen Töchtern ebenfalls an den Demonstrationen beteiligen soll. Er habe ihnen «ein Stück Weltgeschichte» zeigen wollen.

«Ich habe darüber nachgedacht, aber die Idee dann verworfen. Ich wollte sie und mich in der Menschenmenge nicht unnötig gefährden, auch wegen Corona.»

epa08463899 Protesters rally during a huge demonstration with thousands of people near City Hall over the arrest in Minnesota of George Floyd, who later died in police custody, in Los Angeles, California, USA, 03 June 2020. A bystander's video posted online on 25 May, appeared to show George Floyd, 46, pleading with arresting officers that he couldn't breathe as an officer knelt on his neck. The unarmed black man later died in police custody.  EPA/ETIENNE LAURENT

Tausende Demonstranten bei einer Kundgebung in Los Angeles. Bild: keystone

Für den Basketballer ist es unbegreiflich, dass die Verantwortlichen nur selten zur Rechenschaft gezogen werden. Er gibt zu bedenken:

«Passierte dieses Unrecht in einer normalen Welt einer weissen Person, ginge es nicht lange, und die Verantwortlichen sässen hinter Gittern, und zwar sehr lange. Das sollte auch in den USA der Fall sein.»

Seine eigene Welt habe sich verändert, seit er selber ein Opfer wurde. Wenn er nun Auto fahre und die Polizei hinter ihm, dann sei das anders als vor dem Vorfall. In der Regel versuche er ja, sich als Schweizer aus der US-Politik herauszuhalten.

«Aber in Zeiten wie diesen will und muss ich mich äussern. Und ja, ich habe Angst. Das Narrativ über schwarze Menschen in den USA ist schlecht. Ich sorge mich um meine Töchter. Die USA sind ein gewalttätiges Land, gerade im Vergleich mit der Schweiz.»

Grundsätzlich sei es so, dass es den «American Dream» immer noch gebe. Doch wenn man in den Vereinigten Staaten lebe, dann sehe man auch die Kehrseite:

«Die Unterschiede zwischen arm und reich, zwischen den Rassen. Diese Spaltung im Land: Es gibt jüdische, weisse, schwarze Viertel. Das sind Dinge, die man im TV nicht sieht. Amerika ist nicht perfekt. Ich habe echt gemischte Gefühle zu den USA.»

Thabo Sefolosha äusserte sich auch zu US-Präsident Donald Trump. Die Sache sei grösser als Trump, meinte er. Und:

«Er ist keine Hilfe, er ist schlicht nicht fähig zu helfen. So, wie er die Welt sieht, hat er keine Lösungen parat. Das zeigt sich auch in seinem Umgang mit der Coronakrise.»

Mit 36 Jahren neigt sich die Karriere in der NBA wohl ohnehin dem Ende entgegen. Thabo Sefolosha sagt, er könne sich vorstellen, die Laufbahn schon früher als gedacht abzubrechen. Seine Karriere in der NBA sei ein Kompromiss, die Sicherheit und das Wohlbefinden seiner Familie gingen vor. Darum könne es gut sein, dass er irgendwann sage: «So, jetzt ist es genug.» (ram)

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68Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Victor Paulsen 05.06.2020 01:31
    Highlight Highlight Gefällt mir! Vor gericht gehen, total gerechtfertigt, 4 millionen erhalten und diese dann spenden
  • T13 04.06.2020 14:26
    Highlight Highlight Der American dream existiert nur um dem atmen Teil der Bevölkerung vorzugaukeln das jeder reich werden kann.
    Und natürlich sollte man dann bedenken das man dann viel Geld bezahlen muss wenn die reichen ordentlich besteuert würden.
    Also ist es besser die reichen wenig bis gar nicht zu besteuern, da man ja selbst mal reich werden könnte.
  • De-Saint-Ex 04.06.2020 12:19
    Highlight Highlight Es ist halt schon so, dass in den USA, (noch?) anders als in Europa, die Rasse eine offensichtlich grosse Rolle spielt. Bei vielen Registrierungen ist es in den USA üblich, die Rasse zur Identität anzugeben... caucasian (white), african-american, hispanic, asian und es gibt tatsächlich auch noch „others“... Name, Geschlecht, Geburtsdatum scheinen nicht zu reichen. Und das hat alles andere denn mit einem unverkrampften Umgang mit „Rasse“ zu tun.
    Racial profiling ist nicht „nur“ eine Polizei-Angelegenheit. Es ist Alltag in Amerika. Hoffe, es werde hier nicht auch noch institutionalisiert.
    • twiggy 04.06.2020 13:49
      Highlight Highlight rassismus ist bereits institutionalisiert. genau die angaben, die man bspw. in formularen machen muss, bestätigen dies ja.
      ich würde noch weiter gehen und sagen, dass rassismus und soziale stelllung in den usa nicht nur bereits seit langem institutionalisiert sind (system begünstigt), sondern dass das schon schier in den leuten eingeimpft ist. ihr könnt mich idealist nennen, aber ich bin immer noch der meinung, dass wenn man nicht dauernd auf die unterschiede hinweisen würde, würde ein entspannteres leben möglich sein. wir sind alle als aller erstes mensch.
    • De-Saint-Ex 04.06.2020 14:09
      Highlight Highlight Verstehe Dich nicht... habe doch nichts anderes geschrieben und bin also doch ganz bei Dir...
    • twiggy 04.06.2020 14:51
      Highlight Highlight oh - @De-Saint-Ex exgüse vielmal, ich habe das „hier“ in deinem letzten satz überlesen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Holunder 04.06.2020 11:42
    Highlight Highlight Kann mal kurz einer in den DeLorean steigen und die Sklaverei verhindern?








    Problem solved.
  • neutrino 04.06.2020 10:44
    Highlight Highlight Das Ganze immer auf schwarze oder weisse Hautfarbe zu reduzieren, ist etwas gar einfach. Es gibt bspw. eine Studie in den US, dass bspw. Tamilen oder Inder (die definitiv so dunkel sind wie Sefolosha) nicht übermässiger Polizeigewalt ausgesetzt sind. Ostasiaten seien sogar unterdurchschnittlich Polizeigewalt ausgesetzt - obwohl sie auch nicht "weiss" sind.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 04.06.2020 11:09
      Highlight Highlight Meiner Meinung nach sollte Neutrino nicht ganz so viele Blitzer erhalten. Ja, sein Kommentar hat einen rassistischen Unterton, aber er sich dem wohl nicht bewusst.

      Aber in einem hat er recht: Rassismus muss unabhängig der Hautfarbe gedacht werden, nämlich als Mittel und Instrument zur Aufrechterhaltung und Durchsetzung von Macht unf Herrschaft.
    • neutrino 04.06.2020 11:23
      Highlight Highlight Ich stelle den Rassismus nicht in Frage. Aber ich finde es ist eine Überlegung wert, warum Afrikaner bzw. Afroamerikaner soviel stärker mit Rassismus konfrontiert sind als Tamilen oder Südostasiaten.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 04.06.2020 11:32
      Highlight Highlight @Neutrino. Sie wiederholen sich und haben meinen Kommentar nichteinmal im Ansatz verstanden. Schade.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Notabik 04.06.2020 09:39
    Highlight Highlight Der Hauptbeschuldigte und deren Mitläufer wurden angeklagt. Wieso also unnötig weiter demonstrieren und so dem Corona Virus Tor und Tür öffnen? Da lobe ich mir die Einstellung von Thabo Sefolosha.
    • Konstantin Hoppel 04.06.2020 09:58
      Highlight Highlight Corona ist passé... hast du das noch nicht bemerkt. Selbst den Medien ist es langweilig geworden, darüber zu berichten. Ständig wechseln die Themen des Welttheaters, damit die Spannung bleibt.
    • dwight_schrute 04.06.2020 10:04
      Highlight Highlight Weil es nicht nur um diesen Fall geht. Das Ziel muss sein, dass solche Fälle nicht mehr auftreten.
    • Holunder 04.06.2020 10:39
      Highlight Highlight Ich verstehe die vielen Blitze bei Notabik nicht. Corona ist in den USA noch nicht unter Kontrolle und Sefoloshas Überlegungen machen dort vor Ort aktuell absolut Sinn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • neutrino 04.06.2020 09:23
    Highlight Highlight Spannende Aussagen - ich denke auch, dass Europa das Zusammenleben besser meistert. In den USA erstaunt mich immer wieder, wie wichtig es ist, ob man jetzt black, asian, hispanic, etc. ist. Und bspw. in Kalifornien sind dann diese Gruppen auch primär unter sich. Ganze Viertel werden nur von Asiaten bewohnt, Parties nur mit hispanic crowd, etc.
    • Benster 04.06.2020 09:46
      Highlight Highlight Ich denke genau das Gegenteil. In Europa hat man einfach nicht so eine grosse Diversifizierung wie in den USA. Ich glaub der Rassismus gerade in Sued und Osteuropa ist noch viel schlimmer als in den USA. Schwarz zu sein in Italien ist nicht lustig. Und auch hier in der Schweiz gibt es Serbische, Albanische, Italo, Latino Parties und Clubs.
    • kupus@kombajn 04.06.2020 09:51
      Highlight Highlight Bzgl. Europa bin ich mir nicht in jedem Fall so sicher. Ja, in Europa haben wir andere Gesetze. Ja, in Europa bemüht man sich wohl mehr darum, dass alle Menschen nicht nur auf Papier gleich sind, auch im Bezug auf die Behandlung durch die Polizei und die Konsequenzen im Bezug auf die Ungleichbehandlung.

      Aber es gibt auch in Europa ein paar Hotspots, wo irgendwann ein kleiner Funke reichen wird (Bsp. Banlieus in F). Und da gibt es noch die Gegenden Europas, wo Rassismus gesellschaftsfähig ist, aber kaum in Erscheinung tritt, weil die Opfer weitgehend fehlen, oder wir kaum etwas darüber hören.
    • My Senf 04.06.2020 10:07
      Highlight Highlight Noch Betonung auf noch
      Die Orbans und Höckes Faranges versuchen ja mit aller Kraft dies zu ändern!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toni.Stark 04.06.2020 09:18
    Highlight Highlight Das ist leider Realität. Was leider vergessen geht, ist die Situation für Juden. Macht mal selber den Versuch mit einer Kippa durch Berlin oder Zürich zu laufen. C'est pas bon!
    • Dani S 04.06.2020 10:05
      Highlight Highlight @Toni Stark: die Problematik hier ist mit Verlaub die Hautfarbe, nicht die Religion. Ausserdem legt man die Hautfarbe nicht ab wie eine Kippa.
    • Gubbe 04.06.2020 10:12
      Highlight Highlight Tut mir leid, der französische Satz ist nicht so richtig richtig. Bon wird im Zusammenhang zB. mit Essen verwendet. Ce n'est pas bien.
    • dustin' brothman 04.06.2020 10:41
      Highlight Highlight Sorry aber bei Rassismus geht es nicht nur um die Hautfarbe, sondern auch um das Recht, seine Religion frei auszuleben, ohne dafür diskriminiert zu werden.
      Ich finde die Aussage, dass man die Kippa ja ausziehn kann, wenn man nicht angefeindet werden will sehr problematisch.
      Und ich verstehe nicht, wieso Toni Stark für diesen Kommentar so viele Blitze bekommt...??
    Weitere Antworten anzeigen
  • maylander 04.06.2020 09:18
    Highlight Highlight Das US Rechtssystem bevorzugt eindeutig Leute mit Geld. Wenn sich ein armer Weisser und ein reicher Weisser gegenüber stehen wird der Reiche sehr wahrscheinlich gewinnen. Durch den Rassismus wird das ganze dann noch verstärkt.
    Sefolosha noch hatte Glück im Unglück und konnte sich gute Anwälte leisten. Ein Mittelloser hätte keine Chance gehabt und keinen einzigen Dollar bekommen.
    Trump hat dieses Rechtssystem nicht geschaffen. Er weiss aber dass man mit allerhand krummen dingen vor Gericht durchkommt, wenn man nur die richtigen
    Anwälte hat.
    • Antichrist 04.06.2020 09:32
      Highlight Highlight Auch in der Schweiz gewinnt derjenige vor Gericht, der Geld hat. Schon mal versucht, bis vor Bundesgericht zu gehen?
    • Hiker 04.06.2020 10:40
      Highlight Highlight @ antichrist,da bin ich ganz mit Dir. Ich habe es selber schon mehrfach erlebt. Nur war ich derjenige der glücklicherweise das Geld dazu hatte. Ohne Anwalt und auf eigenes Risiko hätte ich niemals mein Recht durchsetzen können. Es waren eindrückliche Erfahrungen und hat mir gezeigt, dass es auch in der Schweiz einen Unterschied gibt zwischen Recht haben und Recht bekommen.
    • Masche 04.06.2020 10:44
      Highlight Highlight Antichrist: Das stimmt nachweislich nicht. Wenn die Rechtslage eindeutig ist, kann in der Schweiz jeder vor das BG gehen und auch gewinnen, selbst wenn er nur ein einfacher Angestellter ist. Mir sind solche Fälle persönlich bekannt. Wer natürlich nur seine eigene Interpretation des Gesetzes durchsetzen will, hat zu Recht keine Chance.
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